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BeitragVerfasst: Mi 11 Jan, 2006 12:21 am  Titel:  Lipodystrophie/Lipoatrophie Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Lipodystrophie: Gefahr erkannt, aber auch gebannt?

Mittlerweile gibt es genügend Befunde, die nahe legen, daß d4T (Zerit) das hauptverantwortliche Medikament für viele Symptome der Lipodystrophie ist, vor allem für den Fettschwund im Gesicht, am Gesäß und an Armen und Beinen.

Deshalb wird Zerit auch kaum mehr eingesetzt. Auch AZT kann, vor allem bei langfristiger Anwendung, bei einem Teil der Patienten ähnliche Veränderungen hervorrufen, vermutlich deshalb, weil im Körper etwa ein Drittel des ART in d4T umgewandelt wird. Neuere Substanzen wie Abacavir (Ziagen), Tenofovir (Viread) oder Emtricitabine (Emtriva), aber auch das altbewährte Epivir wurden bisher nicht mit der Entwicklung einer Lipodystrophie in Zusammenhang gebracht. Für Videx ist die Datenlage noch nicht klar – zumindest im Laborversuch an isolierten Zellen hat es ähnliche Effekte wie d4T.

Doch manchmal hat man keine große Wahl – z.B. aus Resistenzgründen. Hier könnte eine Nahrungsergänzung mit Uridin vielleicht der Entwicklung einer Lipodystrophie vorbeugen. Erste Daten aus einer (zugegebenermaßen recht kleinen) Studie zeigten, daß Patienten, die AZT oder d4T einnahmen, bei gleichzeitiger Einnahme eines uridinhaltigen Nahrungsergänzungsmittels über drei Monate Fett an Armen und Beinen hinzugewannen, ohne Uridin fand sich keine Veränderung. Wenn sich diese Ergebnisse in weiteren Studien bestätigen lassen, wäre dies eine Möglichkeit, der Entwicklung der entstellenden Lipodystrophie vorzubeugen.

(Sutinen, „Uridine for the treatment of HAART-associated lipodystrophy – a randomized, double-blind, placebo-controlled trial”, Abstract PE9.8/8, 10th EACS 2005, Dublin)

Quelle: Projekt Information Nr. 6/2005




Zuletzt bearbeitet von administrator am Di 08 Jan, 2008 2:56 pm, insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragVerfasst: Mi 11 Jan, 2006 12:22 am  Titel:  Umkehrung der Lipoatrophie im Gesicht Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Umkehrung der Lipoatrophie im Gesicht nach Umstellung von Stavudin oder AZT auf Abacavir oder Tenofovir

9.11.05

Ein durch Stavudin (d4T/Zerit) oder AZT (Retrovir) induzierter Fettverlust im Gesicht kann innerhalb von 48 Wochen nach Umstellung auf Abacavir (Ziagen)oder Tenofovir (Viread) umgekehrt werden.

Dr. Paul Benn vom London's Mortimer Market Center präsentierte auf dem 7. International Workshop on Adverse Drug Reactions and Lipodystrophy in HIV Resultate einer Substudie von RAVE, einer Britischen Studie, in der die Effekte einer Umstellung von Stavudin oder AZT auf Abacavir oder Tenofovir bei Probanden mit nicht nachweisbarer Viruslast untersucht wird.

Für die Studie wurden 47 Patienten rekrutiert, 24 erhielten Abacavir (Ziagen), 23 Tenofovir (Viread). Ein Laser Imaging System wurde benutzt um die Gesichtskonturen an Wangen und Stirn zu 'kartografieren'. Zwei Drittel der Probanden nahmen vor der Umstellung Stavudin, ein Drittel AZT.

Nach 48 Wochen im neuen Regime konnte bei 68 Prozent der Probanden der Fettverlust in den Wangen umgekehrt oder zumindest gestoppt werden. Die durchschnittliche Zunahme des Fettvolumens in den Wangen war vergleichbar mit jenem Kollagenvolumen, das Kontrollprobanden injiziert bekamen.

Die Veränderung der Konturen im Stirnbereich waren insignifikant.

© 2005 www.medaustria.at

Quelle: Improvements in facial lipoatrophy at 48 weeks following
substitution of a thymidine analogue with tenofovir (TDF) or abacavir
(ABC): a randomised, open label study in people with lipoatrophy and
virological suppression on HAART. Antiviral Therapy 10: L7, 2005.
http://www.medaustria.at/cgi-bin/closed/pan_news.cgi?a:1132153833
(chi)


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BeitragVerfasst: Di 07 Feb, 2006 12:51 am  Titel:  Uridin-Spiegel bei Patienten mit "d-Drugs" Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Uridin-Spiegel bei Patienten mit „d-Drugs“

In Projekt Information Nr. 4/2005

Fettumverteilungsstörungen („Lipodystrophie“) sind für viele Patienten derzeit die gefürchtesten Langzeitnebenwirkungen, vor allem, weil sie durch das veränderte Erscheinungsbild des Körpers zu einer Stigmatisierung führen. Man vermutet, daß eine Schädigung der Mitochondrien („Kraftwerke“ unserer Körperzellen) für diese Nebenwirkung verantwortlich sein könnte.

Aus Laborexperimenten weiß man, daß vor allem die „d-Drugs“ ddC (Hivid), ddI (Videx) und d4T (Zerit) eine Schädigung der Mitochondrien verursachen können.

Derzeit laufen mehrere Untersuchungen, um Substanzen zufinden, mit denen sich die Störung der Mitochondrienfunktion wieder beheben oder zumindest abmildern läßt.

Ein aussichtsreicher Kandidat hierfür ist die körpereigene Substanz Uridin.

Forscher fanden nun, daß bei Patienten, die mit „d-Drugs“ behandelt wurden, die Uridinmenge im Blut geringer war als bei Patienten, die keine „d-Drugs“ einnahmen. Nun müssen weitere Untersuchungen klären, ob dieser Uritinmangel tatsächlich etwas mit der Entwicklung der Lipodystrophie zu tun hat oder ob es sich hierbei um ein zufälliger Ergebnis handelt.

Kommentar

Für mich erstaunlich, daß Projekt Information hier noch im Jahre 2005 von „Vermutung“ der Schädigung der Mitochondrien spricht.

Auszug aus meinem Leserbrief von Februar 2000 in Queer, der sich auf einen Artikel über den Europäischen Aids-Kongreß in Lissabon vom Oktober 1999 bezieht:

Interessant, daß die von HIV-kritischen Ärzten seit Jahren beschriebene schädliche Langzeitwirkung der „Aids-Medikamente“ hinsichtlich der Mitochondrien jetzt als Erkenntnis der Schulmedizin bestätigt wird. „Die Protease-Inhibitoren werden nicht mehr allein für die häufigen Fettumverteilungsstörungen verantwortlich gemacht. Vielmehr scheinen alle antiretroviralen Medikamente mehr oder minder in den Stoffwechsel der Zellorganellen (Mitochondrien) einzugreifen mit der möglichen Spätfolge eines sogenannten Lipodystrophie-Syndroms.“

Ich kann zumindest auf eine HIV-Patientin bezogen sagen, daß sie einen normalen Uridin-Spiegel hat, aber trotzdem eine Lipodystrophie/ Lipoatrophie. M.E. spielt hier das Fehlen diverser die Mitochondrien schützender Mikronährstoffe eine Rolle. Diese Faktoren werden aber erfahrungsgemäß meist weder untersucht noch therapiert, noch wird vorbeugend etwas getan.

Ob das jetzt angepriesene NucleomaxX alleine bei allen betroffenen Patienten eine Lipodystrophie korrigieren kann halte ich für sehr fraglich.


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BeitragVerfasst: Mo 01 Mai, 2006 5:33 pm  Titel:  Lipoatrophie: Zusammenhang mit Aktivität des Nervensystems? Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Lipoatrophie: Zusammenhang mit Aktivität des Nervensystems?

In Projekt Information Nr. 2/2006

Eine kleine holländische Studie zeigte, daß HIV-positive Patienten mit Fettverlust als Nebenwirkung der HIV-Therapie höhere Gehalte des Neurotransmitters Noradrenalin in ihrem Fettgewebe aufweisen. Noradrenalin gehört zu den Substanzen, die Erregungen im Nervensystem weiterleiten. Die Wissenschaftler glauben, daß das ein Hinweis auf den Zusammenhang von Lipoatrophie und Veränderungen in der Aktivität des Nervensystems sein könnte.

Bereits Ende 2003 beschrieb dieselbe Ärztegruppe ihre Hypothese in „The Lancet“, daß antriretrovirale Medikamente die Körperfettumverteilung durch ihre Wirkung auf das unbewußte autonome (vegetative) Nervensystem verursachen könnten. Sie vermuteten, daß die Lipoatrophie durch eine Überaktivität einer Komponente des autonomen Nervensystems in Fettvorräten unter der Haut vrursacht wurde. Das könnte zu einem Einschmelzen des Fettgeswebes unter der Haut führen, wohingegen andere Typen von Fett unbeeinflußt blieben.

In dieser Studie wurden nun die Aktivität des autonomen Nervensystems und die Werte der Hauptsignalsubstanz Noradrenalin in Fett und Muskeln von HIV-Patienten mit Fettumverteilung gemessen. Sie verglichen die Messungen mit Werten von sieben HIV-negativen Probanden und sieben HIV-positiven, therapienaiven Patienten. Die Noradrenalingehalte zeigten einen Trend zu höheren Werten in Muskeln und Fett der Patienten mit Lipoatrophie als bei der HIV-negativen Gruppe. Bei dem Verhältnis der Noradrenalinwerte im Vergleich von Fett zu Muskeln wurde ein signifikant höheres Verhältnis der Noradreanalinwerte im Vergleich von Fet zu Muskeln wurde ein signifikant höheres Verhältnis bei den Patienten mit Lipoatrophie gefunden. Die HIV-positiven Patienten ohne Lipoatrophie hatten ähnliche Noradrenalinwerte wie die HIV-negative Kontrollgruppe. Es wurden jedoch keine Angaben zum Verhältnis der Noradrenalinwerte für diese Patientengruppe angegeben.

Die Ärzte konnten keine Unterschiede in der Gesamtkörperaktivität des vegetativen Nervensystems durch Messung des Blutdrucks und Herzfrequenz erkennen. Sie stellten zusätzlich fest, daß die Aktivität der autonomen Nerven, die zu den Beinen führen, niedriger bei den Patienten mit Lipoatrophie als bei den beiden anderen Gruppen war. Es wurde jedoch nicht die Aktivität von Nerven, die auf das Fettgewebe zielen, gemessen. Es sind mehr Forschungen erforderlich, um zu prüfen, ob Veränderungen in der Aktivität der Nerven, die auf das Fettgewebe zielen, bei den Patienten mit Lipoatrophie auftreten und ob diese Veränderungen mit Wirkungen von antiretroviralen Substanzen im Gehirn zusammenhängen.

Quelle: Chris Gadd, Study finds evidence linking fat loss to the activity of the nervous system, aidsmap.com, 03/15/2006


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BeitragVerfasst: Mo 31 Jul, 2006 10:14 pm  Titel:  Cholesterinsenker gegen Lipodystrophie Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Cholesterinsenker gegen Lipodystrophie?

Neue Hoffnung: Cholesterinsenker gegen Lipodystrophie?

In Projekt Information Nr. 3/2006

Die Lipodystrophie, also das Verschwinden von Fettgewebe (vor allem im Gesicht, am Po und an Armen und Beinen) oft in Verbindung mit vermehrtem Eingeweide-Fettgewebe, ist für viele HIV-Infizierte die psychisch am stärksten belastende Nebenwirkung der Behandlung. Mittlerweile glaubt man zwar zu wissen, welche Medikamente vorwiegend für diese Begleiterscheinung verantwortlich sind, aber für Patienten, die schon eine Lipodystrophie haben, ist das kein Trost.

Da mit den körperlichen Veränderungen meist auch eine Störung des Stoffwechsels der Blutfette einhergeht, untersucht eine australische Arbeitsgruppe, ob eine Behanedlung mit einem Cholesterinsenker einen positiven Einfluß hat. Wenig überraschend war, daß sich durch dieses Medikament die Blutfette günstig beeinflussen ließen (wenn auch nicht so stark, wie erwartet). Völlig unerwartet war aber das Ergebnis, das innerhalb von nur 12 Wochen auch das Unterhautfettgewebe wieder deutlich zunahm.

Für diese Studie wurden 33 Männer (mittleres Alter 48 Jahre) ausgewählt, die eine stabile antiretrovirale Therapie hatten und einen erhöhten Cholesterinspiegel (>6,5 mmol/l, entspricht >250 mg/dl) aufwiesen. Von diesen Studienteilnehmern hatten nach Einschätzung der Ärzte 20 eine Lipoatrophie (Verlust an Unterhautfettgewebe). Die Patienten wurden zufällig auf zwei Gruppen aufgeteilt. Beide Gruppen erhielten für die Dauer der Studie von 16 Wochen Diätempfehlungen. Eine Gruppe bekam nach vier Wochen zusätzlich einen Cholesterinsenker (Pravastatin, 40 mg/Tag), die andere Gruppe ein entsprechendes Scheinmedikament (Plazebo).

Ergebnisse

Während der Studiendauer behielten alle Patienten ihre antiretrovirale Therapie bei. CD4-Zellzahl und Viruslast blieben konstant.

Das Cholsterin war in der Pravastatin-Gruppe um 11 % gefallen im Vergleich zur Plazebo-Gruppe. Das ist eine geringere Senkung, als aus Studien an Nicht-HIV-Infizierten bekannt war. Allerdings gab es schon vorher die Vermutung, daß Cholesterinsenker gerade bei HIV-Patienten, die Ritonavir (Norvir und in Kaletra) haltige Proteasehemmerkombinationen einnehmen, schwächer wirken.

Die eigentliche Überraschung aber war die Veränderung der Fettmasse der Patienten.

Änderung nach 12 Wochen:
Gesamtfettmasse + 1,03 kg (Plazebo -0,09 kg)
Fett an Armen und Beinen + 0,72 kg (Plazebo + 0,19 kg)
Fett am Körperstamm + 0,25 kg (Plazebo – 0,25 kg)

Diese Veränderungen wurden mit vergleichsweise genauen Röntgenmethoden (CT und DEXA-Scan) bestimmt.

Es wurde allerdings kein Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Cholesterinsenkung und der Fettzunahme gefunden.

Die Autoren geben zwar zu bedenken, daß die Studie sehr klein war, dennoch war das Ausmaß des Fettzugewinns nach nur 12 Wochen Studiendauer deutlich größer als in den bisher erfolgreichsten „Umstellungsstudien“, bei denen die mit der Lipodystrophie in Verbindung gebrachten Medikamente durch andere ersetzt worden waren. So wurde beispielsweise in der MITOX-Studie nur eine Zunahme von 0,39 kg Fett in der Gruppe der umgestellten Patienten beobachtet.

Nach diesem genauso unerwarteten wie erfreulichen Ergebnis fordern die Autoren größere Studien zum Einsatz von Cholesterinsenkern bei HIV-Patienten, zum einen, um das möglicherweise erhöhte Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch eine Senkung des Cholesterins zu verringern, zum anderen aber auch um einen eventuellen günstigen Einfluß auf eine Lipodystrophie genauer zu untersuchen.

Quelle. Mallon et al.: „Effect of pravastatin on body composition and markers of cardiovascular disease in HIV-infected men – a randomized, plazebo-controlled study“ Aids 2006,20:1003-1010

Kommentar

1. Sowohl über zielgerichtete gesunde Ernährung wie auch spezielle Nahrungsergänzungsmittel kann man einer Lipodystrophie/Lipoatrophie entgegenwirken.

2. Cholesterinsenker sollten mit Vorsicht eingesetzt werden, weil sie auch erhebliche Nebenwirkungen verursachen, zu schnellen und schweren Komplikationen führen können (man erinnere sich an Lipobay).

3. Ein Patient, der nach 18 Jahren HIV-Infektion seit exakt 2 Jahren die Kombi einnahm bekam einen Herzinfarkt, obwohl kein einziger Wert vom Lipidstoffwechsel dazu einen Anlaß gab und auch kein einziger Risikofaktor vorlag. Es waren vorher sogar mehrere diesbezügliche Laborparameter untersucht worden, die gewöhnlich nicht prophylaktisch von Schwerpunktärzten untersucht werden. Der Patient hatte weder eine familiäre Disposition noch aktuellen Streß, der ursächlich hätte sein können. Und nach Ansicht des Schwerpunktarztes kann auch die kurze Dauer der Kombi nicht ursächlich sein.

4. Nach 4 Wochen konventioneller Therapie einschließlich des Cholesterinsenkers Simvastatin 40 explodierten die Leberwerte sowie der CK-Wert und auch der CK-MB-Wert (Herzmuskelzellen) war stark erhöht (CK= Kreatininkinase = Untergang von Muskelzellen). Der Patient hatte zu dieser Zeit starke zunehmende Muskelbeschwerden in den Oberarmen.

Dies wurde erst anläßlich der Untersuchung zur bevorstehenden Entlassung aus der Rehaklinik festgestellt. Weder die erstbehandelnden Klinikärzte, noch der Schwerpunktarzt, noch die Ärztinnen der Rehaklinik hatten den Patienten im Vorfeld auf derart mögliche Nebenwirkungen aufmerksam gemacht. Der Cholesterinsenker wurde sofort abgesetzt.

5. Bei nicht rechtzeitigem Erkennen hätten sich aufgrund des hohen CK-Wertes kurzfristig starke Nierenprobleme bis hin zu Nierenversagen entwickeln können.

6. Der Patient nimmt jetzt biologische Lipidsinker, die allerdings von der gesetzlichen Kasse nicht bezahlt werden. Stattdessen zahlen die Kassen lieber durch Chemie ausgelöste Folgekrankheiten, die in der Regel weit mehr kosten.

7. Aus meiner Sicht können daher Lipidsenker zur Besserung einer Lipodystrophie/Lipoatrophie nur eine "Notlösung" sein oder allenfalls dann unter strenger und regelmäßiger Untersuchung in kurzen Abständen eingesetzt werden, wenn der Zustand bereits weit fortgeschritten ist und/oder eine Rückbildung mit biologischen Strategien nicht mehr wahrscheinlich ist.

8. In solchen Fällen sollte der Patient zwingend ausführlich über alle möglichen Nebenwirkungen aufgeklärt werden, damit er sich ggf. sofort an den behandelnden Arzt wenden und/oder notfalls das Präparat in eigener Verantwortung frühzeitig absetzen kann.


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BeitragVerfasst: Mo 09 Okt, 2006 9:18 pm  Titel:  Ritonavir verursacht Lipoatrophie bei männlichen Mäusen Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ritonavir verursacht Lipoatrophie bei männlichen Mäusen

In Projekt Information Nr. 1/2004

„Auch wenn man sich immer vergegenwärtigen muß, daß man tierexperimentelle Daten nicht einfach auf den Menschen übertragen kann, haben solche Experimente doch oft den Anstoß dazu gegeben, das entsprechende Thema auch beim Menschen genauer zu untersuchen.

So fand eine Arbeitsgruppe, bei männlichen Mäusen, die mit Ritonavir (Norvir) und Bestandteil von Kaletra) behandelt wurden, Veränderungen, wie man sie auch bei HIV-Infizierten unter einer hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) finden kann:
Bei weiblichen Tieren waren die Fettdepots im Bereich der Eierstöcke reduziert, während bei männlichen Tieren die Blutfette (Triglyzeride) erhöht waren und das gesamte Fettgewebe des Körpers verringert war.

Versuchsweise verabreichte man den männlichen Tieren Medikamente, die beim Menschen zur Behandlung von Triglyzeriderhöhungen eingesetzt werden (Gemfibrozil) bzw. zur Behandlung von Zuckerstoffwechselstörungen (Rosiglitazone). Keines der beiden Medikamente konnte die Erhöhung der Triglyzeride oder die Fettabnahme bessern. Im Gegenteil: Gemfibrozil verstärkte die Fettabnahme noch weiter. Scheinbar blockiert Ritonavir zum Teil die Wirkung dieser Medikamente.“

Quelle: Aids Res Hum Retroviruses. 2003 Dec ; 19 (12) : 1141-50


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BeitragVerfasst: Fr 02 März, 2007 2:26 am  Titel:  Wenn HAART die Fettpolster verändert Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Wenn HAART die Fettpolster verändert: Chirurgen besiegen Lipodystrophie

FRANKFURT – Wenn unter der lebensrettenden HAART Fettgewebe im Gesicht schwindet oder sich ein sog. Stiernacken bildet, leiden die Patienten psychisch. Aber das stigmatisierende Fettverteilungsmuster kann beseitigt werden, ohne die erfolgreiche Behandlung der HIV-Infektion zu gefährden.

im Jahr 1995 verbesserte sich die Prognose der HIV-Infektion und das Überleben der Patienten. Damit rücken die Nebenwirkungen der Langzeittherapie immer mehr in den Vordergrund. 40 bis 50 % der Kranken entwickeln eine abnorme Fettverteilung am Körper. Im Gesicht ist die Lipoatrophie noch häufiger, erklärte Dr. Marianne Wolters von der Gemeinschaftspraxis für Plastische Chirurgie in Frankfurt am Main gegenüber Medical Tribune.

Während sich am Körperstamm Fett ansammelt, kommt es an den Extremitäten und am Gesäß zur Atrophie. Die Fettablagerungen z.B. im Nacken können steinhart werden. Sie drücken immer wieder auf Nerven, führen zu Sensibilitätsstörungen oder starken Schmerzen. Therapiert wird meist mittels Liposuktion. Bei weichem Fett kann man die herkömmliche Fettabsaugung anwenden, bei hartem Fett eignet sich die Ultraschall-assistierte Liposuktion. Dabei wird das fibröse Fett vor dem Absaugen verflüssigt. Danach tragen die Patienten bis zur kompletten Abschwellung spezielle Kompressionskleidung.

Weniger körperliche Beschwerden, aber schwere psychische Beeinträchtigung bringen die Veränderungen im Gesicht. Während der Hals oft zusehends dicker wird, verschwindet das Fett an den Wangen und Schläfen und gibt dem Kranken das stigmatisierende „HAART-Gesicht“. Im Gegensatz zu den Fettverschiebungen am Stamm, die sich lange mit Kleidung kaschieren lassen, sind die Gesichtsveränderungen rasch sichtbar.

Für die Behandlung stehen entweder die Eigenfetttransplantation oder eine Gewebeaugmentation mit Hyaluronsäure bzw. Polymilchsäure zur Verfügung. Die Eigenfetttherapie ist nur bei den Patienten möglich, die genügend Fettgewebe haben. Die Gewinnung, Aufbereitung und Reinjektion sind jedoch aufwendig und bedürfen oft einer Vollnarkose. Im Anschluss folgt eine lange Rekonvaleszenz. Die Effekte halten dann aber ein bis zwei Jahre an.

Die Vorteile der Hyaluronsäure bestehen in guten Sofortergebnissen. Je nach Ausmaß der Erkrankung sind mehrfache Sitzungen nötig. Allerdings ist das Material vollständig biodegradierbar, so dass alle acht bis zwölf Monate nachbehandelt werden muss. Verwenden die plastischen Chirurgen ein Milchsäureprodukt, braucht der Patient dagegen ein wenig Geduld. Durch diesen Füller wird in vier bis sechs Behandlungen alle sechs bis acht Wochen die Vermehrung der Kollagenfasern angeregt. Der Erfolg hält dann 1,5 bis zwei Jahre an.

SK

http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dssid=4170&dsmid=74452&dspaid=580441


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BeitragVerfasst: Sa 17 März, 2007 12:59 am  Titel:  Mehr Lipoatrophie unter Efavirenz? Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Mehr Lipoatrophie unter Efavirenz?

In der großen Studie ACTG 5142 war Efavirenz (EFV) dem geboosterten Lopinavir (LPV/r) in der Initialtherapie hinsichtlich der Wirksamkeit überlegen, doch der periphere Fettverlust war unter diesem Regime stärker ausgeprägt.

In der Studie ACTG 5142 wurden therapienaive Patienten entweder mit EFV + 2 NRTI oder LPV/r + 2 NRTI oder EFV + LPV/r. Nach 48 Wochen war die Viruslast unter einem EFV-basierten Regime bei signifikant mehr Patienten unter der Nachweisgrenze (<50 Kopien/ml) als unter einem LPV/r-basierten. Nach 96 Wochen wurde allerdings bei 32% der Efavirenz-Patienten eine Lipoatrophie beobachtet im Vergleich zu lediglich 17% unter Lopinavir/r, definiert als >20% Verlust an peripherem Fett im DEXA. Selbst nach Adjustierung für den NRTI-Backbone war das Lipoatrophie-Risiko unter Efavirenz doppelt so hoch wie unter Lopinavir/r.

Subanalyse Backbone: In der Studie standen als Backbone die NRTI Lamivudin (3TC), Tenofovir (TDF) und Stavudin (d4T extended release, Entwicklung eingestellt) zur Verfügung. Tenofovir war erwartungsgemäß mit dem geringsten, Stavudin mit dem höchsten Risiko assoziiert. Am seltensten war die Lipoatrohie, wenn gar kein NRTI eingesetzt wurde, nämlich im EFV+LPV/r-Arm (9%).

Blutfette: Dieses NRTI-freie Regime hatte allerdings wiederum den ungünstigsten Einfluss auf die Triglyceride, gefolgt von Lopinavir/r + 2 NRTI. Gesamtcholesterin und HDL-Cholesterin wurden von Efavirenz bzw. Lopinavir/r plus 2 NRTI gleichermaßen erhöht.

Quelle: Haubrich R et al, Abstr 38, 14th CROI 2007, Los Angeles
HIV & More vom 12. März 2007

Erläuterungen


EFV-Efavirenz = Sustiva
LPV/r-Lopinavir/Ritonavir = Kaletra
TDF-Tenofovir = Viread
d4T-Stavudin = Zerit


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BeitragVerfasst: So 07 Okt, 2007 11:15 pm  Titel:  Bei Lopinavir (Kaletra) ist Lipoatrophie eher selten Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Bei Lopinavir ist Lipoatrophie eher selten

Frankfurt am Main - Ein Verlust des subkutanen Fettgewebes im Gesicht, an Armen, Beinen und Gesäß ist mit manchen Therapien gegen HIV assoziert. Diese belastenden Effekte sind bei dem verstärkten Proteasehemmer Lopinavir (Lopinavir/r) seltener als beim Nicht-Nukleosid-Analogon (NNRTI) Efavirenz.

Die Auswertung der metabolischen Parameter der multizentrischen, offenen Studie ACTG (Aids Clinical Trial Group) 5142 hat Dr. Stephan Klauke aus Frankfurt am Main bei einer Veranstaltung von Abbott in Frankfurt am Main vorgestellt. Sie hat ergeben, dass eine Lipoatrophie bei dem mit Ritonavir verstärkten Protease-Hemmer (PI) Lopinavir/r (LPV/r; Kaletra®) seltener auftritt als mit dem NNRTI Efavirenz (EFV).

In der Studie erhielten 753 bisher nicht behandelte Patienten 96 Wochen lang LPV/r oder EFV mit je zwei NRTI oder die NRTI-sparende Therapie LPV/r/ EFV. In der EFV-Gruppe trat bei 32 Prozent eine Lipoatrophie auf, in der LPV/r-Gruppe bei 17 Prozent und in der LPV/r/EFV-Gruppe bei 9 Prozent. Lipoatrophie war definiert als über 20 Prozent Verlust an Extremitätenfett.

Klauke wies darauf hin, dass der Unterschied unabhängig von den NRTI d4T, AZT und Tenofovir war. Die Raten einer Lipoatrophie waren am geringsten, wenn keines der Thymidin-Analoga, dafür aber Tenofovir in der Therapie enthalten war. Die Studie hat begonnen, als noch generell Thymidin-Analoga in der Erst-Therapie verwendet wurden. Inzwischen geschehe das nur noch in Ausnahmen, so Klauke.

Ärzte-Zeitung vom 27. September 2007


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BeitragVerfasst: Sa 08 Dez, 2007 7:46 pm  Titel:  Releasing-Faktor befreit HIV-Patienten von Lipodystrophie Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Releasing-Faktor befreit HIV-Patienten von Lipodystrophie

Boston – HIV-Patienten, die unter der antiretroviralen Therapie eine Lipodystrophie entwickeln, dürfen auf ein Medikament hoffen, das nicht nur ihrem Aussehen zugute kommt. Nach den Ergebnissen einer Phase-III-Studie im New England Journal of Medicine (2007; 357: 2359-2370) beseitigt ein synthetischer Releasing-Faktor für das Wachstumshormon (wenigstens teilweise) auch die nachteiligen Folge der Lipodystrophie auf den Stoffwechsel.

Die Lipodystrophie ist in erster Linie eine Nebenwirkung der Protease-Inhibitoren, die das Rückgrat der hoch aktiven antiretroviralen Therapie bilden. Bei den Patienten schwindet das Fettgewebe an den Extremitäten, um am Abdomen (aber auch in Leber und inneren Organen) zu akkumulieren. Außerdem kommt es zu Fettstoffwechselstörungen und einer Insulinresistenz. Es hat in der Vergangenheit nicht an Versuchen gefehlt, diese Lipodystrophie zu beheben.

Die besten Ergebnisse wurden dabei mit Wachstumshormonen erzielt. Dieses Hormon kann zwar die äußeren Aspekte der Lipodystrophie beheben, sie hat jedoch zahlreiche Nebenwirkungen, zu denen auch eine Verschlechterung der Glukosetoleranz gehört. Diese Nachteile lassen sich jedoch vermeiden, wenn statt des Wachstumshormons sein Releasing-Hormon eingesetzt wird. Die Freisetzung des Wachstumshormons im Hypophysenvorderlappen unterliegt einer Kontrolle durch den Hypothalamus, der das Eiweiß GHRH (Growth Hormon Releasing Hormon) freisetzt. Eine synthetische Variante dieses Hormons, das aber weniger schnell im Blut abgebaut wird und deshalb länger wirkt, ist Tesamorelin.

Nachdem zwei kleinere Studien (JAMA 2004; 292: 210-8 und AIDS 2005; 19: 1279-87) eine günstige Wirkung gezeigt hatten, wurden an 43 Zentren in den USA und Kanada 412 Patienten über 6 Monate behandelt.
Tesamorelin reduzierte die viszeralen Fettablagerungen um 15 Prozent, während sie in der Placebo-Gruppe um 5 Prozent zunahmen. Auch die Lipidwerte besserten sich: Das Verhältnis von Gesamtcholesterin zu HDL-Cholesterin sank um 0,31, während es im Placebo-Arm der Studie um 0,21 zunahm.

Da Tesamorelin den Glukosestoffwechsel nicht stört und auch keine wesentlichen Komplikationen unter der Therapie auftraten, ist die Gruppe um Steven Grinspoon von der Harvard Medical School in Boston zuversichtlich, dass das Medikament zugelassen wird. Im Oktober 2007 stellten die Forscher auf dem Europäischen Aids-Kongress in Madrid auch Daten aus der Nachbeobachtungszeit nach dem Ende der Studie vor. Danach hatten die guten Ergebnisse auch nach 52 Wochen Bestand.

Die Zulassungsbehörde FDA hat indes die Hürde für eine Zulassung erhöht. Sie fordert eine weitere Phase-III-Studie, um letzte Zweifel an der Sicherheit des Medikaments auszuräumen, für das sich nach der Zulassung sicherlich nicht nur HIV-Patienten interessieren dürften. Denn die Lipodystrophie ist im Prinzip nur die Extremvariante der in der Bevölkerung sehr verbreiteten viszeralen Adipositas und des sie begleitenden metabolischen Syndroms.

Abstract der Studie
Deutsches Ärzteblatt vom 6. Dezember 2007


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BeitragVerfasst: Do 31 Jan, 2008 3:59 pm  Titel:  Retrovirus-Bulletin Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Das HIV-assoziierte Lipodystrophie-Syndrom

In Retrovirus Bulletin Nr. 4, 2006
Prof. Dr. Georg M.N. Behrens
Institut für Klinische und molekulare Virologie der Universität Erlangen-Nürnberg

Klinische Charakteristika

Das HIV-assoziierte Lipodystrophie-Syndrom ist klinisch durch einen variabel ausgeprägten Verlust subkutanen Fettgewebes vor allem im Gesicht, am Gesäß und an den Extremitäten charakterisiert. Beobachtet werden außerdem absolute oder relative Akkumulationen von viszeralem Fettgewebe. Nicht selten kommt es auch zu einer Verfettung der Muskulatur und Leber. Atypische Fettpolster im dorsozervikalen Bereich (sog. Stiernacken) oder‚ buffalo hump’), wie sie vor allem Ende der 1990er Jahre während der Therapie mit Proteaseinhibitoren beschrieben wurden, sind unter den neuen Therapiekombinationen deutlich seltener zu beobachten. Wahrscheinlich sind die klinischen Komponenten des Lipodystrophie-Syndroms – Lipoatrophie und zentrale Adipositas – Ausdruck unabhängiger pathogenetischer Prozesse.

mehr unter
http://www.helferzelle.de/wil/kb.php?mode=article&k=261


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BeitragVerfasst: Mo 04 Aug, 2008 7:54 pm  Titel:  (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Lipoatrophie und Lipodystrophie sind eindeutig werden nicht von HIV, sondern von der HAART verursacht.

Auf dem diesjährigen AIDS-Kongress in Mexico war auch dies ein Thema, da bis zuletzt noch immer die Behauptung von HIV-Behandlern aufgestellt wird, dass HIV selber eine Fettstoffwechselstörung mit der Folge der Lipoatrophie - Fettumverteilung - herbeiführt.

Jetzt ist abe eindeutig klar: HIV verursacht dies nicht, sondern die HAART, ganz gleich welche man einnimmt.

http://www.aids2008.org/Pag/Abstracts.aspx?SID=220&AID=241

Bei Patienten mit Fettstoffwechselstörung und Fettumverteilung liegt immer eine mtRNA und mtDNA-Minderung vor. Diese wird für die Fettumverteilungsstörung verantwortlich gemacht, da diese bei allen Patienten unter HAART vorliegt. Bei Patienten ohne HAART gibt es keine mtRNA-mtDNA-Verminderung, so dass nunmehr klar ist, HIV verursacht bzw. begünstigt dieses nicht.

Natürlich ist unter Combivir oder Videx und Zerit mit Epivir dies am stärksten zu sehen, unter Truvada und und Kivexa seltener, aber auch.


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BeitragVerfasst: Mo 04 Aug, 2008 8:28 pm  Titel:  (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Lipoatrophie/Lipodystrophie unter Reyataz/Norvir Vs. andere PI/norvir

Lange Zeit sah es so aus, als sei Azatanavir/r (Reyataz mit Norvir geboostert) die Rettung für Leute mit unter PI-haltiger HAART entwickelter Fettstoffwechselstörung und Fettumverteilung.


Diese Studie

http://www.aids2008.org/Pag/Abstracts.aspx?SID=220&AID=4171

zeigte nach 48 Wochen, dass in der Gruppe mit 131 ATV/r behandelten das Hüftgold ebenso zunahm, wie unter anderen PI/r. 72 % der anderen PI/r waren Kaletra-User, das ja in Verdacht steht aufgrund eines ungünstiger Lipidwerte eine Fettstoffwechselstörung stärker zu begünstigen.

Aber auch das wurde nicht bestätigt. Auch in der Kaletra-Gruppe (LPV/r) (ca.50 Teilnehmer) gab es keine Zunahme des Hüftgoldes und auch ein Wechsel auf ATV/r (Reyataz/norvir) reduzierte das bereits entstandene Hüftgold nicht. Es gab auch keinen signifikanten Unterschied in den Triglyceriden und Cholesterin und Cholesterol-werten.

Allerdings gabs unter den anderen PI/r Kombis eine bessere CD 4 Entwicklung, als unter Reyataz/norvir.

Bislang einziger Vorteil von Reyataz ist, dass man es nur einmal täglich einnehmen muss, die anderen 2 x täglich. Aber bei Kaletra gibts auch schon vielversprechende Studien, die zeigen, dass 1 x täglich Kaletra auch ausreicht, dann natürlich in doppelter Dosis, also 2 x 2 Kaletra auf einmal = 800 mg Lopinavir und 200 mg Norvir.

Das Ergebnis:

Virologisch sind beide Therapien gleich stark, selbst bei über 100.000 VL und durchschnittlich 215 CD 4. Resistenzen entwicklen sich auch nicht gleich wenig unter der 1 x Gabe. Verträglichkeit war gleich bzw. gleich oft traten Durchfälle auf. Das Lipidprofil war vergleichbar. Es gab auch keinen Unerschied, ob die Kaletra-Tablette oder die Softgelkapseln eingenommen wurden. Vorteil der Kaletra-Tablette: keine Kühlung notwendig.

www.hivandmore. Ausgabe 1/2008, Seite 50 ff.


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BeitragVerfasst: Fr 08 Aug, 2008 12:51 am  Titel:  Keine Besserung der Lipodystrophie durch Switch Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Keine Besserung der Lipodystrophie durch Switch

Ein Umstellen eines geboosterten Proteasehemmers auf Atazanavir/r führt nicht zur Besserung einer abdominellen Fettansammlung. Ebenso wenig kommt es nach Switch von Zidovudin/Lamivudin auf Tenofovir/Emtricitabin zur Zunahme des peripheren Fettes.

In der REAL-Studie wurden 169 Patienten mit einem erhöhten Bauchumfang und normalem Hüft-Bauch-Verhältnis entweder mit dem geboosterten Proteasehemmer (70% Lopinavir/r) weiterbehandelt oder auf Atazanavir/r umgestellt. Die Patienten waren im Mittel 24 Monate vorbehandelt. Ein Dexa-Scan 48 Wochen nach der Umstellung zeigte keinen signifikanten Unterschied im Bauchfett. Die Blutfette dagegen waren allerdings unter Atazanavir/r erwartungsgemäß signifikant besser.

In der spanischen RECOMB-Studie wurden 80 Patienten von Zidovudin/Lamivudin auf Tenofovir/Emtricitabin umgestellt. 84% nahmen als dritte Substanz ein NNRTI ein. Nach 24 Wochen zeigte sich beim Vergleich des peripheren Fettes kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen. Profitiert hatten allerdings Patienten mit starker Lipodystrophie zu Baseline. Die Dauer der vorherigen ZDV-Behandlung hatte dagegen keinen Einfluss auf die Fettzunahme unabhängig vom Ausgangswert.

Moyle G et al. Continuation of BID boosted PI vs switch to once-daily ATV/RTV for the management of lipodystrophy: 48 week primary analysis of the 96 week multicenter, open-label, randomized, prospective ReAL study. XVII International AIDS Conference, Mexico City, abstract MOPDB103, 2008.

Martínez E et al. Early improvement of limb fat content in patients switching from AZT/3TC to FTC/TDF (TVD): a 24 week interim analysis of the RECOMB trial. XVII International AIDS Conference, Mexico City, abstract MOPDB102, 2008.
HIV&More vom 5. August 2008


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BeitragVerfasst: So 19 Okt, 2008 1:39 pm  Titel:  Erholung des Fettabbaus durch Umstellung der ART? Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Erholung des Fettabbaus durch Umstellung der ART?

von Christine Gutmann

Die HIV-Therapie war früher oft mit einem ästhetisch störenden Abbau des Fettgewebes im Gesicht und an den Extremitäten verbunden (Lipoatrophie). Für diese Nebenwirkung sind die gewisse Nukleosid-Analoga (NRTI) verantwortlich. In einer interessanten Studie, dem NoNuke Trial, wurde untersucht, ob ein NRTI sparendes Konzept eine Änderung im subkutanen Fettgewebe bewirkt.

Die Ursache für die Lipoatrophie sind Nebenwirkungen der NRTI an den Mitochondrien, wobei die neueren NRTI (3TC, ABV, TDF) kaum noch Mitochondrien-schädigende Wirkungen zeigen. Neben der Lipodystrophie können die NRTI auch einige Stoffwechselstörungen, wie Diabetes oder ein vermindertes Ansprechen auf Insulin (Insulin-Resistenz) verursachen. Die Mitochondrien sind Energiebausteine der Zellen, daher kann ein Schaden diverse Konsequenzen haben, wie Laktatazidose (Anstieg von Milchsäure wegen Energiemangel im Gewebe), Nerven- und Leberschäden und weitere Symptome.

Die genannte Studie hat bei Personen mit Lipoatrophie untersucht, ob sich ein Jahr nach Absetzen der NRTI das Fettgewebe wieder erholen kann. Es wurden 100 Patienten rekrutiert, wovon 50 ihre Therapie fortsetzten und die anderen 50 eine Therapie ohne NRTI (meist Nevirapine oder Efavirenz) erhielten. Die Patienten waren durchschnittlich 6.6 Jahre unter Therapie. 71% wurden mit sog. Thymidin Analoga (Stavudine 37%, Zidovudin, 34%) behandelt. Die Dicke des Fettgewebes wurde mittels CT Untersuchung gemessen.

Veränderungen der Dicke des subkutanen Fettgewebes

Nach einem Jahr hatte die Gruppe ohne NRTI signifikant mehr Unterhaut-Fettgewebe (Differenz 34ml). Diese Erhöhung war am deutlichsten bei den Patienten, die zuvor mit Stavudin oder Zidovudin therapiert wurden. Das Unterhaut-Fettgebwebe ist von der Mitochondrialen Toxizität am stärksten betroffen.

Veränderung im abdominalen subkutanen Fettgewebe, bzw. viszeralem Fettgewebe:

Das abdominale subkutane Fettgewebe erhöhte sich ebenfalls signifikant. Hingegen zeigte sich beim viszeralen Fettgewebe ("Fettbauch") kein Unterschied in den beiden Gruppen.

Metabolische Veränderungen:

In der NRTI sparenden Gruppe fand sich ein signifikanter Anstieg der Triglycerid- (Blutfett-) Werte nach einem Jahr doch dieser Unterschied war nach 2 Jahren verschwunden. Der LDL Spiegel, der "ungünstige Anteil des Cholesterins", war nach 2 Jahren tiefer in der NRTI Gruppe, während das "gute" HDL-Cholesterin signifikant anstieg in der NRTI sparenden Gruppe. Auch der Glukosetoleranztest (Zuckerbelastung zur Früherkennung einer Insulinresistenz) war in Woche 48 waren in der NRTI sparenden Gruppe besser, es zeigte sich keine Änderung in den nüchtern Blutzuckerwerte.

Viral load und CD 4 Zellzahl:

Die Wirkung der Therapie (Virussuppression und Anstieg der CD4 Helferzellen) blieb bei beiden Gruppen stabil.

Nebenwirkungen

Elf schwere unerwünschte Ereignisse fanden sich im ersten Studienjahr; 2 in der NRTI Gruppe (Myokardinfarkt und arteriell Erkrankung, 9 in der NRTI sparenden Gruppe (Ovarialcarcinom, KHK, Perikarditis, Pneumonie, Malaria, Erhöhung der Transaminasen, Hypertriglyceridämie). Zehn schwerwiegende Zwischenfälle im zweiten Jahr: 2 in der NRTI Gruppe (Arthroplastie, Drogenkriminalität), 8 in der NRTI sparenden Gruppe (Hypertriglyceridämie, grippale Symptome, Pneumonie, HCV, HAV, Nephrolithiasis, Herpesvirusinfektion)

Diskussion:

Eine Erholung des subkutanen Fettgewebes ist durch einen Stop der NRTI Medikation möglich. In dieser Studie zeigte sich eine kontinuierliche Erhöhung des Fettgewebes von 12% nach einem Jahr, respektive 30% nach zwei Jahren. Der Gewinn an Fettgewebe war auf die Regionen beschränkt, wo vorgängig eine Lipoatrophie beobachtet wurde, d.h. an den Extremitäten und am Abdomen. Leider wird nicht erwähnt, wie es sich mit der Lipoatrophie im Gesicht verhält. Es kommt nicht zu einer Zunahme des viszeralen Fettgewebes, dies wurde auch mit einem stabilen BMI und Gewichtsverlauf dokumentiert.

Die Erholung des subkutanen Fettgewebes ist vor allem auch abhängig davon, wann die NRTI gestoppt werden. Sie sei am besten, wenn die NRTI im ersten Jahr gestoppt werden. Es wird aber auch betont, dass ABC und Tenofovir weniger Risiko einer Lipoatrophie haben.

Die deutlich erhöhte Anzahl an unerwünschten Nebenwirkungen erklären sich die Autoren damit, dass ein Wechsel eines "altbekannten" Therapie-Regimes häufig mit biologischen Nebeneffekten behaftet ist.

Wichtig ist die Tatsache, dass es bei optimal supprimierter Viruslast, auch nach Umstellung zum NRTI sparenden Regimen, zu keinem virologischen failure gekommen ist. Dies im Gegensatz zu einer anderen Studie, wo ART naive Patienten in eine NRTI sparende Gruppe randomisiert wurde und eine schlechtere virale Suppression hatten, als mit NRTI. Eine Erklärung hierfür sei möglicherweise eine tiefere Potenz, Wirksamkeit, und/oder ein geringerer "Entschuldigungsfaktor" bei nicht optimaler Adherence.

Die Langzeitresultate der Studie legen einen Wechsel zu einem Thymidin Analoga sparendem Therapieregime nahe um eine bereits bestehende Lipoatrophie zu verbessern. Der Gebrauch von d4T und ZDV ist weit verbreitet in den Entwicklungsländern. Der Zugang zu ABC oder Tenofovir ist limitiert, so dass Patienten mit vollständig supprimierter Viruslast mit Lipoatrophie, oder um eine solche zu vermeiden, von einem NRTI sparendem Konzept profitieren könnten.

Eine interessante Arbeit, die wieder einmal zeigt wie viele Möglichkeiten einer Kombinationstherapie bestehen, insbesondere im Augenmerk auch auf die diversen möglichen Nebenwirkungen. Auch hier führen eben viele Wege nach Rom...

Quelle: Valantin et al, HIV Medicine, 20.6.2008
Infektiologie St. Gallen vom 10. Oktober 2008


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