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BeitragVerfasst: Di 11 Mai, 2010 12:48 am  Titel:  Langzeitpositive/Langzeitüberlebende Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Langzeitpositive und schwule Senioren sind Zeitzeugen vom Leben mit HIV

Vortrag von Blogautor Michael Jähme auf den Münchner-AIDS-Tagen am 6. März 2010 im Rahmen des Seminars „Ältere MSM – Erfahrung zählt (nicht?)!“

Zeitzeugen vom Leben mit HIV – Lanzeitpositive und schwule Senioren haben eine Geschichte mit HIV, sind Geschichte mit HIV und verkörpern Geschichte mit HIV.

1. Einführung
Seit dem Herbst 2007, besonders aber seit dem Jahr 2008, hat die Tatsache, dass immer mehr Menschen mit HIV ein Lebensalter von 50 Jahren und mehr erreichen, die Aufmerksamkeit von Medizinern und Öffentlichkeit erreicht. Das Älter-Werden mit HIV passierte schon immer, aber erst, als Mediziner verkündeten, dass auch mit einer HIV-Infektion eine (fast) normale Lebenserwartung zu erreichen ist, wuchs auch das öffentliche Bewusstsein dafür, dass Langzeitpositive in die Jahre kommen. HIV-Mediziner haben dabei das Lebensalter von 50 definiert als die Marke, ab der man als „alt“ gilt.

Fortsetzung unter:

http://termabox.wordpress.com/2010/03/08/langzeitpositive-und-schwule-senioren-sind-zeitzeugen-vom-leben-mit-hiv/




Zuletzt bearbeitet von administrator am Di 06 Feb, 2018 6:07 pm, insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragVerfasst: Di 07 Feb, 2012 3:33 pm  Titel:  Film: Mein positives Leben Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Film: Mein positives Leben

Regisseur Mark Strombach hat mit seinem Debüt MEIN POSITIVES LEBEN einen Dokumentarfilm geschaffen, der Menschen, die seit Jahrzehnten mit HIV/AIDS leben, Stimmen und Gesichter verleiht. Sechs Männer und eine Frau, 60 bis 72 Jahre alt, erzählen ihre eigene Geschichte - doch es ist auch eine gemeinsame: über das lange Leben mit dem HI-Virus.

mehr unter
http://www.meinpositivesleben-film.de.vu

Trailer bei YouTube:
http://www.youtube.com/watch?v=oWOfdgD3Cgc


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BeitragVerfasst: Di 07 Feb, 2012 3:35 pm  Titel:  Schirin ist positiv - seit 26 Jahren Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Schirin ist positiv – seit 26 Jahren

Vor 30 Jahren wurde das HI-Virus entdeckt, Schirin Bogner lebt seit 26 Jahren – seit ihrer Geburt – damit. „Ich bin eine sogenannte Langzeitinfizierte“, sagt sie. „Und es geht mir gut.“ Auch wenn sie nicht weiß, wie lange noch.

Schirin Bogner kommt 1985 in Aschach zur Welt. Als sie acht Monate alt ist, wird ihre Mutter positiv auf HIV getestet. Auch bei Schirin wird daraufhin ein Test gemacht – er ist positiv. Als sie zehn Jahre alt ist, bricht die Krankheit aus. „Am Anfang gaben mir die Ärzte vier Jahre, später zwölf. Heute trauen sie sich keine Prognose mehr zu machen.“ Kaum jemand lebt so lange mit Aids wie Schirin Bogner. „Die, die ich gefragt habe, kennen zumindest niemanden“, erzählt sie. „Das heißt, alles was jetzt kommt, kommt wahrscheinlich bei mir als Erstes – so wie die Langzeitwirkung der Medikamente.“

Ein (fast) normales Leben

Zurzeit erhält Schirin Bogner, die in Frankfurt lebt, eine Kombinationstherapie, viele Medikamente wirken bei ihr nicht mehr. „Eine von diesen Tabletten, die ich bekomme, ist die letzte, die hilft. Dann gibt‘s nix mehr“, sagt sie. „Aber daran will ich gar nicht denken.“ Ihre tägliche Dosis: zehn Tabletten und zwei Spritzen. „Jetzt geht es besser, weil die Medikamente im Gegensatz zu früher keine so heftigen Nebenwirkungen mehr haben.“ Von den Spritzen bekommt sie Entzündungen am Bauch, „aber damit kann ich leben“.

Das größere Problem für sie sei, so anfällig zu sein. „Man muss mich nur anniesen, und schon habe ich einen Schnupfen. Und liege dann nicht zwei Tage im Bett wie jeder andere, sondern zwei Wochen. Man gewöhnt sich an vieles – an das dauernde Kranksein aber nicht.“

Als ebenso große Herausforderung empfindet sie es – noch immer –, der Gesellschaft gegenüberzutreten. „Heute ist zwar keiner mehr so offen böse und sagt Dinge wie ,Greif mich nicht an’, aber die Leute wissen immer noch zu wenig über Aids und die Ansteckungsgefahr. Deshalb ist die Angst immer noch da“, sagt Bogner. „Ein normales Leben mit HIV ist ein anonymes Leben.“

Kondom ist die Ausnahme

Schirin Bogner ist die Ausnahme. Sie erzählte ihr Schicksal im Fernsehen, schrieb ein Buch darüber und hält in Deutschland Vorträge in Schulen. „Leider ist das immer noch dringend notwendig. Für viele Leute ist es die Ausnahme, ein Kondom zu benutzen, und nicht die Regel. Das müsste umgekehrt sein“, sagt sie. „Weil die Zahl der Neuinfektionen auch bei uns steigt, können wir noch lange nicht aufhören mit unserer Aufklärungsarbeit“, sagt sie.

Mit viel Kraft hat sie all die Jahre gegen die Krankheit gekämpft und es geschafft, ein eigenständiges Leben zu führen. Sie hat viele Freunde und auch eine Beziehung. „Daran hab ich schon selber nicht mehr geglaubt. Um sich auf einen HIV-infizierten Menschen einzulassen, braucht es viel Vertrauen – und Mut.“ Die Angst vor dem Tod kennt aber auch sie, „aber ich denke nicht dauernd daran. Die Krankheit ist mir natürlich bewusst, aber ich habe den ,Vorteil’, dass ich sie von Geburt an habe“, sagt die 26-Jährige. „Ich weiß, worauf es ankommt, ich weiß, was ich schon alles gehabt hab. Und ich weiß, was man alles überleben kann.“

Schirins Geschichte

Tanja Schirin Bogner ist eines der ersten Babys in Österreich das mit dem AIDS-Erreger HIV geboren wird. Ihre Eltern sterben früh, das kleine Mädchen wächst bei der Großmutter in Aschach auf.

In dem Ort spricht sich ihre HIV-Infektion schnell herum, viele Menschen distanzieren sich von ihr, auch ein Kindergartenplatz wird Schirin Bogner verweigert. Sie sei eine Gefahr für die anderen Kinder, heißt es. „Man konnte den Leuten so viele Informationen über HIV geben wie man wollte, die Ängste waren einfach stärker.“

Am allermeisten habe sie in ihrer Kindheit Freunde vermisst, andere Kinder und Familie, sagt Bogner. „Meine Oma war mein ganzer Halt.“ Heute lebt Schirin Bogner in Frankfurt und besucht ihre demenzkranke Großmutter, die noch heute in der kleinen oberösterreichischen Gemeinde lebt, regelmäßig.

30 Jahre Aids

Nur zwei Seiten lang ist der Fachartikel vom 5. Juni 1981. Darin beschreiben Michael Gottlieb von der medizinischen Fakultät der Universität in Los Angeles und seine Kollegen fünf junge homosexuelle Männer. Sie litten an einer extrem seltenen Lungenentzündung. Zwei der Patienten waren beim Erscheinen des Reports bereits tot. Noch wusste niemand, dass ein bisher unbekanntes Virus die Ursache war. Weil unter Forschern das Datum der Publikation gilt, ist der 5. Juni 2011 damit so etwas wie der 30. Jahrestag von Aids – ein trauriges Datum.

Auf den Menschen übergegangen war der Erreger allerdings bereits Jahrzehnte zuvor. Inzwischen hat das Virus mehr als 60 Millionen Menschen infiziert, berichten die Vereinten Nationen. Mehr als 25 Millionen Patienten sind in der Folge gestorben. Derzeit infizieren sich täglich etwa 7000 Menschen neu, darunter 1000 Kinder.

In den reichen Ländern nehmen teure Pillen der Immunkrankheit einen Teil ihres Schreckens, weil sie die Vermehrung des Virus im Körper über lange Zeit bremsen. In den armen Ländern sterben aber viele, weil Geld und Medikamente fehlen. Immerhin: Zwischen den Jahren 2001 und 2009 ist die Rate neuer HIV-Infektionen in 33 Ländern um mindestens ein Viertel gesunken.

7.2.2012
http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,641396

Kommentar

Leider wird in dem Artikel der Eindruck erweckt, als ob das normal sei, daß HIV-Positive anfällig für Erkältungen und dergleichen seien. Es ist natürlich nachvollziehbar aufgrund der langen HIV-Geschichte und der frühen Medikation mit Medikamenten der ersten Generation, daß sich das Immunsystem offensichtlich bis heute nicht richtig erholt hat. Aber dies könnte man ändern mit HIV-kompetenter komplementärer Therapie und gezielter Unterstützung des Immunsystems mit biologischen Mitteln.

siehe auch:
Schirin Bogner mit Eva Hartgenbusch
Ich wollte hundert Jahre werden
Die Autobiografie eines aidskranken Mädchens
http://www.helferzelle.de/wil/viewtopic.php?t=1357

Siehe auch nachstehenden Beitrag:
Schirin Bogner
Jeder Tag ist Weltfrauentag!
in: LhivFE, Febr./März 2012




Zuletzt bearbeitet von administrator am Fr 02 März, 2012 3:29 pm, insgesamt 5-mal bearbeitet
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BeitragVerfasst: Do 09 Feb, 2012 2:31 am  Titel:  Jeder Tag ist Weltfrauentag Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Jeder Tag ist Weltfrauentag

in LhivFE Febr./März 2012


Ich halte den Beitrag für so wertvoll,
daß ich mir die Mühe gemacht habe
ihn hier wiederzugeben,
damit mehr HIV-Positive
von diesem "positiven Beispiel" erfahren.


„Gerade einmal vier Jahre geben die Ärzte dem Mädchen, das 1985 mit dem HI-Virus im Blut zur Welt kommt. Doch Schirin Bogner schafft, womit niemand rechnet. Sie überlebt eine Zeit, in der HIV als Todesurteil gilt.

Schirin Bogner drängt sich nicht auf. Auf den ersten Blick wirkt sie zurückhaltend, fast ein wenig schüchtern, leise. Doch im Gespräch ändert sich dieser Eindruck rasch. Die junge Frau ist präsent, sie wählt ihre Worte ruhig, aber bestimmt, ihre Sätze wirken, ihre Augen funkeln. Sie spricht sehr offen über ihre Aidserkrankung und über ihr Leben. Darin ist sie geübt: Schon als Vierjährige wird sie erstmals in eine Fernsehtalkshow eingeladen, in den folgenden Jahren ist sie immer wieder in der Sendung zu Gast, zu ihrem zehnten Geburtstag erscheint ein Buch über sie; im Internet tauschen sich die Menschen in Foren über die Geschichte des aidskranken Mädchens aus.

Mehr Verständnis für Positive

Damit lebt Schirin eine Öffentlichkeit, wie sie für viele HIV-Positive undenkbar wäre. „Ich preise mich allerdings nie an, sondern reagiere auf Anfragen“, betont die junge Frau mit dem einnehmenden Lächeln. Was sie antreibt, so offen über ihre Aidserkrankung zu sprechen? „Na ja, zum einen findet ohnehin jeder, der etwas über mich wissen will, eindeutige Informationen im Netz. Zum anderen bietet sich die Chance, über die Medien viele Menschen zu erreichen und vielleicht dazu beizutragen, dass HIV-Positive mehr Verständnis erfahren.“

Als Schirin Bogner 1985 in Österreich geboren wird, weiß niemand, dass ihre drogenabhängige Mutter das HI-Virus in sich trägt. Mit acht Monaten wird auch Schirin positiv getestet – damals ein sicheres Todesurteil. Doch ihr Körper kämpft gegen das Virus, Tag für Tag, Monat um Monat. 1995 bricht die Aidserkrankung aus. Das Mädchen kämpft weiter. Heute, mit 26 Jahren, ist Schirin infolge ihrer frühen und langen Therapie gegen viele HIV-Medikamente resistent. Doch die aktuelle Behandlung greift und verweist das Virus unter die Nachweisgrenze.

HIV im Wandel

„Es ist ein großer Fortschritt, dass es inzwischen wirksame Mittel gibt“, sagt Schirin. „Viele Erkenntnisse kommen für mich zwar zu spät. Aber man konnte nun einmal nur durch die Erfahrungen von und mit uns Langzeitinfizierten den heutigen Wissensstand erreichen. Und von dem profitiere natürlich auch ich.“ Sie begrüßt auch die mit dem modernen Wissen verbundene umfassendere Sicht auf den Umgang mit der Infektion. „Früher ging es schlicht darum, nicht zu sterben – heute gilt HIV als chronische Krankheit, mit der Betroffene leben können. Entsprechend geht es immer mehr um Lebensqualität, um komfortable Mittel, Nebenwirkungsmanagement und psychische Gesundheit. Schirin spürt auch einen veränderten Umgang mit HIV in der Gesellscahft. „Es gibt diese Hetzkampagnen nicht mehr, und die Leute wissen, dass HIV keine Todesbotschaft ist“, sagt Schirin. „Trotzdem dürfen wir Positive nicht darauf warten, dass die Menschen auf uns zukommen. Wenn wir besser leben wollen, müssen wir es selbst in die Hand nehmen. Wir müssen rausgehen und reden und sagen: „Ich hab’s, bin HIV-positiv, ja und?“, Wir sollten uns auch nicht zu sehr in Netzwerken abschotten. In einigen afrikanischen Ländern, wo vor allem Frauen eine Lobby und einen starken Zusammenhalt brauchen, ist das etwas anders. Aber hierzulande kann es das immer noch vorhandene Schubladendenken befördern, wenn HIV-Positive zu sehr unter sich bleiben.“

Die junge Frau hat auch eine Vision, wie der Schritt in die Öffentlichkeit aussehen könnte: Alle HIV-Positiven der westlichen Welt verabreden für einen Stichtag ihr gemeinschaftliches Outing in den sozialen Netzwerken. „Das wäre eine tolle, riesige Welle“, schmunzelt Schirin. „Kurz darauf würde sich alles wieder beruhigen. So ist es auch, wenn ich von meiner Aidserkrankung erzähle. Erst sind die Menschen neugierig, dann finden sie es ziemlich schnell normal. Und mein Leben wird leichter, weil ich nichts verbergen muß.“

Frauen haben eigene Themen

Anderen Tendenzen hingegen begegnet Schirin mit Vorsicht. „Vor allem höre ich die Experten jubeln , dass sie HIV im Griff hätten“, so die 26-jährige. „Aber es wird neue Herausforderungen geben. HIV ist ein globales Thema, und wir werden uns zum Beispiel über kurz oder lang mit resistenten Virenstämmen auseinandersetzen müssen.“

Auch die aktuelle Diskussion um ungeschützten Sex unteer der Nachweisgrenze sieht sie kritisch. „Plötzlich begeistern sich alle, dass man das Kondom dann weglassen kön ne“, bemerkt sie. „Für mich ist die wirkliche Botschaft aber eine ganz andere. Wer unter der Nachweisgrenze liegt, hat es viel einfacher, eine Beziehung zu führen oder mit jemandem in Kontakt zu kommen. Denn man kann sagen: Wenn das Kondom reißt, gibt es trotzdem so gut wie keine Ansteckungsgefahr. Dieses Thema, die Frage nach einer erfüllten Beziehung, ist vor allem bei positiven Frauen groß. Noch größer wird dieses Thema, da sich viele Frauen nicht mehr attraktiv und liebenswert fühlen, wenn sie das Virus in sich tragen.“

Kinderwunsch und HIV

Auch die Frage, wie sich der Wunsch nach Kindern und Familie mit der Infektion vereinbaren läßt, ist für Frauen ein zentrales Lebensthema. „Glücklicherweise kann man mittlerweile verhindern, dass sich das Baby bei der Geburt ansteckt“, hält Schirin fest. „Und eine Frau, die heute positiv getestet wird, kann trotzdem ihr Leben planen, alt werden und für ihre Kind da sein.“ Sie selbst hat sich gegen ein Kind entschieden. „Als Langzeitinfizierte habe ich ganz andere Voraussetzungen“, sagt sie ernst. „Ich weiß nicht, wie lange ich mein Kind begleiten könnte. Bis in den Kindergarten? Zur Schule? Und ich weiß, wie es ist, mit sieben Jahren seine Mutter durch HIV zu verlieren. Das soll sich nicht wiederholen.“

All die Bedürfnisse, Forderungen und Fragen HIV-positiver Frauen müsse man diskutieren und beantworten, betont Schirin – am Weltfrauentag, aber auch an jedem anderen Tag im Jahr. Darum möchte sie, die nach ihrer Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin in die HIV-Forschung gehen möchte, weiterhin Prävention an Schulen betreiben und offen und öffentlich über ihr Leben mit Aids sprechen."


Kommentar

Das ist zweifelsohne eine beachtliche HIV-Geschichte und ein großartiger Beitrag mit klugen und ermutigenden Äußerungen von Schirin Bogner. Dennoch will ich dazu einige kritische Bemerkungen machen.

Aidserkrankung

Warum wird hier wiederholt die Aidserkrankung von Schirin betont und das Schirin mit Aids lebt? NEIN, sie hat kein Aids, sie hatte offensichtlich mit 10 Jahren eine Aids-definierende Erkrankung, die längst überwunden ist. Warum dichtet man in dem Beitrag Schirin weiterhin „Aids“ an, obwohl Sie VOR der Aidserkrankung 10 Jahre nur "HIV-positiv" war und NACH der Aids-Erkrankung seit 16 Jahren nur HIV-positiv ist? Warum spricht Schirin selbst von „von meiner Aidserkrankung“ anstatt davon "HIV-positiv" zu sein mit einer überwundenen Aidserkrankung?

Damals ein sicheres Todesurteil?

Das mag für viele so gewesen sein, aber längst nicht für alle HIV-Positiven. Es gibt HIV-Positive, die ebenso lange wie Schirin mit ihrer HIV-Infektion leben und diese NIE als Todesurteil empfunden haben. Allerdings war das für Schirin schon eine besondere Situation HIV-positiv auf die Welt zu kommen und angesichts der damals ersten HIV-Medikamente wie AZT mit starken Nebenwirkungen heute noch zu leben.

Nebenwirkungsmanagement

Für mich ein scheußliches Wort. Erstens wird damit wieder einmal impliziert, daß es bei den HIV-Medikamenten nicht ohne Nebenwirkungen geht. Zweitens wird damit zum Ausdruck gebracht, daß HIV-Patienten wie ein Manager ihre Nebenwirkungen managen müssen und nichts dagegen tun können. Das ist ein Irrtum. Viele HIV-Patienten leben durchaus ohne Nebenwirkungen. Noch mehr könnten ohne Nebenwirkungen leben, wenn sie kompetente komplementäre Therapien nutzen würden, die Nebenwirkungen beseitigen oder diesen vorbeugen. Diesbezüglich werden HIV-Patienten nach meiner Erfahrung nicht von ihren Ärzten aufgeklärt und sind selbst wenig an komplementären Therapien interessiert, vielfach leider auch aus finanziellen Gründen nicht dazu in der Lage sind oder setzen teilweise ihr Geld lieber für Zigaretten, Urlaub und Drogen ein.

Lebensqualität

Die Lebensqualität könnte entscheidend verbessert werden durch Nutzung komplementärer Therapien.

Komfortable Medikamente

Darunter verstehe ich Medikamente mit 1 Pille anstatt 2, 3 oder mehr Pillen. Aber in Wirklichkeit geht es nach meiner Auffassung primär um nebenwirkungsärmere bzw. nebenwirkungsarme HIV-Medikamente.

Rausgehen und sagen „Ich habs“

Ja, das mag für einen Teil der Positiven ein gangbarer und wichtiger Weg sein. Aber dieser Weg kommt für viele Positive aus diversen guten Gründen nicht in Frage. Viel wichtiger wäre m.E., daß HIV-Positive erst einmal in ihrer Community offen mit HIV umgehen könnten. Noch wichtiger wäre, daß HIV-Positive untereinander offen und mit Respekt zueinander umgehen könnten und engagierte HIV-Positive nicht grundlos öffentlich im Internet diffamieren. (Letzteres hat nichts mit Schirin zu tun!)

HIV keine Todesbotschaft mehr?

Okay, das ist zumindest hierzulande überwiegend so. Aber man sollte nicht verkennen, daß auch hierzulande immer noch HIV-Positive bzw. Aids-Kranke an Aids sterben bzw. an Organversagen infolge mitochondrialer Toxizität. Dies vor allem dann, wenn keine komplementäre Therapie genutzt wurde oder wenn Coinfektionen wie Hep. C, Tuberkulose, eine lange Infektionszeit, Resistenzen und lange Einnahme von Medikamenten der ersten Generation wie AZT, Crixivan, Hivid, Videx, Zerit usw. mit erheblichen Nebenwirkungen und Folgekrankheiten eine Behandlung erschweren oder HIV-Patienten sich schlicht zu spät in Behandlung begeben bzw. spät bis zu spät einen HIV-Test machen.

Und ansonsten ist die HIV-Infektion leider weltweit für viele HIV-Postive und Aids-Kranke immer noch ein Todesurteil, weil es die Reichen dieser Welt nicht schaffen das durchaus vorhandene Geld gezielt für die Behandlung HIV-positiver und an Aids erkrankter Menschen einzusetzen.


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Zuletzt bearbeitet von administrator am Do 31 Mai, 2012 10:23 pm, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragVerfasst: Do 31 Mai, 2012 10:19 pm  Titel:  Mein Blut hat Stacheln Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Mein Blut hat Stacheln

Der Umgang mit HIV/Aids aus Sicht einer Betroffenen

von Schirin Bogner

http://www.viro.med.uni-erlangen.de/bulletin/Bulletin1_12.pdf


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BeitragVerfasst: Di 29 Jul, 2014 12:23 am  Titel:  26 Jahre ART mit 13 Begleit-Medikamenten Antworten mit ZitatNach untenNach oben

26 Jahre ART mit 13 Begleit-Medikamenten

Der folgende Beitrag beruht auf Daten, die im Rahmen eines Patienten-Beispiels im Retroviren Bulletin 1_2014 des NRZ der Uni Frankfurt dargestellt wurde.

Der Patient ist 66 Jahre alt und wurde seit 1988 mit der ART behandelt. Er ist selbst Mediziner, dessen Infektionsweg nicht genau geklärt werden konnte. Er hat viele Vortherapien erhalten, darunter z.B. 19 Jahre Thymidinanaloga (NRTI), darunter 8 Jahre AZT, 11 Jahre Zerit und Videx, 10 Jahre Crixivan. Aktuell erhält er Daranuvir (Prezista), Norvir, Viramune.

Der Patient erscheint mit „axonaler Polyneuropathie“ auf Krücken in der Neurologie. Die dortigen Ärzte wollen von den HIV-Spezialisten wissen, ob die aktuelle HIV-Therapie die Neuropathie noch verstärken würde. Zusätzlich zur ART erhält der Patient Medikamente gegen Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, Durchfall, Allergien, Gicht und Schmerzen (insgesamt 13 Stück).

Anhand der Diskussion im Rahmen der Therapiewechsel-Sprechstunde ist erkennbar, dass es auch für HIV-Ärzte nicht einfach ist diese Situation zu beurteilen und sich auf eine andere geeignete Medikation für den Patienten zu einigen. Schließlich heißt es, dass Integrasehemmer und NNRTI hinsichtlich einer peripheren Neuropathie eher unverdächtig seien. Der behandelnde Arzt erklärt abschließend, dass er nach Vorliegen des Ergebnisses vom Tropismustest entscheide, ob eine Behandlung mit Integrasehemmer und Maraviroc oder Integrasehemmer und NNRTI erfolgen sollte.

Quelle: Der klinische Fall aus der Therapiewechselsprechstunde - Ein seit 26 Jahren behandelter Patient mit neurologischen Komplikationen - in: Retroviren Bulletin 1_2014, NRZ - Nationales Referenzzentrum für Retroviren Frankfurt am Main, Institut für medizinische Virologie Universitätsklinikum Frankfurt am Main

Kommentar

Weshalb stelle ich dieses Patienten-Beispiel vor? In erster Linie, um wieder einmal aufzuzeigen, in welche prekäre Situation HIV-positive Patienten geraten, die derart lange ART-Medikamente schlucken und nicht frühzeitig eine komplementäre Therapie nutzen. Hier wird sichtbar, dass der Patient über viele Jahre mehrere als stark nebenwirkungsreich bekannte Medikamente geschluckt hat. Dazu gehören insbesondere AZT, Crixivan, Videx und Zerit. Letzeres soll heute möglichst überhaupt nicht mehr verordnet werden. Es ist anzunehmen, dass insbesondere Videx und vor allem Zerit Ursache für die gravierende Polyneuropathie sind.

Auffallend ist, dass in dem Bericht mit keinem Wort über eine komplementäre Therapie gesprochen wird, so dass man als Leser davon ausgehen kann, dass der Patient über die ganzen Jahre nur allopathische Medikamente gegen die zahlreichen Beschwerden und Krankheiten eingenommen hat und diese Beschwerden und Krankheiten NIE mit naturheilkundlichen Therapien, Nahrungsergänzungsmitteln oder Homöopathie ursächlich behandelt wurden. Da wundert es dann nicht, dass im Laufe der Jahre immer mehr Krankheiten hinzugekommen sind.

Ob es jetzt noch möglich wäre zusätzlich zu der umfangreichen allopathischen Therapie im Rahmen einer komplementären Therapie weitere Mittel einzusetzen, ist angesichts meiner Erfahrungen mit derartigen Patientengeschichten fraglich. Im Rahmen einer komplementären Therapie können allopathische Medikamente ja erst dann reduziert oder abgesetzt werden, wenn die Ursachen durch natürliche Mittel aufgefangen und gebessert werden können.

Aus meiner Sicht wären die folgenden Themen durchaus mit natürlichen Therapien und Präparaten behandelbar: Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, Gicht/Harnsäure, erhöhte Magensäure, Allergie. Auch die Polyneuropathie könnte mit bekannten NEMs behandelt werden, wobei angesichts der Fülle an notwendigen Präparaten sinnvollerweise mit Infusionen gearbeitet werden müsste, zumal damit schnellere und tiefergehende Besserungen möglich wären als dies mit oraler Therapie in dieser Situation erwartet werden könnte. Vor allem müsste auch der Darm untersucht und saniert sowie insgesamt eine mitochondriale Diagnostik und Therapie verfolgt werden inclusive der Behandlung von Glutathion usw.


Traurig ist, dass selbst ein Arzt als HIV-Patient nicht auf die Idee kommt frühzeitig eine fundierte komplementäre Therapie zu nutzen. Jetzt ist es natürlich schon sehr spät, aber noch nicht zu spät. Die Umstellung der ART-Medikamente alleine dürfte die vielfältigen Baustellen nicht entscheidend bessern können.


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BeitragVerfasst: Di 06 Feb, 2018 6:08 pm  Titel:  (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Serie zur Geschichte: Die letzten Überlebenden – Teil 1 bis 8

Nach seiner HIV-Diagnose in den 80ern lebte Peter jeden Tag so, als wäre es sein letzter. Heute ist er über 60 und immer noch da. Er hatte das Glück, Aids zu überleben, und das Pech, weiterkämpfen zu müssen. Mit der hochwirksamen Kombitherapie änderte sich Mitte der 1990er Jahre der Verlauf der HIV/Aids-Epidemie regelrecht über Nacht: Tausenden Menschen, die sich zum Tode verurteilt sahen, wurde plötzlich eine Zukunft geschenkt. Doch Aids zu überwinden brachte neue Herausforderungen mit sich: Viele der Langzeitpositiven kämpfen noch immer ums Überleben – und um ihren Platz in einer Gesellschaft, die sie vergessen zu haben scheint. Erin Allday, Reporterin beim San Francisco Chronicle, hat einige der Langzeitüberlebenden San Franciscos besucht, einer der Städte in den USA, die am stärksten von der Aids-Krise der 80er und 90er betroffen waren. Dabei entstanden ist das multimediale Projekt Last Men Standing.


Mehr unter: DAH blog magazin.hiv Teil 1 vom 2. Januar 2018

https://magazin.hiv/2018/01/02/langzeitpositive-in-san-francisco-der-gluecklichste-unglueckliche-mensch/

Die letzten Überlebenden - Teil 2: „Ich habe mich die ganze Zeit aufs Sterben vorbereitet“

https://magazin.hiv/2018/01/04/langzeitpositiv-in-san-francisco-ich-habe-mich-die-ganze-zeit-aufs-sterben-vorbereitet/

Die letzten Überlebenden - Teil 3: „Wir waren aufrechte Säulen inmitten der Trümmer“

https://magazin.hiv/2018/01/06/langzeitpositive-in-san-francisco-wir-waren-aufrechte-saeulen-inmitten-der-truemmer/

Die letzten Überlebenden - Teil 4: „Ich habe so viel in meinem Leben gehabt, aber eines vermisse ich“

https://magazin.hiv/2018/01/07/langzeitueberlebende-ich-habe-so-viel-in-meinem-leben-gehabt-aber-eines-vermisse-ich/

Die letzten Überlebenden - Teil 5: „Du musst dich dafür entscheiden, glücklich und dankbar zu sein“

https://magazin.hiv/2018/01/10/langzeitueberlebende-er-hatte-schon-seinen-abschiedsbrief-geschrieben/

Die letzten Überlebenden - Teil 6: „Du wirst okay sein, du wirst leben“

https://magazin.hiv/2018/01/13/aids-langzeitueberlebende-du-wirst-okay-sein-du-wirst-leben/

Die letzten Überlebenden - Teil 7: „Ihr tragt all die Erinnerungen, die ganze Geschichte mit euch“

https://magazin.hiv/2018/01/16/langzeitpositive-in-san-francisco-ihr-tragt-all-die-erinnerungen-mit-euch/

Die letzten Überlebenden - Teil 8: „Ich will, dass die mir noch bleibende Zeit zählt“

https://magazin.hiv/2018/01/19/aids-langzeitueberlebende-ich-will-dass-die-mir-noch-bleibende-zeit-zaehlt/


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