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BeitragVerfasst: Fr 02 März, 2007 2:16 am  Titel:  Analkarzinome Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Junger Mann mit Analkarzinom: Suchen Sie die HIV-Infektion!

BERLIN – Analkarzinome sind eigentlich seltene Tumoren. Bei HIV-Infizierten findet man sie jedoch gehäuft. Gerade bei jüngeren Analkarzinom-Patienten sollten Sie daher immer an die Möglichkeit einer noch nicht diagnostizierten HIV-Infektion denken.

Seit Einführung der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) sieht man das Kaposi-Sarkom als AIDS-definierenden Tumor deutlich seltener. Dagegen rückt ein anderer Tumor bei HIV-Infizierten in den Vordergrund. Das Risiko für ein Analkarzinom und seine Vorstufen ist bei HIV-Patienten 30- bis 100-mal höher als in der Normalbevölkerung. Darauf wies Professor Dr. Norbert Brockmeyer vom St. Josefs Hospital Bochum auf dem 27. Deutschen Krebskongress hin. HIV-Patienten jedes Jahr zum Analabstrich Ähnlich wie beim Zervixkarzinom findet man auch beim Analkarzinom fast immer eine Infektion mit dem Humanen Papilloma-Virus (HPV) als Auslöser, die vor allem bei homosexuellen Männern weit verbreitet ist. HIV-positive Patienten weisen zu 93 % eine HPV-Infektion auf.

Anders als beim Kaposi-Sarkom scheint die HAART und die dadurch verbesserte Immunlage das Auftreten eines Analkarzinoms nicht verhindern zu können.

Möglicherweise werden die pathologischen Prozesse, die aus einer HPV-Infektion eine intraepitheliale Neoplasie (AIN) bzw. ein Analkarzinom werden lassen, direkt durch das HIV-Virus getriggert, sagte Prof. Brockmeyer. Ein weiterer Risikofaktor – ebenfalls weit verbreitet bei HIV-Patienten – sei das Rauchen.

Mögliche Symptome des Analkarzinoms sind Pruritus, anale Missempfindungen, rektale Blutungen, Schmerzen und Kontinenzstörungen. Um aber auch schon asymptomatische Vorstufen zu erfassen, sollte bei allen HIV-Patienten jährlich ein peri- und intraanaler Abstrich gemacht werden, forderte Prof. Brockmeyer.

Im Stadium I einer AIN reicht eine topische Therapie mit Imiquimod meist aus. In Stadien mit höhergradiger Dysplasie (II und III) sind invasivere Maßnahmen wie elektrokaustische Abtragung, Kryochirurgie oder Laserablation erforderlich. Bei manifestem Analkarzinom < 2 cm ist eine lokale (meist kontinenzerhaltende) Exzision möglich. Größere Läsionen werden mit einer kombinierten Radiochemotherapie behandelt.
Eine HPV-Impfung könnte zukünftig auch zur Verhinderung des Analkarzinoms sinnvoll sein. Da aber durch die Impfung nicht alle HPV-Subtypen erfasst werden, müssten die HIV-Patienten auch weiterhin jährlich kontrolliert werden.

MW

http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dssid=4170&dsmid=74156&dspaid=579427




Zuletzt bearbeitet von administrator am Di 06 Jul, 2010 12:34 am, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragVerfasst: So 25 März, 2007 2:43 pm  Titel:  (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Vermehrt Anal-Ca bei homosexuellen HIV-Infizierten

München - Onkogene humane Papillomaviren (HPV) sind nicht nur Ursache des Zervixkarzinoms, sondern auch von Analkarzinomen bei Männern und Frauen. Besonders stark vom Anal-Ca betroffen sind HIV-positive homosexuelle Männer. Die Tendenz ist bei ihnen trotz erfolgreicher hochaktiver antiretroviraler Therapie steigend.

Aufgrund der Kombination der zwei bedeutendsten Risikofaktoren "häufig wechselnder rezeptiver Analverkehr" und "verminderte Immunkompetenz" sind HIV-positive homosexuelle Männer weit überproportional von dem Krebs betroffen. Darauf hat der Virologe Professor Herbert Pfister aus Köln bei der 2. Münchner Aids-Werkstatt aufmerksam gemacht.

Zwischen 1984 und 1995 und damit noch vor Beginn der HAART-Ära (hochaktive antiretrovirale Therapie) wurde in dieser Gruppe eine Inzidenz des Analkarzinoms von 35 pro 100.000 ermittelt. Seit 1996 ist trotz HAART die Häufigkeit der jährlichen Analkarzinom-Neuerkrankung bei HIV-positiven Homosexuellen auf über 90 pro 100.000 gestiegen.

Jährliche Vorsorgeuntersuchungen auf anale und penile Dysplasien oder persistierende lokale HPV-Infektionen sollten deshalb bei Homosexuellen und vor allem homosexuellen HIV-positiven Männern genauso selbstverständlich sein wie die regelmäßigen gynäkologischen Untersuchungen auf Vorstufen eines Zervix-Ca, betonte Pfister. Die lokale Anwendung des Immunmodulator Imiquimod sei eine sichere und effektive Therapie bei Karzinom-Vorstufen.

Ärzte Zeitung vom 20. März 2007


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Simon




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BeitragVerfasst: So 25 März, 2007 4:55 pm  Titel:  (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ich als Virusskeptiker bezweifle diese HPV-Ursachen-Theorie, auch bei Zervixkarzinom. Ich frage mich desweiteren, wieso das Virus speziell im Analbereich diesen Krebs auslösen soll, aber nicht im Darm, wo doch diese HPV-Viren sicherlich auch hingelangen durch rezeptiven Analverkehr! Die Frage ist also, warum verursachen die HPV-Viren kein Darmkrebs?? Oder wird das auch demnächst postuliert werden?


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Simon




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BeitragVerfasst: So 25 März, 2007 5:09 pm  Titel:  (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ich glaube, die Ursache liegt eher darin, daß die durch Analverkehr verursachten Mikroverletzungen/Risse der zweifellos empfindlichen Analregion diese dort vorhanden Zellen auf irgendeine Weise degenerieren, im Sinne der Warburgschen Erkenntnisse, und somit irgendwann im natürlichen Zellteilungsmechanismus gestört werden, worauf Wucherungen, also Krebs, die logische Folge ist.

Aber sowas darf man ja nicht behaupten in unserer heutigen liberalen Welt, also dass Analverkehr unnatürlich ist, und im evolutionären Lebensplan nicht vorgesehen ist. Sehr wohl vorgesehen in diesem biologisch-evolutionären Plan ist jedoch die Tatsache, dass Zellen über ein archaisches Notfallprogramm verfügen und in der Lage sind, umzuschalten zwischen oxidativer und fermentativer mitochondrialer Zellatmung. Und letzteres ist nichts anderes als Krebs. http://www.onmeda.de/lexika/persoenlichkeiten/warburg.html


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BeitragVerfasst: So 25 März, 2007 11:15 pm  Titel:  Analkarzinome Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ich kann Dir Deine Frage leider nicht beantworten. Ansonsten sind das große Worte und sehr gut abgeschrieben. Ich würde mir einen solchen Hinweis zu diesem Problem so nicht erlauben, weil ich mich mit diesem Thema bislang noch nicht auseinandergesetzt habe.

Und wer sagt denn, daß nur Schwule Condylome und Anal-Ca bekommen? Es heißt lediglich überproportional. Außerdem siehst Du doch in den Beiträgen, daß auch die etablierte Medizin noch keine schlüssige Antwort darauf hat und mal wieder den HI-Virus mitverantwortlich macht.

Vielleicht liest Du aber mal im Lhiving-Forum; dort hat gerade ein HIV-Patient mitgeteilt, daß er seit Jahren keinen rezeptiven Analverkehr hatte und trotzdem Condylome hat. Und der Patient ist Nichtraucher und lebt sehr gesund, so daß auch dieser Risikofaktor auszuschließen ist. Und die schlechte Immunlage scheidet bislang auch als Risikofaktor aus.

Gruß Wilfried


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BeitragVerfasst: So 15 Apr, 2007 3:04 pm  Titel:  Rauchen & Analkarzinome Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Dabei gibt es noch weitere HIV-spezifische Gründe als die Sorge um das Herz, die dafür sprechen, das Rauchen sein zu lassen. Wie bereits berichtetet, haben speziell Männer, die Sex mit Männern haben und zudem HIV-positiv sind ein stark erhöhtes Risiko, ein Analkarzinom durch Papillomaviren zu entwickeln. Die Inzidenz hierfür liegt bei mehr als 90 pro 100.000 Personen pro Jahr.

Auch in diesem Fall scheint Rauchen ein bedeutsamer ätiologischer Kofaktor zu sein. Das hat Professor Herbert Pfister von der Universität Köln in einem weiteren Workshop zur Aids-Werkstatt betont.

http://wp1018640.wp020.webpack.hosteurope.de/wil/posting.php


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BeitragVerfasst: Fr 02 Jul, 2010 6:50 pm  Titel:  Analkarzime & Früherkennung Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Analkarzinome: HIV-positive Männer sollten zur Früherkennung gehen

Papillomviren verursachen schnell wachsenden Krebs. Ergebnisse einer Langzeitstudie des Kompetenznetzes HIV/AIDS.

HIV-positive Männer, die Sex mit Männern haben, haben ein erhöhtes Risiko, an Analkarzinomen zu erkranken: Mehr als zwei Drittel der 446 Männer, welche Bochumer und Kölner Forscher über fast sechs Jahre beobachteten, hatten Vorstufen solcher Tumore, 2,5 % litten bereits an Analkrebs.

„Besorgniserregend ist vor allem, dass sich der Krebs innerhalb von weniger als neun Monaten aus den Vorstufen bildete“,

sagt Prof. Dr. Norbert Brockmeyer, Sprecher des Kompetenznetzes HIV/AIDS an der Klink für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum, das die Studie unterstützte. Er empfiehlt HIV-positiven Männern, die Sex mit Männern haben, daher dringend regelmäßig zur Vorsorge zu gehen.

HPV löst Krebs aus

Häufig treten Anal-Karzinome in Verbindung mit einer Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) auf. „Dabei werden verschiedene Krebsarten durch verschiedene Virustypen begünstigt“, erklärt Prof. Dr. Alexander Kreuter, Leiter der Studie an der Dermatologischen Klinik. „Deswegen muss die jeweilige Behandlung auch daran angepasst werden.“

Vorausgegangene Analysen bestätigten, dass in ca. 70 % der Fälle der Krebs durch HPV16 ausgelöst wurde. Bei den HIV-positiven männlichen Patienten der Studie wurden 55 % auf HPV16 positiv getestet. „Alle bisherigen Untersuchungen belegen, dass eine Impfung vor HPV-Infektionen schützen kann. Somit ist sie auch hoch interessant für die Prävention von Analkrebs“, meint Prof. Kreuter.

Unbedingt zur Vorsorge gehen

Die Studie zeigte zudem, dass die Behandlungsoptionen bei HIV-positiven Patienten schlechter sind als bei HIV-negativen: Nebenwirkungen sind häufiger und auch die tumorfreie Überlebensrate ist niedriger. Dabei scheint es unerheblich zu sein, ob bereits mit einer Hoch-aktiven antiretroviralen Therapie begonnen wurde.

Ein weiterer Risikofaktor an Analkrebs zu erkranken, ist das Rauchen.

Die Studie zeigte, dass das Sterberisiko bei Analkrebs bei Rauchern deutlich höher lag als bei Nichtrauchern. Prof. Brockmeyer rät dringend zur Vorsorge: „Dadurch können wir Vorstufen früh erkennen, behandeln und so Tumore verhindern. Insbesondere HIV-positive Männer, die Sex mit Männern haben, sollten dieses Angebot in Anspruch nehmen.“

Größte Studie

Die Studie, die von Prof. Dr. Alexander Kreuter und Prof. Dr. Norbert Brockmeyer (RUB-Klinikum) in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ulrike Wieland (Universitätsklinikum Köln) durchgeführt wurde, ist Deutschlandweit die erste prospektive Studie zu anale intraepitheliale Neoplasien (AIN) und Analkrebs und eine der größten, die bislang veröffentlich wurde.

Ruhr-Universität Bochum - Pressemitteilung vom 23. Juni 2010


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BeitragVerfasst: Di 06 Jul, 2010 12:41 am  Titel:  HPV-assoziierte Analkarzinome bei HIV-Positiven Antworten mit ZitatNach untenNach oben

HPV-assoziierte anale intraepitheliale Dysplasien und Analkarzinome bei HIV-infizierten Männern

von Dr. Barbara Bertisch, 29. Juni 2010 / angepasst am 1. Juli 2010

Risikofaktoren, Häufigkeit und Empfehlungen/Richtlinien zur Früherkennung

Infektionen mit humanen Papillomviren sind häufig.
Bei Immungesunden kommt es dabei zumeist zu einer relativ raschen Elimination der Papillomviren.

Bei HIV-Positiven hingegen ist das Risiko für Viruspersistenz erhöht.

In der Folge können präkanzeröse Vorstufen auftreten (anale intraepitheliale Neoplasien (AIN). Diese werden histologisch nach dem Grad der Dysplasie in 3 Stufen eingeteilt. Bei stärkster Dysplasie ist das Risiko für die Entstehung eines Analkarzinoms hoch.


Wie häufig HPV-Nachweis, wie häufig AIN?

Aus den USA hatte Palefsky 1998 über Nachweis von HPV in 93% bei analen Abstrichen von HIV-positiven MSM berichtet (Palefsky 1998) .
Deutsche Daten aus der Bochumer HPV-Arbeitsgruppe um Alexander Kreuter und Ulrike Wieland zeigen ähnliche Zahlen. Dort werden seit 2003 HIV-positive MSM regelmässig auf das Vorkommen von HPV, analen Dysplasien und Analkarzinomen untersucht und bis aktuell Daten von 446 Patienten erhoben. Bei 98% der Patienten waren im Verlauf der Studie HPV nachweisbar, mit häufigem Vorliegen von Subtyp 16, der das höchste Analkarzinom-Risiko hat (Vortrag KIT 2010, Köln und Kreuter/Wieland 2009). 74% der Patienten wiesen Veränderungen der analen Zytologie auf, davon 35% high grade-Veränderungen.

Analkarzinome

Aus den USA wurde über die letzten Jahre berichtet, dass Analkarzinome bei HIV-Positiven im Vergleich zu HIV-Negativen deutlich gehäuft sind. Dabei ist eine höhere Rate abhängig von der CD4-Zellzahl zu finden, aber auch noch oberhalb von 500 CD4-Zellen liegt die Hazard ratio bei fast 30 (Silverberg Croi 2010).

Bei der Bochumer Patientengruppe entwickelten 2,5% der vorgenannten Studienpatienten ein Analkarzinom; diese hatten aus verschiedenen Gründen ihre anale Dysplasie nicht behandeln lassen (Vortrag, KIT 2010).
Und Daten aus der Schweiz zeigen ein rel. Risiko von 33 im Rahmen der SHCS (Clifford 2005).

Offensichtlich entwickeln HIV-Patienten durch das deutlich längere Überleben unter ART zunehmend (insbesondere virusassoziierte) Malignome, die zuvor deutlich weniger beobachtet wurden. ART scheint keine protektive Wirkung zu haben gegenüber der Entwicklung von Analkarzinomen (Crum-Cianflone 2010).

Schon möglich, dass in anderen Regionen oder über die letzten Jahre tiefere Inzidenzen vorlagen (Hinweise darauf: Im Beitrag von C. Hoffmann über Analkarzinome in HIV 2010 (unter www.hivbuch.de)..
Aber die Tatsache bleibt, dass insbesondere HIV-Patienten mit dem Risikofaktor Analverkehr ein erhöhtes Risiko für Analkarzinome haben.
Wie aber sollten wir eine Früherkennung von AID/Analkarzinomen durchführen?

Wir hatten an dieser Stelle bereits im Dezember 2008 folgende Vorschläge gemacht:

- bei HIV- positiven MSM sollten bei Eintritt und möglichst einmal jährlich "routinemässig" folgende Untersuchungen durchgeführt werden:

- Fragen nach vorbekannten/vorbehandelten analen intraepithelialen Läsionen und nach Beschwerden am Analkanal
wie Schmerzen, Brennen oder Blutabgang

- perianale Inspektion; regionale Lymphknotenkontrolle; rektale Palpation

Dieses Procedere entspricht auch den EACS-Guidelines ("digital rectal exam" bei MSM alle 1-3 Jahre)

Anale zytologische Abstriche

Von einigen Experten wird zudem die regelmässige Durchführung von peri-und intraanalen zytologischen Abstrichen empfohlen. Im Bochumer Zentrum hatten sich dabei Übereinstimmungen zwischen Abstrichergebnissen und bioptisch gewonnen Resultaten ergeben, die vergleichbar seien mit Ergebnissen bei der Zervixzytologie (Kreuter, Wieland 2009).

Doch: randomisierte Studien über die Durchführung analer Zytologien stehen noch aus; in den EACS-Guidelines wird die Durchführung eines Papanicolau-Tests mit "+/-" angegeben, das Ausmass des Benefits sei "unknown".

Anoskopie

In den EACS-Guidelines steht: "if pap-test abnormal, anoscopy".
Dies setzt die Durchführung eines Pap-Tests voraus. Sollte dieser aber nicht vorhanden/möglich sein, und der Patient Beschwerden im Analkanal u/o einen auffälligen Untersuchungsbefund haben, sollte nach unserer Einschätzung ebenfalls eine Anoskopie erfolgen.

Bei dieser sollten ggf. vorhandene Krebsvorstufen, aber auch Condylomata (die gemäss A.Kreuter nicht selten entarten (Vortrag KIT 2010)) therapeutisch angegangen werden.

Bei der Behandlung gibt es diverse Herangehensmöglichkeiten (kleiner Überblick: unter www.hivbuch.de). Dies sei effizient, da in der Regel zwischen AIN und der Manifestation eines Analkarzinoms mehrere Jahre vergehen.

Allerdings hatte die Bochumer Arbeitsgruppe auch die Entstehung von Analkarzinomen nach <9 Monaten gesehen. Bei den Patienten, deren AIN behandelt war, entwickelte keiner ein Analkarzinom (Vortrag KIT 2010).

Anmerkung:
Bei Patienten mit bekannten Hämorrhoiden kann sich hinter einer peranalen Blutung durchaus ein Analkarzinom verstecken: fast die Hälfte aller Patienten mit Analkarzinomen haben rektale Blutungen.
Weitere 30% der Patienten berichten über Schmerzen oder spüren eine rektale Masse.

Aber: 20% haben keinerlei tumorspezifischen Symptome (Abbas , Onkology 2010).

http://www.infekt.ch/kategorien/themen/hiv/2043-hpv-assoziierte-anale-intraepitheliale-dysplasien-und-analkarzinome-bei-hiv-infizierten-maennern.html


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BeitragVerfasst: Mi 12 Feb, 2014 2:50 am  Titel:  Analkrebs bei HIV-positiven Männern: Screening für wen? Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Analkrebs bei HIV-positiven Männern: Screening für wen?

HIV-positive Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), erkranken gehäuft an Analkrebs. Gibt es Faktoren, welche die Entwicklung eines Analkrebs voraussagen können?

Bei HIV-positiven Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), ist das Risiko für Analkrebs deutlich erhöht. Screening auf Analkrebs bzw. dessen Vorstufen wird diskutiert. Problematisch ist dabei, dass der Screening-”Goldstandard” (Direktbeurteilung der Schleimhaut mittels Anoskopie, ggf. mit Biopsie) recht aufwendig ist, hingegen einfach durchführbare oberflächliche Abstriche auf Zellveränderungen nur mässig verlässlich sind. Könnte man aus allen HIV-positiven MSM diejenigen selektieren und gezielt screenen, die ein besonders erhöhtes Risikoprofil aufweisen? Und wie definiert sich dieses erhöhte Risikoprofil?

14.1.2014
http://infekt.ch/2014/01/auszeichnung-fuer-artikel-ueber-hiv-und-analkrebs-st-galler-infektiologin-ist-erstautorin/


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