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BeitragVerfasst: Sa 05 Apr, 2008 11:44 pm  Titel:  Wechselwirkungen Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Wechselwirkungen mit Kombimedikamenten

http://www.hiv-wechselwirkungen.de/media/de/Liste%20der%20antiretroviralen%20Medikamente%20Januar%202008.pdf




Zuletzt bearbeitet von administrator am Sa 23 Nov, 2013 8:11 pm, insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragVerfasst: Sa 26 Feb, 2011 1:19 am  Titel:  Wechselwirkung zwischen Ginkgo und Efavirenz (Sustiva) Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Wechselwirkung zwischen Ginkgo und Efavirenz (Sustiva)

In der aktuellen Ausgabe von Aids warnen niederländische Forscher vor der gleichzeitigen Einnahme von Ginkgo und Efavirenz, enthalten in den antiretroviralen Medikamenten Sustiva und Atripla.

Im Fall eines zuvor erfolgreich mit Efavirenz therapierten Patienten kam es während der Einnahme von Ginkgo biloba zu einem Anstieg der Viruslast. In der Folge entwickelten sich Resistenzen. Aufgrund der gleichzeitigen Verstoffwechslung von Ginkgo und Efavirenz durch das CYP 450-Enzymsystem in der Leber, kann es zum Absinken der therapeutisch wirksamen Konzentration des NNRTIs Efavirenz kommen.

Ginkgo biloba ist unter anderem Bestandteil der Arzneimittel Gingium, Tebonin und Ginkobil, die vielfach zur Unterstützung von gedächtnis- und Konzentrationsleistungen eingenommen werden.

Quelle: Wiegmann D-J et al. Interaction of Ginkgo biloba with efavirenz. Aids 23: 1184-85, 2009
Aktuelle Informtionen, August 2009, Birken-Apotheke, Köln

Kommentar

Es gibt natürlich noch eine Vielzahl weiterer Ginkgo-Präparate.

Ich halte es allerdings für höchst fraglich, daß Ginkgo auch bei anderen ART-Medikamenten diese negative Wirkung hat. Jedenfalls konnte ich das noch nicht beobachten bei anderen HIV-Medikamenten.

Ginkgo ist wegen seines Polyphenolgehaltes eines meiner beliebtesten Präparate.

Außerdem ist „Ginkgo“ das Wahrzeichen meiner Praxis und eine hohe Symbolkraft, die insbesondere für HIV-Patienten eine besondere Bedeutung hat.

Ginkgo gilt als Symbol
für Hoffnung, langes Leben, Fruchtbarkeit,
Freundschaft, Anpassung und Unbesiegbarkeit.


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BeitragVerfasst: Sa 11 Feb, 2012 12:04 pm  Titel:  Ältere Antiepileptika bei HIV-Patienten oft ein Risiko Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ältere Antiepileptika bei HIV-Patienten oft ein Risiko

Mehr als einer von zehn HIV-Patienten leidet irgendwann unter epileptischen Anfällen. Die gleichzeitige Therapie mit antiretroviralen Medikamenten und Antiepileptika stellt jedoch wegen der zahlreichen Interaktionen hohe Ansprüche. Die International League Against Epilepsy hat jetzt zusammen mit der American Academy of Neurology erstmals eine Leitlinie herausgegeben.

Mehr unter:
Deutsches Ärzteblatt vom 6. Januar 2012
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/48654


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BeitragVerfasst: Di 06 März, 2012 8:32 pm  Titel:  Gefährlicher Mix: Statine Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Gefährlicher Mix: Cholesterinsenker und Proteasehemmer gegen HIV und HCV

Die US-amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA warnt in ihren aktualisierten Richtlinien vor Wechselwirkungen zwischen Cholesterinsenkern (Statine) und Protease-Inhibitoren (PI).

05.03.2012

mehr unter
http://www.aidshilfe.de/de/aktuelles/meldungen/gefaehrlicher-mix-cholesterinsenker-und-proteasehemmer-gegen-hiv-und-hcv


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BeitragVerfasst: Mo 18 Jun, 2012 2:50 pm  Titel:  Wechselwirkungen im Blick Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Wechselwirkungen im Blick

http://www.garten-der-lueste.com/bilder/botanischer_garten/lhivfe_auszuege/LIFE-magazin_08_Ausw2.pdf?PHPSESSID=a0b67f12d0b1e05ac8c5bd57f97e9efb


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BeitragVerfasst: Mo 24 Sep, 2012 11:47 pm  Titel:  HIV-Therapie und Partydrogen Antworten mit ZitatNach untenNach oben

HIV-Therapie und Partydrogen

„Drogen machen abhängig. Drogen machen krank! Das sind keine Neuigkeiten. Dass der Drogenkonsum aber auch zu Komplikationen in Verbindungen mit HIV- und anderen Therapien führen kann ist sicherlich nicht jedem bewusst. Daher ist es wichtig, sich der Auswirkung bestimmter Substanzen auf den Erfolg bzw. Misserfolg der Therapie bewusst zu werden. Zu den häufiger konsumierten Drogen gehören unter anderem GHB, liquid ecstasy, Ecstasy, Kokain, Poppers, Ketamin.

Allgemein lassen sich diese Substanzen in sogenannte „Uppers“ und „Downers“ einteilen. „Uppers“ wirken hauptsächlich über das Belohnungssystem und damit über eine erheblich verstärkte Dopamin-, Serotonin- und Noradrenalin/Adrenalin-Ausschüttung. Serotonin und Dopamin sind Bestandteile des komplexen Belohnungssystems und bewirken Euphorie uind Enthemmung. Dadurch entsteht auch eine starke psychische Abhängigkeit.

„Downers“, welche die Konzentrationen von gamma-Aminobuttersäure (GABA) und Glutamat erhöhen, z.B. GBH, Ketamin, Bezodiazepine, Opiate, Alkohol, haben dagegen eher eine hypnotische Wirkung. Sie steigern die Schmerzempfindlichkeit, unterdrücken Emotionen und können zu Amnesie führen (Gedächtnisstörung für zeitliche und inhaltliche Erinnerungen).

Toxizität

Neben den gewünschten Effekten gibt es zahlreiche schwerwiegende Nebenwirkungen. Es kann zur akuten Vergiftung mit den psychotropen Substanzen kommen, was zu Wahrnehmungsstörungen, Veränderung von Handeln und Verhalten bis hin zu Bewusstseins- und geistigen Störungen führen kann.

Des Weiteren besteht die Gefahr einer zunehmenden Toleranzentwicklung, welche zu einer lebensgefährlichen Dosiserhöhung führen kann. Desweiteren besteht die Gefahr eines Abhängigkeitssyndrom, was die Konsumkontrolle des Betroffenen erschwert und zu einer lebensgefährlichen Dosiserhöhung führen kann. Dies wird auch durch eine häufig auftretende Toleranzentwicklung verstärkt. Der dauerhafte Gebrauch kann dann neuronale Funktionen dauerhaft schädigen und somit zu bleibenden Erkrankungen führen.

Die körperliche Abhängigkeit erschwert zudem das „Cleaning durch ein zum Teil lebensbedrohliches Entzugssyndrom.

Die gebräuchlichsten Drogen und ihre schädlichen Wirkungen:

GBH
sehr geringer Dosisunterschied zwischen Wirkung und Vergiftung. Wirkung ist stark dosisabhängig, kann zu Übelkeit, Erbrechen, Bradykardie, Amnesie, Bewusslosigkeit, Atemdepression, Koma führen.

Ecstasy
Extensive Serotoninfreisetzung führt zur Neurodegeneration, Hyperthermie (KT über 40 Grad), hohes psychisches Abhängigkeitspotential mit Toleranzentwicklung
Bei chronischer Anwendung können psychotische Störungen auftreten.

Poppers
Starke Gefäßerweiterung, Herzrasen, Kopfschmerz, Schwindel, Sehstörungen, Übelkeit, Erbrechen, WW mit Blutdrucksenkenden Mitteln und PDES-Hemmern

Kokain
Blutgefäßverengung, Motorische Hyperaktivität, nach Euphorie Abgleiten in Depression, welches einen regelmäßigen Gebrauch nach sich zieht mit starker psychischer und physischer Abhängigkeit

Ketamin
Es wird von schrecklichen Horrorvisionen berichtet. Die Schmerzempfindlichkeit wird herabgesetzt, deshalb ist die Verletzungsgefahr hoch.

Wechselwirkungen
Benzo, MDMA, GHB/GBL und Ketamin haben starke Wechselwirkungen mit Lopinavir (Kaletra), Ritonavir (Norvir), Saquinavir (Invirase), Fosamprenavir (Telzir), Atazanavir Reyataz), Efavirenz (Sustiva), Nevirapin (Viramune).
Bei GHB/GBL sind bei Efavirenz und Nevirapine keine Angaben; bei Benzo und Ketamin ist bei Nevirapine keine Angabe.

Alkohol kann in Verbindung mit den vorgenannten Medikamenten zu Leberschäden führen.
Bei Nevirapine ist keine Angabe.

Die weiteren Angaben in der Tabelle kann ich nicht beurteilen, da etliche ein Fragezeichen enthalten, insbesondere bei Opiaten. Bei Cannabis scheint es keine Wechselwirkungen zu geben.

Die Tabelle zu Wechselwirkungen ist von Dr. Katja Römer, Praxis für Allgemeinmedizin, Köln

Quelle: Aktuelle Informationen, Juli 2012, Birken Apotheke, Köln


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BeitragVerfasst: Sa 04 Jan, 2014 12:53 am  Titel:  Interaktionen zwischen ART und Pflanzenextrakten Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Interaktionen zwischen ART und Pflanzenextrakten

http://www.ifi-interaktions-hotline.de/BaseCMP/pages/contentdelivery?CID=7041&JOB_NAME=DISPLAY_PAGE


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BeitragVerfasst: Fr 07 Feb, 2014 3:13 am  Titel:  Wechselwirkungen mit Naturheilmitteln Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Wechselwirkungen mit Naturheilmitteln

Echinacin/Sonnenhut
http://www.hiv-interactions.com/index_4854_de.html

Ginseng
http://www.hiv-interactions.com/index_4808_de.html

Grapefruit
http://www.hiv-interactions.com/index_5221_de.html

Johanniskraut
http://www.hiv-interactions.com/index_4832_de.html

Knoblauch
http://www.hiv-interactions.com/index_4837_de.html

Mistel
http://www.hiv-interactions.com/index_4834_de.html

Taigawurzel/Eleutherococcus
http://www.hiv-interactions.com/index_4801_de.html


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BeitragVerfasst: Di 11 März, 2014 1:02 am  Titel:  Blutverdünnung – nicht alles wird einfacher! Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Blutverdünnung – nicht alles wird einfacher!

Ein neues Medikament (Xarelto) wird hoch gelobt, weil es die orale Antikoagulation (“Blutverdünnung”) massiv vereinfachen soll. Doch aufgepasst: Wechselwirkungen sind immer noch zu beachten! Ein spannender Fall wurde kürzlich im Swiss Medical Weekly von Botond Lakatos et al. publiziert. Und zwar geht es um die stets leidigen Medikamenteninteraktionen wo (fast) schon jeder Mediziner in letzter Sekunde ein Rückzieher gemacht hat oder sogar darüber gestolpert ist.

Mehr unter: Infektiologie St. Gallen vom 20. Februar 2014

http://infekt.ch/2014/02/bltuverduennung-nicht-alles-wird-einfacher/


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BeitragVerfasst: Mo 05 Mai, 2014 9:39 am  Titel:  Neben- und Wechselwirkungen: Beratungstipps für HIV-Patiente Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Neben- und Wechselwirkungen: Beratungstipps für HIV-Patienten

Nebenwirkungen sind in der antiretroviralen Therapie (ART) keine Seltenheit. Zudem drohen pharmakologische Wechselwirkungen, gerade wenn HIV-positive Menschen Arzneimittel von mehreren Fachärzten bekommen. Wie Apotheker zur Therapieoptimierung beitragen können, wurde auf einem Workshop der Münchner Aids- und Hepatitis-Tage deutlich.

Mehr unter: Pharmazeutische Zeitung Ausgabe 15/2014
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=51698


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BeitragVerfasst: Do 24 Jul, 2014 7:53 pm  Titel:  Medikamente bei älter werdenden HIV-Patienten Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Pharmazeutische Aspekte zur Behandlung des älter werdenden HIV-infizierten Patienten

von Leonie Meemken, Pharmazeutin

„Die Lebenserwartung HIV-infizierter Menschen wird durch die antiretrovirale Therapie (ART) erhöht. Zwar liegt die Lebenserwartung mit 75 Jahren 7 Jahre unter der der Allgemeinbevölkerung, dennoch ist auch bei älter werdenden HIV-infizierten Patienten die Herausforderung in der Kombinierbarkeit mit der Begleitmedikation. Darüber hinaus steigt das Interaktionspotential mit der Anzahl der Medikamente. Eine Analyse von Patientendaten aus einer Kinik in Toronto ergab, dass HIV-infizierte Patienten mit >50 Jahren im Mittel 9 statt 7 Medikamente täglich einnehmen. 63 % (n=416) der älteren Patienten litten unter Interaktionen im Gegensatz zu 47 % bei den jüngeren (n=498).

In der Swiss-Kohorte wurden bei 53 % der Älteren klinisch relevante Interaktionen gefunden, verglichen mit 35 % bei den Jüngeren. Die Analyse der Medikamentengruppen ergab, dass die >50-Jährigen besonders kardidovaskuläre Medikamente (65 %), Antidepressiva, Psychopharmaka (54%, gastrointestinale Medikamente (66%), Analgetika (39%) und Hormone (16%) einnehmen. Ein ähnliches Spektrum wurde von der Swiss-Kohorte veröffentlicht.


Kommentar

Wieso ähnliches Spektrum in der Swiss-Kohorte? In der Swiss-Kohorte sind die Zahlen deutlich günstiger bei den >50-Jährigen:

Kardiovaskuläre Medikamente = 53 % (Toronto 65 %)
Psychopharmaka = 26 % (Toronto 53 %)
Gastrointestinale Medikamente = 10 % (Toronto = 66 %)
Analgetika = keine Angabe (Toronto = 39 %)
Hormone = 6 % (Toronto = 16 %.

Warum in Toronto die Anzahl der Medikamente wesentlich höher liegt als bei der Swiss-Kohorte, wird leider nicht erläutert. Ich vermute daher, dass die HIV-Patienten in Toronto wesentlich nebenwirkungsreichere Medikamente enthalten, evtl. noch die alten HIV-Medikamente.

Vermutlich könnten die Medikamente deutlich reduziert werden, wenn die Ursachen mit naturheilkundlichen und homöopathischen Therapien und Präparaten unterstützt würden.

Im Folgenden möchte ich wegen der besonderen Relevanz nur die Texte zu Cholesterinsenkern und Gastrointestinalen Medikamenten wiedergeben.

Cholesterinsenker

„Obwohl retrospektive Kohortenstudien zeigten, dass Dyslipidämien bei HIV-Patienten schwieriger einstellbar sind, wirken bei ihnen Statine und Fibrate effektiv, senken die Lipidspiegel und verringern die Moralität.

Simvastatin und Lovastatin sind mit HIV-Pis kontraindiziert, da die AUC (area under the curve) unter HIV-PIs 20-fach bzw. 31,6-fach anstieg. Das Risiko einer Rhabdomyolyse erhöht sich dementsprechend. Auch erhöhte Atorvastatin-Dosis werden erwartet. Die Atorvastatin-Dosis sollte nicht mehr als 10 mg/Tag betragen.

Die Spiegel des Cholesterin-Synthese-Hemmers Pravastatin sinken dagegen unter HIV-PIs. Der Mechanismus ist unklar. Hier ist darauf zu achten, dass die Cholesterinwerte sinken und damit die Therapie wirksm ist. Vorsicht ist mit geboosterten Darunavir (DRV/r) geboten. In einer PK-Studie mit Pravastatin 40 mg QD zeigten 6 von 14 Probanden einen 200 %-igen Anstieg der Pravastatin-Spiegel gegenüber den Kontrollen. Es wird eine genetische Variation des Transporters QATP1B1 in den Hepatozyten vermutet. Eine niedrige Pravastatin-Dosis unter DRV/r ist daher sinnvoll.

Für Fluvastatin gibt es keine PK-Daten. Da es zu 75 % über CYP2C9 und nur zu 25 % über CYP3A4 abgebaut wird, besitzt es theoretisch ein geringes Interaktionspotential. EFV hemmt CYP2C9 und ist damit wahrscheinlich kein guter Kombinationspartner).

Obwohl Rosuvastatin nicht über CYP3A4 abgebaut wird, treten erhöhte Rosuvastatin-Spiegel mit geboosterten Lopinavir (LPV/r) und ATV/r auf. Deshalb wird eine Rosustatin-Dosis von 5 mg emfpohlen.

Ezetimib ist interaktionsarm und nur im Kombinationspräpart Inegy (Simvastatin/Ezetimib) zu vermeiden, da Simvastatin bei HIV-PI-haltiger Therapie kontraindiziert ist. RAL steigert das Risiko von Myopathien, da es selbst muskelschädigend sein und die Creatinin-Kinase (CK)-Werte erhöhen kann. Fibrate wie z.B. Gemnfibrozil werden glucuronidiert. RTV induziert die Gluconoyltransferase, sodass unter HIV-PIs mit einer verminderten Fibrat-Wirkung gerechnet wird.“

Kommentar

Ich möchte hier ausdrücklich aus Erfahrung darauf aufmerksam machen, dass selbst die verordnende Klinik z.B. bei Herzinfarkt-Patienten anlässlich des Setzen eines Stents, nicht über die Kontraindikationen informiert sein kann. Insofern ist es ratsam, dass betroffene Patienten frühzeitig selbst aktiv werden sollten hinsichtlich der Frage, ob das verordnete Statin-Präparat für sie geeignet ist und dies schnellstens mit ihrem HIV-Arzt klären sollten.

Gastrointestinale Medikamente

„Medizinische Kohle, pflanzliche Laxantien und Säureblocker können die Resorption von Medikamenten reduzieren. Die Integrase-Hemmer bilden mit Antazida Chelat-Kompelxe. Ihre Aufnahme in den Körper kann somit verhindert werden. Deshalb sind Magnesium- und Aluminium-haltige Antazida mit RAL kontraindiziert. Alternativ sind Calciumcarbonat-haltige Antazida möglich. Für EVG und DTG wird ein Abstand zu allen Antazida von 4 bzw. 6 Stunden vorher und 2 Stunden nachher empfohlen. DTG bildet auch mit Calcium- und Eisenionen Komplexe, sodass der beschriebene Abstand auch für Multivitaminpräparate gilt.“

Kommentar

Erhöhte Magensäure/Reflux/Sodbrennen kann mit natürlichen Mitteln und Ernährungsanpassung gut behandelt werden.


Für weitere Interaktionen werden folgende Medikamente angeführt

Thrombozytenaggregationshemmer
Orale Antikoagulantien (Blutgerinnungshemmer)
Antihypertensiva (Blutdrucksenker)
a) Diuretika
b) Beta- und Calcium-Kanal-Blocker
c) Calcium-Kanal-Blocker
d) ACE-Inhibitoren und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (Sarane)
Diabetes mellitus-Medikamente
1. Biguanide
2. Glitazone
3. Suphonylharnstoffe
4. Glinide, GLP-1-Agonisten und DPP-4-Inhibitoren
Hormone
Psychopharmaka

"Da sich das Spektrum der Begleitmedikamente bei älteren HIV-infizierten Patienten erweitert und Interaktionspotentiale durch die Forschung an Transportermolekülen verändern, sind neue Fallberichte notwendig um Hilfestellung bei fehlenden PK-Daten zu geben. Guidelines für HIV-Infizierte Patienten mit chronischen Erkrankungen sind sinnvoll. Die Komplexität dieses Feldes ist zum einen durch den für die Kontrolle der HIV-Infektion notwendigen multimoldalen Einsatz von ART-Medikamenten gegeben. Andererseits sind gerade diese Medikamente besonders potente Interaktionspartner im Pharmakometabolismus. Daher bedarf die Therapie von Komorbiditäten aus dem Spektrum der Volkskrankheiten eines interdisziplinären Austauschs zwischen den verschiedenen Fachrichtungen."

Erläuterungen

Rhabbdomyolyse = Auflösung quergestreifter Muskelfasern. Dazu gehören die Skelettmuskulatur sowie Herzmuskulatur und Zwerchfell.

Dyslipidämie = z.B. erhöhte Werte bei Cholesterin, LDL, Triglyzeride, Liopoprotein (a), erniedrigtes HDL

PIs = Protease-Inhibitoren/Protease-Hemmer

Hepatozyten = Leberzellen

DRV/r = Daranuvir/Prezista geboostert

CYP = Cytochrom = spielt bei der oxidativen Phosphorilierung (Energiegewinnung) eine entscheidende Rolle als Elektronencarrier (Elektronentransporter)

PK-Daten = Pharmako-Kinetische DatenEFV = Efafirenz/Sustiva

Lopinavir/r = Kaletra plus Norvir

ATV/r = Reyataz geboostert z.B. mit Norvir

RAL = Raltegravir = Isentress

RTV = Ritonavir/Norvir

Fibrate = (Fibrinsäuren und deren Abkömmlinge) sind eine Gruppe von Carbonsäuren, die in der Medizin als Arzneistoff zur Behandlung hoher Blutfettwerte angewendet werden. Die Einnahme von Fibraten ist bei Hypercholesterinämie und Hypertriglyceridämie indiziert.

Glucoronidierung = bezeichnet den Vorgang der Ausscheidung unpolarer Stoffe über Leber und Niere durch Bindung an Glucuronsäure

Glucuronsäure = Im Stoffwechsel des Menschen dient die Substanz insb. der Entgiftung

EVG = Elvitegravir

DTG = Dolutegravir

Antazida = Säureblocker

Quelle: Pharmazeutische Aspekte zur Behandlung des älter werdenden HIV-infizierten Patienten
In: Retroviren Bulletin 1_2014, NRZ Uni Frankfurt/M


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BeitragVerfasst: Mo 20 Jul, 2015 2:58 pm  Titel:  Pharmakologie und Resistenz Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Pharmakologie und Resistenz

„In Bezug auf Wechselwirkungen gab es in letzter Zeit einige spektakuläre Fälle:

- Die Gabe von geboosteten HIV-Medikamenten (Kaletra ®, Prezista®/r, Reyataz®/r, Stribild ® und bestimmten Kortison-artigen Medikamenten (Dexamethason, Fluticason, Budesonid, Triameinolon) - egal ob als Tablette, inhaliert oder injiziert - kann zu einer massiven Verstärkung der Kortison-+Wirkung bis hin zum Cushing-Syndrom führen.

- Tenofovir (Viread® und in Truvada ®, Atripla ®, Eviplera®, Stribild® enthalten) kann zusammen mit dem beliebten Schmerzmittel Diclofenac in bis zu 15 % der Fälle Nierenschäden auslösen.

- Oxarbazepin führt zu einem Wirkverlust aller neuen Medikamente gegen Hepatitis-C.

Bei der Resistenztestung gibt es neue Methodne, die nicht nur ein Virusgenom untesuchen, sondern mehrere 1.000 bis 10.000 gleichzeitig. Damit kann man auch Resistenzmutationen fetstellen, die nur bei sehr wenigen Viren vorkommen. Allerdings ist die Interpretation dieser Befunde noch unklar. Wahrscheinlich wird man die Resistenzdaten zusammen mit Wirkstoffspiegeln und Daten zur klinischen Wirksamkeit kombinieren müssen, um ein funktionierendes Modell zu bekommen.

Quelle: Neues aus der Grundlagenforschung - Bericht vom Deutsch-Österreichischen Aids-Kongesss in Düsseldorf 24.-27. Juni 2015
In Projekt Information Nr. 4/2015


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BeitragVerfasst: So 21 Jan, 2018 3:30 pm  Titel:  Medikamenteninteraktionen durch Begleitmedikation und illega Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Medikamenteninteraktionen durch Begleitmedikation und illegalen Drogenkonsum

Knapp drei Viertel der HIV-Patienten in Deutschland haben nicht AIDS definierende Begleiterkrankungen, vier Fünftel nehmen zusätzlich zu ihren HIV-Medikamenten Begleitmedikamente ein und 3 von 4 HIV-Patienten konsumieren illegale Substanzen. Diese Ergebnisse der deutschlandweiten Beobachtungsstudie BESIDE veranschaulichen wie wichtig die Evaluierung potenzieller Medikamenteninteraktionen zwischen der antiretroviralen Therapie und der Begleitmedikation, aber auch – insbesondere bei jüngeren HIV-Patienten – der illegalen Substanzen ist.

Mehr unter: Journalmed - Pressemeldung MSD vom 30. November 2017
https://www.journalmed.de/news/anzeigen/Nationale_HIV_Kohorte_BESIDE_Medikamenteninteraktionen_durch_Begleitmedikation_und_illegalen_Drogenkonsum


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