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BeitragVerfasst: Do 05 Mai, 2011 12:21 am  Titel:  Traumatische Erfahrungen Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Traumatische Erfahrungen

„In einer britischen Studie wurde festgestellt, dass von 100 befragten HIV positiven schwulen Männern rund ein Drittel Symptome aufweisen, die auf eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) hinweisen. Die drei Ereignisse, die am stärksten mit PTBS korrelierten, waren: die Erfahrung körperlicher Symptome, das Miterleben eines Todes im Zusammenhang mit HIV und – unerwarteterweise – der Beginn einer antiretroviralen Therapie.

Auch andere Studien haben gezeigt, dass viele HIV-positive Menschen – je nach Studie sind es bis zu 65 % der Befragten – unter einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden. Gemäss internationalen Diagnoseklassifikationen liegen einer PTBS zwei auslösende Bedingungen zugrunde. Die erste, objektiv messbare Bedingung ist die Erfahrung eines lebensbedrohlichen Ereignisses. Die zweite, subjektiv erfahrene Bedingung ist Furcht, Hilflosigkeit oder Entsetzen als emotionale Reaktion auf dieses Ereignis.

Im Verlauf von chronischen Erkrankungen gibt es mehrere Ereignisse, die lebensbedrohlich sein oder so wahrgenommen werden können: beispielsweise die Diagnose, schwerwiegende Symptome oder soziale Stigmatisierung. Und es kann auch mehrere Ereignisse geben, auf die PatientInnen mit Furcht, Entsetzen und Hilflosigkeit reagieren, sodass es nicht einfach ist, ein einziges auslösendes Moment zu eruieren, das für die Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung verantwortlich ist.

Therapiebeginn als Schock

Anthony Theuninck und sein Forschungsteam berichteten kürzlich von dem überraschenden Befund, dass die durch den Beginn einer antiretroviralen Therapie ausgelöste emotionale Reaktion der stärkste Stressfaktor für PTBS-Symptome in ihrer Studie war. Zwar hatten über 50 % der Befragten den Erhalt der HIV-Diagnose als traumatisches Ereignis angegeben. Mehrheitlich war es aber nicht die Diagnose, die zur Entwicklung von PTBS Symtptomen führte. Das Forschungsteam erklärte dies damit, dass die Diagnose zwar über eine als lebensbedrohlich wahrgenommene Zukunft informiert (engl. information stressor) aber in der Regel keine imminente (drohende) Lebensbedrohung darstellt. Schwerwiegende Symptome, die Einnahme von Medikamenten und das Miterleben eines Todes hingegen konfrontieren Menschen mit den tatsächlichen Bedrohungen.

Etwas weniger als die Hälfte der HIV-Infektionen in der Schweiz werden relativ spät diagnostiziert, in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung, in dem bereits erste Aids-Symptome auftreten können. In diesen Fällen folgt der Therapiebeginn kurze Zeit nach der Diagnose – er kann dann eine verstärkte emotionale Reaktion auf den ‚information stressor’ der HIV-Diagnose hervorrufen. Bei den anderen 50 Prozent der Fälle kann der Therapiebeginn eine Re-Traumatisierung der Diagnose oder früher erlebter Traumata auslösen. Weil nach einer HIV-Diagnose – im Gegensatz zu vielen anderen chronischen Krankheiten – eine lange symptomlose Latenzzeit folgen kann, müssen sich Betroffene nicht sofort mit der Krankheit konfrontieren. Erst der Therapiebeginn macht eine Konfrontation nötig.

Verursacht auch Scham ein Trauma?

Nach den internationalen Klassifikationen sind Gefühle wie Furcht, Entsetzen und Hoffnungslosigkeit auslösende Faktoren für eine posttraumatische Störung. In der Forschung wird aber auch diskutiert, ob auch starke Scham- und Schuldgefühle als Reaktion auf ein traumatisches Ereignis zu einer späteren Belastungsstörung führen können. Starke soziale Stigmatisierung oder Selbststigmatisierung, die im Zusammenhang mit HIV/Aids vorkommen, würden sich dann als auslösendes Ereignis für posttraumatische Belastungen qualifizieren. Diese Annahme konnte in der Studie von Theuninck et al. nicht bestätigt werden, was allerdings auch mit der Konstruktion der Studie zusammenhängen kann.

Nachweislich verstärken frühere Traumatisierungen und Krankengeschichten – belastende Lebensereignisse oder psychisches Leiden vor der HIV-Diagnose – die Möglichkeit, aufgrund von HIV-Ereignissen PTBS-Symptome zu entwickeln.

Auf die psychischen Symptome achten

Es ist wichtig, dem psychischen Zustand von HIV-Positiven mehr Beachtung zu schenken. Zunächst geht es natürlich darum, den Betroffenen professionelle Therapie und Hilfe zukommen zu lassen, um ihnen ein Leben zu Würde und Gesundheit zu ermöglichen. Wo Symptome wie das Wiedererleben belastender Situationen, die Vermeidung bestimmten Verhaltens, erhöhte Empfindlichkeit oder emotionale Betäubung länger als einen Monat nach bestimmten Ereignissen (‚Diagnose, Therapiebeginn, Auftreten von Symptomen, Nebenwirkungen) andauern, kann professionele psychotherapeutische Unterstützung den Betroffenen helfen. Denn nur, wer sich auch dazu in der Lage fühlt, kann eine medikamentöse HIV-Therapie planmässig befolgen. Menschen, die Schwierigkeiten mit der Therapietreue haben, leiden oft unter psychischen Symptomen wie Depression, Angstattacken oder Selbsttigmatisierung.

Psychisches Leiden kann zudem auch zu Risikoverhalten führen und dazu, dass Betroffene es vermeiden, ihren Serostatus offenzulegen. All diese Wirkungen erhöhen das Risiko, sich selbst mit anderen STIs und andere mit HIV zu infizieren. Die psychische Gesundheit von HIV-infizierten Menschen hat deshalb auch einen positiven Effekt auf die öffentliche Gesundheit.“

Das Gespräch führte Shelley Berlowitz, Aids-Hilfe Schweiz


Was ist eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)?

„Ein Trauma (von griechisch trauma = Wunde) ist gemäss ICD 10 ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit aussergwöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde.

Die amerikanische Klassifizierung DSM IV nennt sowohl objektive wie auch subjektive Kriterien: Wenn eine (objektive) Konfrontation mit tatsächlichen oder drohendem Tod oder ernsthafter Verletzung oder Gefahr für eigene oder fremde körperliche Unversehrtheit mit einer (subjektiven) Reaktion der intensiven Furcht, Hilflosigkeit oder Entsetzen zusammenfällt, ergibt sich in der Folge eine posttraumatische Belastungsstörung. Mit anderen Worten: Nicht alle Menschen, die ein Trauma erlebt haben, leiden unter Spätfolgen.

Zu den Symptomen einer PTBS gehören:

• Wiederkehrende und belastende Erinnerungen, Täume und plötzliches Wiedererleben des Ereignisses (Intrusionen, Flashbacks)

• Vermeiden von Orten, Situationen, Menschen oder Aktivitäten, die an das Trauma erinnere

• Emotionale Stumpfheit

• Eingeschränkte Perspektive

• Vermindertes Interesse, Gleichgültigkeit

• Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen

Voraussetzung für die Diagnose einer PTBS ist, dass diese und andere Symptome länger als einen Monat nach dem Ereignis anhalten und die Betroffenen in ihrem sozialen und beruflichen Alltag beeinträchtigen.“

Swiss Aids News 1/März 2011-05-05
http://www.aids.ch/d/information/pdf/SAN_1_11_D_Web.pdf


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