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BeitragVerfasst: So 06 Jul, 2008 11:23 pm  Titel:  iv. Drogenkonsumenten & Hepatitis C Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Wie halten iv. Drogenkonsumenten das Hepatitis C-Virus in Schach?

von Andrea Witteck

Langjährige iv. Drogenkonsumenten, welche HCV in der Vergangenheit einmal erfolgreich eliminiert haben, sind weniger empfänglich für eine chronische HCV-Infektion, obwohl sie weiterhin exponiert sind. Was ist die immunologische Grundlage für dieses Phänomen?

Mizukoshi et al. haben in einer im Juli 2008 im JID erscheinenden Arbeit die HCV-spezifische Immunantwort bei langjährigen (>10 Jahre) iv. Drogenkonsumenten (IDUs) untersucht. Nach 10 Jahren iv. Drogenkonsum werden etwa 90% der IDUs anti-HCV-positiv getestet (Standard-EIA), wovon wiederum 80% eine chronische HCV-Infektion aufweisen. Spritzentausch ist die häufigste Ursache für die HCV-Ansteckung. Mit zunehmender Dauer des iv. Drogenkonsums nimmt die Prävalenz von HCV-Antikörpern zu (vermutlich infolge kumulativer Exposition), die Inzidenz von HCV-Neuinfektionen (Serokonversionen) dagegen unabhängig vom Risikoverhalten ab. Dies suggeriert, dass seronegative IDUs mit langjähriger HCV-Exposition eine gewisse angeborene oder erworbene Immunität aufweisen.

Von den mehr als 40.000 in der San Francisco Bay area lebenden IDUs wurden zwischen 1986 und 2005 im Rahmen der Urban Health Study (UHS) jeweils halbjährlich aktive IDUs (iv. Drogenkonsum in den letzten 30 Tagen) für Querschnittsstudien rekrutiert. Die vorliegende Studie zur Untersuchung der HCV-spezifischen zellulären und humoralen Immunantwort bei >10jährigem iv. Drogenkonsum war auf die ersten 66 HIV-negativen IDUs limitiert, welche eines der folgenden Einschlusskriterien erfüllten und zur Teilnahme bereit waren: 1) HCV-RNA >50 Kop./ml (PCR) und anti-HCV-positiv (2 EIAs im Abstand von >= 6 Monaten), 2) keine HCV-RNA und anti-HCV-positiv oder 3) keine HCV-RNA und anti-HCV-negativ. 29 gesunde HCV-RNA- und anti-HCV-negative Blutspender ohne eine Hepatitis in der Vorgeschichte dienten in den immunologischen Assays als Kontrollen.

Bei den UHS-Teilnehmern mit nachweisbarer HCV-RNA lagen die Titer im Mittel bei 3,39 x 106 U/ml (vorwiegend Genotyp 1). Anti-HCV-positive Studienteilnehmer mit und ohne HCV-RNA zeigten bezüglich Alter und Dauer des iv.-Drogenkonsums keine signifikanten Unterschiede. Demgegenüber waren die HCV-RNA- und anti-HCV-negativen IDUs im Schnitt 6,5 Jahre jünger (p=0,0011) und hatten einen ca. 15 Jahre kürzeren i.v.-Drogenkonsum (p<0,0001). Die meisten HCV-RNA- und anti-HCV-positiven IDUs waren Männer mit schwarzer Hautfarbe. Etwa 2/3 konsumierten iv. Drogen weniger als 1x täglich und verneinten Spritzentausch.

HCV-spezifische T-Zell-Proliferation bzw. IFN-gamma-Produktion als Ausdruck einer T-Zell-Aktivierung (zelluläre Immunität) waren bei den anti-HCV-positiven IDUs ohne HCV-RNA häufiger zu beobachten als bei den anti-HCV-positiven IDUs mit HCV-RNA (16/17 (94%) vs 9/20 (45%), OR 19,6, p=0,003) (Konsistenz der Resultate nach Korrektur bezüglich Alter, Rasse und Geschlecht; quantitative Unterschiede bei der Antwort auf die HCV-Proteine Core, NS3 und Helicase (Bestandteil von NS3) am ausgeprägtesten). Auch 16/26 (62%) der HCV-RNA- und anti-HCV-negativen IDUs wiesen eine solche HCV-spezifische T-Zell-Aktivierung auf.

Demgegenüber fanden sich HCV-spezifische neutralisierende Antikörper (nAbs) (humorale Immunität) häufiger bei den anti-HCV-positiven IDUs mit HCV-RNA als bei den anti-HCV-positiven IDUs ohne HCV-RNA (19/21 (90%) vs 9/16 (56%), OR 0,13, p=0,04) (höhere Titer, wenn HCV-RNA pos.), nicht jedoch bei den HCV-RNA- und anti-HCV-negativen IDUs (0/24). Zwar waren die HCV-RNA-negativen IDUs mit nAbs etwas älter als die ohne nAbs (53 vs 50 Jahre, p=0,0115), bezüglich Dauer des iv. Drogenkonsums oder HCV-spezifischer T-Zell-Antwort gab es zwischen den beiden Gruppen jedoch keine signifikanten Unterschiede.

Zusammenfassung / Conclusion
1) Dass langjährige iv. Drogenkonsumenten, welche HCV in der Vergangenheit einmal erfolgreich eliminiert haben, ein geringeres Risiko für eine chronische HCV-Infektion aufweisen, scheint somit mit der HCV-spezifischen T-Zell-Antwort (zelluläre Immunität) und nicht mit dem Vorhandensein HCV-spezifischer neutralisierender Antikörper (humorale Immunität) zu korrelieren.

2) Für die Aufrechterhaltung der HCV-spezifischen humoralen Antwort (neutralisierende Antikörper) ist offenbar eine prolongierte Antigen-Stimulation erforderlich. Das Auftreten von "viral escape variants" verhindert die Elimination des Hepatitis C-Virus durch die so genannten "neutralisierenden" Antikörper.

Quelle: Mizukoshi et al., JID 2008;198:
Infektiologie St. Gallen vom 21. Juni 2008


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