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BeitragVerfasst: Do 27 Dez, 2007 10:57 pm  Titel:  Streß und HIV-Infektion Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Streß und HIV-Infektion

in Projekt Information Nr. 6/2007

Streß macht krank, das weiß jedenfalls der Volksmund. In der Schulmedizin war diese Gleichung jedoch immer heftig umstritten. Auch hinsichtlich der Progeression der HIV-Inektion wurde die Hypothese eines eigenständigen Einflusses von psychosozialen Faktoren teilweise skeptisch betrachtet. Mittlerweile liegen jedoch einige neue Erkenntnisse vor, die von zwei Reviews aus den letzten Jahren zusammengefaßt werden.

Streß kann die Gesundheit grundsätzlich über zwei Wege beeinflussen: über das Verhalten und über biologische Prozesse. Auf der Verhaltensebene reagieren Menschen auf Streß bzw. auf streßbedingte Zustände, wie Depression oder Angst mit allgemein gesundheitsschädlichen Verhaltensweisen wie Rauchen, Alkoholkonsum oder vermindertem Schlaf; bei Personen mit chronischen Erkrankungen, wie HIV/Aids, geht eine Belastung durch Streß auch oft mit einer mangelnden Adhärence der (medikamentösen) Therapie einher.

Neben dieser indirekten Beeinflussung, wird aber auch ein direkter biologischer Mechanismus angenommen, mittels dessen Streß sich auf das Immunsystem auswirkt. Das menschliche Immunsystem ist nicht autonom, sondern reagiert auf Signale anderer Systeme des Körpers, vor allem des Hormonsystems und des Nervensystems, die eng miteinander verbunden sind. Beide Systeme reagieren auf das Auftreten von Streß und stellen so die Mittler zwischen Umweltreiz (Stressor) und dem Immunsystem dar. Eine wichtige Rolle spielen dabei die so genannten Streßhormone wie Kortisol und die Katecholamine, eine Gruppe von Hormonen, zu denen Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin gehören. Auf diese Weise können immunologische und entzündungshememende Prozesse durch Streß beeinflußt werden.

Diese Streßreaktionen des Körpers sind im Grunde normale funktionale Prozesse, die ursprünglich nicht dazu gedacht sind, Krankheiten auszulösen oder zu verschlimmern. Die Flexibilität des Immunsystems verhindert offenbar entsprechend bei gesunden Menschen, daß sich negative Streßreaktionen einstellen.

Problematisch wird es nur wenn der eigentlich akute Stressor zu einer chronischen Belastung wird und/oder die Flexibilität des Immunsystems eingeschränkt ist. Dies ist zum Beispiel der Fall bei fortgeschrittenem Alter oder bei Vorliegen einer Erkrankung. Gerade bei HIV-Infizierten kann es deshalb zu einer doppelten Streßanfälligkeit kommen.

Zum einen greift das HI-Virus die T-Helferzellen an, die eine beherrschende Stellung bei der Regulation des Immunsystems spielen. Diese eingeschränkte Flexibilität und Balance des Immunsystems führt, so wird angenommen, zu einer stark erhöhten Anfälligkeit für gesundheitsschädigende Streßreaktionen.

Gleichzeitig stellt die HIV-Infektion, mit den damit verbundenen vielfältigen Belastungen und Anforderungen an die infizierte Person auch einen potentiell chronischen Stressor dar. Depressionen, als eine potentielle Streßfolge, stellen so zum Beispiel die häufigste psychiatrische Begleiterkrankung der HIV-Infektion dar; bis zu 40 % der HIV-Infizierten sind davon betroffen und sind ein Indiz für die gewaltigen psychosozialen Belastungen, denen HIV-Positive ausgesetzt sind.

Die Art des Stressors spielt dabei eine nicht unwichtige Rolle. Während akute Stressoren, für deren Auftreten die Streßreaktion des Körpers eine Anpassungsreaktion darstellt, kaum zu gesundheitlich negativen Auswirkungen führen dürften, können chronische Stressoren zu einer dauerhaften Belastung des Immunsystems führen. Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, daß Trauer und Verlust als Stressoren eine andere Reaktion des Immunsystems bewirken als traumatische Erlebnisse.

Darüber hinaus wird jedoch auch ein vermittelnder Einfluß von Persönlichkeitseigenschaften auf die gesundheitlichen Folgen von Streß diskutiert. Die Art des Umgangs mit einer belastenden Situation, also die Bewertung des Stressors und das Ausmaß der Beschäftigung mit dem Stressor, beeinflussen die Reaktion des Herz-Kreislauf- und des Hormonsystems.

Ein solcher Zusammenhang wird auch für die Reaktionen des Immunsystems auf Streß angenommen, wissenschaftliche Belge dafür liegen jedoch noch nicht vor. Im Klartext bedeutet dies, daß ein genereller Optimismus und angemessene Bewältigungsstrategien negative Folgen von Streß für Gesundheit verhindern oder zumindest abschwächen können. Den gesundheitlichen Folgen von zum Teil unvermeidbaren Stressoren und Belastungen ist man also nicht hilflos ausgeliefert.

Quellen:
- Cohen, S. Janicki-Deverts, D & Miller, G.E.. (2007.
..Psychological stress and disease. Journal of the American Medical Associtation, 298, 1685-1687
- Segerstrom, S.C. & Miller, G.E. /2004). Psychological stress and the human immune system:
..a meta-analytic study of 30 years of inquiryy. Psychological Bulletin, 130, 601-630.


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BeitragVerfasst: So 16 März, 2008 4:18 pm  Titel:  Streßmanagement und HIV-Infektion Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Streßmanagement und HIV-Infektion

In Projekt Information Nr. 1/2008

Chronischer Streß und Depression können negative Auswirkungen auf Lebensqualität und Krankheitsprogression bei HIV-Infizierten haben (vgl. Projekt Information Nov/Dez. 2007). Aber gerade HIV-positive Menschen sind von einer Vielzahl von Streßauslösern (Stressoren) betroffen und leiden entsprechend häufig an Depressionen und Angststörungen.

Ob Stressoren, also Belastungen und Anforderungen, zu negativen gesundheitlichen Auswirkungen führen, hängt stark davon ab, wie mit diesen Stressoren umgegangen wird. Studien konnten zeigen, daß verschiedene neuroendokrine (nervliche und hormonelle) Reaktionen des Körpers auf Stressoren abhängig von der Bewertung des Stressors als kontrollierbar oder unkontrollierbar und von der Art der Bewältigungsstrategie (aktiv oder passiv) waren. Typische Reaktionen und Verhaltensweisen, die mit negativen Auswirkungen verbunden sind, sind Schwarz-Weiß-Denken, Hoffnungslosigkeit, Katastrophisieren, Verleugnen.

Dagegen wirken sich aktive problembezogene Bewältigungsstrategien, Optimismus und das Gefühl persönlicher Kontrolle über die Stressoren eher positiv aus.

Bei der Bewältigung von Streß und Depression können verschiedene Techniken und Maßnahmen sehr hilfreich sein. Die positiven Auswirkungen auf Lebensqualität und Wohlbefinden, und zum Teil auch auf immunologische Parameter, der nachfolgenden Interventionen sind in wissenschaftlichen Studien erforscht und belegt worden.

Entspannungstechniken

Entspannungstechniken dienen dazu, Ängste, Anspannungen und andere Arten von Streßreaktionen zu reduzieren. Die wichtigste Entspannungstechnik ist die Progressive Muskelentspannung, in der ein Entspannungszustand durch das systematische An- und Entspannen der wichtigsten Muskelgruppen hergestellt wird. Eine andere Entspannungstechnik ist das Autogene Training, das auf dem Prinzip der Autosuggestion basiert.

Massage

Die Massage ist eine passive Entspannungstechnik mit positiven Auswirkungen auf Wohlbefinden, neuroendokrine und immunologische Parameter. In einer Studie mit HIV-Infizierten wurden signifikant Ängste reduziert und Entspannung gesteigert. Die Anzahl natürlicher Killerzellen wurde gesteigert und der Kortisonspiegeli m Urin gesenkt.

Sportliche Aktivität

Sport und Bewegung zählt zu den wichtigsten und effektivsten Maßnahmen der Streßkontrolle. Verschiedene Studien mit HIV-positiven Probanden konnten zeigen, daß sich sportliche Aktivität positiv auf Ängste und Depressionen auswirkt, und Immunparameter und Krankheitsprogression positiv beeinflußt. So konnte in einer Studie gezeigt werden, daß schwule HIV-infizierte Männer, die ihren Serostatus noch nicht kannten und auf ihr HIV-Testergebnis warteten, nicht mit einem Anstieg von Angst und Depression auf das Testergebnis reagierten, wenn sie an einem zehnwöchigen Bewegungstraining teilnahmen, im Gegensatz zu einer Kontrollgruppe mit Männern, die nicht an diesem Training partizipierten. Darüber hinaus zeigten die trainierenden Männer bessere Werte in verschiedenen immunologischen Parametern. Selbst zwei Jahre später hatten weniger der trainierenden HIV-positiven eine Aids-Diagnose als Männer aus der nicht-trainierenden Kontrollgruppe.

Kognitiv-behaviorale Streßmangement-Techniken

Diese Techniken dienen dazu, negative und unangebrachte Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen in Reaktion auf Anforderungen und Belastungen zu verändern. Beim Kognitiven Restrukturieren wird z.B. gelernt, selbstschädigende negatvie gedankliche Bewertungen von Stressoren zu erkennen und zu ersetzen durch angebrachte Bewertungen, die eine passende Reaktion auf den Stressor ermöglichen. Beim Training von Bewältigungstechniken werden angemessene Verarbeitungsstrategien für unterschiedliche Arten von streßreichen Situationen erlent. Weitere Beispiele für diese Streßmanagementtechniken sind Aggressionsbewältigungs- und Selbstbehauptungstrainings.

Wer diese Techniken erlenen möchte

Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung und Autogenes Training werden von Krankenkasse, Volkshochschulen, aber auch niedergelassenen Psychologen und z.Z. Ärzten angeboten. Die kognitiv-behavioralen Streßmanagement-Techniken finden vor allem in verhaltenstherapeutisch ausgerichteten Psychotherapien Einsatz. Psychotherapien sind vor allem dann angezeigt, wenn bereits eine Depression vorliegt, die Kosten werden in der Regel von den Krankenkasse übernommen. Die Überweisung zu einem Psychotherapeuten kann der HIV-Schwerpunktarzt übernehmen.

Quelle:
Antoni, M.H. (2005). Behavioral interventions and psychoneuroimmunology. In K. Vedhara & M. Irwin (Eds.), Human psychoneuroimmunology (285-318). New York: Oxford University Press

Kommentar

Es ist schon bemerkenswert, daß in dem Artikel sehr bekannte und bewährte Entspannungsmethoden nicht erwähnt werden wie Yoga, Mediation, Tai Chi oder Chi Gong.

Dabei sind nach meiner langjährigen persönlichen Erfahrung Yoga und Mediation die am leichtesten erlernbaren und anwendbaren Methoden. Außerdem sind Yoga und Meditation ganzheitliche Methoden im Gegensatz zu den aufgeführten Methoden des Artikels.

Ideal ist nach meiner Erfahrung, daß man Erfahrungen sammelt mit verschiedenen Methoden und sich dann entscheidet, welche der Methoden einem verstärkt zusagt und man im Lebensalltag anwenden will.


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