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BeitragVerfasst: Sa 28 März, 2009 12:43 pm  Titel:  Nebenwirkungen/Langzeitfolgen Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Nebenwirkungen und Langzeitfolgen der Medikamente

Nebenwirkungen und Langzeitfolgen der Therapien gegen Aids stellen einen bedeutenden Sorgen-Faktor bei der Entscheidung über eine Therapie dar – und werden zugleich von Positiven unter Therapie als gravierende Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität erlebt. Besonders herausstechend: die Lipodystrophie und ihre Folgen.

Die britische HIV-Zeitschrift „hiv treatment update“ befragte ihre LeserInnen, u.a. zu Fragen von Therapie, Therapiebeginn und Therapie-Problemen.2.194 Personen beteiligten sich an der Befragung – und ihre Antworten zeigten unter anderem, dass Nebenwirkungen der Therapien weiterhin ein bedeutendes Problem darstellen.

Haben Sie Sorgen wegen möglicher Nebenwirkungen der Therapien? „Ja“ (’major’ und ‘important’) sagten 78% der Befragten. Und, noch überraschender, es zeigten sich keine Unterschiede zwischen Befragten, die antiretrovirale Therapien neu beginnen oder denen, die eine Therapie wieder aufnehmen wollten. Die Sorgen um Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen gleich deutlich ausgeprägt – eine Entscheidung für und Erfahrung mit den Therapien scheint keineswegs die Sorge um Nebenwirkungen zu mindern. Ebenso war die Sorgen um Nebenwirkungen (im Gegensatz zu anderen Sorgen wie Wechselwirkungen oder Stigmatisierung) nahezu gleich hoch ausgeprägt bei Teilnehmern aus Industriestaaten und aus weniger entwickelten Ländern (in denen 22%.der Teilnehmer lebten).

Bei denjenigen Befragten, die zum Zeitpunkt der Befragung eine antiretrovirale Therapie durchführten, war die Sorge um Nebenwirkungen deutlich geringer (38 bzw. 50%) - allerdings war in dieser Gruppe dafür die Sorge um Langzeit-Folgen der Therapien mit 60% deutlich höher ausgeprägt.

Die Teilnehmer, die bereits antiretrovirale Therapien nahmen (77% in Industriestaaten, 49% in weniger entwickelten Staaten), wurden auch befragt danach, welche Nebenwirkungen sie erfahren haben, und deren Schwere.

Die mit Abstand am häufigsten irgendwann während der Therapiezeiten erlebten Nebenwirkungen waren Übelkeit und Durchfälle (80-90%) sowie psychologische Wirkungen, Erschöpfung / Anämien und Hautprobleme. Über 60% gaben zudem an, an sexuellen Funktionsstörungen zu leiden; über 60% (Industriestaaten) bzw. nahezu 75% (weniger entwickelte Staaten) gaben zudem an, an Fettumverteilungs-Störungen (Lipodystrophie) zu leiden.

Zudem wurden die Positiven unter Therapie befragt, welche Nebenwirkungen die gravierendsten Auswirkungen auf ihre Lebensqualität hätten. Spitzenreiter hier mit 28% (sowohl in Industriestaaten als auch weniger entwickelten Staaten): Lipodystrophie (Fettansammlungen und Fettverlust).

Einer der Befragten brachte es folgendermaßen auf den Punkt: „Trotz des Erfolges der hochwirksamen Therapien hat Lipodystrophie verheerende Auswirkungen.“ („the nam treatment survey“, hiv treatment update Nr. 183, January / February 2009)

Diese Befragung dürfte sicherlich nicht repräsentativ sein, zumal sie ‘nur’ die LeserInnen eines britischen Magazins für HIV-Positive umfasst. Dennoch zeigt sie eindeutig, dass das Thema Nebenwirkungen der antiretroviralen Therapien für viele HIV-Positive ein großer Sorgen-Faktor bei der Frage einer Therapie-Entscheidung ist – und, wie die Befragung zeigt, kein unberechtigter.

Eine Nebenwirkung sticht durch ihre Bedeutung besonders hervor - die Lipodystrophie, die Fettansammlungen an Bauch und Nacken bzw. Fettverlust an Extremitäten und im Gesicht. Dass angesichts der Bedeutung dieses Themas sowie der stigmatisierenden Folgen die Kassen sich immer noch weigern, die Kosten der verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten zu übernehmen, ist nicht hinnehmbar. Nebenwirkungs-Management, höhere Lebensqualität darf nicht, wie in diesem Fall, zur Luxus-Medizin für wenige werden.

Dass der Anteil an HIV-Positiven, die an Lipodystrophie leiden, in den weniger entwickelten Staaten zudem nochmals deutlich höher ist als in Industriestaaten, zeigt auf bestürzende Weise, in welchem Umfang hier zwar Therapien zur Verfügung stehen, aber eben suboptimale (u.a. auf Basis von d4T).

Die Frage der Versorgung HIV-Infizierter in weniger entwickelten Staaten mit antiretroviralen Therapien ist eben nicht nur eine Frage des ‘ob’ und des ‘wie viel’, sondern auch der Qualität der verfügbaren Therapien.

ondamaris vom 23. März 2009


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BeitragVerfasst: Do 13 Sep, 2012 8:22 pm  Titel:  Studien zu Nebenwirkungen Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Befragung von HIV-Positiven in Österreich

Dieser Abschnitt vom 2.10.2011 wird hierhin verschoben

Lebensqualität mit HIV-Therapie (HAART)
http://www.helferzelle.de/wil/viewtopic.php?t=1510


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BeitragVerfasst: Do 13 Sep, 2012 8:27 pm  Titel:  Studie aus Großbritanien Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Befragung von HIV-Positiven zu Symptomen und deren Auswirkungen

Dieser Abschnitt vom 2.10.2011 wird hierhin verschoben.

"Der National AIDS Trust (NAT) in Großbritannien hat einen Bericht zu unregelmäßig und vor allem unvorhersehbar auftretenden Symptomen bei HIV-Positiven veröffentlicht. Der Bericht zeigt auf, dass sich solche Symptome stark nachteilig auf das Leben der Betroffenen auswirken. In vielen Fällen erschweren die Symptome die Planung und Bewältigung von Arbeit und anderen täglichen Aktivitäten sowie die Teilhabe am sozialen Leben.

Durchführung

Anonyme Online-Befragung insb. zu fünf definierten Symptomen, die mit HIV assoziiert werden und in den letzten sechs Monaten vor der Befragung auftraten (Symptome siehe Ergebnisse). Es nahmen 265 HIV-Positive teil.

Die Mehrheit der Teilnehmer gab mindestens eines der Symptome an:
• Erschöpfung bei 57% aller Teilnehmer
• Depressionen/Angstzustände 55%
• Magen-Darm-Probleme 48%
• Schlaflosigkeit/-störung 46%
• Neuropathie (Erkrankungen des peripheren Nervensystems) 33%


Diese Symptome können Folge der Infektion und/oder der Behandlung sein. Viele Teilnehmer konnten die Ursache nicht mit Sicherheit benennen."

mehr unter
http://forumhiv.de/viewtopic.php?f=14&t=3318


Kommentar

Die Ursache für diese Nebenwirkungen können in der Tat vielfältiger Natur sein. Wie bereits schon häufig von mir beschrieben treten diese Symptome erfahrungsgemäß sowohl als Folge der bereits vor Kombitherapie bestehenden Dysregulationen und Mikronährstoffdefizite auf als auch erst durch die HIV-Medikamente ausgelöst.

Die Vielzahl dieser Nebenwirkungen sind erschreckend und zeigen, daß diese Nebenwirkungen offensichtlich nicht oder nicht ausreichend von HIV-Ärzten behandelt werden. Dies ist allerdings auch kaum möglich, da die Ursachen für diese Nebenwirkungen oftmals sehr komplex sind und nur durch ergänzende Methoden der Erfahrungsmedizin aufgedeckt und behandelt werden können.

Erschöpfung

Hierbei können vielfältige Faktoren eine Rolle spielen, z.B. Eisendefizit, Coenzym Q 10-Defizit, Vitamin B 12-Defizit, ATP-Defizit, zu wenig Schlaf, zu wenig Bewegung usw.

Depressionen/Angstzustände

Hier sollte als erstes abgeklärt werden, ob Sustiva der Auslöser ist und wenn ja das Medikament durch ein besseres ersetzt werden. Es können aber auch die Lebensumstände eine Rolle spielen z.B. Arbeitslosigkeit, geringes Einkommen, Beziehungsprobleme, Nebenwirkungen, Mikronärstoffdefizit wie Vitamin B-12-Defizit, Vitamin B 1-Defizit, Lithiummangel usw.

Es sollte hierbei auch immer abgeklärt werden, ob begleitende Hilfen durch einen Psychologen oder Psychotherapeuten notwendig und hilfreich sein können.

Magen-Darm-Probleme

Die Ursachen für diese Probleme können nur durch ergänzende Untersuchungen aufgedeckt werden, wie sie aber von HIV-Ärzten in aller Regel nicht durchgeführt werden. Magen-Darm-Probleme können erfahrungsgemäß relativ schnell behoben werden, wenn die Ursachen aufgedeckt wurden. Dieses Thema ist von besonderer Bedeutung, denn nur ein umfassend gesunder Darm kann Nährstoffe und Medikamente optimal aufnehmen und verwerten.

Schlaflosigkeit/-störung

Auch diese können diverse Ursachen haben. Bevor chemische Medikamente genommen werden, sollte man an Tee’s und pflanzliche Mittel denken. Wenn natürliche Mittel keine Besserung bringen, sollte man an ein Neurostreßprofil denken. Häufig sind wichtige Neurotransmitter wie Serotonin und Melatonin nicht in Ordnung, dies insbesondere bei langjähriger HIV-Infektion.

Neuropathie

Hier sollte geklärt werden, ob ein HIV-Medikament eingenommen wird, daß für neuropathische Störungen bekannt ist wie z.B. Videx, daß dann durch ein anderes Medikament ausgetauscht werden sollte. Hierbei spielt die Entgiftung eine Rolle, aber auch Mikronährstoffe wie B 12, B 1, Liponsäure usw. Neuropathische Beschwerden konnten in meiner Praxis wiederholt sehr schnell behoben werden durch einige Injektionen oder Infusionen und/oder orale biologische Präparate.

Auch, wenn diese Nebenwirkungen auf den ersten Blick körperlicher Natur sind, sollte auch immer daran gedacht werden, daß manche dieser Probleme auch psychosomatisch sein können und sich durch entsprechende psychische Entlastung und Unterstützung durch einen Heilpraktiker, Sozialarbeiter, Psychologen oder Psychotherapeuten auflösen können.

Hier zeigt sich wieder einmal, wie dringend notwendig die Nutzung komplementärer Therapie durch Zusammenarbeit mit kompetenten Therapeuten der Erfahrungsmedizin wäre, um diese Nebenwirkungen und Störungen ursächlich zu behandeln. Allerdings geht das in unserem staatlichen Krankheitsförderungssystem nur bei HIV-Patienten, die auch in der Lage sind solche Kosten selbst zu tragen.


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BeitragVerfasst: Do 13 Sep, 2012 8:30 pm  Titel:  Nebenwirkungen & Prävention Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Darf man aus Nebenwirkungen der ART „präventives Kapital“ schlagen?

Dieser Abschnitt vom 17.7.2011 wird hierhin verschoben.

Pro und Contra: Darf man aus Nebenwirkungen der ART „präventives Kapital“ schlagen? Angesichts der besseren Behandelbarkeit der HIV-Infektion befürchten Präventionisten, dass Menschen zunehmend sorgloser mit der Bedrohung durch HIV umgehen könnten. Schließlich habe die Todesdrohung in den frühen Zeiten von Aids zur Schutz-Motivation beigetragen und somit für den „präventiven Rückenwind“ gesorgt.

Mehr unter:
blog DAH vom 10. Juli 2011
http://blog.aidshilfe.de/2011/07/08/pro-und-contra-darf-man-aus-nebenwirkungen-der-art-„praventives-kapital“-schlagen/


Kommentar

Die Postkarten sind schlicht abstoßend und unterscheiden sich in ihrer Widerlichkeit kaum von den Aktionen der Michael-Stich-Stiftung. Exakt mit solchen Postkarten erreicht man das Gegenteil von dem was beabsichtigt ist.

Man kann über die Motivation zum Schutz vor HIV, zu einem frühzeitigen HIV-Test und einer frühzeitigen HIV-Therapie aufklären, ohne daß man derart abstoßende und widerliche Postkarten in die Welt setzt. Solche Postkarten haben ganz sicher keine motivierende Wirkung, sondern eine abschreckende Wirkung hinsichtlich HIV-Test und HIV-Therapie.

Was mir hier wie anderswo auffällt ist immer wieder das gleiche: Die Nebenwirkungen werden als gottgegeben bzw. als zwangsläufige Zugabe zu den HIV-Medikamenten propagiert. Dabei gibt es eine Menge Möglichkeiten Nebenwirkungen zu vermeiden bzw. schnellstens abzustellen. Dies fängt bereits beim richtigen Zeitpunkt des Beginn der Kombitherapie an, bei der richtigen Auswahl der HIV-Medikamente, bei der frühzeitigen Inanspruchnahme einer komplementären Therapie bei Auftreten von Nebenwirkungen bzw. beim rechtzeitigen Umstellen der Kombinationstherapie, wenn allopathische und/oder komplementäre Therapie diese nicht dauerhaft beheben können.

Meine Beobachtung ist, daß zunehmend sorgloser mit der Kombitherapie begonnen wird, obwohl es keine zwingenden Gründe dafür gibt. Und dies sowohl von seiten HIV-Positiver als auch von Seiten vieler HIV-Ärzte. Bei vielen HIV-Positiven könnte durch Nutzung einer kompetenten alternativen Therapie die Zeit ohne Kombi wesentlich verlängert, bei manchen HIV-Positiven wegen ihrer niedrigen Viruslast und/oder guten Helferzellen vermutlich sogar auf Dauer vermieden werden.

Nebenwirkungen entstehen vielfach auch erst auf dem Hintergrund bereits bestehender Mikro- und Makronährstoffdefizite, einer desolaten Darmsituation, von oxidativen, nitrosativem und neurogenem Streß. Mit anderen Worten, diese Defizite und Dysregulationen bestehen bereits vor Beginn der Kombitherapie und werden dann durch die Kombitherapie verstärkt, so daß Nebenwirkungen die Folge sind oder aber sie entstehen erst durch die zweifelsohne jeden Körper belastenden chemischen Kombi-Medikamente. Erfolgt dann keine rechtzeitige Korrektur bzw. ein Ausgleich der Defizite oder eine Behandlung der Dysregulationen werden sich mehr und mehr Nebenwirkungen und darauf aufbauend Folgekrankheiten entwickeln. Werden die Nebenwirkungen und Folgekrankheiten erneut mit chemischen Medikamenten unterdrückt wird sich der Kreislauf neuer Probleme fortsetzen.

Insofern gilt es
sich frühzeitig um eine komplementäre Therapie
bei einem Naturarzt oder Heilpraktiker zu bemühen,
der auf diesem Gebiet fachlich kompetent ist.


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BeitragVerfasst: Do 13 Sep, 2012 8:32 pm  Titel:  Zunahme nichts Aids definierender Erkrankunen Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Zunahme der Inzidenz nicht AIDS definierender Erkrankungen

Dieser Abschnitt vom 11.7.2009 wird hierhin verschoben.

Zunahme der Inzidenz nicht AIDS definierender Erkrankungen in der Ära der kombinierten antiretroviralen Therapie.

Nicht-AIDS definierende Erkrankungen treten seit Einführung der antiretroviralen Kombinationstherapie häufiger auf als AIDS-definierende Erkrankungen.

Die Risikofaktoren für Nicht-AIDS definierende Erkrankungen hängen zum Teil mit den Lebensgewohnheiten der Betroffenen zusammen, sind teilweise aber auch auf den durch das HI-Virus verursachten Immundefekt zurückführbar. Dies ist das Ergebnis einer europäischen Studie mit 10.341 Patienten.

Während des Beobachtungszeitraums der Studie waren 684 HIV-Patienten von Nicht-AIDS definierenden Erkrankungen und 641 HIV-Infizierte von AIDS-definierenden Erkrankungen betroffen.

Zu den häufigsten Nicht-AIDS definierenden Erkrankungen zählten bösartige Tumore, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Leberversagen. Unter den AIDS-definierenden Erkrankungen dominierten Pilzerkrankungen der Speiseröhre, Lungentuberkulose und Lungenentzündungen.

316 Patienten starben in Folge
einer Nicht-AIDS definierenden Erkrankung
im Vergleich zu 219, die in Folge
einer AIDS-definierenden Erkrankung starben.


Begleiterkrankungen wie Hepatitis B oder C, Diabetes, Bluthochdruck und Anämien erhöhten das Risiko für Nicht-AIDS definierende Erkrankungen ebenso wie Tabakkonsum.

Patienten mit einer doppelt so hohen aktuellen CD4-Zellzahl im Vergleich zu einem anderen HIV-Infizierten hatten ein um 23% niedrigeres Risiko für Nicht-AIDS definierende Erkrankungen.

Je länger die CD4-Zellzahl unterhalb von 200/µl Blut lag
desto höher stieg das entsprechende Erkrankungsrisiko an.


Im Gegensatz hierzu erhöhten Diabetes, Bluthochdruck und Hepatitis B oder C-Infektionen das Risiko für AIDS-definierende Erkrankungen nicht. Vielmehr hing das diesbezügliche Erkrankungsrisiko von der gegenwärtigen Viruslast und der aktuellen CD4-Zellzahl ab. Sobald eine niedrige CD4-Zellzahl sich nach Aufnahme der antiretroviralen Behandlung erholt hatte, sank das entsprechende Erkrankungsrisiko.

Nach Ansicht der Forscher sollten die Risikofaktoren für Nicht-AIDS definierende Erkrankungen noch genauer untersucht werden. (HIV-Info)

Quelle: CROI 2009, Poster 707 (Mocroft et al)
MedAustria vom 2. Juli 2009


Kommentar

Hier bestätigt sich meine wiederholte geäußerte Sichtweise, daß alle HIV-Patienten unter Kombi DRINGEND eine komplementäre Therapie in Anspruch nehmen sollten, damit solche negativen Entwicklungen verhindert werden.

Alle von mir bislang untersuchten HIV-Patienten unter langjähriger Kombi haben massive Stoffwechsel- und Immundysdysregulationen sowie Mikro- und Makronährstoffdefizite mit der Folge von oxidativem und nitrosativem Streß, Glutathiondefizit, Nährstoffdefiziten, vor allem Selen-, Vitamin B 12- und Folsäuremangel, erheblichen Störungen im Darm hinsichtlich Darmbakterien, DarmImmunsystem, Entzündungsfaktoren und ganz besonders bezüglich einer gestörten exokrinen PankreasInsufissifienz.

Viele derartige Patienten haben trotz halbwegs normaler oder halbnormaler Helferzellen ein geschwächtes Immunsystem im Lymphozytentransformationstest und befinden sich weiterhin oftmals in einer starken TH2-Dominanz.

Sie haben häufig erhöhte Blutfettwerte, vor allem erhöhtes Homocystein und manche auch erhöhtes bis stark erhöhtes Lipoprotein(a), was ein massives Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten darstellt.

HIV-Ärzte schauen in der Regel zu bis die Werte eskalieren oder es zu spät ist oder aber normabweichende Werte werden mit weiterer allopathischer Medikation kaschiert, ohne daß die Ursachen behandelt werden.


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BeitragVerfasst: Do 13 Sep, 2012 8:34 pm  Titel:  Erkrankungshäufigkeit Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Erkrankungshäufigkeit

Dieser Abschnitt vom 5.3.2009 wird hierhin verschoben.

HIV-Infektion, antiretrovirale Therapie, Altern und nicht mit AIDS in Verbindung stehende Erkrankungshäufigkeit

• Obwohl die Mortalität von Menschen mit HIV mit zunehmend besser werdender HIV-Therapie weiter zurückgehen wird, ist sie immer noch höher als die Nicht-Infizierter.

• Das Risiko für nicht-AIDS-assoziierte Morbidität und Mortalität – einschließlich kardiovaskulärer Erkrankungen, Lebererkrankungen und Krebs – ist bei einer unbehandelten HIV-Infektion höher als bei einer behandelten.

• Die Inzidenz von Krebs, Lebererkrankungen und kardiovaskulärer Erkrankungen ist bei behandelten HIV-Patienten höher, als in der altersvergleichbaren nicht-infizierten Population.

• Niedrige CD4-Zellzahlen unter ART sind mit einem erhöhten Risiko für Krebs, Lebererkrankungen und möglicherweise auch kardiovaskulärer Erkrankungen assoziiert.

• Die ART verbessert die immunologischen Funktionen. Persistierende Immundefekte – vergleichbar mit denen, die im hohen Alter gesehen werden – bleiben erhalten.

• Inflammatorische Prozesse bleiben häufig auch unter Langzeit-ART erhöht; die Ursachen und die klinische Relevanz sind unklar.

HIV-Report Ausgabe Nr. 02/2009 vom 05.03.2009

Kommentar

Anhand dieser Faktoren wird deutlich, warum ich unaufhörlich für eine frühzeitige alternative Therapie (ohne Kombi) und eine ebenso frühzeitig komplementäre Therapie (ergänzend zur Kombi) aufrufe.


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BeitragVerfasst: Do 19 Jun, 2014 4:12 pm  Titel:  ART-Nebenwirkungsmanagement außerhalb der Arztpraxis Antworten mit ZitatNach untenNach oben

ART-Nebenwirkungsmanagement außerhalb der Arztpraxis

Herausforderungen hinter der ApoTheke

Von Isolde Meyer, Apothekerin

„Da der Patient die Wirkung der ART nicht spürt, werden unerwünschte Effekte subjektiv zur Hauptwirkung. Laut Studien sind es fast 20 % der Patienten, die auf Grund von Nebenwirkungen ihre erste ART innerhalb des ersten Jahres änderten. Somit sind die Nebenwirkungen der Hauptgrund für Adhärenzprobleme, Therapieumstellungen oder gar Therapieabbrüche. Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit Beratungsmöglichkeiten in der Apotheke, auch zum Einsatz von OTC und zu Ernährungserkenntnissen.

Sehr erfreulich ist die Tatsache, dass die Forschung auch in Bezug auf Nebenwirkungen viel geleistet hat. Wurden noch vor ein paar Jahren oft Therapien wegen Erbrechens, Durchfällen oder Fatique-Syndroms abgebrochen, so werden heute bei den neuen Kombinationspräparaten Nebenwirkungen oft gar nicht mehr bemerkt. Dennoch treten sie in unterschiedlicher Ausprägung auf und können dem Patienten mitunter Probleme bereiten.

Häufige Nebenwirkungen

HIV-Medikamente haben eine Vielzahl von Nebenwirkungen. Betrachtet man die häufigsten Nebenwirkungen von HIV-Medikamenten, stellt man schnell fest, dass die Nebenwirkungen in allen Arzneimittelgruppen ähnlich sind und diese häufig den Gastrointestinaltrakt betreffen. Hier ist die Apotheke gefragt, denn er wird neben dem Arzt die wichtigste Anlaufstelle für den Patienten sein. Da diese Beschwerden in den ersten Wochen nach Therapiebeginn auftreten, ist der wichtigste Rat, den Patienten zu ermutigen, nicht gleich wegen der Nebenwirkungen die Therapie in Frage zu stellen.

Bei GI-Beschwerden ist der wichtigste Rat, den Patienten zu ermutigen,
nicht wegen der Nebenwirkungen die Therapie in Frage zu stellen.


GI = GastroIntestinaltrakt = Darm (Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Sodbrennen usw.)

Bei Magenschmerzen und Sodbrennen sind mehrere kleine Mahlzeiten günstig und der Verzicht auf „Säureblocker“ wie Süßigkeiten, Alkohol und Nikotin. Die Empfehlung von Antacida, H2-Blockern und PPI (ProtonenPumpenHemmer) ist jedoch schwierig, wie unbedingt der zeitliche Abstand zu den HIV-Medikamenten eingehalten werden muss.

Eine weitere erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität sind die oft starken bis explosionsartigen Diarrhoen, meistens ausgelöst durch Proteaseinhibitoren. Hier bietet sich in der Apotheke die klassische Ernährungsberatung an mit Berücksichtigung der fehlenden Nährstoffe, Mineralstoffe und Vitamine. Anhaltende Müdigkeit und Schlafstörungen sind für viele HIV-Positive eine ständige Begleiterscheinung der Infektion. Hier kann der Apotheker über die richtige Schlafhygiene aufklären, evtl. den Hormon- und Mineralstoffspiegel überprüfen lassen.

Seltene, aber gefährliche Nebenwirkungen

Schwerwiegende Nebenwirkungen machen eine engmaschige Überwachung durch den Arzt erforderlich. Aber auch als Apotheker sollte man mit bedrohlichen Nebenwirkungen vertraut sein und auf mögliche Gefahren hinweisen.

Allergien und Exantheme unter NNRTIs und Proteaseinhibitoren sind oft nur leicht ausgeprägt und reversibel. Aber manchmal breitet sich das Ekzem über den ganzen Körper aus, oft begleitet von Fieber und Schwäche. Alarmsignale für schwere Verläufe sind Blasenbildung, Beteiligung der Schleimhaut und hohes Fieber. In diesen Fällen muss der Patient vorinformiert sein und wissen, dass er sein HIV-Medikament sofort absetzt und zum Arzt bzw. gleich in die Klinik geht. Speziell bei Etravirin (Intelence) und Abacavir (Ziagen) muss der Patient gewarnt werden, weil es zum Stevens-Johnson-Syndrom oder zum Lyell-Syndrom mit tödlichem Verlauf kommen kann.

Unter Abacavir sind tödliche Hypersensitivitätsreaktionen bekannt. Da die Vorboten, wie Übelkeit, Schmerzen, Fieber oder Hautausschläge, keine typischen Symptome sind, muss der Patient vorgewarnt sein und beim leisesten Verdacht auf eine Hpersensitivitätsreaktion sofort und für immer das Abacavir absetzen! Dieser Hinweis darf bei einer Neuverordnung von Ziagen, Kivexa und Trizivir nie fehlen.

Eine weitere lebensgefährliche Nebenwirkung ist die Laktatazidose. Sie kann bis zum Schock und zum Versagen der Nierenfunktion führen. Diese sehr seltene Nebenwirkung wurde auch bei den NRTIs Stavudin (Zerit) und Didanosin (Videx) beobachtet.

Bedrohliche Nebenwirkungen können auch an der Leber und der Niere auftreten. Tenofovir ist eine potenziell nephrotoxische Substanz. Meist sind die Nierenfunktionsstörungen nach dem Absetzen rasch reversibel. Niemals sollte Tenofovir (Viread/Truvada/Atripla) bei vorgeschädigter Niere oder zusammen mit anderen nephrotoxischen Medikamenten wie NSAR, ASS oder Vancomycin kombiniert werden, damit es nicht zu einer Niereninsuffizienz oder gar zu Nierenversagen mit Dialysepflichtigkeit führt.

Leichte Leberwerterhöhungen sind bei allen HIV-Medikamenten häufig. Schwere, zum Teil tödliche Leberschäden wurden unter Nevirapin (Viramune) und Ritonavir (Norvir) beobachtet, vor allem wenn die Leber vorgeschädigt war durch eine gleichzeitige Hepatitis-Koinfektion oder durch Alkoholabusus. Bei Atazanavir (Reyataz) kommt es gelegentlich zu gelben Augen, hervorgerufen durch eine Hyperbilirubinämie, die allerdings ungefährlich und reversibel ist.“

Quelle: 15. Münchener Aids und Hepatitis Tage - Kongressbericht -, connexi 1/2014

Kommentar

1. Der Anspruch, dass die Apotheke neben dem Arzt der wichtigste Ansprechpartner für HIV-Patienten sei, begegnet mir zum ersten Mal und mag nach meiner Erfahrung allenfalls für ganz wenige Patienten zutreffen. Patienten mit Nebenwirkungen wenden sich nach meiner Erfahrung in erster Linie an ihren behandelnden HIV-Arzt und/oder an ihren Heilpraktiker.

2. Es ist von der Art und Schwere der Nebenwirkungen abhängig, ob die Therapie bzw. eines der eingenommenen HIV-Medikamente in Frage gestellt werden muss. Bei einem meiner Patienten entfernte der Arzt bereits nach einer Woche Kaletra aus der Kombimedikation wegen der heftigen Durchfälle. Ein anderer setzte aufgrund meines Hinweises bei überhöhter Medikation und vorbildlichen Helferzellen von 1.200 den zweiten Proteasehemmer Kaletra ab, der für den anhaltenden Durchfall ursächlich war. Bereits nach Absetzen der Milch auf meine Empfehlung hin besserte sich der Durchfall erheblich.

Insbesondere Durchfall sollte möglichst schnell behoben und nicht über lange Zeit 'ausgehalten' werden.


Viele HIV-Patienten quälen sich endlos mit Völlegefühl und Blähungen. Hier besteht meist erfahrungsgemäß eine exokrine Pankreas-Insuffizienz. HIV-Ärzte scheinen für das Thema regelrecht blind zu sein. Die Bauchspeicheldrüse braucht dann spezielle Enzyme, manchmal zusätzlich ein Organpräprat. Es dürfen keine normalen Fette und Öle benutzt werden, sondern nur MCT-Fette und MCT-Öle bis zur ausreichenden Erholung der Bauchspeicheldrüse. Der bei allen Laboren angegebene Normwert von 200 ist völlig unzureichend. Gesunde Menschen habe eine Pankreas-Elastase von 500-600!!!

3. Wenn während der antiretroviralen Therapie Durchfälle, Müdigkeit und Schlafstörungen auftreten ist es m.E. sinnvoller sich an einen Heilpraktiker zu wenden, der den Dingen auf den Grund geht und mit natürlichen Mitteln behandelt. Das kann m.E. eine Apotheke nicht leisten. Diesen Beschwerden liegen oft Ursachen zugrunde, die nicht unmittelbar den HIV-Medikamenten zuzuschreiben sind, sondern in der Vorgeschichte liegen. HIV-Ärzte kümmern sich leider nicht um diese Themen bzw. verordnen allenfalls symptomorientierte weitere Medikamente ohne die Ursachen zu behandeln.

4. Bei starken Durchfällen ist als erstes zu empfehlen Milch und Milchprodukte abzusetzen. Wenn der Durchfall dann trotzdem anhält sollte schnellstens mit dem HIV-Arzt ein Absetzen des auslösenden HIV-Medikaments, meist ein Proteasehemmer oder Norvir, besprochen werden. Da es immer wieder HIV-Patienten gibt, die lange Zeit mit Durchfällen laborieren ist dann unbedingt eine umfassende Stuhluntersuchung mit anschließender punktgenauer Darmsanierung ratsam. Dies wird in aller Regel nicht von HIV-Ärzten geleistet!

5. Bei Reyataz kommt es nach meiner Erfahrung nahezu regelmäßig zu gelben Skleren, d.h. erhöhtem Bilirubin!!! Dies kann zwar mit regelmäßiger Einnahme von hochdosierter Mariendistel und Artischocken wesentlich gebessert werden, bleibt aber immer etwas erhöht. Da Proteasehemmer besonders stark in den Stoffwechsel eingreifen und dies langfristig problematisch ist, sollte der Patient, insbesondere bei ständiger Erhöhung von Bilirubin, mit dem Arzt über eine Umstellung der Medikation sprechen.

6. Bei anhaltenden Schlafstörungen ist das Problem erfahrungsgemäß nicht alleine mit einem Rat zur Schlafhygiene erledigt. Schlafstörungen können vielfältige Ursachen haben. Bekannte Ursachen in meiner Praxis waren z.B.: Wasserbett über viele Jahre, Erdstrahlen oder sonstige Elektrosmog-Belastungen (Billig-Wecker mit roten Ziffern!!!). In aller Regel ist dann auch ein Melatonin-Defizit vorhanden, weil bei Elektrosmog die Epiphyse (Zirbeldrüse) negativ beeinflusst wird. In solchen Fällen ist es ratsam ein umfassendes Neurostressprofil über einen Heilpraktiker zu veranlassen, weil nur damit die vorliegenden Defizite erkannt und gezielt behandelt werden können. Die Ursachen für Elektrosmog sollten unbedingt beseitigt werden!

7. Die Behauptung, dass leicht erhöhte Leberwerte nahezu bei allen HIV-Medikamenten vorliegen würden, kann ich aus meiner Erfahrung überhaupt nicht bestätigen. Erhöhte Leberwerte habe ich selten gesehen unter ART. Sie lassen sich immer sehr schnell mit natürlichen Präparaten bessern. Erhöhte Leberwerte kommen nach meiner Erfahrung eher vor, wenn gleichzeitig eine Hepatitis-C-Infektion vorliegt. Aber selbst dann lassen sich die Leberwerte mit natürlichen Präparaten auf Normwerte senken.


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BeitragVerfasst: Di 29 Jul, 2014 12:22 am  Titel:  26 Jahre ART mit 13 Begleit-Medikamenten Antworten mit ZitatNach untenNach oben

26 Jahre ART mit 13 Begleit-Medikamenten

Der folgende Beitrag beruht auf Daten, die im Rahmen eines Patienten-Beispiels im Retroviren Bulletin 1_2014 des NRZ der Uni Frankfurt dargestellt wurden.

Der Patient ist 66 Jahre alt und wurde seit 1988 mit der ART behandelt. Er ist selbst Mediziner, dessen Infektionsweg nicht genau geklärt werden konnte. Er hat viele Vortherapien erhalten, darunter z.B. 19 Jahre Thymidinanaloga (NRTI), darunter 8 Jahre AZT, 11 Jahre Zerit und Videx, 10 Jahre Crixivan. Aktuell erhält er Daranuvir (Prezista), Norvir, Viramune.

Der Patient erscheint mit „axonaler Polyneuropathie“ auf Krücken in der Neurologie. Die dortigen Ärzte wollen von den HIV-Spezialisten wissen, ob die aktuelle HIV-Therapie die Neuropathie noch verstärken würde. Zusätzlich zur ART erhält der Patient Medikamente gegen Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, Durchfall, Allergien, Gicht und Schmerzen (insgesamt 13 Stück).

Anhand der Diskussion im Rahmen der Therapiewechsel-Sprechstunde ist erkennbar, dass es auch für HIV-Ärzte nicht einfach ist diese Situation zu beurteilen und sich auf eine andere geeignete Medikation für den Patienten zu einigen. Schließlich heißt es, dass Integrasehemmer und NNRTI hinsichtlich einer peripheren Neuropathie eher unverdächtig seien. Der behandelnde Arzt erklärt abschließend, dass er nach Vorliegen des Ergebnisses vom Tropismustest entscheide, ob eine Behandlung mit Integrasehemmer und Maraviroc oder Integrasehemmer und NNRTI erfolgen sollte.

Quelle: Der klinische Fall aus der Therapiewechselsprechstunde - Ein seit 26 Jahren behandelter Patient mit neurologischen Komplikationen - in: Retroviren Bulletin 1_2014, NRZ - Nationales Referenzzentrum für Retroviren Frankfurt am Main, Institut für medizinische Virologie Universitätsklinikum Frankfurt am Main

Kommentar

Weshalb stelle ich dieses Patienten-Beispiel vor? In erster Linie, um wieder einmal aufzuzeigen, in welche prekäre Situation HIV-positive Patienten geraten, die derart lange ART-Medikamente schlucken und nicht frühzeitig eine komplementäre Therapie nutzen. Hier wird sichtbar, dass der Patient über viele Jahre mehrere als stark nebenwirkungsreich bekannte Medikamente geschluckt hat. Dazu gehören insbesondere AZT, Crixivan, Videx und Zerit. Letzeres soll heute möglichst überhaupt nicht mehr verordnet werden. Es ist anzunehmen, dass insbesondere Videx und vor allem Zerit Ursache für die gravierende Polyneuropathie sind.

Auffallend ist, dass in dem Bericht mit keinem Wort über eine komplementäre Therapie gesprochen wird, so dass man als Leser davon ausgehen kann, dass der Patient über die ganzen Jahre nur allopathische Medikamente gegen die zahlreichen Beschwerden und Krankheiten eingenommen hat und diese Beschwerden und Krankheiten NIE mit naturheilkundlichen Therapien, Nahrungsergänzungsmitteln oder Homöopathie ursächlich behandelt wurden. Da wundert es dann nicht, dass im Laufe der Jahre immer mehr Krankheiten mit immer mehr Medikamenten hinzugekommen sind.

Ob es jetzt noch möglich wäre zusätzlich zu der umfangreichen allopathischen Therapie im Rahmen einer komplementären Therapie weitere Mittel einzusetzen, ist angesichts meiner Erfahrungen mit derartigen Patientengeschichten fraglich. Im Rahmen einer komplementären Therapie können allopathische Medikamente ja erst dann reduziert oder abgesetzt werden, wenn die Ursachen durch natürliche Mittel aufgefangen und gebessert werden können.

Aus meiner Sicht wären die folgenden Themen durchaus mit natürlichen Therapien und Präparaten behandelbar: Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, Gicht/Harnsäure, erhöhte Magensäure, Allergie. Auch die Polyneuropathie könnte mit bekannten NEMs behandelt werden, wobei angesichts der Fülle an notwendigen Präparaten sinnvollerweise mit Infusionen gearbeitet werden müsste, zumal damit schnellere und tiefergehende Besserungen möglich wären als dies mit oraler Therapie in dieser Situation erwartet werden könnte. Vor allem müsste auch der Darm untersucht und saniert sowie insgesamt eine mitochondriale Diagnostik und Therapie verfolgt werden inclusive der Behandlung von Glutathion usw.


Traurig ist, dass selbst ein Arzt als HIV-Patient nicht auf die Idee kommt frühzeitig eine fundierte komplementäre Therapie zu nutzen. Jetzt ist es natürlich schon sehr spät, aber noch nicht zu spät. Die Umstellung der ART-Medikamente alleine wird die vielfältigen Baustellen nicht entscheidend bessern können.


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BeitragVerfasst: Mo 08 Feb, 2016 11:50 pm  Titel:  Nebenwirkungen der HIV-Therapie und Alterungsprozesse Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Nebenwirkungen der HIV-Therapie und Alterungsprozesse

„Jedes Medikament kann Nebenwirkungen verursachen. Dennoch ist es aufgrund der großen Anzahl anv erfügbaren HIV-Medikamenten und der aktuellen Medikamentenentwicklungen mit günstigem Nebenwirkungsprofil möglich, ohne für den einzelnen Menschen meist wenig belastende Kombination zusammenzustellen

Hinsichtlich der Vermeidung von Alterungsprozessen sind folgende Kriterien bei der Medikamentenauswahl besonders wichtig:

• Blutfetterhöhungen unter Therapie sollten vermieden werden. Gegebenenfalls ist die Umstellung auf stoffwechselneutrale Präparate erforderlich.

• Manche ältere NRTI (Nukleosidische Reverse-Transkriptase Inhibitoren) stehen im Verdacht, toxisch auf Mitochondrien (Energiekraftwerke der Zellen) zu wirken und Diabetes sowie seine Vorstufen zu begünstigen. Diese Medikamente sollten möglichst nicht mehr eingesetzt werden (d4T, ddI, in geringerem Ausmaß AZT).

• Kommt es unter einer medikamentösen Therapie zu Schädigung von Organen, zum Beispiel Leber oder Niere, sollten die entsprechenden Medikamente möglichst rasch umgestellt werden. Fehlfunktionen innerer Organe können Alterungsprozesse entscheidend beschleunigen.

• Die Gabe von verschiedenen Medikamenten kann zu negativen Wechselwirkungen mit erhöhter Belastung des Körpers führen. Gerade ältere HIV-Infizierte benötigen aber gleichzeitig Medikamente für verschiedene Erkrankungen. Behandelte Ärzt/Innen sollten deshalb alle eingenommenen Medikamente kennen und auf mögliche Wechselwirkungen achten.

Wichtig ist: eine unregelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einer höheren Belastung des Körpers als eine dauerhafte Einnahme. Der Wechsel zwischen immer neuer Gewöhnung an die Medikamente und einem Wiederaufflammen der HIV-Infektion ist für den Organismus sehr anstrengend. Stoffwechselprozesse müssen umgeschaltet werden und Immunzellen erhalten Stresssignale, wenn nach Pause einer erfolgreichen Therapie plötzlich wieder HIV nachweisbar ist. Deshalb gilt die allgemeine Empfehlung, eine Therapie dauerhaft durchzuführen, und dass vor allem wiederholte kurze Pausen vermieden werden sollten. Medikamenten-Pausen sparen also nicht Nebenwirkungen ein, sondern erhöhen die Belastung des Organismus!

Es muss nochmals betont werden, dass im Vergleich zu den negativen Effekten einer unbehandelten Infektion - insbesondere bei schlechten Helferzellzahlen - die Belastung für den Organismus durch die HIV-Medikamente deutlich geringer ist.“

MED-Info Nr. 79, aktualisierte Auflage 2013, Deutsche Aids-Hilfe - Aids Hilfe Köln

Kommentar

1. Die hier genannten Empfehlungen kann ich unterstützen.

2. Allerdings ärgert es mich, mit welcher Selbstverständlichkeit hier lediglich behauptet wird, dass ältere Menschen gleichzeitig Medikamente für verschiedene Erkrankungen benötigen. Mit keinem Wort wird erwähnt, dass man gerade das verhindern könnte durch frühzeitige komplementäre Therapie. Denn viele Beschwerden lassen sich mit Nahrungsergänzungsmitteln, Homöopathie, Phytotherapie etc. bessern oder beseitigen, so dass keine weiteren Medikamente notwendig werden.

3. Man sollte doch bedenken, dass diverse allopathische Medikamente die Aufnahme von Nährstoffen stören oder verstärkt verbrauchen. Dies habe ich in verschiedenen anderen Beiträgen bzw. Kommentaren bereits ausführlich beschrieben.

4. Wie soll ein Arzt die möglichen Wechselwirkungen noch beurteilen, wenn ein Patient 5 oder mehr verschiedene allopathische Medikamente zusätzlich zur ART-Medikation einnimmt?

5. Viele Probleme werden doch geradezu provoziert, weil Ärzte bei Beschwerden nur neue zusätzliche Medikamente verordnen anstatt sich um die Ursachen zu kümmern. Allopathische Medikamente wirken in aller Regel nur symptomatisch und erzeugen in vielen Fällen bei dauerhafter Einnahme neue Probleme.

6. Aufgrund meiner jahrelangen Praxiserfahrungen kann ich HIV-Patienten nur empfehlen sich nicht nur auf ihren behandelnden Ärzte zu verlassen, sondern sich selbst zu kümmern, zu informieren und frühzeitig eine komplementäre Therapie zu nutzen.

7. Es geht dabei nicht nur um erhöhte Blutfette, sondern generell um die Gefäßbelastung bzw. Gefäßentzündung (Arteriosklerose), die durch HIV verursacht wird und sich im Alter noch durch andere Faktoren verstärken kann. Es geht um Vitamin D, um Selen, um Glutathion, um ATP, um die oxidative Belastung, um die Fettsäuren, um Coenzym Q 10, um den Darm usw.

8. Um die vorgenannten Themen kümmert sich erfahrungsgemäß kein HIV-Arzt. Ärzte werden erst aktiv, wenn bereits Störungen oder Krankheiten vorliegen und behandeln dann nur symptomatisch mit allopathischen Medikamenten. Um die Ursachen aufzudecken und zu behandeln sollten sich HIV-Patienten an Heilpraktiker mit entsprechendem Erfahrungshintergrund wenden.

Zur weiteren Information empfehle ich:


4.2.16 Alter und häufige Erkrankungen bei Menschen mit HIV und Aids
http://www.helferzelle.de/wil/viewtopic.php?t=672&postdays=0&postorder=asc&start=30

sowie den gesamten Thread:

Herz/Kreislauf-Krankheiten
http://www.helferzelle.de/wil/viewtopic.php?t=672&start=0


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