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BeitragVerfasst: Mo 14 März, 2011 9:57 pm  Titel:  Cannabis & Psychosen Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Cannabis beschleunigt Psychosen

Eine neue Studie hat den ersten eindeutigen Beweis dafür erbracht, dass der Genuss von Cannabis den Ausbruch psychischer Erkrankungen in den entscheidenden Jahren der Gehirnentwicklung um bis zu 2,7 Jahren beschleunigen kann.

In Zusammenarbeit mit dem St Vicent´s Hospital und der Fakultät für Medizin und Gesundheitswesen der George Washington University ermittelte die Studie der University of New South Wales, Sydney, inwiefern der Genuss von Cannabis, Alkohol und anderen psychoaktiven Substanzen das Auftreten psychischer Erkrankungen, wie Schizophrenie, beeinflusst.

Der im Jahr 2007 durchgeführten National Drug Household Studie zufolge ist Cannabis die am weitesten verbreitete illegale Droge in Australien. 33,5 % der Bevölkerung geben an, die Droge bereits konsumiert zu haben. Die im Jahr 2004 durchgeführte Secondary School School Studie legte außerdem offen, dass etwa 18 % der Schüler und Schülerinnen zwischen 12 und 17 Jahren die Droge bereits ausprobiert haben.

Nach jahrzehntelanger Forschung können die aktuellen bahnbrechenden Ergebnisse dazu beitragen, die Beziehung zwischen Cannabiskonsum und der Entwicklung von Psychosen zu verstehen, so Dr. Matthew Large.

Dem Team zufolge unterstützen die aktuellen Ergebnisse die These, dass der Genuss von Cannabis Schizophrenie und weitere psychischen Erkrankungen hervorruft. Dies ist wahrscheinlich bedingt durch ein Zusammenspiel genetischer und umweltbedingter Störungen oder durch die Beeinträchtigung der Gehirnentwicklung.

„Das Team fasste Forschungsergebnisse von insgesamt 83 Primärstudien mit 20.000 Patienten zusammen, die an Schizophrenie oder anderen psychischen Erkrankungen leiden. Dabei machten sich die Forscher die Meta-Analyse zunutze, eine moderne statistische Methode, mit der sie zeigen konnten, dass ein früheres Auftreten ernsthafter psychischer Erkrankungen bei den Betroffenen auf den Konsum von Cannabis zurückzuführen und nicht durch andere Suchtmittel, wie Alkohol, verursacht worden ist“, sagte Dr. Large.

Dr. Large zufolge ist der Missbrauch von Drogen unter Patienten in psychologischen Kliniken besonders verbreitet und Schizophrenie-Patienten greifen häufiger zu Drogen als andere Gesellschaftsmitglieder.

„Die Forschungsergebnisse liefern Beweise dafür, dass das Beenden oder das Reduzieren des Cannabiskonsums den Ausbruch von Psychosen verzögern oder gar verhindern können. Es stellt sich jedoch die Frage, ob die Betroffenen dennoch Gefahr laufen, einige Jahre später Psychosen zu entwickeln.“

„Auch wenn der Ausbruch einer Psychose nicht verhindert werden kann, könnte eine zwei- bis dreijährige psychosefreie Entwicklung in der Pubertät und im jungen Erwachsenenalter bei vielen Patienten die Gefahr von langfristigen Behinderungen durch psychotische Störungen verringern“, so Dr. Large.

„Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass es weiterhin äußerst wichtig ist, die Bevölkerung vor der schädlichen Wirkung von Cannabis zu warnen.”

Originalpublikation:
Cannabis Use and Earlier Onset of Psychosis
Matthew Large et al.; Archives of General Psychiatry, doi:10.1001/archgenpsychiatry.2011.5, 2011

14.3.2011
http://news.doccheck.com/de/article/203487-cannabis-beschleunigt-psychosen/


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