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Alter: 69
Anmeldungsdatum: 27.02.2005
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BeitragVerfasst: So 24 Jan, 2016 12:00 pm  Titel:  Artemisinin Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Artemisinin

"Die chinesische Professorin Youyo Tu aus Peking hat den aktuellen Medizin-Nobelpreis für ihre Verdienste im Kampf gegen Malaria und Parasiten erhalten. "Damit", so lobt jetzt die Internationale Gesellschaft für chinesische Medizin (SMS), "wird auch die fruchtbare Zusammenarbeit von TCM und moderner Forschung gewürdigt". Prof. Youyo Tus Forschung galt Artemisinin, dem Wirkstoff einer chinesischen Heilpflanze, die schon seit über 2000 Jahren bekannt ist. Er kann helfen, Epidemien einzudämmen und ersetzt Antibiotika."


Natürlich gesund und munter 1/2016


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Anmeldungsdatum: 27.02.2005
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BeitragVerfasst: Do 28 Dez, 2017 7:05 pm  Titel:  Hilft Artemisia auch bei HIV? Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hilft Artemisia auch bei HIV?

in Simonsohn, B.: Artemisia - Königin der Heilpflanzen, 2017


„Diese ARVs (antiretrovirale Medikamente) sind nicht nur teuer, sondern haben oft gravierende Nebenwirkungen: Schwindel, Unterleibsschmerzen, Blähbauch, Depressionen, Suizidgefahr, diffus stechende Schmerzen, Fieber, Taubheit und Erstarrung einzelner Gliedmaßen“.“

Hier stellt sich die Frage auf welche HIV-Medikamente sich derartige Symptome beziehen. Ich habe in den 18 Jahren meiner Praxis vereinzelt HIV-Patienten gesehen mit Beschwerden wie Blähbauch, Depressionen und Taubheit und diese Beschwerden waren nicht eindeutig den HIV-Medikamenten zuzuordnen. Ein Blähbauch kann mit einer belasteten Darmsituation, vor allem mit einer exokrinen Pankreasinsuffizienz in Zusammenhang stehen.

Allerdings ist bekannt, dass in Afrika vielfach noch veraltete HIV-Medikamente eingesetzt werden, die für alle möglichen Nebenwirkungen bekannt sind.

„AIDS gilt bisher als unheilbare Krankheit.“

Falsch. Die HIV-Infektion gilt bislang als unheilbar. Aids-Definierende Krankheiten jedoch sind in aller Regel behandel- und heilbar, wenn Patienten sich rechtzeitig in schulmedizinische Behandlung begeben bzw. die HIV-Infektion frühzeitig entdeckt wird.

„Die Wirkungsweise von Artemisia beschränkt sich auf die mit HIV und Aids verbundenen Begleitinfektionen und das Immunsystem der Betroffenen, eine vollständige Eliminierung des HI-Virus kann nicht erwartet werden.“

Das ist ein realistischer Satz, dem ich nichts hinzuzufügen habe.

„Selbst „unheilbare“ HIV-Fälle befreite sie (Hulda Clark) in wenigen Stunden von ihrem Virus. Erneute HIV-Tests im Labor waren negativ.“

Ich verstehe nicht, weshalb solche Geschichten wie von Frau Clark immer noch verbreitet werden und HIV-positiven Menschen erneut falsche Hoffnungen gemacht und vorgegaukelt wird, dass man wieder HIV-negativ werden könne. Wenn dem so wäre, hätte es doch längst auch hierzulande Therapeuten gegeben, die solche Erfolge aufzuweisen hätten und sich vor HIV-Patienten nicht mehr retten könnten. In meiner Praxis tauchten mehrere HIV-Patienten auf, die vorher bei sogenannten „Clark-Therapeuten“ waren. Allerdings wurde keiner davon HIV-negativ, im Gegenteil: die Viruslast stieg unter deren Therapie an und die Helferzellen fielen ab, so dass solche HIV-Patienten in der Regel in einem desolaten Zustand meine Praxis aufsuchten.

"In Kamerun wurden 123 HIV-positive Patienten mit Artemisia behandelt, „und bei 100 Prozent trat eine Besserung ein.“

Und was soll man als Leser bzw. als Therapeut damit anfangen? Was hat sich gebessert? Allerweltssymptome? HIV-bedingte Symptome oder gar Aids-definierende Krankheiten im Sinne der europäischen Definition?

„Ich nehme Artemisia-Tee, Moringa-Blätter, Artemisia Salbe usw. Ich brauche keine ARVs.“

Was um Himmels willen soll man damit anfangen? Das ist sorry, eine naive und lebensgefährliche Einstellung, die hier vermittelt wird. Weder Artemisia noch Moringa kann HIV so weit eliminieren, dass langfristig keine antiretroviralen Medikamente erforderlich sind.

„Viele Patienten sind so schlecht drauf, so unterernährt, so ausgemergelt, wenn man denen ARVs gibt, sterben sie gleich an den Nebenwirkungen. Deswegen päppeln wir sie auf mit Moringa, stärken ihr Immunsystem mit Artemisia, und dann entscheiden wir mit dem Patienten, ob er überhaupt noch ARVS benötigt.“
Dr. Peter Feleshi, Arzt und staatlich anerkannter Aids-Berater in Tansania

Das ist ja legitim und gut, wenn Artemisia und Moringa bei diesen Patienten eine allgemeine Stärkung bewirkt. Nur der Schluss, der daraus gezogen wird, evtl. keine ARVs einzusetzen ist höchst fraglich. Weder Artemisia noch Moringa dürften entscheidenden Einfluss auf die Beseitigung der immer vorhandenen HIV-bedingten Immunaktivierung haben. Diese Immunaktivierung liegt auch bei geringer HI-Viruslast vor und hat langfristig negative Wirkungen auf das Immunsystem infolge des damit verbundenen Entzündungsgeschehens. Insofern frage ich mich, welche Fachkenntnisse hier wohl der genannte Arzt hat.

„Artemisia kann Aids nicht heilen, das hieße, den HIV-Virus vollständig eliminieren.“

Offensichtlich ist der Autorin nicht bewusst, dass sie wiederholt HIV und Aids als synonyme Begriffe verwendet. Aids ist nicht gleich HIV. Nochmals: Aids ist behandelbar und heilbar. Die HIV-Infektion ist bislang nicht heilbar, weil der Virus bislang nicht voll und dauerhaft eliminiert werden kann.


Aids-Definition in Afrika

Leider wird in dem Buch nicht darauf hingewiesen, dass es in Afrika eine völlig andere Aids-Definition gibt als in Europa.

Aids bei einem Erwachsenen liegt vor, wenn er mindestens zwei der nachfolgend aufgeführten Hauptsymptome zusammen mit mindestens einem der ebenfalls angeführten Nebensymptome aufweist und keine anderen bekannten Ursachen für Immunschwäche wie Krebs, gravierende Unterernährung oder ähnliches vorliegen. Aber auch ein generalisiertes Kaposi Sarkom oder eine Cryptococcen-Meningitis (Gehirnhautentzündung) sind ausreichend, um die Diagnose Aids zu stellen.

Als Hauptsymptome nennt die WHO:
• Gewichtsverlust von mehr als 10 Prozent
• chronischen Durchfall durch mehr als einen Monat
• Fieber durch mehr als einen Monat, auch mit Unterbrechungen

Dazu muss eines der folgenden Nebensymptome kommen:
• Husten durch mehr als einen Monat
• ein genereller Juckreiz
• wiederkehrende Gürtelrose
• Pilzinfektion im Mund-Halsbereich
• chronische Herpes-Infektion an mehreren Stellen
• Schwellung mehrerer Lymphknoten

Uganda hat als Nebensymptom die Tuberkulose hinzugefügt. Das Nachbarland Tanzania wiederum verlangt zwei Nebensymptome zusätzlich zu den zwei Hauptsymptomen.“

Europäische Aids-Definition

Hierzulande gelten rd. 30 opportunistische Infektionen wie Candidiasis des Ösophagus, HIV-Enzephalopathie, Lymphome, Pneumocystis jerovicii Pneumonie, Toxoplasmose, Cytomegalie-Virus-Retinitis, Kryptokokkose, Mycobacterium tuberculosis sowie Kaposi und Wasting-Syndrom (HIV-Kachexie) u.a.m. als Voraussetzung zur Aids-Definition bei gleichzeitigem Vorhandensein einer HIV-Infektion.

Daran dürfte auch der unbedarfte Leser erkennen, dass bereits Allerweltsymptome bzw. Symptome, die hierzulande einer Aids-Krankheit vorausgehen oder sie begleiten können in Afrika zur Aids-Definition führen.

Komplementäre Therapie mit Artemisia und Moringa

Daher sollte jedem Leser klar sein, dass Artemisia kein Aids beseitigen, sondern allenfalls diverse Symptome bessern kann, in deren Folge dann auch eine Gewichtszunahme möglich ist, die HI-Viruslast etwas abnimmt und die Helferzellen etwas steigen und es den Menschen wesentlich besser geht. Das ist aber noch keine entscheidende Therapie, was die HIV-Infektion angeht.

Wenn schwerwiegende opportunistische Infektionen die PjP-Lungenentzündung oder Tuberkulose auftreten, ist eine schulmedizinische medikamentöse Therapie zwingend. Und nur mit antiviralen Medikamenten ist es möglich die Anzahl der HIV-Viren entscheidend zu senken und die Helferzellen hinreichend anzuheben. Artemisia und Moringa können dabei nur komplementär unterstützend wirken.

Beurteilen kann man die Wirkung von Artemisaia und Moringa letztlich nur anhand konkreter Daten zu HI-Viruslast, Helferzellen, Immunaktivierung, Darmsituation, Vitamin- und Mineralstatus, Vitamin D usw. und solche Daten habe ich noch nicht gesehen.

Und solange nur derartige anekdotische Geschichten verbreitet werden ist zumindest hierzulande Vorsicht geboten vor all zu viel Naivität und Leichtgläubigkeit, was das Thema HIV angeht.


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