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Anmeldungsdatum: 27.02.2005
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BeitragVerfasst: Fr 01 Dez, 2006 2:01 pm  Titel:  Allein gelassen mit dem Aids-Test Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Allein gelassen mit dem Aids-Test

Ein fragwürdiges Projekt der Weltgesundheitsorganisation

Jeder Welt-Aidstag liefert neue düstere Statistiken. Mustergültig wird über die größte Medizinkatastrophe unserer Zeit Buch geführt. Eine Zahl taucht dabei selten auf: In den Entwicklungsländern, die im Epizentrum dieses Dramas stehen, wissen nicht einmal zehn Prozent der Betroffenen, daß sie überhaupt mit dem HI-Virus infiziert sind. Mit einer Test-Offensive will jetzt die Weltgesundheitsorganisation WHO gemeinsam mit den Vereinten Nationen diesen Zustand beenden. Gerade ist ein erstes Konzeptpapier erschienen, zum Jahresbeginn 2007 wird eine entsprechende Empfehlung folgen: In den Entwicklungsländern sollen Patienten in allen medizinischen Einrichtungen zum HIV-Test ermutigt werden. Auch dann, wenn keine Aids-Symptome vorliegen. WHO-Direktor Kevin DeCock erhofft sich von dem Projekt drei positive Effekte: Die Betroffenen würden frühzeitiger von ihrer Krankheit erfahren, bewußter mit der Infektion leben – und eher medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Schön wär’s! Was DeCock verschweigt, ist die Tatsache, daß man den frisch diagnostizierten Patienten in den armen Ländern häufig nicht mehr zu bieten hat als die sprichwörtliche Schachtel Aspirin. Nur jeder fünfte HIV-Infizierte weltweit hat die Chance auf eine angemessene Behandlung, in den Entwicklungsländern ist es nicht einmal jeder 20. Aidspatient.

Trotzdem massenhafte HIV-Tests zu propagieren, erinnert ein wenig an die ersten Jahre von Aids in Deutschland. Damals gab es noch keine Therapie, aber einen enormen gesellschaftlichen Druck, Tests durchzuführen. In manchen Krankenhäusern wurde sogar heimlich getestet.

Fachleute, die das WHO-Projekt kritisieren, stellen besorgte Fragen: Können die Infizierten tatsächlich medizinischen Nutzen daraus ziehen, oder überwiegen die Nachteile? Müssen sie in manchen Ländern mit Stigmatisierung und Diskriminierung rechnen? Wird ihr Recht auf Nichtwissen mißachtet? Wird hie und da womöglich auch ohne Einverständnis getestet? Könnte das Geld für die Tests sinnvoller eingsetzt werden? Zu möglichen Konsequenzen der Test-Offensive fehlen jedenfalls jegliche Untersuchungen.

Ein Sonderfall sind die Schangeren. In einigen Ländern Afrikas erhalten heute zwei von drei werdenden Müttern jene Medikamente, die eine Übertragung des Virus aufs Baby verhindern können. Das ist immer noch eine skandalöse Unterversorgung, aber doch eine Verbesserung. Schwangeren den HIV-Test anzubieten, ist insofern sinnvoll. Denn hier folgt auf eine Diagnose auch eine Behandlung. Wo dies nicht der Fall ist und mehr Tests nur für einen besseren epidemiologischen Überblick sorgen, bleiben sie fragwürdig.

Manfred Kriener, Wissenschaftskolumne, Kölner-Stadt-Anzeiger vom 1.12.2006

Kommentar

Schade, daß dieser ansonsten hervorragende kritische Beitrag mit dem falschen Begriff „Aids-Test“ versaut wird. Wann endlich werden die Medien begreifen, daß es keinen Aids-Test gibt, sondern lediglich einen HIV-Test, genauer einen HIV-Antikörpertest? Dieser Test weist lediglich Antikörper nach und kein Aids. Ob aus einer HIV-Infektion sich Aids entwickelt ist ein völlig anderes Thema. Nur ein geringer Prozentsatz der HIV-Positiven hierzulande entwickelt Aids, also eine der 30 Aids-definierenden Erkrankungen. Und diese sind in aller Regel behandelbar, wenn frühzeitige Hilfe erfolgt.

HIV alleine kann niemals das auslösen, was als Aids bezeichnet wird. Für eine Entwicklung in Richtung Aids sind immer multifaktorielle Ursachen notwendig. Gegen alle diese Ursachen kann man etwas tun. Das betrifft auch HIV-Infizierte in Entwicklungsländern.

Wann endlich werden die Medien begreifen, daß alleine mit der permanenten falschen Verwendung des Begriffes „Aids-Test“ statt „HIV-Test“ unnötige Ängste verbreitet werden, die gerade viele Menschen davon abhalten dürften einen HIV-Test zu machen?

Zu dem Beitrag selbst ist auch meine Ansicht, daß es das Selbstbestimmungsrecht eines jeden Menschen bleiben muß, ob er einen HIV-Test macht oder nicht. Dies kann und darf nicht von „oben“ verordnet werden. Sicher hätte dies Vorteile für HIV-Positive, wenn sie frühzeitig von ihrer Infektion erfahren, bewußter damit leben und eher medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Eine solche Hilfe dürfte aber doch in den Entwicklungsländern nicht garantiert sein. Außerdem ist medizinische Hilfe alleine völlig unzureichend. Grundvoraussetzung sind eine gesunde Ernährung, gesundes Trinkwasser sowie eine gezielte Behandlung von jeglichen Dysregulationen, Symptomen und Krankheiten.

Selbst hierzulande erhalten zwar HIV-Positive und Aids-Kranke antiretrovirale Medikamente. Eine Vorbeugung oder gar Behandlung der damit verbundenen häufigen Nebenwirkungen und Folgekrankheiten mit naturheilkundlichen Präparaten und Therapien ist aber für gesetzlich Versicherte nicht möglich. Erst wenn weitere durch die Medikamente verursachte Krankheiten auftreten wird zusätzliche Chemie verabreicht, die oftmals wiederum zu weiteren Problemen führt.




Zuletzt bearbeitet von administrator am Do 20 Dez, 2007 11:33 am, insgesamt einmal bearbeitet
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