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BeitragVerfasst: Mi 24 Jan, 2018 1:11 am  Titel:  Späte HIV-Diagnosen Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Late Presentation, die hätte vermieden werden können!

Prof. Dr. J. Bogner, Dr. M. Zoller:
In NRZ Retroviren Bulletin 2/2017

Ich möchte die sehr gute Darstellung der Entwicklung einer „späten HIV-Diagnose“, leider erst im Zustand einer manifesten Aids-Erkrankung mit mehreren „Aids-Diagnosen“ hier in teilweise verkürzter Form darstellen, um damit auf eine derart dramatische Entwicklung aufmerksam zu machen, die dadurch entsteht, dass Betroffene selbst sich ihrer Risikofaktoren entweder nicht bewusst sind oder sie geflissentlich oder gar absichtlich ignorieren und selbst Hausärzte heutzutage hinweisende Symptome nicht als Anlass nehmen einen HIV-Test zu veranlassen.

Nicht zuletzt soll dieser Bericht auch bis heute unbelehrbare HIV/Aids-kritisch eingestellte HIV-Positive, diverse Laien-HIV/Aids-Kritiker und leider auch immer noch vorhandene ärztliche HIV/Aids-Kritiker wachrütteln!

„In Deutschland leben etwa 4.000 HIV-infizierte Menschen, ohne zu wissen, dass sie das Virus in sich tragen. Das ist für die Betroffenen gefährlich, weil bei fortgeschrittener Infektion die Sterblichkeitsrate steigt. Zudem können die Betroffenen ohne es zu ahnen ihre Sexualpartner infizieren. 30 Prozent der Infizierten haben bei der Erstdiagnose bereits CD4-Zellzahlen unter 200 Zellen/µl und/oder eine manifeste Aids-Erkrankung. Diese spät diagnostizierten HIV-Patienten werden als „Late presenter“ bezeichnet. Für den Begriff „Late Presenter“ gibt es keine international einheitliche Definition. Als Kriterien bei Diagnosestellung gelten eine CD4-Zellzahl unter 350 Zellen/µl und/oder eine manifeste Aids-Erkrankung“.

Die stationäre Entwicklung in Kurzform

- Patient 53, J. mit Rettungswagen in die Notaufnahme
- Dyspnoe, 20 kg Gewichtsverlust in drei Monaten, Verschlechterung des Allgemeinzustandes.
- von Hausärztin eingewiesen.
- Zwei Monate zuvor zwei Wochen lang Durchfall, aktuell Stuhl normal
- kein Fieber, kein Nachtschweiß
- starke Atemnot, wird mit Sauerstoffmaske behandelt
- CT zeigt starke Lungenveränderungen
- Intensivstation
- Bronchoskopie bestätigt Verdachtsdiagnose von Pneumonystis jiroveci-Pneumonie
- Therapie hochdosiert mit Trimethoprim/Sulfamethoxazol, zusätzlich Cortisontherapie
- zusätzlich wurde CMV-Infektion festgestellt; wird mit Ganciclovir behandelt
- mikrobiologische Untersuchung ohne positiven Befund
- ferner wurden Trepenomea pallidum und Chlamydien festgestellt
- nach 13 Tagen Besserung und Extubation
- danach Durchfall und Erbrechen
- erneute Stuhldiagnostik zeigt CMV und Norovirus
- Isolation, Fortsetzung der Therapie mit Trimethoprim/Sulfamethoxazol und Ganciclovir
- HIV-Test positiv, Viruslast 69.000, CD4 Helferzellen 20/µl
- ART mit Emtricitabin/Tenofovir und Lopinavir/Ritonavir
- bei Aufnahme schon Leukopenie; jetzt Verdacht einer medikamententoxischen Leukopenie
- Umstellung von Trimethoprim/Sulfamethoxyzol auf inhalative Therapie
- Filgrastim, langsame Besserung der Leukozytopenie
- durch Pentamidin-Therapie rezidivierende Hypoglykämien
- Patient erholt sich, Durchfall und Erbrechen verschwinden

Ambulanter Behandlungsverlauf

- Nach 43 Tagen stationäre Behandlung beendet
- nach 5 Monaten ambulanter Behandlung hat Patient wieder 10 kg zugenommen
- kann seine berufliche Tätigkeit wieder aufnehmen
- ART wird gut vertragen
- Fortsetzung der Therapie mit Valganciclovir alle 4 Wochen;
- PjP-Prophylaxe abgesetzt nach erneuter Leukopenie bei jetzt negativem CMV-Befund
- nach 3 Monaten ART Viruslast unter Nachweisgrenze
- Helferzellen nach fast sieben Monaten Therapie <100
- erweiterte Anamnese bringt zu Tage, dass der Patient acht Jahre früher wegen eitriger Tonsillitis mit Antibotika-Therapie in Behandlung war
- Patient wurde dabei nicht nach Risikofaktoren befragt
- Damaliges Differentialblutbild legt nahe, dass es sich um das akute retrovirale Syndrom gehandelt haben kann
- Ein HIV-Test zu diesem Zeitpunkt hätte diese Entwicklung verhindern können

Fazit

„Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass die Kenntnis der „Warnlampen“ einer HIV-Infektion - dazu gehört ein monukleoseartiges Krankheitsbild mit Pharyngitis/Tonsillitis bei entsprechender Risikokonstellation (MSM - Männer, die Sex mit Männern haben) - nicht genug betont werden kann. Bleibt der rechtzeitige HIV-Test aus, so droht nach Jahren die „späte Präsentation“ mit schwerem Immundefekt.

Eine opportunistische Infektion bei unklarem Immunstatus sollte möglichst zur HIV-Testung führen. Bei positiver Testung muss trotz kritischem Allgemeinzustand und schweren Begleiterkrankungen zügig eine antivirale Therapie begonnen werden, um die HIV-bezogene Morbidität und Sterblichkeit sowie ein schlechteres Ansprechen der Behandlung zu reduzieren. Außerdem können durch raschen Therapiebeginn und ausführliche Beratung weitere HI-Übertragungen verhindert werden.“


Kommentar

1. Diese klinische Falldarstellung eines „Late Presenter“ ist für mich die erste, die mir in schriftlicher Form begegnet.

2. Mir sind allerdings noch andere viel dramatischere Verläufe bekannt, insbesondere von HIV/Aids-kritisch eingestellten Patienten, mit noch weit dramatischeren Verläufen, die nicht immer überlebt wurden.

3. Diese Entwicklung zeigt ein weiteres Mal, dass es klüger ist frühzeitig an HIV zu denken, damit eine derart dramatische Entwicklung nicht notwendig wird.

4. Mir erschließt sich allerdings nicht, weshalb man bei einem HIV-Patienten, der bereits Durchfall in der Vorgeschichte hat hier ausgerechnet zwei Medikamente verabreicht, die bekannt dafür sind, dass Sie Durchfall erzeugen, in jedem Fall den Darm enorm belasten. Lopinavir = Kaletra; Ritonavir = Norvir (Booster).

5. Angesichts der Tatsache, dass der Patient bei Einlieferung ins Krankenhaus nur noch 20 Helferzellen hatte, legt nahe, dass es vorher noch weitere „Warnlampen“ gegeben haben muss, die ignoriert wurden. Bei einem derart geschwächten Immunsystem ist es sehr wahrscheinlich, dass der Patient häufiger langwierige Erkältungen/Grippe hatte, infolge der starken Gewichtsabnahme (Wasting) auch schon über einen längeren Zeitraum massiv geschwächt gewesen sein muss.

6. Pech für den Patienten, dass selbst die Hausärztin all diese hinweisenden „Warnsignale“ nicht wahrgenommen hat. Möglicherweise hatte der Patient auch das Pech, dass seine Hausärztin zum Kreis der "Aids-Dissidenten" gehörte oder hat sie sich genau aus diesem Grund ausgesucht.

7. Die Tatsache, dass der Patient auch nach 7 Monaten ART noch Helferzellen unter 100 hat, zeigt wie schwierig es, dass sich das Immunsystem nach einer solchen Entwicklung wieder erholt. Solange die Helferzellen weiter unter 200 sind, ist der Patient hoch gefährdet für weitere opportunistische Infektionen. Insofern ist es verwunderlich, dass die PjP-Prophylaxe dennoch abgesetzt wurde. Dies geschieht normalerweise erst, wenn die Helferzellen wenigstens wieder auf 200 angestiegen sind.

8. Nach einer derart intensiven Antibiotika-Therapie ist natürlich der Darm schwer geschädigt. Erfahrungsgemäß kümmern sich HIV-Ärzte aber nicht um eine komplette Stuhluntersuchung geschweige denn um eine Darmsanierung. Insofern kann ich aus Erfahrung sagen, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass bei dem Patienten bald erneute Darmprobleme auftreten.

9. Ebenso kann ich aus Erfahrung sagen, dass das Immunsystem des Patienten sich ohne eine komplementäre Therapie unter Einbeziehung einer Darmsanierung, ATP- und Glutathion- sowie Mikronährstofftherapie nur ganz langsam und vor allem unzureichend bessern kann. Vor allem bei Beibehaltung der Therapie mit Kaletra und Norvir sind Nebenwirkungen höchst wahrscheinlich.

10. Leider werden aus dem Bericht keine weiteren möglichen immunschwächenden Faktoren aus der Vorgeschichte bekannt. Diese kann man allerdings auch nicht automatisch unterstellen. Mir sind durchaus dramatische Verläufe bekannt auch von vorher gesund lebenden HIV-Patienten, die aber vor allem aufgrund ihrer HIV/Aids-kritischen Einstellung alle „Warnsignale“ ignoriert haben und noch dazu HIV/Aids-kritisch eingestellte Ärzte aufsuchten, die den Ernst der Lage ebenso ignorierten und weiterhin an der „ideologischen Irritation der Nichtexistenz von HIV“ festhielten.

Die Leidtragenden waren immer die HIV-Patienten selbst,
die teilweise mit lebenslangen Folgeschäden wie Taubheit oder Blindheit
und anderem mehr leben müssen,
wenn sie denn überhaut überlebt haben!!!


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BeitragVerfasst: Mo 09 Apr, 2018 8:57 pm  Titel:  (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach untenNach oben

„Ich habe nie daran gedacht, dass es HIV sein könnte“

Immer mehr Frauen erkranken an Aids. Der Grund: Viele erfahren von ihrer HIV-Infektion erst, wenn die Immunschwäche schon weit fortgeschritten ist. Frauke Oppenberg hat „typische“ Fälle zusammengetragen.

Erst war es ein hartnäckiger Husten, dann wachte Christina immer öfter nachts schweißgebadet auf. Sie schob es auf den Stress, den sie als Selbstständige in der Medienbranche hatte. Als sie sich immer schwächer fühlte und deutlich an Gewicht verlor, ging sie zu verschiedenen Ärzten, aber keiner konnte ihr helfen.

https://magazin.hiv/2015/03/06/ich-habe-nie-daran-gedacht-dass-es-hiv-sein-koennte/


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BeitragVerfasst: Di 17 Jul, 2018 11:09 pm  Titel:  (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach untenNach oben

HIV-Medizin: Neues und ... Déjà-vu-Erlebnisse

Noch immer werden HIV-Infektionen zu spät erkannt, so der Tenor auf den 17. Münchner Aids- und Hepatitistagen. Medizinische Fortschritte sind allgegenwärtig, doch die Diskriminierung von Betroffenen gleicht dem Stand der 1980er-Jahre – auch bei staatlichen Institutionen. Die von rasanten Fortschritten geprägte HIV-Medizin ist eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Einige Probleme seien bis heute ungelöst, hätten aber nichts von ihrer Dringlichkeit verloren.

Mehr unter: Deutsches Ärzteblatt 2018; 115(16)
https://www.aerzteblatt.de/archiv/197549/HIV-Medizin-Neues-und-Deja-vu-Erlebnisse


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