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BeitragVerfasst: Do 01 Mai, 2014 9:52 am  Titel:  HIV: Therapie früh beginnen! Antworten mit ZitatNach untenNach oben

HIV: Therapie früh beginnen!

Menschen, bei denen eine HIV-Infektion festgestellt wurde, sollten möglichst bald mit antiretroviralen Medikamenten behandelt werden. Das schreiben Mitglieder eines internationalen Forschungsnetzwerks jetzt in «The Lancet Infectious Diseases». Ein Zuwarten mit dem Start einer antiretroviralen Therapie (ART), etwa bis die CD4-Zellzahl unter einen bestimmten Schwellenwert fällt, erhöht demnach sowohl die Ansteckungsgefahr anderer als auch die Komplikationsrate beim Patienten selbst.

Siehe auch: «The Lancet Infectious Diseases» Prevention of HIV-1 Infection with Early Antiretroviral Therapy doi: 10.1016/S1473-3099(13)70692-3

Siehe auch: «New England Journal of Medicine» Effects of early versus delayed initiation of antiretroviral treatment on clinical outcomes doi: 10.1056/NEJMoa1105243

Mehr unter: Pharmazeutische Zeitung vom 4. April 2014
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=51651


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BeitragVerfasst: Di 01 Jul, 2014 1:25 am  Titel:  Nützt eine frühere HIV-Therapie Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Nützt eine frühe HIV- Therapie?

"Wie ist die optimale Vorgehensweise bei Personen mit einer akuten HIV-Infektion? Diese Frage bleibt vor allem für diejenigen ohne akute Krankheitssymptome weitgehend unklar.

Empfehlung in Leitlinien

Bei mangelnder Datenlage sind die die Empfehlungen in Leitlinien uneinheitlich:

• USA: Nach Leitlinien des amerikanischen Gesundheitsministeriums (Department of Health and Human Services) sollte bei einer akuten oder frühen HIV-Infektion eine Behandlung angeboten" (2) werden.

• Europa: Die Europäische Ärztegesellschaft "European AIDS Clinical Society" (EACS) empfiehlt (3) eine ART in der akuten HIV-Infektion (noch negativer Antikörpertest, maximal eine Bande im Western Blot) wenn Symptome oder sogar AIDS-definierende Erkrankungen auftreten, bei chwerem" (4) bzw. verlängertem Krankheitsverlauf oder wenn nach dem dritten Monat die CD4-Zellzahl noch unter 350/111 liegt (EACS 2013).

• Deutschland: nach Leitlinie der Deutschen AIDS-Gesellschaft (DAIG) sollte die ART bei schwerer Symptomatik erfolgen, bei leichter Symptomatik kann sie im Einzelfall erfolgen (DAIG 2012).

• WHO: Die Welt-Gesundheit-Organisation lässt das Thema in ihrer neuen Leitlinie aus, empfiehlt jedoch generell einen Therapiestart bei einer CD4-Zellzahl unter 500/111 (WHO 2013, Chen 2013)

Es gibt einige Hinweise, dass eine ART bei sehr früher Diagnose (noch vor der Serokonversion) für das Immunsystem der Patienten günstig sein könnte. Darüber sollten Patienten informiert werden, um dann eine Entscheidung mit dem Arzt/der Ärztin treffen zu können. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die Infektion früh erkannt wird.

Bessere immunologische Situation durch frühe Therapie?

Einige Studien haben die Wirkung einer frühen und zeitlich begrenzten ART untersucht: diese Ergebnisse fasste im Dezember 2013 eine chinesische Arbeitsgruppe in einer Meta-Analyse zusammen (Chen 2013):

Die antiretrovirale Kurzzeit-Therapie, die in der primären HIV-Infektion begonnen und meist über ein bis drei Jahre eingenommen wird, führt zu höheren CD4-Zell-Zahlen und einer niedrigeren Viruslast - auch wenn die ART dann abgesetzt wird. Die bessere immunologische Situation hält über 12 Monate an, dann lässt sich kein statistischer Unterschied mehr zwischen Behandelten und Nicht-Behandelten feststellen. Dauerte die ART länger als zwölf Monate, so resultierte daraus eine geringfügig bessere immunologische Situation als bei kürzerer ART.

Die Autoren um Chen vermuten aber, dass die Wirkung der ART noch unterschätzt wird - weil zum Beispiel in den Studien vor allem diejenigen eine frühe ART erhalten, denen es in der akuten Infektion besonders schlecht geht (recruitment bias). Chen und Kollegen vermuten folgende Gründe für den Erfolg der ART:

• Verhinderung eines schweren CD4-Zellverlusts im Blut und in lymphatischen Organen während der akuten Infektion

• der Erhalt einer HIV-spezifischen Immunantwort

• Verhinderung der viralen Diversifizierung'' (5)

• weniger HIV-Reservoire

Eine sichere Datenlage gibt es noch nicht. Die Autoren fordern daher Studien mit längerer Nachbeobachtung. Im Einzelfall müssen also die positiven Hinweise gegen die Nebenwirkungen der ART, der Problematik der Therapietreue (sog. Adhärenz) und der möglicherweise früheren Resistenzentwicklung abgewogen werden.

Therapie in der akuten Phase - Chance für eine Heilung?

Immunsystem der" VISCONTI-Studie" schafft Infektion auch ohne Medikamente in Schach zu halten Einigen sich Patient_in und Arzt/Ärztin auf eine Kurzzeit-Therapie in der akuten HIV-Infektion, wird nach Monaten bzw. wenigen Jahren der Zeitpunkt kommen, an dem überlegt wird, die Therapie (vorerst) zu beenden. Ansonsten wäre es ja keine Kurzzeittherapie, sondern einfach ein sehr früher Therapiebeginn.

Zwangsläufig stellt sich die Frage: Wird die Viruslast nicht sehr schnell wieder ansteigen? Normalerweise schon, allerdings muss das nicht immer so sein. Bei 14 Franzosen in der VISCONTI (6)-Studie war es anders (Saez-Cirion 2013). Bei ihnen wurde die primäre HIV-Infektion in den späten 1990-er und frühen 20DD-er Jahren diagnostiziert. Aufgefallen waren die vier Frauen und zehn Männer meist durch eine ausgeprägte Symptomatik in der akuten Phase der HIV-Infektion. Sie zählen also zu denjenigen, bei denen man eher einen schnellen bzw. schwereren Verlauf der HIV-Infektion vermuten würde.

Die Patienten starteten früh (7) mit der ART und nahmen sie im Median über einen Zeitraum von drei Jahren ein. Die Viruslast war stabil unter der Nachweisgrenze. Dann wurde die ART abgesetzt (8 ). Im Gegensatz zu vielen anderen (9) in der Patientenkohorte stieg die Viruslast bei den 14 "VISCONTI"-Patient_innen nicht wieder an: acht Personen hatten keine nachweisbare Viruslast, bei sechs Patient_innen kam es vereinzelt zu Virusmessungen im niedrigen Bereich.

Neben der Messung der freien Viruskopien im Blut (Viruslast, als RNA (10) untersuchte man auch die in weißen Blutzellen eingebaute HIV-Erbsubstanz (als DNA (11): diese HIV-Reservoire waren bei den VISCONTI-Patient_innen niedriger als bei Nicht-Behandelten - und bei fünf VISCONTI-Patient_innen sanken die HIV-DNA-Level sogar noch in den Therapiepausen ab.

Die VISCONTI-Patienten werden als Post-Treatment-Controller (PTC) bezeichnet. Sie können die HIV-Infektion also NACH Beendigung der ART von selbst kontrollieren. Wahrscheinlich hat die frühe ART zu dieser Befähigung zur Kontrolle geführt - das jedenfalls ist die Vermutung.

Post-Treatment-Controller sind nicht geheilt, aber man spricht von "funktioneller Heilung" , Immerhin dauerte dieser Zustand bei Veröffentlichung der Studie im März 2013 im Durchschnitt schon 6,5 Jahre.

Das Mississippi-Baby: Heilung durch frühe Therapie?

Vielleicht hat die frühe ART bei einem infizierten Baby zu einer kompletten Heilung geführt. Das Kind aus dem US-Bundesstaat Mississippi wurde bei oder kurz vor der Geburt infiziert und erhielt ab der 31. Lebensstunde eine (frühe) ART. Nach 18 Monaten entzog sich die Mutter mit dem Kind der weiteren Behandlung, nach weiteren sechs Monaten tauchte sie wieder auf: trotz Therapiepause war bis auf "Virusreste" kein HIV beim Kind nachweisbar (Persaud 2013). Noch ist die Zeitspanne zu kurz, um ein Heilung definitiv diagnostizieren zu können. Und die Ergebnisse von Babies (mit unreifem Immunsystem) sind nicht ohne weiteres auf Erwachsene übertragbar: aber die Theorie, dass die sehr frühe Therapie ein Weg zur Heilung sein könnte, wird durch diesen Einzelfall gestärkt."

Erläuterungen


2 "anbieten" bedeutet in der Sprache der Leitlinien: "kann man machen"

3 "empfehlen" heißt in der Sprache der Leitlinien: "soll man machen"

4 Aus Daten der europäischen CASCACE-Kohorte ging man der Frage nach, was eigentlich unter "schwer" zu verstehen sei: Bronchitis, Lungenentzündung, Pilzinfektion des Mundes und/oder der Speiseröhre, virale oder bakterielle Hirnhautentzündung, Hirnentzündung, Neuropathie oder im Laborbefund eine Erniedrigung der Zahl der Blutplättchen (Lodi 2013).

5 wenn die Virusreplikation unterbunden ist, gibt es auch keine Bildung von Mutanten. Die HIV-Viruspopulation bleibt einheitlicher.

6 VISCONTI: Viro-Immunological Sustained CONtrol after Treatment Interruption = Dauerhafte virologische und immunologische Kontrolle nach Therapieunterbrechung.

7 1 Patientin startete in Fiebig-Stadium I, drei starteten in Stadium 111, eine Patientin in Stadium IV und 9 Patient_innen in Stadium V.

8 Die Autoren der Studie schätzen, dass die Therapie nur bei ca. 2 der Patient_innen, die in der akuten Phase behandelt werden, unterbrochen wird. Daher sei die Zahl der bekannten "Post-Treatment-Controller" klein (Saez-Clrion 2013).

9 Man schätzt, dass nur 5-15 der Patient_innen, die dann die Therapie beenden, das Virus selbst kontrollieren können, also "Post-Treatment-Controller" sind. Bei den anderen steigt die Viruslast wieder an [Saez-Cirlon 2013).

10 RNA=Ribonukleinsäure

11 DNA=Desoxyribonukleinsäure

Quelle: HIVreport 1/2014: Akute HIV-Infektionen


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BeitragVerfasst: Mo 01 Dez, 2014 1:43 pm  Titel:  HIV: Sehr früher Therapiebeginn verbessert Immunstatus Antworten mit ZitatNach untenNach oben

HIV: Sehr früher Therapiebeginn verbessert Immunstatus

San Antonio – Ein früher Beginn der antiretroviralen Therapie (ART) erhöht die Chancen von HIV-Infizierten, die Funktion ihres Immunsystems zu normalisieren. Dies geht aus einer Studie in JAMA Internal Medicine (2014; doi: 10.1001/jamainternmed.2014.4010) hervor.

Der wichtigste Zielparameter der ART ist eine möglichst komplette Virussuppression. Doch auch wenn alle HI-Viren aus dem Blut eliminiert wurden, sind die Patienten nicht gesund. Eine leichte Immunschwäche bleibt bestehen. Erkennbar ist dies daran, dass die CD4-Zahlen zwar ansteigen, aber selten Normalwerte erreichen, die im Bereich von 900/µl CD4-Zellen liegen.


25.11.14
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/61005/HIV-Sehr-frueher-Therapiebeginn-verbessert-Immunstatus


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BeitragVerfasst: Mo 19 Jan, 2015 3:37 pm  Titel:  HIV: Zeitfenster für Therapiebeginn kürzer als gedacht Antworten mit ZitatNach untenNach oben

HIV: Zeitfenster für Therapiebeginn kürzer als gedacht

Sehr frühe Behandlung senkt das Aids-Risiko

Behandlung wird nach neuesten Erkenntnissen zu spät begonnen

Je mehr Zeit zwischen der Infektion mit HIV und dem Beginn der antiretroviralen Therapie (ART) verstreicht, desto schlechter ist die Prognose. So lässt sich das Ergebnis einer kurz vor dem Welt-Aids-Tag 2014 veröffentlichten US-amerikanischen Studie zusammenfassen.

Aids ist nach wie vor nicht heilbar, aber gut behandelbar. Die Therapie schlägt dabei umso besser an, je früher damit begonnen wird. Hinweise darauf hatten Forscher um den US-Mikrobiologen Sunil Ahuja vom Health Science Center in San Antonio bereits 2013 mit einer Studie geliefert. Eine weitere Untersuchung, die kurz vor dem Welt-Aids-Tag am 1. Dezember veröffentlich wurde, bestätigt dies nun.

Kriterium für Beginn der HIV-Therapie infrage gestellt

Liegen keine weiteren Symptome vor, gilt als wesentlicher Anhaltspunkt für den Therapiebeginn nach einer HIV-Infektion die Zahl der CD4-Helferzellen des Immunsystems. Die Helferzellen sind ein bestimmter Typ weißer Blutkörperchen. Diese Maßgabe wird durch die aktuelle Studie aus den USA allerdings in Zweifel gezogen.

Die HI-Viren nutzen die CD4-Helferzellen als Wirtszellen, sie schleusen also ihre eigenen Erbinformationen in die Blutzellen ein und bringen sie so dazu, weitere Viren zu produzieren. Dadurch sinkt der Anteil funktionsfähiger CD4-Helferzellen. Die Zahl der Viren im Blut, die sogenannte Viruslast, nimmt dagegen zu.

Antiretrovirale Therapie hält HIV in Schach

In der modernen HIV-Therapie werden verschiedene Wirkstoffe kombiniert, die das Virus auf verschiedene Weise daran hindern, sich zu vermehren. Durch diese antiretrovirale Therapie (ART) sinkt die Viruslast und die Zahl der CD4-Helferzellen steigt wieder. Das Immunsystem erholt sich – und das umso effektiver, je früher mit der ART begonnen wurde, wie Sunil Ahuja und Kollegen bereits in ihrer 2013 veröffentlichten Studie zeigen konnten.

Die Chancen, einen normalen Wert von 900 Helferzellen pro Mikroliter Blut (900/µl) zu erreichten, sind demnach bei einem Therapiebeginn innerhalb der ersten vier Monate nach der Infektion etwa doppelt so hoch wie bei einen späteren Behandlungsstart. Dieses Ergebnis war unabhängig von dem Wert der CD4-Helferzellen zu Therapiebeginn.

Aids-Risiko sinkt bei frühem Behandlungsbeginn

Auch die jetzt vorgelegten Studie mit 1.119 HIV-Infizierten spricht dafür, mit dem Beginn der Behandlung nicht länger als unbedingt nötig zu warten. Von den HIV-Patienten, die innerhalb eines Jahres nach der Infektion mit der ART begannen, erreichten 38,4 Prozent wieder normale Werte ihrer CD4-Helferzellen, während es 28,3 Prozent waren, wenn später mit der Behandlung angefangen.

Außerdem konnten die US-amerikanischen Wissenschaftler belegen, dass ein normaler Wert an CD4-Helferzellen und ein früher Therapiebeginn entscheidend für den weiteren Verlauf der Erkrankung sind: So ist das Risiko, das Vollbild von Aids zu entwickeln, bei einem Therapiebeginn innerhalb eines Jahres nach der Infektion mit 7,8 Prozent nur etwa halb so groß wie bei einem späteren Behandlungsbeginn.

Leitlinie rechtfertigt Therapie erst bei sehr niedriger CD4-Zellzahl

In Deutschland wie in vielen anderen Ländern wird jedoch in den medizinischen Leitlinien nicht die Zeit, die seit der Infektion verstrichen ist, als Indikation für die ART angesehen, sondern der Wert der CD4-Helferzellen. Erst bei einem Wert von unter 350/µl ist die Therapie demnach zweifelsfrei indiziert.

Bei einem CD4-Wert von 350 bis 500/μl liegt zwar auch eine Indikation vor, ein Abwarten halten die Leitlinien-Autoren aber noch für vertretbar. Bei Werten von über 500/μl ist eine ART laut Leitlinie im Allgemeinen nicht indiziert. "Eine Therapie ist jedoch bei zusätzlichen Kriterien vertretbar und kann erfolgen", heißt es dort.

Dabei ist gerade bei diesen höheren Immunwerten die Therapie am aussichtsreichsten. Neben einem schnellen Therapiebeginn war in der Studie von Sunil Ahujas Team auch eine CD4-Zellzahl von über 500/μl mit einer besseren Prognose verbunden – wobei der Studie zufolge das Zeitfenster für den Therapiebeginn der wichtigste Faktor für eine erfolgreiche HIV-Therapie ist.

http://www.lifeline.de/news/medizin-gesundheit/hiv-zeitfenster-fuer-therapiebeginn-kuerzer-als-gedacht-id142070.html


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BeitragVerfasst: Sa 24 Jan, 2015 1:11 am  Titel:  HIV-Therapie: Nicht hinauszögern! Antworten mit ZitatNach untenNach oben

HIV-Therapie: Nicht hinauszögern!

er ideale Zeitpunkt zum Start einer HIV-Therapie ist umstritten. Erneut zeigt eine immunologische Untersuchung, dass man den Beginn der HIV-Therapie wohl nicht hinauszögern soll. Seit bald 10 Jahren weisen wir auch hier immer wieder darauf hin, dass die HIV-Infektion auch ganz früh – wenn die CD4-Helferzellen noch hoch sind – einen Schaden am Immunsystem anrichten. Andererseits ist der Nutzen einer frühen Therapie – auch gemessen am zusätzlichen Aufwand – nicht wirklich bekannt.

Mehr unter: Infektiologie St. Gallen vom 3. Dezember 2014
http://infekt.ch/2014/12/hiv-therapie-nicht-hinauszoegern/


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BeitragVerfasst: Do 11 Jun, 2015 10:17 am  Titel:  START-Studie bestätigt Vorteile bei sofortigemTherapiebeginn Antworten mit ZitatNach untenNach oben

START-Studie bestätigt Vorteile bei sofortigem Therapiebeginn

Der sofortige Beginn der antiretroviralen Therapie nach der Diagnose hat in einer internationalen Studie mit deutscher Beteiligung die Zahl der Komplikationen der HIV-Infektion halbiert. Die Studie, deren Ergebnisse noch nicht publiziert sind, wird Auswirkungen auf die derzeitigen Therapieempfehlungen haben. Künftig dürfte allen Patienten bereits nach einem positiven Test zur Therapie geraten werden.

Siehe: Infektioligie St. Gallen: START-studie gestoppt! Vorteil für HIV-Frühtherapie
http://infekt.ch/2015/06/start-studie-gestoppt-vorteil-fuer-hiv-fruehtherapie/

Siehe auch Deutsche Aids-Hilfe: „Ein Meilenstein in der Geschichte der HIV-Therapie“
http://www.aidshilfe.de/de/aktuelles/meldungen/ein-meilenstein-der-geschichte-der-hiv-therapie

Siehe: INSIGHT
http://insight.ccbr.umn.edu/

vgl. Deutsch-österreichische Leitlinie
http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/055-001.html

vgl. US-Leitlinie
https://aidsinfo.nih.gov/guidelines

Siehe auch: Strategic Timing of Antiretroviral Treatment
https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT00867048

Siehe auch Der Standard: Frühe antiretrovirale Therapie bei HIV hat große Vorteile
http://derstandard.at/2000016535216/Fruehe-antiretrovirale-Therapie-bei-HIV-hat-grosse-Vorteile

Oder Süddeutsche Zeitung: Je früher eine HIV-Infektion behandelt wird, desto besser
http://www.sueddeutsche.de/wissen/hiv-je-frueher-desto-besser-1.2497468

Mehr unter: Deutsches Ärzteblatt vom 28. Mai 2015
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/62959/HIV-Studie-bestaetigt-Vorteile-bei-sofortigem-Therapiebeginn

Kommentar

1. Bevor man den vorzeitigen Abbruch dieser Studie umfassend nachvollziehen kann bedarf es vieler weiterer Informationen.

2. Für mich stellt sich die Frage, aus welchen Gründen in der Gruppe mit frühzeitiger ART, also bei Helferzellen über 500, dennoch 41 Ereignisse (im Vergleich zur Gruppe der späten ART mit 86 Ereignissen) auftreten konnten. Darunter Aids-Krankheiten wie Lungentuberkulose, Kaposi-Sarkom und Non-Hodgkin-Lymphom. Das ist m.E. recht ungewöhnlich und mir noch nicht begegnet, dass HIV-Patienten mit Helferzellen über 500 derartige Krankheiten entwickelten. Oder sollten all diese Patienten ein Immunrekonstitutionssyndrom entwickelt haben trotz der guten Helferzellen, was ebensowenig nachvollziehbar wäre?

3. Ebenso auffällig ist die Entwicklung von schweren nicht durch Aids bedingte Erkrankungen wie Krebs oder Herzinfarkt und Tod. Krebs und Herzinfarkt sind m.E. nicht alleine auf HIV zurückzuführen, auch nicht alleine auf die Immunaktivierung. Da müssen schon andere schwerwiegende HIV-unabhängige Faktoren hinzukommen wie erhöhte Blutfette, erhöhtes Homocystein, oxidativer Stress (freie Radikale), Antioxidantienmangel, nitrosativer Stress (z.B. durch Poppers, Nikotin, Drogen), Argininmangel, psychischer Stress, Glutathionmangel, Vitamin D-Mangel, ATP-Defizit, Dysbakterie, Darmmykose, Darmparasitose etc.

4. Und nicht zuletzt weiß man bis jetzt überhaupt nichts über die Lebensweise der Studienteilnehmer aus beiden Gruppen, insbesondere nichts zu sonstigen Belastungen des Immunsystems, der Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Drogengebrauch, Nikotin, Alkohol usw.

5. Ferner müsste man sich ansehen, welche Unterschiede es z.B. zwischen amerikanischen, afrikanischen und europäischen oder sogar deutschen HIV-Patienten gibt.

6. Wie im Artikel vom Deutschen Ärzteblatt zu lesen ist gab es folgende Untergruppen:
- Genomik 1)
- neurologische Erkrankungen
- arterielle Elastizität (als Marker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen)
- Lungenerkrankungen
- Knochendichte
- Lebererkrankungen
- Aufklärung der Patienten (worüber?)

1) Unter Genetik und Genomik versteht man die Erforschung des Genoms, also aller in einer Zelle, einem Gewebe, einem Organismus oder einer Probe Körperflüssigkeit exprimierten Gene.

7. Es bleibt m. E. unabhängig von dieser Studie weiterhin die Entscheidung jedes einzelnen HIV-Positiven, ob und wann er mit einer ART beginnen will. Ebenso ist weiterhin Fakt, dass sich mit alternativer Therapie, sofern sie für den Patienten bezahlbar ist, die Zeit ohne HIV-Medikamente deutlich verlängern lässt. Es kommt immer auf die Situation des Einzelnen an. Daran hat die Studie nichts geändert.

Man darf in den folgenden Monaten gespannt sein auf die weiteren Publikationen.


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BeitragVerfasst: Mi 14 Okt, 2015 12:41 am  Titel:  WHO-Leitlinie: HIV direkt nach Diagnose behandeln Antworten mit ZitatNach untenNach oben

WHO-Leitlinie: HIV direkt nach Diagnose behandeln

Die WHO hat am 30.9. eine "Treat-all"-Empfehlung ausgesprochen, wonach es keine Beschränkungen mehr zur Aufnahme einer antiretroviralen Therapie (ART) bei HIV-Infizierten geben soll. Alle Populationen und Altersgruppen kommen nun für eine ART in Frage, unabhängig von der CD4-Zellzahl. Der Ausweitung der ART liegen Ergebnisse aktueller klinischer Studien zugrunde, wonach HIV-Infizierte durch den frühen Beginn einer ART länger gesund bleiben, länger leben und von ihnen ein geringeres Ansteckungsrisiko für andere ausgeht, als wenn sie erst später mit der Therapie starten.

Die Vollpublikation erscheint noch in diesem Jahr, die Vorab-Leitlinie ist hier einsehbar: WHO Leitlinie

Mehr unter: Journalmed vom 2. Oktober 2015
http://www.journalmed.de/newsview.php?id=46589


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BeitragVerfasst: So 28 Feb, 2016 12:07 pm  Titel:  Frühzeitige Diagnose und Therapie verbessern Prognose Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Frühzeitige Diagnose und Therapie verbessern Prognose

Trotz guter Versorgungsstrukturen werden HIV-Infizierte in Deutschland häufig zu spät diagnostiziert. Im Rahmen der von Hexal durchgeführten Expertendiskussion HIV update in Ismaning zu Diagnose, Therapie, Begleiterscheinungen und Kommunikation bei HIV-Infektionen forderten HIV-Spezialisten bei Risikogruppen und insbesondere bei Patienten mit spezifischen Indikatorerkrankungen den konsequenteren Einsatz von HIV-Tests, um die Zahl der undiagnostizierten HIV-Infizierten so niedrig wie möglich zu halten und die zunehmend geforderte Frühtherapie besser umsetzen zu können.

Mehr unter: Journalmed vom 17. Februar 2016
http://www.journalmed.de/newsview.php?id=47523


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BeitragVerfasst: So 23 Apr, 2017 9:24 pm  Titel:  (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Einfache HIV-Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. Die frühe Diagnose einer HIV-Infektion und die rechtzeitige Therapie verbessern die Prognose dramatisch: Der Ausbruch von Aids lässt sich unterbinden, die Lebenserwartung ist annähernd normal. Zudem lassen sich Neuinfektionen verhindern. Daher wird jetzt bei jedem Patienten mit HIV-Infektion die Einleitung einer antiretroviralen Kombitherapie empfohlen.

Siehe auch Deutsches Ärzteblatt: Früher Therapiebeginn verhindert schwere bakterielle Infektionen
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/72319/HIV-Frueher-Therapiebeginn-verhindert-schwere-bakterielle-Infektionen

Mehr unter: Ärztezeitung vom 16. Januar 2017
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/aids/article/924405/fruehe-diagnose-einfache-ersttherapie-fast-alle-patienten-moeglich.html


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BeitragVerfasst: Do 15 Jun, 2017 11:34 am  Titel:  (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Früher Therapiebeginn verhindert schwere bakterielle Infektionen

Eine frühzeitig antiretrovirale Therapie schützt HIV-Infizierte nicht nur vor den klassischen opportunistischen Infektionen der erworbenen Immunschwäche Aids. In einer maßgeblichen randomisierten Studie kam es laut einer Analyse in Lancet HIV (2017; doi: 10.1016/S2352-3018(16)30216-Cool auch seltener zu einer Reihe von schweren bakteriellen Infektionen, die in der Regel nicht mit HIV-Infektionen in Verbindung gebracht werden.

PDF der Studie in Lancet HIV
http://www.thelancet.com/pdfs/journals/lanhiv/PIIS2352-3018(16)30216-8.pdf

Siehe auch HIV & More: Frühe Adhärenz begünstigt Langzeitverlauf
http://www.hivandmore.de/aktuell/2017-03/fruehe-adhaerenz-beguenstigt-langzeitverlauf.shtml

Mehr unter: Deutsches Ärzteblatt vom 29. März 2017
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/72319/HIV-Frueher-Therapiebeginn-verhindert-schwere-bakterielle-Infektionen


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BeitragVerfasst: Mo 03 Jul, 2017 10:58 pm  Titel:  (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Früher Therapiebeginn verhindert schwere bakterielle Infektionen

Eine frühzeitig antiretrovirale Therapie schützt HIV-Infizierte nicht nur vor den klassischen opportunistischen Infektionen der erworbenen Immunschwäche Aids. In einer maßgeblichen randomisierten Studie kam es laut einer Analyse in Lancet HIV (2017; doi: 10.1016/S2352-3018(16)30216-Cool auch seltener zu einer Reihe von schweren bakteriellen Infektionen, die in der Regel nicht mit HIV-Infektionen in Verbindung gebracht werden.

PDF der Studie in Lancet HIV
http://www.thelancet.com/pdfs/journals/lanhiv/PIIS2352-3018(16)30216-8.pdf

Siehe auch HIV & More: Frühe Adhärenz begünstigt Langzeitverlauf
http://www.hivandmore.de/aktuell/2017-03/fruehe-adhaerenz-beguenstigt-langzeitverlauf.shtml

Mehr unter: Deutsches Ärzteblatt vom 29. März 2017
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/72319/HIV-Frueher-Therapiebeginn-verhindert-schwere-bakterielle-Infektionen


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