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BeitragVerfasst: Sa 27 Feb, 2010 3:15 am  Titel:  HIV & Schwangerschaft Antworten mit ZitatNach untenNach oben

HIV und Schwangerschaft: Was empfehlen Experten

von Barbara Bertisch

Was ist 2010 "State of the Art" bei der Auswahl der HAART bei Schwangeren, was gilt bezüglich peri- und postpartaler Strategien zur Reduktion des Übertragungsrisikos?

In Schlangenbad präsentierten Prof. Jane Anderson, London, Dr. K. Boer, Amsterdam (Gyn.), und Prof. Ch. Rudin, Basel (Päd.) dazu ihre Daten, ergänzt durch pharmakologische Einschätzungen (PD N. von Hentig, Frankfurt am Main).

Zur HAART in der Schwangerschaft:

Bei Erststart würde J. Anderson bei einer CD4-Zellzahl unter 250/µl Combivir (AZT/3TC) und Viramune (Nevirapin) empfehlen, über CD4 250/µl Combivir und geboostete Invirase (Saquinavir/riton.), oder Kaletra (Lopinavir/riton.). Nach Beendigung der Schwangerschaft würde sie dann ggf. auf "moderne" Kombinationen umstellen. Therapiestart nach dem 1. Trimenon.

Bei Eintreten einer Schwangerschaft unter gut laufender HAART gelte für sie: Belassen der Medikation.
Sie würde sogar Stocrin (Efavirenz) belassen (für das die neueren Daten "immer positiver" bei Einsatz in der Schwangerschaft würden).
Auch Viread (Tenofovir) würde sie nicht umstellen (wobei aber Dr. Boer "noch nicht zufrieden" sei bezüglich Einschätzung eines möglichen Einflusses auf den kindlichen Knochen).
Wirklich problematisch in der Schwangerschaft sei lediglich Videx (Didanosin).

(Anmerkung der Kommentatorin: Zerit (Stavudin) wurde nicht eigens erwähnt, aber ist in der Schwangerschaft heikel (Risiko Laktazidose)).
Ergänzungen durch den Pharmakologen (v. Hentig):
über neue Substanzen Prezista (Darunavir), Intelence (Etravirin)) gebe es bislang nur Einzelfallberichte über Einsätze in der Schwangerschaft, bezüglich Celsentri (Maraviroc) und Isentress (Raltegravir) keine Daten.
Bei Einsatz von Proteasehemmern sei eine Spiegelkontrolle nur bei Verdacht auf Toxizität erforderlich; Ausnahme sei Gabe von ungeboostetem Reyataz (Atazanavir).

Bei Gabe von Viramune (Nevirapin) seien Spiegelkontrollen sehr wichtig, insbesondere bei Gewichtszunahme.
Unverändert sei das Ziel einer nicht nachweisbaren Viruslast vor dem Entbindungstermin. Eventuell früher Start der ART (= früh im 2. Trimenon) bei hoher Viruslast oder geplanter vaginaler Geburt.

Sectio versus vaginale Geburt:

Bei komplett supprimierter Viruslast und ohne das Vorliegen geburtshilflicher Risikofaktoren könne die vaginale Geburt sogar mittlerweile als "Regelfall" angesehen werden (Chr. Rudin), was sich aber offenbar in unterschiedlichem Ausmaß bislang durchgesetzt hat.
Gabe von AZT unter der Geburt, zusätzlich zu einer voll supprimierenden HAART:

Dies hält der Pädiater (Chr. Rudin) für nicht erforderlich; in Holland (K. Boer) werde dies allerdings regelhaft gegeben (Argumente u.a.: gute Placentapassage).

Gabe von AZT an das Kind, nach der Geburt:

Das "Dogma" der AZT-Gabe an das Kind (bei nicht behandelter Schwangerer bis zu 6 Wochen) scheint gefallen: nach Angaben von Prof. Rudin könne bei unauffälligem Verlauf unter voll supprimierter Viruslast darauf verzichtet werden; bislang sei dies aber schwierig durchzusetzen.
Was gilt bezüglich Stillen?

J. Anderson: Unter den Voraussetzungen, dass die Beschaffung von Milchersatz kein Problem darstelle, sei das Abstillen die bessere Variante (Argument insbesondere: das Kind werde so nicht zusätzlich exponiert bezüglich HAART, mit unterschiedlicher Anreicherung einzelner Medikamente in der Muttermilch).

Für Länder mit erschwerter Versorgung mit Milchersatz, oder in besonderen Fällen mit "Notwendigkeit" des Stillens (aus verschiedenen Gründen wie Diskriminierung/ Ausgrenzung u.a.) müssten diese "Sondergründe" ausgewogen werden gegenüber einem Übertragungs-Restrisiko und der Medikamentenexposition des Kindes durch die Muttermilch.

Zusätzliche Anmerkung: in Holland wurden von 2004 bis 2007 drei HIV-positive Kinder geboren, weil die Mütter sich nach erstem negativen HIV-Test in der Schwangerschaft/ Stillzeit frisch infiziert hatten! Fazit: der Partner sollte (ebenfalls) getestet werden!!

Infektiologie St. Gallen vom 15. Februar 2010




Zuletzt bearbeitet von administrator am So 11 Aug, 2013 3:16 pm, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragVerfasst: Fr 06 Apr, 2012 1:12 am  Titel:  Normale Geburt möglich Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Normale Geburt möglich

Unter kontrollierter antiretroviraler Therapie können HIV-positive Frauen ihr Kind natürlich auf die Welt bringen, ohne sein Risiko für eine Übertragung des Virus im Vergleich zu einer Kaiserschnittgeburt zu erhöhen. Kennzeichen für eine ausreichende Therapie ist eine Viruslast unter der Nachweisgrenze, das sind weniger als 50 Virus-RNA-Kopien pro Milliliter Blut. Bis vor wenigen Jahren war der Kaiserschnitt die Methode der Wahl.

Mehr unter:
Pharmazeutische Zeitung vom 19. März 2012
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41314


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BeitragVerfasst: So 22 Apr, 2012 12:28 pm  Titel:  HIV und Schangerschaft 2012 Antworten mit ZitatNach untenNach oben

HIV und Schwangerschaft 2012

Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Erfolgsrezept. Am letzten Januarwochenende fand in Schlangenbad wieder die Interdisziplinäre Fachtagung HIV und Schwangerschaft statt. Bereits zum zwölften Mal trafen sich HIV-Behandler, Frauenärzte, Pädiater, Vertreter psychosozialer Disziplinen und der Communities aus ganz Deutschland und den europäischen Nachbarländern, um gemeinsam die neuesten Erkenntnisse auf dem Gebiet HIV und Schwangerschaft zu diskutieren. Eingeladen hatte wie immer das HIV-Center des Frankfurter Universitätsklinikums.

mehr unter
HIV&More Ausgabe 1 - 2012
http://hivandmore.de/archiv/2012-1/hiv-und-schwangerschaft-interdisziplinaere-zusammenarbeit-als-erfolgsrezept.shtml


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BeitragVerfasst: Sa 09 Jun, 2012 7:59 pm  Titel:  Tenofovir in Schwangerschaft Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Tenofovir in Schwangerschaft - wenig Bedenken

Für die meisten HIV-Medikamente bestehen während der Schwangerschaft kaum Bedenken für das Kind. Allerdings sind die Daten noch bescheiden. Eine neue Studie untersucht den Effekt von Tenofovir. Über 2.000 Kinder von HIV-positiven Frauen, die während der Schwangerschaft eine HIV-Therapie hatten, wurden in dieser Studie eingeschlossen. Gut ein Fünftel der Schwangeren wurden mit Tenofovir behandelt, von dem wir annehmen, dass es die Knochendichte der Föten negativ beeinflussen könnte.

Infektiologie St. Gallen vom 22. Mai 2012
http://www.infekt.ch/kategorien/lehreforschung/literaturscreen/hiv/2512.html?utm_source=feedburner&utm_medium=email&utm_campaign=Feed%3A+InfektnewsRss+%28InfektNews+RSS%29


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BeitragVerfasst: Sa 30 Jun, 2012 1:20 pm  Titel:  Muttermilch enthält Hemmstoffe gegen HI-Viren Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Muttermilch enthält Hemmstoffe gegen HI-Viren

Wenn aidskranke Mütter ihre Kinder stillen, dann werden die nicht in jedem Fall angesteckt. Warum das so sein könnte, wollen Forscher jetzt herausgefunden haben. Ein Tierversuch legt nahe, dass Substanzen in der Muttermilch dem Erreger zusetzen können. Wie lässt sich verhindern, dass aidskranke Mütter ihre Neugeborenen anstecken? Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation bekommt nur etwa jede zweite betroffene Schwangere antiretrovirale Medikamente.

Mehr unter: SPIEGEL ONLINE vom 15. Juni 2012
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/aids-in-der-schwangerschaft-muttermilch-enthaelt-hemmstoffe-gegen-hiv-a-839033.html


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BeitragVerfasst: Di 11 Sep, 2012 10:16 pm  Titel:  Risikoadaptierte Prophylaxe Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Risikoadaptierte Prophylaxe zur Vermeidung vertikalen HIV1-Infektion

Besondere Maßnahmen in der Neugeborenenstation:

• Auf der Station können durch Baden des Neugeborenen Reste von potentiell infektiösen Fruchtwasser und Blut entfernt werden.

• Da Stillen das Transmissionsrisiko signifikant erhöht, wird davon grundsätzlich abgeraten

• Sofern noch unbekannt und kein Nabelschnurblut vorhanden ist, sollte zusätzlich die Hepatitis-B- und C-Immundiagnostik und ein Syphilis-Suchtest durchgeführt werden.

• Bei bekannt positivem bzw. unbekanntem Hepatitis-B-Status der Mutter sollten die aktive und passive Immunisierung des Neugeborenen laut Empfehlungen der ständigen Impfkommission (STIKO) durchgeführt bzw. erwogen werden.

• Wegen bisher noch unbekannter Auswirkungen der antiretroviralen Medikamente auf das Ungeborene sollte ein Fehlbildungsscreening des Neugeborenen erfolgen.

• Retrovir® sowie alle anderen nukleosidalen und nichtnukleosidalen Hemmer der Reversen Transkriptase (NRTI + NNRTI) passieren zu mehr oder weniger großen Anteilen die Plazenta und finden sich in unterschiedlichen Konzentrationen im fetalen Blut wieder. Daher müssen vor Beginn der Prophylaxe mit Retrovir® beim Neugeborenen mögliche bereits bestehende Nebenwirkungen des Retrovir® (wie Anämie, Neutropenie, Thrombopenie und erhöhte Werte der Transaminasen) und anderer der bei der Schwangeren verwendeten antiretroviralen Substanzen ausgeschlossen werden.

• Beginn der kindlichen HIV1-Transmissionprohylaxe spätestens innerhalb von 6h nach Geburt (siehe unten).

http://www.hivleitfaden.de/cms/index.asp?inst=hivleitfaden&snr=2303


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BeitragVerfasst: So 11 Aug, 2013 3:16 pm  Titel:  HIV & Schwangerschaft Antworten mit ZitatNach untenNach oben

HIV & Schwangerschaft

Dieser Beitrag vom 22.6.2007 wird in diesen Thread integriert.

Frankfurt am Main - Die Dokumentation der 7ten Fachtagung „HIV & Schwangerschaft“ vom Januar 2007 liegt jetzt vor. Dieses Treffen, mit seinem einzigartigen interdisziplinären Charakter, hat sich in den letzten sieben Jahren zu einer renommierten Veranstaltung in der deutschen HIV-Landschaft entwickelt. Deutsche und internationale Experten diskutieren einmal im Jahr in Schlangenbad interaktiv mit den Teilnehmern den aktuellen Stand der Dinge rund um das Thema HIV und Schwangerschaft.

So ist es nicht verwunderlich, dass von Schlangenbad bereits wichtige Impulse ausgegangen sind, und bei dem großen Engagement aller Teilnehmer wird dies sicherlich auch in Zukunft so bleiben. Um die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet HIV und Schwangerschaft über den Kreis der Teilnehmer hinaus für alle am Thema Interessierten festzuhalten, wird zu jeder Tagung eine begleitende Dokumentation mit beiliegender CD herausgegeben.

Download unter:
http://praxis-psychosoziale-beratung.de/HuS07.pdf
Kontakt:
Klinikum der JW Goethe Universität
Medizinische Klinik II
HIVCENTER, Ambulanz, Haus 68
Sondersprechstunde HIV und Schwangerschaft
Dr. Annette Haberl
Theodor-Stern-Kai 7
60590 Frankfurt am Main
Telefon 0 69 / 63 01 76 80
Telefax 0 69 / 63 01 57 12
Praxis Psychosoziale Beratung vom 21. Juni 2007


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BeitragVerfasst: So 11 Aug, 2013 3:20 pm  Titel:  Fachtagung HIV & Schwangerschaft Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Fachtagung HIV und Schwangerschaft

Auch dieser Beitrag vom 231.3.2008 wird in diesen Thread integriert.

Unterstützt wurde die Veranstaltung wie in den Vorjahren durch die Firmen Boehringer Ingelheim und GlaxoSmithKline.

Die etwa 100 Teilnehmer der Tagung - HIV-Behandler, Gynäkologen, Pädiater und Vertreter aus psychosozialen Disziplinen und Politik - nutzten die einzigartige interdisziplinäre Plattform zum angeregten wissenschaftlichen Austausch rund um das komplexe Thema HIV und Schwangerschaft. In diesem Jahr lagen die Themenschwerpunkte bei der Effektivität und Verträglichkeit der HIV-Therapie in der Schwangerschaft, dem Kinderwunsch HIV-betroffener Paare und dem deutschen PMTCT-Engagement in Hochprävalenzländern. Dabei zeigte sich auf allen Ebenen die Bereitschaft zur fachübergreifenden Zusammenarbeit.

Langfristig HIV-Exponierte Kinder beobachten

Der Einsatz der meisten HIV-Medikamente in der Schwangerschaft gilt für Mutter und Kind als sicher. Dennoch müssen eventuelle Langzeitnebenwirkungen beim Kind erkannt und entsprechend dokumentiert werden. Deutschland wird sich daher an einer großen internationalen Studie (MITOC) beteiligen, die die exponierten Kinder mehrere Jahre nachbeobachten wird. Kurzfristigere Effekte der HAART in der Schwangerschaft sollen zukünftig im Schwangeren- und Kindermodul des Kompetenznetzes HIV/AIDS erfasst werden. In den interdisziplinären Fallbesprechungen in Schlangenbad waren Nebenwirkungen von HIV-Medikamenten ebenfalls das vorherrschende Thema. Es zeigte sich aber auch, dass es in Einzelfällen notwendig sein kann, neuere Substanzen, für die wenige oder keine Erfahrungen beim Einsatz in der Schwangerschaft vorliegen, einzusetzen.

HIV-Infektion und Kinderwunsch

HIV-betroffene Paare mit Kinderwunsch fühlen sich in Deutschland mit ihren Problemen oft allein gelassen. Nur wenige reproduktionsmedizinische Zentren bieten ihre Dienstleistungen auch für HIV-Betroffene an. Darüber hinaus müssen alle im Zusammenhang mit der Reproduktionsmedizin anfallenden Kosten von den Patienten selbst übernommen werden. Abhilfe könnte hier in Zukunft der Einsatz einer PREP mit anschließendem ungeschützten Verkehr bieten. Hierzu liegen allerdings noch keine ausreichenden Daten vor. Bislang ist der Weg ins benachbarte Ausland oft die einzig erfolgversprechende Lösung für HIV-betroffene Paare mit Kinderwunsch.

Hohe Kindersterblichkeit in Hochprävalenzländern

Insgesamt 1.000 Kinder werden in den Hochprävalenzländern jeden Tag bei der Geburt mit HIV infiziert. Weltweit erhalten nur 11% aller HIV-positiven Mütter eine Transmissionsprophylaxe. Am schlechtesten sehen die Zahlen in den Ländern aus, in denen die Sterblichkeit der HIV-infizierten Kinder am höchsten liegt, weil auch für sie keine Medikamente für eine frühzeitige Therapie zur Verfügung stehen. Gründe genug, deutsches Engagement in diesen Ländern auf den Weg zu bringen bzw. weiterzuführen. Die Deutsche AIDS Gesellschaft wird dazu im März 2008 ein Statusseminar veranstalten.

Projekt Lifeboat

In Schlangenbad wurden die ersten deutschen Filmbeiträge des Projektes Lifeboat vorgestellt. Lifeboat, ein BMG-gefördertes Projekt, setzt sich für die gesellschaftliche Akzeptanz HIV-positiver Elternschaft ein. Die Beiträge sollen für Interessierte in Kürze als DVD zur Verfügung stehen.
Eine schriftliche Dokumentation mit allen Beiträgen der Fachtagung HIV und Schwangerschaft kann über das HIVCENTER in Frankfurt angefordert werden oder per E-Mail: annette.haberl@hivcenter.de

HIVCENTER im Klinikum der JW Goethe-Universität – Pressemeldung vom 13. März 2008


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BeitragVerfasst: So 11 Aug, 2013 3:23 pm  Titel:  Pharmafirmen berüksichtigen Bedürfnisse Schwangerer zu wenig Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Pharmafirmen berücksichtigen Bedürfnisse Schwangerer zu wenig

Dieser Beitrag vom 31.1.2008 wird in diesen Thread integriert.

London – Der Arzneimittelmarkt verfehlt die Bedürfnisse schwangerer Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Forschern des Imperial College London. Sie haben ihre Ergebnisse in der Public Library of Science publiziert.

Weltweit sterben jährlich eine halbe Million Frauen während der Schwangerschaft. Sieben Millionen Babys sterben im selben Zeitraum vor oder kurz nach der Geburt, 99 Prozent davon in Entwicklungsländern. Die Wissenschaftler des Imperial College London analysierten Daten zu mehr als 37.000 Medikamenten, deren Entwicklungen seit 1981 in der sogenannten Pharmaprojects database dokumentiert sind.

Diese listet alle sich in Entwicklung befindlichen Arzneimittel, die Webseiten von Pharmaunternehmen nennen, die in registrierten Studien getestet werden oder auf Konferenzen oder der Datenbank PubMed Erwähnung finden.

Die Arbeitsgruppe fand lediglich 17 Arzneimittel für werdende Mütter, die sich zum November 2007 in der Entwicklung befanden. Dies entspricht weniger als drei Prozent dessen, was sich im Bereich der kardiovaskulären Gesundheit in der Vorbereitung befindet (660 Arzneimittel) oder der Hälfte der Forschung nach Arzneimitteln gegen amyotrophische Lateralsklerose (34 Mittel). Als eine mögliche Ursache für dieses Verhältnis nennen die Autoren die Angst vieler Pharmaunternehmen vor Schadensersatzklagen, die bei Geburtsdefekten in Studien oder nach Zulassung drohen. Zudem sei der Markt begrenzt.

Nick Fisk und Kollegen nennen die Schwangerschaft eine „virtuelle pharmafreie Zone“, da in diesem Bereich in den vergangenen 20 Jahren nur eine neue Klasse von Medikamenten auf dem Markt erschienen sei. Sie fordern Anreize, für Pharmaunternehmen zu schaffen, auf diesem Bereich weiterzuforschen. „Nimmt man die inakzeptabel hohe Zahl an mütterlichen und perinatalen Todesfällen, ist es höchste Zeit, diesen Missstand zu beheben“, betonen die Autoren.

Deutsches Ärzteblatt vom 25. Januar 2008


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BeitragVerfasst: So 11 Aug, 2013 3:24 pm  Titel:  Schwangere sollen zum HIV-Test Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Schwangere sollen zum HIV-Test

Dieser Beitrag vom 11.1.2008 wird in diesen Thread integriert.

Der freiwillige HIV-Test ist seit Mitte des Jahres 1987 Bestandteil der Schwangerenvorsorge der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Bislang wird trotz dieses bestehenden Anspruchs jedoch nur bei etwa der Hälfte aller Schwangeren ein solcher Test durchgeführt. Die Folge: bei 10 bis 20 HIV-Neuinfektionen bei Neugeborenen. Aus diesem Grund soll der HIV-Test jetzt allen schwangeren Frauen aktiv empfohlen werden. Die ärztliche Beratung soll in den Mutterpass eingetragen werden, nicht jedoch das Testergebnis, um einer Stigmatisierung vorzubeugen.

Diese Empfehlung wurde jetzt in die Mutterschafts-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) aufgenommen. Der G-BA ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Er bestimmt in Form von Richtlinien den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Download unter: http://www.g-ba.de/downloads/39-261-484/2007-09-13-Mutter-HIV_BAnz.pdf
Gemeinsamer Bundesausschuss - Meldung vom 22. Dezember 2007


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BeitragVerfasst: So 11 Aug, 2013 3:26 pm  Titel:  Schwangerschaft verlangsamt HIV-Progression Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Schwangerschaft verlangsamt HIV-Progression

Dieser Beitrag vom 28.9.2007 wird in diesen Thread integriert.

Nashville – Gute Nachrichten für HIV-positive Frauen mit Kinderwunsch. Nach den Ergebnissen einer Kohortenstudie im Journal of Infectious Diseases (JID 2007; 196: 1044-1052) hat eine Schwangerschaft keine nachteiligen Auswirkungen auf die Progression einer HIV-Infektion. Es war sogar eine protektive Wirkung erkennbar.

Vor Einführung der hoch aktiven antiretroviralen Therapie (HAART) galt eine Schwangerschaft bei HIV-Infizierten als geradezu unmoralisch. Das Risiko einer Mutter/Kind HIV-Übertragung wurde auf 25 Prozent geschätzt und die Prognose der Infektion machte es äußert unwahrscheinlich, dass die Mutter ihr Kind bis zu dessen Erwachsenenalter begleiten würde. Die offizielle Empfehlung lautete damals den Kinderwunsch zu verschieben, ohne dass die Verantwortlichen an die Realität dieses Ratschlags geglaubt hätten.

Inzwischen ist – dank HAART und einer postnatalen Therapie des Neugeborenen – das Risiko einer Mutter/Kind HIV-Übertragung fast auf Null gesunken. Nur die Gefahr, dass die Schwangerschaft zu einer gefährlichen Progression der HIV-Infektion bei der Schwangeren selbst führen könnte, stand noch im Raum.

Nach den Ergebnissen, welche die Arbeitsgruppe um Timothy Sterling von der Vanderbilt Universität in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee vorlegt, dürfte das Risiko gering sein. Die Mediziner haben die Daten von 759 Frauen ausgewertet, die zwischen 1997 und 2004 an einem Behandlungszentrum der Stadt betreut wurden. 139 Frauen wurden schwanger. Bei elf dieser Frauen ist es bisher zu einer Progression der HIV-Infektion zur Immunschwäche Aids gekommen. Die Rate von 8 Prozent war damit deutlich niedriger als bei den 540 Frauen ohne Schwangerschaft, von denen 149 (24 Prozent) dass Vollbild Aids entwickelten.

Allerdings muss man bei Beobachtungsstudien in der Bewertung vorsichtig sein. Es ist denkbar, dass zufällige Faktoren, etwa eine höhere Viruslast, Frauen eher von einer Schwangerschaft abhalten könnte. Tatsächlich waren die Patientinnen mit Schwangerschaft jünger, sie hatten höhere CD-4-Werte, hatten eine bessere medizinische Versorgung, wurden häufiger mit HAART behandelt und sie waren therapieadhärenter.
Sterling hat deshalb in einer weiteren Analyse zwei Gruppen von jeweils 81 HIV-Patientinnen mit und ohne Schwangerschaft gegenübergestellt, die sich in möglichst vielen Eigenschaften glichen. Auch hier war ein deutlicher protektiver Effekt der Schwangerschaften feststellbar (Hazard Ratio auf eine Progression 0,10, 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,01-0,89), der auch in einer Multivariat-Analyse weitgehend Bestand hatte (Hazard Ratio 0,44; 0,19-1,00). Der Effekt verstärkte sich mit der Zahl der Schwangerschaften.

Für die Editorialistin Kathryn Anastos vom Albert Einstein College of Medicine in New York sind diese Daten geeignet, auch Frauen aus ressourcenarmen Bevölkerungsschichten zu beruhigen, in denen die Versorgung der HIV-Infektion nicht immer optimal ist, in denen aber Schwangerschaften häufiger auftreten (JID 2007; 196: 971-973).

Deutsches Ärzteblatt vom 20. September 2007


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BeitragVerfasst: So 11 Aug, 2013 3:28 pm  Titel:  Schwanger und infiziert mit HIV Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Schwanger und infiziert mit HIV

Dieser Beitrag vom 25.7.2007 wird in diesen Thread integriert.

Medical Tribune Bericht

Ist eine HIV-Infektion ein Grund zum Schwangerschaftsabbruch? Nicht zwangsläufig. Während in Deutschland noch Anfang der 90er-Jahre von acht Babys HIV-infizierter Frauen eines infiziert zur Welt kam – also auch damals die meisten ohne das Virus im Blut geboren wurden –, liegt das Risiko einer Übertragung heute bei unter zwei Prozent.

Und immer wieder kommt es vor, dass Frauen erst bei der Schwangerschaftsvorsorge erfahren, dass sie HIV-infiziert sind. „Das ist eine extrem belastende Situation – die Frau muss mit der HIV-Diagnose fertig werden, macht sich Sorgen um ihr Kind und gleichzeitig muss man innerhalb kürzester Zeit aktiv werden“, sagt Dr. Annette Haberl vom HIV-Center der Universität Frankfurt am Main.Eine Sorge immerhin kann man den Frauen nehmen: dass ihr Kind innerhalb weniger Jahre als mutterlose Aids-Waise aufwachsen wird. Denn die modernen Behandlungsmethoden haben die HIV-Infektion zu einer chronischen Krankheit gemacht, mit der man 30 Jahre und länger leben kann.

Therapie nur bei Bedarf

Ob die werdende Mutter eine gegen das Virus gerichtete Behandlung benötigt, wird in Deutschland nach denselben Kriterien entschieden wie bei jedem anderen HIV-Infizierten auch: Sind die Immunzellen bereits unter eine kritische Grenze gesunken? Ist die Viruslast im Blut sehr hoch? Dann sollte behandelt werden, wobei nur wenige Aids-Medikamente nicht zum Einsatz kommen dürfen. Die Frauen müssen aber auf jeden Fall regelmäßig zur ärztlichen Untersuchung gehen.

Die sogenannte „Transmissionsprophylaxe“ dient dazu, das Risiko der Virusübertragung auf das Baby so weit wie möglich zu senken – völlig ausschließen lässt sie sich nie. Dazu erhalten auch Frauen, bei denen das vom Infektionsstatus her noch nicht nötig wäre, in den letzten zwei Schwangerschaftsmonaten Aids-Medikamente in einer Dreierkombination. Die Entbindung erfolgt immer per Kaiserschnitt zwei bis drei Wochen vor dem errechneten Termin. Nach der Geburt erhält das Neugeborene zwei bis vier Wochen lang ebenfalls ein Aids-Medikament. Gestillt werden darf das Kind nicht.

Kinderwunsch erfüllen

Der Wunsch nach einem eigenen Kind ist heute für HIV-Trägerinnen also kein Tabu mehr. Seit Ende der 90er-Jahre wird an der Universität Frankfurt deswegen eine Sprechstunde für HIV-Infizierte angeboten, „die sich den Wunsch lange verkniffen haben, aber mit den neuen Therapien wieder Vertrauen in ihre Zukunft gewonnen haben“, wie Dr. Haberl sagt. Nach ihrer Erfahrung haben diese Frauen ein hohes Verantwortungsbewusstsein.

Da das Kind nicht auf natürlichem Wege gezeugt werden kann, ohne den Partner zu gefährden, raten Experten zur künstlichen Befruchtung oder zur sogenannten Selbstinsemination, bei der das Sperma mit einem Kondom aufgefangen und dann in die Scheide eingebracht wird. Ist dagegen der Mann HIV-infiziert und die Frau nicht, kann das Sperma mit speziellen Techniken aufbereitet und das Übertragungsrisiko so auf einen winzigen Rest gesenkt werden. HIV-infizierte Frauen und Männer sind allerdings häufig weniger fruchtbar als Gesunde, sodass der Kinderwunsch vielfach ohnehin nur durch künstliche Befruchtung erfüllt werden kann.

Frauen scheinen hier allerdings in einer schlechteren Position zu sein, so Ulrike Sonnenberg-Schwan vom Frauen-Gesundheits-Zentrum München, die seit vielen Jahren HIV-infizierte Frauen betreut: Reproduktionsmedizinische Zentren in Deutschland sind offenbar eher bereit, Paare zu behandeln, bei denen der Mann HIV-infiziert ist.


(c)MTPub, Ausgabe 03 / 2007 S.44, Manuela Arand (Ärztin)


http://19689.forum.onetwomax.de/topic=100671477992&startid=1


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BeitragVerfasst: So 11 Aug, 2013 3:30 pm  Titel:  Schwangere zum HIV-Test Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Schwangere zum HIV-Test

Dieser Beitrag vom 25.5.2007 wird in diesen Thread integriert.

Bislang wurde bei schwangeren Frauen nur auf expliziten Wunsch ein HIV-Test durchgeführt. Jetzt soll jeder Schwangeren ein HIV-Test nahe gelegt werden. Auch bei gewissen Krankheiten soll die Initiative vom Arzt aus gehen.

Es gebe eine Reihe von Situationen in Bezug auf sexuelles Verhalten und/oder Symptome und Krankheitsbilder, die Ärzte motivieren soll, von sich aus den HIV-Test vorzuschlagen, hält das BAG fest. Dabei werden insbesondere drei Ziele verfolgt.

Erstens sollen Infektionen so schnell wie möglich festgestellt werden. Zweitens ermöglicht der Hinweis auf ein riskantes Sexualverhalten, früh einzugreifen und in Beratungsgesprächen auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Und nicht zuletzt sollen die Ärzte dazu angeregt werden, bei unklaren Symptomen und Krankheitsbildern auch die Möglichkeit einer HIV-Infektion in Betracht zu ziehen.

Laut dem BAG sollen Ärzte einerseits bei einer Schwangerschaft HIV-Tests empfehlen und andererseits bei diversen Krankheiten wie Syphilis, Tuberkulose, Meningitis, Hepatitis B und C oder bei gewissen Herpes-Erkrankungen. Genau wie beim freiwilligen Test müssten auch hier die Kriterien der drei C (Consentment, Confidentiality, Counselling) erfüllt sein, d.h.:

o Es braucht die Einwilligung der betroffenen Person.
o Resultate dürfen nicht an Dritte weitergegeben werden.
o Vor dem Test muss ein Beratungsgespräch stattfinden.

Das heißt, der Test erfolgt nicht ohne Einwilligung des Patienten, die Resultate sind für Dritte nicht zugänglich und mit dem Test einhergehend finden Beratungsgespräche statt. Das von den UN-Gesundheitsorganisationen empfohlene Konzept ist gemäss BAG vor kurzem eingeführt worden.

20minuten vom 21. Mai 2007


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BeitragVerfasst: So 11 Aug, 2013 3:34 pm  Titel:  10 Jahre Spezialsprechstunde HIV und Schwangerschaft Antworten mit ZitatNach untenNach oben

10 Jahre Spezialsprechstunde HIV und Schwangerschaft am HIVCENTER

Klinikum der JW Goethe Universität beherbergt führendes Zentrum für HIV-positive Schwangere in Deutschland.

Dieser Beitrag von 13.11.2009 wird in diesen Thread integriert.

Im Januar 1999 wurde am HIVCENTER Frankfurt im Klinikum der JW Goethe-Universität die deutschlandweit erste Spezialsprechstunde für HIV-positive Schwangere ins Leben gerufen. Ziel der Sprechstunde ist es, den besonderen Bedürfnissen der betroffenen Frauen so optimal wie möglich gerecht zu werden. Dabei geht es aus der Sicht des HIV-Behandlers vor allem um die gekonnte Gradwanderung in der medikamentösen Therapie der Infektion: mütterliche und kindliche Interessen müssen während der Schwangerschaft gleichermaßen berücksichtigt werden.

Durch den Einsatz von HIV-Medikamenten gelingt es, die Virusmenge von HIV im mütterlichen Blut zu senken und damit das Übertragungsrisiko für das Kind zu reduzieren. Nebenwirkungen für Mutter und Kind sollen dabei möglichst vermieden werden. Das HIVCENTER hat durch die in der Spezialsprechstunde HIV und Schwangerschaft gewonnen Erkenntnisse in den letzten zehn Jahren kontinuierlich dazu beigetragen, die HIV-Therapie von Schwangeren zu verbessern.

Von Anfang an hat das HIVCENTER im Rahmen seiner Spezialsprechstunde "HIV und Schwangerschaft" eng mit der Frauen- und Kinderklinik zusammengearbeitet. Eine erfolgreiche Kooperation mit niedergelassenen HIV-Schwerpunktpraxen im Rhein-Main-Gebiet ist in den letzten Jahren dazugekommen. Aus der Spezialsprechstunde am HIVCENTER ist die europaweit einzige interdisziplinäre Fachtagung "HIV und Schwangerschaft" hervorgegangen, die einmal im Jahr deutsche und internationale Experten zusammenbringt. Im Januar 2010 feiert auch diese Veranstaltung ihr 10-jähriges Jubiläum.

Durch die Spezialsprechstunde und die nachhaltige Betreuung der Mütter ist das HIVCENTER Frankfurt das führende Zentrum für HIV-positive Frauen in Deutschland geworden. Frauenspezifische Forschung im Bereich HIV ist heute ein bedeutender Schwerpunkt am Frankfurter Universitätsklinikum.

Über die medizinische Versorgung und wissenschaftliche Arbeit hinaus bietet das HIVCENTER HIV-positiven Frauen im Rahmen einer Veranstaltungsreihe die Möglichkeit, sich zu vernetzen und aktiv gegen Stigmatisierung und Diskriminierung zu arbeiten. Die nächste Frauenveranstaltung findet vom 20.-22 November 2009 statt. In Lindenfels bietet das HIVCENTER ein Wochenendseminar zum Thema "Schön sein - Frauenbilder mit HIV" an.

Weltweit leben derzeit 33 Millionen Menschen mit HIV/AIDS. Die Hälfte der erwachsenen Betroffenen sind Frauen. Für Deutschland wird für die erwachsene Gesamtbevölkerung eine vergleichsweise geringe HIV-Prävalenz von 0,12 Prozent angenommen. Es leben hier aktuell 64.000 Menschen mit HIV/AIDS, darunter 12.000 Frauen, was einem Anteil von 18 Prozent entspricht. HIV-positive Frauen bringen in Deutschland pro Jahr 200 bis 250 Kinder zur Welt, davon allein 25 bis 40 im Universitätsklinikum Frankfurt. Bei optimalem Management liegt die Mutter-Kind-Übertragung von HIV bei unter zwei Prozent.

Internet: www.hivcenter.de
Klinikum der JW Goethe-Universität Frankfurt am Main – Pressemeldung vom 11. November 2009


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BeitragVerfasst: So 11 Aug, 2013 3:37 pm  Titel:  Antivirale Medikation in Schwangerschaft Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Antivirale Medikation in Schwangerschaft

von Katia Boggian

Dieser Beitrag vom 22.6.2009 wird in diesen Thread integriert.

Wir wissen, dass die Grippe vor allem bei schwangeren Frauen schwerer verläuft, und dies gilt auch für den neuen Grippevirus H1N1. Auch der erste Todesfall an H1N1 in Europa betraf eine junge schwangere Frau. Nun haben japanische Forscher ihre Beobachtungen zur antiviralen Medikation in der Schwangerschaft publiziert.

Die Japaner haben über die Literaturdatenbanken MEDLINE und EMBASE und OVID verschiedene Berichte über Tamiflu (Oseltamivir) und Relenza (Zanamivir) bei schwangeren oder stillenden Frauen gesucht. Viele Informationen stammen auch aus einer japanischen Datenbank, wo schon vor der jetzigen H1N1 Pandemie relativ häufig bei bestätigter Influenza bei schwangeren Frauen Oseltamivir oder Zanamivir eingesetzt wurde.

In postmarketing Überwachungen wurden 61 schwangere Frauen mit Oseltamivir behandelt. Bei diesen 61 Frauen kam es zu 10 Schwangerschaftsabbrüchen, wobei 6 dieser Schwangerschaftsabbrüche medizinisch gewollt waren, in einem der 61 Fälle kam ein Kind mit Trisomie 21 auf die Welt und ein Kind mit Anencephalie.

In Japan wurden 90 schwangere Frauen, welche Oseltamivir im ersten Trimester therapeutisch erhalten hatten überwacht und hier kam es zu einer Malformation. Dies ist in etwa die normale Inzidenz von Malformationen in der Bevölkerung.

Bei Zanamivir gibt es viel weniger Daten. Hier fanden die Autoren 3 Frauen, welche unabsichtlich mit Zanamivir behandelt wurden, bei einer kam es zu einem Spontanabort, eine Frau wollte einen Schwangerschaftsabbruch, und bei der dritten Frau kam das Baby gesund zur Welt. Auch in Japan gibt es nur eine Aufzeichnung einer Frau welche in der 4. SSW mit Zanamivir behandelt wurde, und später ein gesundes Baby zur Welt brachte.

Die Autoren folgern, dass vermutlich beide antivirale Medikamente in der Schwangerschaft eingesetzt werden können. Die momentane Datenlage befürwortet aber eher eine Therapie mit Oseltamivir in der Schwangerschaft, da hier mehr Daten vorhanden sind, welche zeigen, dass es in der Schwangerschaft gut ertragen wird und so weit bisher erkennbar keine teratogene Wirkung vorhanden ist.

Die Datenlage zeigt auch, dass stillende Mütter, welche Oseltamivir erhalten weiter stillen können, es geht zwar ein kleiner Prozentsatz des Medikamentes in die Milch über, aber es ist nur ein kleiner Prozentsatz, und falls das Kind einer Grippebehandlung bedarf, so muss es separat behandelt werden, da das wenige Medikament in der Muttermilch für das Kind nicht genügend ist. (Das gleiche gilt hier auch für Zanamivir)
Beurteilung:

Diese Daten erscheinen gerade zur richtigen Zeit, denn bisher zeigt sich auch bei dieser Pandemie, dass das H1N1 vor allem bei schwangeren Frauen schwerer verläuft, und gerade hier soll man mit der antiviralen Medikation nicht zurückhaltend sein, denn die schwangeren Frauen profitieren am meisten von einer frühzeitigen Behandlung.
Wie wir schon berichtet haben ist es wichtig die Behandlung so früh wie möglich zu beginnen, am besten in den ersten 12 Stunden, denn hier profitiert man am meisten von der Therapie.

Link: CMAJ Juni 2009 (Canadian Medical Association Journal)
Infektiologie St. Gallen vom 17. Juni 2009


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