HIV/Aids
Diskussionsforum
Infopool
Helferzelle Foren-Übersicht


Wo Gefahr ist,
wächst das Rettende auch.


Friedrich Hölderlin

Selbsthilfe & Prophylaxe
Alternative & Komplementäre Therapie
  ImpressumImpressum  
  Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen  
  FAQFAQ  
  SuchenSuchen  
  LoginLogin  
  RegistrierenRegistrieren  
  DiskussionsforumForum  
  KnowledgeInfopool  
  ServiceService  
  Link zur Seite Heilpraxis BalesNaturheilpraxis  
  ImmunpowerImmunpower  
  Links  
  Gästebuch  
Kalender 
Nächstes Thema anzeigen
Vorheriges Thema anzeigen

Neues Thema eröffnenNeue Antwort erstellen Vorheriges Thema anzeigenDieses Thema verschickenZeige Benutzer, die dieses Thema gesehen habenDieses Thema als Datei sichernPrintable versionEinloggen, um private Nachrichten zu lesenNächstes Thema anzeigen
Autor Nachricht
administrator
administrator


Alter: 70
Anmeldungsdatum: 27.02.2005
Beiträge: 7808
Wohnort: Köln
blank.gif
BeitragVerfasst: Sa 28 Nov, 2009 2:26 am  Titel:  Hepatitis C: Ist Blut-Kontakt das Problem? Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hepatitis C: ist Blut-Kontakt das Problem?

Ist Blut-Kontakt der entscheidende Faktor für eine Übertragung von Hepatitis C auch im sexuellen Kontext? Studienergebnisse an HIV- und HCV-infizierten schwulen Männern deuten erneut darauf hin.

Paris, Amsterdam, Schweiz, London, Brighton, Deutschland – auf internationalen Aids-Konferenzen werden seit einiger Zeit immer wieder alarmierende Berichte über Hepatitis C vorgestellt – insbesondere über “Ausbrüche” von Hepatitis C unter schwulen Männern. In San Francisco wurde jüngst angesichts hoher Infektionszahlen von der Stadtverwaltung sogar eine ‘Special Task Force Hepatitis C’ gegründet.
Bemerkenswerterweise fanden die meisten der Hepatitis-C-Infektionen dieser “Ausbrüche” unter HIV-infizierten schwulen Männern statt.

Aber warum infizieren sich insbesondere schwule HIV-positive Männer mit Hepatitis C? Bald schon gerieten verschiedene Sex-Praktiken in Verdacht, ebenso wie eine Beteiligung sexuell übertragbarer Erkrankungen.
Mit der Frage des ‘warum’, der Risikofaktoren für eine Hepatitis-C-Übertragung bei schwulen HIV-positiven Männern beschäftigten sich Forscher aus Berlin und Bonn im Rahmen einer ‘Case Control’ – Studie. Die Ergebnisse wurden auf dem 12. Europäischen Aids-Kongress in Köln in einem prämierten Poster vorgestellt.

Die Forscher um Axel J. Schmidt untersuchten zwischen 2006 und 2008 im Rahmen der Studie 34 HIV-Infizierte mit gleichzeitiger Hepatitis-C – Infektion (die im Rahmen einer an der Uniklinik Bonn laufenden Studie zur Behandlung der akuten Hepatitis C behandelt wurden) sowie 67 Kontroll-Fälle (HIV-positive schwule Männer ohne Hepatitis-C-Infektion).
Drei Faktoren erwiesen sich dabei unabhängig von einander und signifikant als Risiko-Faktoren für eine Infektion mit Hepatitis C:

o häufige anale Traumata (Verletzungen, Wunden) mit nachfolgendem Bluten beim Sex,

o häufiges Fisten, sowie

o eine Kombination von nasalem Drogengebrauch (z.B. Kokain, Amphetamine, Ketamin) und dem Praktizieren von Gruppen-Sex.

Einige Fälle (3 = 6%) wiesen allerdings keinen der drei genannten Risikofaktoren auf. Bei den untersuchten Fällen war der Risikofaktor “rektales Bluten” stark assoziiert mit früheren rektalen Operationen. Ungeschützter analer Sex hingegen war für sich allein betrachtet kein Risikofaktor für Hepatitis C.

Schmidt betonte in dem Poster, es gebe zunehmende Evidenz dafür, dass die Übertragung von HCV (Hepatitis-C-Virus) stattfinde zwischen HIV-positiven schwulen Männern in Kontexten einer erhöhten HCV-Prävalenz (Gruppen-Sex, insbesondere wenn mit ‘Serosorting’), und wenn die Integrität der Schleimhaut verletzt sei – sei es durch ausdauernden Sex (wie bei Benutzung von PDE5-Hemmern wie Viagra®) oder bei ‘harten’ anogenitalen Praktiken, oder bei entzündlichen sexuell übertragbaren Erkrankungen, und besonders bei Fisten und sexuell verursachten analen Blutungen.

Schmidt wies besonders auf die Frage des Schutz-Verhaltens hin: die Übertragung von HCV könne eventuell einer anderen Rationale folgen als bisherige sexuell übertragbare Erkrankungen. Bisher werde davon ausgegangen, dass der Überträger einer Infektion selbst infiziert sein müsse. Bei HCV jedoch könne womöglich der Fall sein, dass der insertive (’aktive’) Partner nicht notwendigerweise mit HCV infiziert sein müsse, um HCV zu übertragen:

Ähnlich wie beim Handschuh (mit dem der ‘aktive’ Fister sich schütze, aber HCV mit dem Handschuh von einem ‘Passiven’ direkt auf einen weiteren Passiven übertragen könne) oder beim gerollten Geldschein (bei dem, wenn gemeinsam benutzt, Blutpartikel von einem User zum nächsten gelangen könnten) könnte auch bei Kondombenutzung der aktive Sexpartner zwar sich selbst schützen, aber im Kontext von Gruppensex auch bei Kondom-Benutzung HCV von einer auf eine weitere Person übertragen.

Dies würde bedeuten, dass Begriffe wie “safer Sex” oder “Risikoverhalten” wenig weiterführend sind im Kontext einer Hepatitis-C-Übertragung, wenn nicht zusätzlich auf wesentliche Details eingegangen wird.

Schmidt forderte insbesondere vermehrte Prävention zu sexuellen Übertragungswegen von Hepatitis C, die über die Betonung der Bedeutung von Kondom-Benutzung hinaus reichen sollten. Insbesondere sollten die Risiken der Verwendung von Kondomen, Handschuhen oder auch Geldschein-Rollen bei mehreren Partnern gerade bei Risiken rektaler Blutungen klarer kommuniziert werden.

Betreiber von Orten sexueller Begegnungen sollten darauf achten, Verunreinigungen durch Blut zu vermeiden (z.B. durch die Bereitstellung von Gleitmittel-Spendern statt -Töpfen). Auch die Bereitstellung von nicht verletzungsträchtigen Schläuchen zum nasalen Drogenkonsum (’safer use’) könnte HCV-Infektionsrisiken reduzieren.

Schwule Männer mit rektalen Operationen (z.B. aufgrund Analfissuren oder Entfernung analer Feigwarzen) sollten sich bewusst sein, dass eine zu schnelle Wiederaufnahme von Analverkehr das Risiko rektaler Blutungen (und damit potentieller HCV-Übertragungsrisiken) erhöht.

Weitere Informationen:
Axel J. Schmidt et al.: “The Trouble with Bleeding. Why do HIV-positive Gay Men Get Hepatitis C?” 12. Europäischer Aids-Kongress Köln 2009: Poster BPD 1/7
aidsmap 12.11.2009: Blood rather than semen mode of HCV transmission in HIV-positive gay men

ondamaris vom 20. November 2009


Zwillinge Geschlecht:Männlich Ratte OfflinePersönliche Galerie von administratorBenutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht sendenE-Mail senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:      
Neues Thema eröffnenNeue Antwort erstellen Vorheriges Thema anzeigenDieses Thema verschickenZeige Benutzer, die dieses Thema gesehen habenDieses Thema als Datei sichernPrintable versionEinloggen, um private Nachrichten zu lesenNächstes Thema anzeigen

Nächstes Thema anzeigen
Vorheriges Thema anzeigen
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen


Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde

Forensicherheit

72442 Angriffe abgewehrt
Powered by phpBB2 Plus, Artikelverzeichnis and Monrose based on phpBB © 2001/6 phpBB Group :: FI Theme :: Mods und Credits

[ Zeit: 0.0751s ][ Queries: 19 (0.0113s) ][ Debug Ein ]