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BeitragVerfasst: Fr 12 Feb, 2010 1:21 am  Titel:  HIV/HCV & Hämophilie Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hämophilie-Gesellschaft fordert baldige Sicherheit für Stiftung

Die Deutsche Hämophilie-Gesellschaft fordert Bundesgesundheitsminister Rösler auf, möglichst bald eine Lösung für die Fortführung der Stiftung “Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen” zu finden.

Die Stiftung Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen ist eine rechtsfähige Bundesstiftung mit Sitz in Bonn. Sie wurde durch das HIV-Hilfegesetz (HIVHG) vom 24. Juli 1995 als Stiftung des öffentlichen Rechts gegründet und unterliegt der Aufsicht des Bundesministeriums für Gesundheit.

Gemäß § 1 HIVHG ist es Zweck der Stiftung, “aus humanitären und sozialen Gründen und unabhängig von bisher erbrachten Entschädigungs- und sozialen Leistungen an Personen, die durch Blutprodukte unmittelbar oder mittelbar mit dem Human Immundeficiency Virus (HIV) oder infolge davon an Aids erkrankt sind, und an deren unterhaltsberechtigte Angehörige finanzielle Hilfe zu leisten.”

HIV-Infizierte erhalten nach § 16 HIVHG eine monatliche Leistung von 766,94 Euro, AIDS-erkrankte Personen von 1.533,88 Euro ohne Prüfung der Einkommens- oder sonstigen wirtschaftlichen Verhältnisse. Kinder erhalten nach dem Tod der infizierten Person monatlich 511,29 Euro bis zum Abschluss der Berufsausbildung, längstens bis zum Ablauf des 25. Lebensjahres. Ehepartner erhalten monatlich 511,29 Euro, wenn die infizierte Person im Zeitpunkt des Inkrafttretens des HIVHG verstorben ist. Die Zahlungen enden mit Ablauf des fünften Jahres nach Beginn der Zahlungen.

Die Mittel der Stiftung jedoch sind begrenzt – Anfang 2011 seien alle Mittel verbraucht, so die Deutsche Hämophilie-Gesellschaft DHG. Deswegen wendet sich die DHG in einem Schreiben am 5. Februar 2010 an Bundesgesundheitsminister Rösler mit der Bitte um baldige Klärung der Fortsetzung der Stiftungsarbeit.

Die DHG weist auf die Dringlichkeit und die Situation HIV-infizierter Hämophiler hin:
“Im ersten Quartal 2011 müssen die zugestifteten Gelder zur Verfügung stehen, sonst müsste die Stiftung die Zahlungen an die Betroffenen einstellen. Dies wäre für die Betroffenen eine Katastrophe, da die meisten von ihnen ihren Lebensunterhalt aus den Zahlungen der Stiftung bestreiten müssen.”

Die Lage der noch lebenden HIV-infizierten Hämophilen sei schwierig, betont Werner Kalnins, Vorsitzender des Vorstands DHG, in dem Brief an Rösler:
“Bereits mehr als zwei Drittel der HIV-infizierten Hämophilen sind an den Folgen der HIV-Infektion verstorben.
Die noch lebenden Betroffenen brauchen die Gewissheit, dass ihr Lebensunterhalt auf Dauer gesichert ist. Die meisten können aufgrund der schweren Nebenwirkungen der HIV-Therapeutika und der HCV-Koinfektion keiner Erwerbsarbeit mehr nachgehen. Aufgrund frühzeitiger Berentung sind die Rentenansprüche in der Regel minimal. Viele jüngere Betroffene hatten wegen ihrer Erkrankung nie die Möglichkeit, einen Beruf auszuüben.”

Rösler solle schnell eine Lösung finden zur Fortführung der Stiftung, die
“den Betroffenen die Angst davor nimmt, ins soziale Abseits gedrängt zu werden, und langfristig ihren Lebensunterhalt sichert.”

Weitere Informationen:
Deutsche Hämophilie-Gesellschaft 05.02.2010: Brief an Bundesgesundheitsminister Rösler
ondamaris vom 5. Februar 2010




Zuletzt bearbeitet von administrator am Di 29 Okt, 2013 9:27 am, insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragVerfasst: Fr 19 Feb, 2010 2:36 am  Titel:  eiskalte Abwicklung eines Skandals Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Eiskalte Abwicklung eines Skandals

HIV-verseuchte Blutkonserven

Von Guido Bohsem

Es war einer der größten Skandale der achtziger Jahre: Tausende Bluter wurden durch verseuchte Blutkonserven mit HIV infiziert. Jetzt ist kein Geld für ihre Entschädigung mehr da - weil die Kranken länger leben als erwartet und die Pharmaindustrie nicht mehr zahlen will.

Es ist eine der traurigsten Geschichten der achtziger Jahre und sie ist noch nicht zu Ende. Tausende Bluter erkrankten damals, weil ihnen Blutplasma verabreicht wurde, das mit Aids-Erreger-Viren verseucht war. Sie wurden mit HIV infiziert oder erkrankten sogar an der damals noch häufig tödlich verlaufenden Immunschwäche. Jetzt könnte die Entschädigung für die Opfer des Bluter-Skandals entfallen, weil es Streit über die Finanzierung der eigens ins Leben gerufene Stiftung gibt.
Es war ein Skandal, der die Republik erschütterte und das Vertrauen in das deutsche Gesundheitswesen ins Wanken brachte.

Ein Untersuchungsausschuss des Bundestages kam 1994 zu dem Ergebnis, dass sich noch jahrelang Menschen infizierten, obwohl sich bereits 1982 niemand mehr hätte anstecken müssen. Schon zu diesem Zeitpunkt lagen die notwendigen Erkenntnisse über das HI-Virus vor und es gab bereits Methoden, um das Virus aus den Blutkonserven zu entfernen.

700 Betroffene leben noch

Betroffen waren vor allem Bluter, also Menschen, deren Blutgerinnung gestört ist und deren Wunden deshalb nur sehr schlecht schließen. Sie hatten weiterhin mit dem HI-Virus verseuchte Blutprodukte erhalten und alle - Behörden, Pharmafirmen, Politiker und Ärzte - trugen Schuld daran, urteilte der Ausschuss.

Um das Leiden der etwa 2300 Betroffenen zu lindern, wurde deshalb 1995 per Gesetz die "Stiftung Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen" ins Leben gerufen. Jeder von ihnen, der das HI-Virus in sich trägt erhält seitdem im Monat 767 Euro, für Aids-Kranke sind es 1534 Euro. Nicht-infizierte Kinder der betroffenen Patienten bekommen bis zum Ende ihrer Ausbildung im Monat 512 Euro.

127,8 Millionen Euro wurden dafür bereitgestellt, freiwillig finanziert durch den Bund (40 Prozent), die Pharmaindustrie (36,3 Prozent), die Länder (20 Prozent) und die Blutspendedienste des Roten Kreuzes (3,7 Prozent). Diese Summe, so war die Kalkulation, sollte reichen, um alle Betroffenen bis an ihr Lebensende zu versorgen. Spätestens 2010, so lauteten die Erwartungen, werde es keine Ansprüche mehr geben. Das war eine Fehleinschätzung.

Inzwischen kann Aids so gut behandelt werden, dass die Lebenserwartung der Erkrankten deutlich gestiegen ist. Schon 2002 wurden deshalb die Mittel der Stiftung aufgestockt. Das sollte bis 2017 reichen, weil aber etwa 700 Patienten noch leben, wird das Geld schon 2011 ausgehen. Bis 2017 fehlen etwa 69,8 Millionen Euro. Ansprüche wird es nach aktuellen Schätzungen noch bis 2070 geben. Laut Gesetz wird die Stiftung dann aufgelöst, wenn kein Geld mehr da ist.

Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) versucht nun, erneut Geld von den Stiftungsgebern zu erhalten. Das Rote Kreuz (DRK) hat bereits zugesagt, seinen Anteil weiter zu leisten, die Länder ebenfalls. Von den Firmen hat er auch eine Zusage erhalten - sie wollen bis 2016 pro Jahr zwei Millionen Euro zahlen. Das ist deutlich weniger als zuvor und der Auslöser für den Streit.

Finanzministerium springt nicht ein

Weil die Industrie nicht mehr zahlen will, hat das Finanzministerium im Haushalt 2010 auch die Mittel des Bundes gesperrt. Werden sie nicht freigegeben, fließt 2011 kein Geld mehr. Auch ist man im Haus von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nicht bereit, den fehlenden Betrag der Pharmaindustrie zu übernehmen. Es drängt auf Nachverhandlungen mit den Firmen.

Der Haken: Wenn der Bund nicht zahlt, wollen die Länder auch nicht zahlen - und auch dem DRK dürfte es nicht recht sein, zum Schluss als alleiniger Geldgeber bereitzustehen. Rösler will sich nun bei den Chefs der Pharmakonzerne noch einmal dafür einsetzen, dass sie ihren Beitrag erhöhen. Spätestens bis zum 4. März muss es ein Ergebnis geben. Dann nämlich wird der Haushaltsausschuss des Bundestags darüber befinden, ob er die vom Ministerium gesperrten Mittel freigibt.

18.2.10
http://www.sueddeutsche.de/politik/441/503662/text/schuss.


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BeitragVerfasst: Do 04 März, 2010 3:59 am  Titel:  Hämophilie-HIV-Hepatitis-Hartz IV Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hämophilie - HIV - Hepatitis - Hartz IV

Autor: Andreas Bemeleit

Der Schweizer Steuerexperte Arnold Gredig berichtet in dem Buch: Mein Leben mit 3 H: Hämophilie - HIV - Hepatitis über sein Leben als Bluter, der mit HIV und Hepatitis-C infiziert wurde. Die in Deutschland lebenden Bluter müssen dieser Abfolge von “H-Worten” in der Zukunft ein weiteres hinzufügen: Hartz IV.

mehr unter

http://zwischenzeit.de/blog/2010/03/02/hamophilie-hiv-hepatitis-hartz-iv/


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BeitragVerfasst: So 07 März, 2010 1:51 am  Titel:  Philipp Rösler ist froh Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Philipp Rösler ist froh - Die Freude teil ich nicht

Autor: Andreas Bemeleit

„Ich bin sehr froh, dass alle Finanzierungsbeteiligten – die pharmazeutischen Unternehmen, das Deutsche Rote Kreuz, die Länder und der Bund – eine Lösung im Sinne der Betroffenen gefunden haben.” sagt Dr. Philipp Rösler in einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit vom 5.03.2010.

Rösler bezieht sich auf die finanziellen Schwierigkeiten der Stiftung “Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen”. Das Stiftungskapital reicht nur noch für dieses Jahr.
Die von Rösler erwähnten Betroffenen sind zum großen Teil Hämophile (Bluter), die nicht virusinaktivierte Blutpräparate erhalten hatten und dadurch mit HIV infiziert worden sind.

Sie haben 1995 einer Vereinbarung zugestimmt, die ihnen eine Rente als Entschädigung zusichert.

Wenn diese Rente nicht mehr mit Sicherheit lebenslang gezahlt werden kann, ist es unverständlich, wie man hier von einer Lösung im Sinne der Betroffenen sprechen kann.

Rösler nennt es eine solidarische Aktion und betont, dass die pharmazeutischen Unternehmen ihren Beitrag namhaft erhöht haben. Fakt jedoch ist, dass der Anteil der pharmazeutischen Unternehmen ca. 30% geringer ist als bei Gründung der Stiftung.

Weitere jährliche Beiträge wurden für die Folgejahre als feste Absicht angekündigt.

Wie viel Vertrauen man einer Ankündigung schenken geben darf, die als feste Absicht bezeichnet wird, bleibt fraglich. Absichtserklärungen haben keine rechtliche Bindungswirkung.

Wenn der Bundesgesundheitsminister davon spricht, dass die finanziellen Hilfen dazu beitragen, die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen, wird deutlich, dass ihm deren Situation nicht bekannt ist. Die Betroffenen bestreiten ihren Lebensunterhalt mit diesen Zahlungen. Die meisten von ihnen haben mittlerweile AIDS und sind nicht mehr in der Lage zu arbeiten.

Röslers Hinweis auf weitere in der Zukunft zu treffende Bemühungen, um die Leistungsfähigkeit der Stiftung zu erhalten, verstärken die Sorgen der Betroffenen.

Für den Bundesgesundheitsminister scheint die Kuh jetzt erst einmal vom Eis zu sein. Eines ist sicher: die nächsten Winter kommen bestimmt. Eine nachhaltige Lösung ist weiterhin nicht in Sicht.

http://zwischenzeit.de/blog/2010/03/05/philipp-rosler-ist-froh-die-freude-teil-ich-nicht/


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BeitragVerfasst: Sa 05 März, 2011 12:24 pm  Titel:  Pharmafirmen entschädigen Bluter mit Hepatitis C Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Pharmafirmen entschädigen Bluter mit Hepatitis C

In Deutschland hat man jetzt zum ersten Mal Hämophile entschädigt, die durch Gerinnungsmittel mit Hepatitis C infiziert wurden. Die Pharmafirmen Bayer, Baxter, Behring-Aventis und Alpha zahlten den knapp 90 Betroffenen, die nachweislich zwischen 1978 und 1984 mit Viren belastete Medikamente erhalten hatten, jeweils bis zu 10.000 US $. Unter den Klägern war auch ein HIV-Positiver.

Ein Beitrag von Peter Rehberg.

Menschen mit Hämophilie (Bluter) sind auf Gerinnungsmittel angewiesen. Diese Medikamente wurden bis 1990 auf der Basis von Blutkonserven hergestellt. Schon in den 1970er Jahren fiel allerdings auf, dass regelmäßig damit behandelte Patienten häufiger an Virusinfektionen wie Hepatitis C (HCV) leiden. Schon 1976 lagen patentierte Verfahren zur Virusinaktivierung vor, mit denen man hätte sicherstellen können, dass die Gerinnungsmittel nicht länger infiziert sind – sei es mit HCV oder anderen Viren. Spätestens ab 1978 hätten diese Verfahren standardmäßig angewendet werden können. Tatsächlich wurde die Pharmaindustrie erst sechs Jahre später aufgrund der Aids-Krise aktiv: Erst seit 1984 legt sie Wert darauf, dass Blutprodukte keine Viren mehr enthalten.

HCV-Infektionen hätte man verhindern können

Zwischen 1978 und 1984 sind also weltweit Bluter mit HCV- und HIV-infizierten Gerinnungsmitteln behandelt worden, obwohl dies hätte verhindert werden können – so argumentiert eine amerikanische Anwaltskanzlei, die 2003 im Auftrag ausländischer Kläger den Prozess gegen die Pharmafirmen Bayer, Baxter, Behring-Aventis und Alpha einleitete. Sie hatte bereits zuvor gute Entschädigungssummen für amerikanische Patienten erstritten und dann nach möglichen Klägern auch außerhalb der USA gesucht. Dieser nun international ausgeweitete Prozess erschien ihr als ein lukratives Geschäft.

Auch in Deutschland machten sich die Anwälte auf die Suche nach HCV-Patienten, die die Kriterien für eine Entschädigung erfüllten. Das war nicht leicht, denn die Patienten mussten nachweisen, dass sie nicht vor 1978 behandelt worden waren, sondern erst ab dem Zeitpunkt, wo eine Infizierung auch tatsächlich hätte verhindert werden können. Außerdem war erforderlich, dass sie ihre Behandlung detailliert dokumentieren. Auf die Unterstützung der behandelnden Ärzte, die sich selbst hätten fragen müssen, welche Rolle sie in dieser Geschichte spielten, „konnten sie dabei nicht immer zählen“, so Werner Kalnins, Vorsitzender der Deutschen Hämophiliegesellschaft.

16.000 DM inklusive Beerdigungskosten pro HIV-Patient

Diese Gesellschaft unterstützte den Prozess. Schließlich waren HCV-infizierte Hämophile bisher nicht entschädigt worden – anders als HIV-positive Hämophile. Diese hatten in Westdeutschland Ende der 1980er Jahre bei einem außergerichtlichen Vergleich von der Pharmaindustrie Geld erhalten, allerdings „in einem unverschämt geringen Ausmaß“, wie Werner Kalnins sagt.

16.000 DM pro Patient inklusive Beerdigungskosten gab es damals von den Pharmafirmen. Seit Mitte der 1990er werden durch Medikamente infizierte Bluterkranke über die „Stiftung Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-Infizierte“ zusätzlich vom deutschen Staat unterstützt, weil dieser hier seiner Aufsichtspflicht nicht nachgekommen ist. 750 Euro Rente erhalten HIV-positive Hämophile und 1.500 Euro Rente Menschen mit Vollbild Aids. HCV-infizierte Bluter bekommen aber bis heute nichts. Werner Kalnins erachtet dies „als einen großen Medizinskandal“.

Statistisch ist jeder Zehntausendste hämophil. Demnach leben in Deutschland heute etwa 8.000 Bluter. 120 davon schlug die Deutsche Hämophiliegesellschaft den amerikanischen Anwälten vor, knapp 90 wurden von ihnen akzeptiert. Sie erfüllen ihrer Meinung nach die für eine Entschädigung notwendigen Kriterien.

Unter diesen knapp 90 Klägern ist auch ein Patient mit HIV. Dieser hatte Anfang der 80er Jahre nach einem Verkehrsunfall sowohl Blutkonserven als auch Gerinnungsmittel bekommen, denn bei schweren Unfällen kann das Gerinnungssystem zusammenbrechen. Weil sein Fall so komplex war, konnte man nicht mit Sicherheit sagen, auf welchem Weg er infiziert worden war. Deshalb hatte er bei dem außergerichtlichen Vergleich Ende der 1980er keine Entschädigung erhalten. Jetzt soll er nach nicht bestätigten Angaben knapp 30.000 Dollar von den Pharmafirmen bekommen haben.

3.000 HCV-infizierte Bluter können nicht klagen

Das amerikanische Gericht hat die Klage mit dem Hinweis, dass die Kläger aus dem Ausland kommen, zwar gar nicht angenommen. Da die Anwaltskanzlei aber genügend Druck machte und zeigte, dass sie vor hohen Kosten nicht zurückschreckt (50.000.000 $ hatte sie bereits in den Fall investiert), haben sich die Pharmafirmen auf einen außergerichtlichen Vergleich eingelassen und insgesamt mehrere Millionen gezahlt.

Bedingung war, dass 95 % der Kläger dem Vergleich zustimmen, was auch der Fall war. Die knapp 90 Patienten in Deutschland (international waren es über 2.000) haben bis Ende 2010 alle ihr Geld erhalten. Teil des gerichtlichen Vergleichs ist, dass sie Stillschweigen über die Bedingungen bewahren müssen. Bayer wollte dazu keine näheren Angaben machen.

Die knapp 3.000 HCV-infizierten Hämophilen in Deutschland, die nicht klagen können, weil sie die Kriterien nicht erfüllen, haben bis heute keinen Anspruch auf Entschädigung – weder von den Pharmafirmen noch vom deutschen Staat. Einen entsprechenden Prozess gegen das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hatte die Deutsche Hämophiliegesellschaft in den 1990ern verloren. (Christine Hoepfner)

DAH blog vom 23. Februar 2011


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BeitragVerfasst: Mo 28 Okt, 2013 3:07 pm  Titel:  Blutgeld Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Blutgeld

Drei Brüder, die an der Bluter-Krankheit leiden und sich durch ein vermeintliches Heilmittel mit HIV infizieren, stehen im Mittelpunkt des Fernsehfilms "Blutgeld", in dem es um den Blutkonservenskandal geht, der Deutschland in den 80er Jahren erschütterte.

Anfang der 70er Jahre. Marianne Seifert bangt um das Leben ihrer Söhne. Sie sind Bluter, jede auch nur kleine Verlet­zung kann tödlich sein. Ein Fahrradunfall des Jüngsten, Ralf, scheint zum Glücksfall zu werden: Marianne erfährt von einem neuartigen Be­handlungsmittel. Mithilfe des Medikaments können die Brüder Ralf, Thomas und Stefan ein normales bürgerliches Leben führen.

http://www.zdf.de/Der-Fernsehfilm-der-Woche/Blutgeld-29780302.html

ZDF-Sendung am 28.10.2013 um 20.15 mit anschl. Dokumentation

Verschrieben und verkauft
http://www.sueddeutsche.de/medien/zdf-film-blutgeld-verschrieben-und-verkauft-1.1805422

Heikko Deutschmann: "Rock Hudson war ein Held"
http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.blutgeld-auf-zdf-heikko-deutschmann-rock-hudson-war-ein-held.997476a2-dc42-408f-aebc-c60d4df9ed6e.html

Menschen starben wie die Fliegen
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/fernsehfilm-blutgeld-im-zdf-menschen-starben-wie-die-fliegen-12634148.html

Alle handelnden Personen sind frei erfunden
http://www.welt.de/kultur/medien/article121262366/Alle-handelnden-Personen-sind-frei-erfunden.html

Die verratenen Hoffnungen der Bluter-Patienten
http://www.tagesspiegel.de/medien/zdf-drama-blutgeld-die-verratenen-hoffnungen-der-bluter-patienten/8991724.html

Blutkonserven-Skandal im ZDF
http://www.fr-online.de/tv-kritik/tv-kritik--blutgeld--blutkonserven-skandal-im-zdf,1473344,24816904.html

Die Kritiker: >Blutgeld<
http://www.quotenmeter.de/n/66892/die-kritiker-blutgeld


Kommentar

Dies ist zweifelsohne ein hervorragender Film auf der Basis realer Fakten mit hervorragenden Schauspielern. Dennoch, was in keiner Kritik erwähnt wird ist die undifferenzierte Verwendung der Begriffe HIV und Aids, wobei während des ganzen Films von Aids die Rede ist, auch dort, wo es primär um HIV geht.

„Aids- Infektion, Aids-Test, Aids-Infizierter, mit Aids infiziert, du musst einen Aids-Test machen, Aids verseuchte Medikamente, ich habe ihn mit Aids infiziert, Jungs mit Aids infiziert“.

Auch hier sei noch einmal gesagt: Es gibt weder eine Aids-Infektion noch einen Aids-Test noch kann man sich mit Aids infizieren. Korrekt sollte gesprochen werden von HIV-Infektion, HIV-Test und mit HIV-infizieren. Nur eine geringe Zahl der HIV-Infizierten entwickelt hierzulande eine der rd. 30 Krankheiten, die als "Aids" bezeichnet werden. Ist diese Krankheit überwunden, so hat die betroffene Person kein Aids mehr, sondern ist schlicht HIV-positiv. Dem Leser sollte auch bewusst sein, dass andere Patienten mit fortgeschrittener Immunschwäche wie z.B. Krebs-Patienten oder ältere Patienten die gleichen Krankheiten entwickeln können. Diese Krankheiten werden aber nur dann als "Aids" bezeichnet, wenn HIV nachgewiesen werden kann.

Vermutlich war es dem Regisseur wichtig die damalige Zeit möglichst realitätsnah wiederzugeben. Lediglich an einer Stelle spricht Prof. Schubert davon, dass die Infektion mit HIV zunächst nur bedeutet, dass der Körper Antikörper gegen HIV gebildet hat und nicht jeder Infizierte Aids entwickeln muss.

Immerhin wird in dem Film aufgezeigt, dass auch bis heute nicht jeder damals mit HIV Infizierte Aids entwickeln muss. Der jüngste der drei Brüder lebt ja offensichtlich heute noch als Rechtsanwalt in Berlin.

Dennoch steht hier der Skandal im Vordergrund und die Tatsache, dass die seinerzeit Verantwortlichen offensichtlich bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen wurden. Bleibt zu hoffen, dass der Film wenigstens dazu beiträgt, dass die noch lebenden HIV-positiven Bluter, die durch Blutkonserven mit HIV/HCV infiziert wurden, eine lebenslange angemessene Rente erhalten, auch über das Jahr 2017 hinaus.


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BeitragVerfasst: Do 06 März, 2014 1:57 pm  Titel:  Mein Leben mit 3 H Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Mein Leben mit 3 H

Hämophilie - HIV - Hepatitis

Arnold Gredig

projekte-verlag, 2008


Cover-Text

Arnold Gredig erzählt in seinem Buch über seine Erfahrungen als Bluter, HIV- und Hepatitis-Infizierter. Er stellt dabei fest, dass Schicksalsschläge durchaus auch Chancen sein können. Damit dies realisiert werden kann, ist ein persönlicher Verarbeitungsprozess und nicht die Flucht vor sich selbst Voraussetzung. Die Schwierigkeit ein Schicksal anzunehmen und nicht zu verdrängen, bedarf eines persönlichen Reifungsprozesses.

Mit seiner Erzählung dokumentiert er ferner, dass es gesellschaftsfähige Krankheiten gibt, und eben solche, die keinen Platz in unserer Gesellschaft haben. Der unbeschreibbare Druck einer Randgruppe anzugehören und die Angst vor einer Ausgrenzung aus der Gesellschaft zeigen auf, wohin Blockierung und Isolation führen können.

Dank seiner Selbstfindung und einer positiven Lebenseinstellung erlangte der Erzähler seinen inneren Frieden und die langersehnte Zufriedenheit.


weiterlesen unter
http://www.helferzelle.de/wil/viewtopic.php?p=7457#7457


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BeitragVerfasst: So 18 Mai, 2014 12:02 pm  Titel:  Stiftung für HIV-infizierte Bluter vor dem Aus Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Stiftung für HIV-infizierte Bluter vor dem Aus

Ein Medizinskandal erschütterte in den 80er Jahren das Land: Viele Bluter bekamen HIV und Aids. Schon über 1.000 Betroffene gestorben. Verantwortliche hatten die Augen verschlossen vor den Gefahren der Blutpräparate. Später gab etwas Hilfe - jetzt geht das Geld aus. Rund 30 Jahre nach dem so genannten Bluterskandal droht ein Ende der Hilfen für HIV-infizierte Bluterkrankte. Die Mittel reichten nur noch bis 2017.

Mehr unter: n-tv vom 25. April 2014
http://www.n-tv.de/politik/Stiftung-fuer-HIV-infizierte-Bluter-vor-dem-Aus-article12716561.html


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BeitragVerfasst: Di 09 Dez, 2014 12:19 am  Titel:  Hepatitis C Behandlung „Ein ewiges Hin und Her!“ Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hepatitis C Behandlung „Ein ewiges Hin und Her!“

Aus Angst vor Regressforderungen der Krankenkassen scheuen sich Ärzte, chronisch Hepatitis C Infizierten die neuen, sehr effektiven, aber enorm teuren Medikamente zu verschreiben. Andreas Bemeleit hat das erlebt – und ließ nicht locker. Gemeinsam mit seiner Frau hat Andreas Bemeleit im Jahr 2010 das Netzwerk Robin Blood gegründet, das sich für die Entschädigung der HIV- und HCV-Infizierten einsetzt, die in den 1980er-Jahren durch Blutprodukte infiziert wurden.

Mehr unter: DAH blog magazin.hiv vom 19. November 2014
http://blog.aidshilfe.de/2014/11/19/ein-ewiges-hin-und-her/


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BeitragVerfasst: So 21 Mai, 2017 7:47 pm  Titel:  (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Entschädigungsfonds für HIV-Infizierte reicht nur noch bis 2018

Es ist eine schreckliche Geschichte. Sie spielt in den 1980er Jahren, aber ihre Folgen wirken bis heute fort. Es geht um den Skandal um hunderte an der Bluterkrankheit leidende Patienten, die seinerzeit über verunreinigte Blutskonserven mit dem HI-Virus infiziert wurden. Viele von ihnen sind heute schon gestorben, aber einige hundert leben noch. Für sie wurde 1994 die Stiftung Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen gegründet. Ein Jahr nachdem ein Untersuchungsausschuss des deutschen Bundestags den Skandal endlich aufgearbeitet hatte.

Siehe auch Ärztezeitung: Finanzierung der HIV-Stiftung nicht gesichert
http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/article/930442/bundesregierung-finanzierung-hiv-stiftung-nicht-gesichert.html

Mehr unter: Handelsblatt vom 24. Februar 2017
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/verunreinigte-blutskonserven-entschaedigungsfonds-fuer-hiv-infizierte-reicht-nur-noch-bis-2018/19435988.html


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BeitragVerfasst: Mo 14 Aug, 2017 10:54 am  Titel:  (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Stiftung begrüßt Änderung des HIV-Hilfegesetzes

Die Stiftung "Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen" begrüßt die jetzt vom Deutschen Bundestag beschlossenen Änderungen des HIV-Hilfegesetzes, die dazu führen, dass die Betroffenen die Leistungen künftig lebenslang erhalten. Der Stiftungsvorstand dankt den Vorsitzenden des Stiftungsrates, Herrn MdB Jens Spahn und Frau MdB Bärbel Bas, sowie Herrn Staatssekretär Lutz Stroppe, BMG, für ihr großes Engagement.

Mehr unter: Presseportal - Meldung vom 2. Juni 2017
http://www.presseportal.de/pm/113444/3650819


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