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BeitragVerfasst: Mi 02 Jan, 2008 11:09 pm  Titel:  Diabetes/Insulinresistenz Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ist Diabetes eine Nervenerkrankung?

Neue Erkenntnisse

in Projekt Information Nr. 1/2007

-Auszüge-

„Diabetes (Zuckerkrankheit) ist mittlerweile sehr häufig: 2002 gab es in Deutschland rund 6 Millionen Diabetiker und für 2010 erwarten Experten etwa 10 Millionen Betroffene. Bereits ein Fünftel der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung werden für die Behandlung des Diabetes und seiner Begleit- und Folgeerkrankungen benötigt.

Auch bei HIV-Infizierten wird Diabetes zunehmend zum Thema. Zum einen leben HIV-Patienten heute dank der modernen Anti-HIV-Therapie länger und kommen in den zweifelhaften Genuss von „Alterskrankheiten“, wozu eben auch eine Form des Diabetes gehört. Zum anderen wurden aber auch HIV-Medikamente selbst mit dem Auftreten einer Zuckerstoffwechselstörung in Verbindung gebracht.

Im folgenden sollen ein paar grundlegende Fakten zum Diabetes erklärt werden und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse berichtet werden, die für große Überraschung bei den Forschern und Medizinern gesorgt haben.

Folgen eines zu hohen Blutzuckerspiegels

Die frühen Symptome von Typ-1- und Typ-2-Diabetes sind teilweise unterschiedlich:

Beim Typ 1 kann das Körperfett durch das fehlende Insulin nicht mehr in den Depots gehalten werden und die Patienten nehmen schnell ab. Der Zucker im Urin führt dazu, daß die Nieren vermehrt Flüssigkeit ausscheiden müssen – die Betroffenen haben ständig Durst und müssen häufig auf die Toilette. Hinzu kommen Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Schwäche und Konzentrationsstörungen.

Beim Typ-2-Diabetes, der ja eher „schleichend“ verläuft, merken viele Betroffene zunächst wenig. Die Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Schwäche, Hungergefühl, depressive Verstimmung und Gewichtszunahme werden oft nicht richtig gedeutet und die Diagnose wird häufig zufällig auf Grund von Laborwerten gestellt.

Langfristig führt ein zu hoher Blutzuckerspiegel zu Schäden an den Blutgefäßen. Betroffen sind zunächst vor allem die feinen Gefäße, was zu Erkrankungen der Nieren und der Augen führen kann. Aber auch das gesamte Herz-Kreislaufsystem wird in Mitleidenschaft gezogen. Eine Zuckerkrankheit erhöht deshalb das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch das Risiko für eine Demenz. Bei vielen Diabetikern tritt auch eine Schädigung der peripheren Nerven auf.

Beteiligung des Nervensystems?

Wie bereits erwähnt, kann ein Diabetes langfristig zur Schädigung von Nerven führen. Ende 2006 wurden nun Forschungsergebnisse veröffentlicht, die vermuten lassen, daß eine Nervenerkrankung als Ursache von Typ-1 und eventuell auch Typ-2-Diabetes in Frage kommen könnte.

Offenbar erkennt das menschliche Immunsystem Teile des Insulinmoleküls als „fremd“ und würde daher die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse bekämpfen. Normalerweise geben aber spezielle Nervenzellen in der Bauchspeicheldrüse einen Botenstoff (Substanz P) ab, der die Bauchspeicheldrüse vor Angriffen des Immunsystems schützt. Werden diese Nervenzellen nun geschädigt, produzieren sie zu wenig Substanz P, das Immunsystem greift die Bauchspeicheldrüse an und es kommt zum (Typ-1-) Diabetes.

Es wurde aber noch eine zweite Art von Nervenzellen gefunden, die ebenfalls mit der Entwicklung eines Diabetes in Verbindung zu stehen scheinen. Wurden diese Zellen bei zuckerkranken Mäusen entfernt, besserte sich auch deren Diabetes.
Verabreichte man diesen Mäusen zusätzlich noch Substanz P, besserte sich der Diabetes noch weiter und auch die Insulinresistenz, der auslösende Faktor für den Typ-2-Diabetes, ging zurück.

Mindestens diese zwei Nervenarten scheinen bei der Verhinderung bzw. bei der Entstehung eines Diabetes also maßgeblich beteiligt zu sein. Sollten sich diese Zusammenhänge bestätigen und beim Menschen in ähnlicher Form wiederfinden, würde dies völlig neue Möglichkeiten zur Behandlung der Zuckerkrankheit ermöglichen.

Diabetes durch HIV-Medikamente?


Von bestimmten HIV-Medikamenten wie z.B. Stavudin (Zerit) weiß man schon lange, daß sie Nervenschädigungen (Neuropathien) verursachen können. In einer großen HIV-Kohortenstudie wurde nun auch gezeigt, daß die Einnahme von Stavudin das Risiko für eine Diabeteserkrankung erhöht.

Die D: A: D-Studie untersuchte prospektiv über 23.000 HIV-Patienten vor allem im Hinblick auf Nebenwirkungen der Anti-HIV-Therapie. Insgesamt ist der Anteil von Patienten mit Diabetes in der D: A: D-Studie vergleichbar mit der Allgemeinbevölkerung. Allerdings stieg die Rate von 3,96 pro 1000 Patientenjahren auf 8,2 pro 1000 Patientenjahren bei Patienten an, die über zwei bis drei Jahre Stavudin eingenommen hatten. Bei keinem anderen HIV-Medikament wurde ein solcher statistisch signifikanter Zusammenhang im Rahmen der D: A: D-Studie gefunden.

Im Lichte der neuesten Erkenntnisse der Diabetes-Forschung könnte es also durchaus sein, daß Stavudin zunächst zu einer Nervenschädigung führt und daß diese dann die Entwicklung eines Diabetes begünstigt. Dies ist aber im Moment noch Spekulation. Weitere Forschungsanstrengungen werden nötig sein, um die genauen Vorgänge aufzuklären, die zu den langfristigen Nebenwirkungen von Stavudin führen.

Gute Fette für das Nervensystem

Wenn die Theorie stimmt, daß eine mangelnde Funktion bestimmter Nerven für die Ausprägung eines Diabetes (mit-)verantwortlich ist, stellt sich natürlich die Frage, warum die Nerven nicht mehr richtig funktionieren. Im Falle des Typ-1-Diabetes kann dies auf eine erblich bedingte Autoimmunreaktion zurück geführt werden. Aber beim Typ-2-Diabetes? Hier gibt es Hinweise, daß vielleicht die Fettaufnahme aus der Nahrung eine Erklärung liefern könnte. Nervenzellen haben einen sehr hohen Gehalt an bestimmten Fetten, die sie quasi als „Isolator“ benötigen. Aber es müssen die richtigen Fette sein. In einer Studie fand man, daß der Gehalt an DHA, einer dreifach ungesättigten Fettsäure, die z.B. in Fischöl vorkommt, wesentlich für die Nervenfunktion ist und auch das Risiko für eine Demenz verringern kann.

Nimmt man mit der Nahrung zu viele und vor allem die falschen Fette auf, könnte dies die Nervenfunktion beeinträchtigen und auf diese Weise auch zur Entwicklung eines Diabetes führen.
„Falsch“ Fette sind vor allem gesättigten, tierische Fette, die in vielen industriellen Fertigungsprodukten und Fastfood verwendet werden. Die „richtigen“ Fette sind vor allem hochwertige pflanzliche Öle und Fischöl.

Somit wäre auch der schon lange bekannte Zusammenhang zwischen Übergewicht, erhöhten Blutfetten und Diabetes erklärbar. Ist der krank machende Przess in Gang gekommen, bildet sich ein Teufelskreis aus, da auch der Diabetes wieder die Nerven schädigt.

Fazit

Auch bei einer Erkrankung, die schon so lange bekannt ist wie der Diabetes und die als relativ gut erforscht galt, ist man vor Überraschungen durch die Forschung nicht sicher.
Sollte sich der Zusammenhang zwischen Nervensytem und Zuckerkrankheit (und Fettstoffwechsel) in der Zukunft bestätigen, dürfte das völlig neue Möglichkeiten in der Behandlung dieser häufigen Stoffwechselerkrankungen eröffnen. Viele Patienten wären überaus dankbar, wenn das ständige Blutzucker messen und Insulin spritzen ein Ende hätten.
Doch eines ist jetzt schon klar: Mit der richtigen Ernährung macht man sicher nichts falsch!"




Zuletzt bearbeitet von administrator am Mi 26 Nov, 2014 10:06 pm, insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragVerfasst: So 16 März, 2008 4:52 pm  Titel:  Insulinresistenz durch Nukleosidanaloga? Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Insulinresistenz durch Nukleosidanaloga?

In Projekt Information Nr. 1/2008

Bisher ging man davon aus, daß Störungen im Blutzuckerstoffwechsel (die Insulinresistenz gilt als Vorstufe zum Diabetes, also zur Zuckerkrankheit) vor allem die Proteasehemmer verantwortlich sind. Für einige der älteren Proteasehemmer wie Indinavir (Crixivan) gibt es experimentelle Befunde, die einen solchen Zusammenhang vermuten lassen.

Nun wurde in einer Studie gefunden, daß auch Nuklosidanaloga, in diesem Fall die Kombination aus Lamivudin und Zidovudin (Epivir/Retrovir bzw. als Fixkombination Combivir) zur Insulinresistenz beitragen können. In dieser Studie wurden die Kombinationen aus Lopinavir/Ritonavir (Kaletra) mit entweder Nevirapin (Viramune) oder eben Combivir untersucht. Nach drei Monaten war zwar keine „Veränderung der Körperzusammensetzung“ (d.h. Lipodystrophie) feststellbar, aber die durch Insulin bedingte Glukoseaufnahme war in der Combivir-Gruppe um 25 % verringert – ein Anzeichen für eine Insulinresistenz.

Über welchen Mechanismen dies geschieht ist noch unklar, ebenso welche langfristigen Konsequenzen sich möglicherweise daraus ergeben.

Allerdings wurden im Rahmen dieser Studie lediglich 20 Patienten (elf in der Combivir-Gruppe, neun in der Viramune-Gruppe) untersucht, was die Aussagekraft erheblich einschränkt.

Quelle: Blümer R. et. al. : « Zidovudine/lamivudine contributes to insulin resistance within 3 months of starting combination antiretroviral therapy”, Aids 2008,22:227-236.

Kommentar

Auch, wenn dies nur eine kleine Anzahl von untersuchten Patienten darstellt sollte das Ergebnis ernst genommen und als Warnung angesehen werden. Ich habe bereits HIV-Patienten unter langjähriger antiretroviraler Therapie mit massiven Folgekrankheiten.

Alleine die Krankheitsgeschichte eines HIV-Patienten weist folgende Krankheiten während antiretroviraler Therapie auf:

1. Viracept (Nelfinavir) mußte wegen totaler Unverträglichkeit mit wässrigem Durchfall ....abgesetzt werden
2. Durch Zerit (d4t) entstand an einem Fuß eine Polyneuropathie
3. Wegen Crixivan (Indinavir) kam es dreimal zur Nierensteinzertrümmerung
4. Durch Crixivan kam es zur Nieren-PTA
5. Norvir mußte wegen ständigem Durchfall abgesetzt werden
6. Es besteht Diabetes ohne Insulinpflicht (möglicherweise durch AZT, Combivir)
7. Es besteht Lipodystrophie


Der Patient hat seit 1985 die ganze Palette aller HIV-Medikamente durch.
Er hat während dieser Zeit keinerlei komplementäre Therapie genutzt. Dafür hat er heute eine Fülle von teils erheblichen Stoffwechseldysregulationen, inclusive einer starken Pankreasinsuffizienz (die Bauchspeicheldrüse bildet keine Verdauungsenzyme mehr und ein völlig im Keller befindliches Darmimmunsystem), stark erhöhten Triglyzeride, Uridindefizit u.a.m. Die Helferzellen befinden sich bei ca. 250.




Zuletzt bearbeitet von administrator am Di 21 Okt, 2008 11:13 am, insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragVerfasst: Mo 05 Mai, 2008 9:51 pm  Titel:  Insulinresistenz und HIV/HCV-Koinfektion Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Insulinresistenz und HIV/HCV-Koinfektion: Neue Zusammenhänge

von Pietro Vernazza

HIV-infizierte Patienten mit einer Hepatitis C Infektion sprechen schlechter an auf eine Interferon-Therapie als HIV-negative Personen. Könnte eine Störung im Blutzuckerhaushalt eine Rolle spielen?

HCV-Koinfektion - The silent killer

Die Infektion mit dem Hepatitis-C Virus (HCV) ist eine der drei häufigsten Krankheiten, an der Patienten mit einer HIV-Infektion heute noch sterben. Die HIV bedingte Immunschwäche führt zum rascheren Fortschreiten der HCV Infektion. Daher wäre es besonders wichtig, wenn wir diese Patienten rechtzeitig und effizient behandeln könnten, bevor es zur Leberfibrose oder -cirrhose kommt.

Therapieerfolge beschränkt

Leider sind die Therapieresultate der HCV Infektion mit Interferon+Ribavirin gerade bei diesen Patienten schlechter als bei HIV-Negativen. Die Gründe für das schlechtere therapeutische Ansprechen sind nicht bekannt. Eine Studie aus Italien hat den Einfluss einer Insulinresistenz auf die HCV-Therapie untersucht.

Insulinresistenz häufig bei HIV-Patienten

HIV-infizierte Patienten sind etwa 4-mal häufiger Zuckerkrank als HIV-Negative. Doch noch häufiger als das Vollbild eines Diabetes mellitus finden wir Patienten mit einem gestörten Blutzuckerhaushalt. Bei der sogenannten Insulinresistenz finden wir einen erhöhten Insulinspiegel sowie eine Erhöhung des Glukosespiegels im Blut. Etwa die Hälfte der mit Protease-Hemmern behandelten HIV-Patienten hat eine solche Störung des Zuckerhaushaltes.

Ein einfacher Messwert zur Bestimmung der Insulinresistenz ist der HOMA-Faktor. HOMA-IS (homeostasis model-assessment insulin resistant) ist das Produkt des Glukose-Spiegels (mmol/l) mit der Insulin-Konzentration (IU/ml) dividiert durch einen Korrektur Faktor von 22.5. Ein Wert über 3 zeigt eine Insulinresistenz an.

HOMA-IR beeinflusst Ansprechen der HCV-Therapie

In der Italienischen Studie wurden nun 74 Patienten untersucht, die eine HCV-Therapie mit Interferon und Ribavirin hatten. Das Ansprechen der Therapie (rapid virologic response, RVR, s. Abbildung) war signifikant besser bei den Patienten ohne Therapieresistenz. Der Unterschied bleibt bestehen über alle HCV-Genotypen, welche bekanntlich die HCV-Therapie beeinflussen. Dieses deutliche Resultat sagt natürlich noch nichts über den kausalen Zusammenhang, doch die Autoren haben einige plausible Gründe für einen Zusammenhang zwischen HCV-Therapie und Glukosestoffwechsel aufgeführt.

HCV/HIV verschlechtert Insulinwirkung und vice-versa
Die Insulinresistenz bei HIV/HCV kann mehrere Gründe haben, doch HCV selbst beeinträchtigt die Glukoseaufnahme in die Zelle (durch Hemmung des GLUT-4, den Glucose transporter 4 und IRS1-2) doch auch verschiedene Cytokine, welche bei HIV/HCV erhöht sind (TNFa, IL-6), verschlechtern die Wirkung von Insulin.

Die Wirkung der HCV-Therapie ist auch schlechter unter einer Protease-Therapie (Lo et al, CID, 2005) was ebenfalls mit der Insulinresistenz zusammenhängen dürfte.

Was ist die Konsequenz aus der Studie

Sicher können wir aus dieser Assoziation noch keine klaren Schlussfolgerungen ziehen. Doch es scheint vernünftig, dass wir bei HIV-Patienten vor einer HCV-Therapie die Insulinresistenz untersuchen und uns allenfalls Gedanken machen sollten, ob nicht eine Korrektur einer Vorhandenen Insulinresistenz vor einer Therapie avisiert werden sollte. Natürlich wird die Behandlung dadurch nicht einfacher, doch angesichts des großen Aufwandes für die Therapie scheinen solche zusätzlichen Maßnahmen vernünftig.

Quelle: Nasta et al, AIDS 2008, 22:857–861
Infektiologie St. Gallen vom 24. April 2008


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BeitragVerfasst: Do 22 Mai, 2008 11:23 pm  Titel:  Diabetes-Therapie Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Wie „scharf“ sollte der Stoffwechsel bei Diabetikern mit HIV-Infektion eingestellt werden?

In Projekt Information Nr. 2/2008

Diabetiker haben ein deutlich höheres Risiko für die Entwicklung einer Arteriosklerose und deren Komplikationen in Form von kardiovaskulären Ereignissen wie Herzinfarkt und Schlaganfall als Nichtdiabetiker.

Die vorzeitige Arteriosklerose resultiert bei der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) aus den meist ebenfalls erhöhten Blutfettwerten und der Erhöhung der Zuckerwerte. Die Erhöhung der Blutglukose führt zu einer vermehrten Anlagerung von Zucker an Proteine (Glykolisierung) und damit zum Beispiel durch einen Elastizitätsverlust zu degenerativen Veränderungen vor allem der Blutgefäße.

Je höher die Konzentration der Glukose, desto stärker die Glykolisierung von Proteinen und damit über die Zeit die degenerativen, arteriosklerotischen Gefäßveränderungen. Als logische Schlussfolgerung daraus ergibt sich für die Therapie das Ziel, beim Diabetes mellitus den Blutzucker möglichst in den normalen Bereich abzusenken, um Gefäßschäden zu verhindern.

So jedenfalls lautet unser Credo seit über 80 Jahren und dies schlägt sich in allen nationalen und internationalen Therapieleitlinien zum Diabetes nieder. Diese Hypothese war so eindeutig und überzeugend, dass sie nie auf ihre Richtigkeit geprüft wurde. Schlimmer noch, eine solche Testung galt schlicht als unethisch.

Anfang der 90er Jahre wurde in den USA und Europa eine Industrie-unabhängige kontrollierte randomisierte Studie an 10.251 Patienten mit Typ 2-Diabetes begonnen. Die Patienten wurden randomisiert in einer Gruppe mit intensivster Diabetestherapie mit dem Ziel des Langzeitparameters HbA 1 c < 6 % und einer zweiten Gruppe mit „lockerer“ Therapie mit dem Ziel HbA 1c 7-79 %. Die in die Studie aufgenommenen Patienten hatten ein Durchschnittsalter von 62 Jahren mit einer bekannten Diabetesdauer von 10 Jahren und mindestens 2 weitere Risikofaktoren für Herzinfarkt, vor allem erhöhten Blutdruck und erhöhte Serumlipide. Der Titel der Studie lautete „Action to control cardiovascular risk in Diabetes (AC-CORD)”.

Eine Zwischenauswertung nach im Mittel 4 Jahren Studienteilnahme führte zum Abbruch des Studienarms der Intensivbehandlungsgruppe durch ein unabhängiges “Data and Safety Monitoring Board“. Grundsätzlich war die Studie sehr erfolgreich, da die Mortalität unter den Teilnehmern insgesamt von etwa 50 pro 1.000 Patienten pro Jahr in vergleichbaren Studien auf 12 pro 1.000 Patienten pro Jahr gesenkt werden konnte – ein zunächst überragender Erfolg.

Allerdings verstarben in der Intensivgruppe 257 Patienten vs. 203 in der Standardbehandlungsgruppe. Dies bedeutet 14 pro 1.000 pro Jahr in der Intensivgruppe gegen 11pro 1.000 pro Jahr in der Standardgruppe. Dieser Unterschied war bei der hohen Gesamt-Patientenzahl statistisch signifikant. Obwohl in der Intensivbehandlungsgruppe etwa 10 % weniger nicht-tödliche Infarkte auftraten, war die Sterblichkeit dennoch höher, d.h., wenn es zu einem Infarkt kam, war dieser signifikant häufiger tödlich.

Die wissenschaftliche Gemeinde war platt.

Die Studie hatte das Gegenteil von dem erbracht, was jedermann erwartet hatte. Der Preis für die Teilnehmer der Intensivbehandlung war hoch: bis zu 4 oder 5 Insulininjektionen pro Tag; manche benutzten Insulinpumpen zur Dauerinfusion und vorausgesetzt wurde bei den meisten Blutzucker-Eigenmessungen bis zu 7 oder 8 mal täglich.

Und dann das Ergebnis, dass alle diese Anstrengungen wohl umsonst waren, ja sogar gefährlich erschienen. Der erste Gedanke war, dass die erhöhte Mortalität vielleicht Folge einer bestimmten Therapiekombination war, oder von Medikamentennebenwirkungen oder von Medikamenteninteraktionen seien. Die Analyse ergab jedoch nicht den geringsten Anhalt dafür. Seither sind zahlreiche Spekulationen aufgeführt worden zur Erklärung des Mortalitätsunterschiedes, keine hat sich bisher als stichhaltig erwiesen. Das beobachtete Phänomen lässt sich bis heute nicht erklären. Dabei sind die Teilnehmerzahlen an der Studie so groß und die Studiendauer so lang, dass ein Irrtum praktisch ausgeschlossen ist.

Die Situation wird noch komplizierter, wenn man die vorläufigen Ergebnisse einer Zwischenauswertung einer Parallelstudie aus Europa, Australien und den USA heranzieht.

Im Jahr 2001 wurde die ADVANCE-Studie (Action in diabetes and vascular disease: control evaluation“) mit ^11.140 Hochrisiko-Patienten mit Typ 2 Diabetes und mehrheitlich Hypertonie (Bluthochdruck) und Hypercholesterinämie (erhöhten Cholesterinwerten) begonnen.

Auch in dieser Studie wurden die Patienten randomisiert in Gruppen mit einer Intensivtherapie des Diabetes mit mindestens zwei Substanzen (Sulfonylharnstoff und Gliclazide) sowie – falls notwendig – mit weiteren Antidiabetika mit dem HbA 1c Zielwert < 6,5 %.

In den Kontrollgruppen wurden eine rigorose Senkung des erhöhten Blutdrucks bzw. des erhöhten Cholesterins angestrebt. Im Hinblick auf die über Presseverlautbarungen bekanntgewordenen Ergebnisse der ACCORD-Studie (Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften liegen noch nicht vor) erfolgte eine vorzeitige Prüfung der Daten in der ADVANCE-Studie, ob denn die Patienten in der Gruppe der Intensivbehandlung ihres Diabetes auch eine erhöhte Mortalität aufwiesen. Die Antwort war ein klares „Nein“ und dies, obwohl die Patientenzahl in ADVANCE insgesamt größer und die mittlere Behandlungsdauer in dieser Studie sogar 5 Jahre betrug.

Jetzt sind wir alle komplett verwirrt.

Wir können derzeit nur hoffen, dass die detaillierte Analyse beider Studien eine Erklärung für die Diskrepanz zwischen beiden Studien, vor allem aber eine Erklärung für den Unterschied in den beiden Behandlungsgruppen der ACCORD-Studie erbringt.

Diese Studie ist auch für einen Teil der HIV-infizierten Patienten und deren behandelnde Ärzte interessant. Da die HAART zu einer dramatischen Verlängerung der Lebenserwartung führt, werden immer mehr HIV-Infizierte ihren „Alters-Diabetes“ (Diabetes Typ 2) erleben. Etwa 7 % der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland entwickelt einen Typ 2 Diabetes, HIV schützt vor nichts, auch davor nicht.

Im Gegenteil, die antiretrovirale Therapie kann einen diabetogenen Effekt haben durch die Entwicklung einer Insulinresistenz. Dies bedeutet, daß für den gleichen Effekt zur Blutzuckersenkung (Einschleusung der Glukose in die Zelle zur Energiegewinnung) mehr Insulin notwendig ist. Diese Verringerung des Insulineffektes induzieren besonders Proteaseinhibitoren (vor allem Indinavir (Crixivan), aber auch einige andere PI).

Über ihre Wirkung im Sinne der mitochondrialen Toxizität können auch Nukleosidanaloga eine Insulinresistenz hervorrufen, die jedoch äußerst selten zu einem manifesten Diabtes mellitus führt. In den Studien ACCORD und ADCANCE waren Patienten mit HIV-Infektion (und damit potentiell diabetogener HAART) nicht vertreten. Ob ein pharmakologisch (HAART) induziertes Diabetes mit Insulinresistenz vergleichbar ist mit einem „Altersdiabetes“ mit Insulinresistenz ist offen.

Vom klinischen Bild her lassen sich diese beiden Diabetesformen nicht unterscheiden, wegen der Insulinresistenz ist der Blutzucker erhöht, durch den relativen Insulinmangel kommt es zu praktisch allen biochemischen Komplikationen im Stoffwechsel.

Da die ACCORD-Studie eine sehr solide und sorgfältig ausgeführte Testung der oben genannten Hypothese ist, müssen wir ihre Ergebnisse sehr ernst nehmen. Solange der Stand unseres Wissens zur Ursache des Gruppenunterschiedes in der ACCORD-Studie noch so beschränkt ist, können wir nur eine praktische Konseqzenz ziehen: durch Verbesserrung des gestörten Stoffwechsels durch Diät sowie – wenn sinnvoll – durch Gewichtsabnahme und – wenn notwendig- durch Medikamente zur Senkung von Blutzucker und Serumlipiden das Risiko von kardiovaskulären Ereignissen, also Infarkt und Schlaganfall möglichst niedrig zu halten.

Wir sollten aber die entsprechenden Laborwerte nicht apodiktisch in den Normalbereich zwingen. In der Praxis kann das nur heißen, den HbA 1c-Wert möglichst unter 7 %, nicht aber unter 6 % zu senken.

Als alter Pharisäer kann ich mir den schon langweiligen Hinweis nicht verkneifen, daß Nichtrauchen den Blutgefäßen gut tut und einer Arteriosklerose vorbaut. Immer! Auch wenn allein nicht immer ausreichend.

F. Goebel




Zuletzt bearbeitet von administrator am Mi 26 Nov, 2014 10:13 pm, insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragVerfasst: Mi 24 Feb, 2010 12:54 am  Titel:  Diabetesrisiko bei viel Vitamin D halbiert Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Diabetesrisiko bei viel Vitamin D halbiert

Ein hoher Vitamin-D-Spiegel geht einer Analyse zufolge mit einem halbierten Diabetesrisiko einher. Auch die Gefahr von Herzkrankheiten sinke um ein Drittel, berichten Forscher. Sie hatten 28 Studien mit zusammen fast 100 000 Teilnehmern mittleren und höheren Alters ausgewertet.

Das so genannte metabolische Syndrom - eine Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck sowie schlechten Cholesterin- und Blutzuckerwerten - war bei Probanden mit hohem Vitamin-D-Spiegel ebenfalls nur halb so häufig wie bei Studienteilnehmern mit wenig Vitamin D im Blut.

«Gezielte Maßnahmen gegen Vitamin-D-Mangel bei Erwachsenen könnte potenziell die gegenwärtigen Epidemien von Herz- und Stoffwechselkrankheiten bremsen», kommentierte Studienleiter Oscar Franco von der Universität Warwick. Allerdings müsse zunächst ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Vitamin D und dem geringeren Erkrankungsrisiko belegt werden, schreibt das Team um Franco in dem Fachjournal.

Vitamin D ist ein hormonähnlicher Stoff, dem zahlreiche wichtige Funktionen unter anderem für die Knochenbildung sowie bei der Steuerung der Gene und des Immunsystems zugeschrieben werden. Der Körper kann Vitamin D in der Haut selbst herstellen, benötigt dazu aber Sonnenlicht. Der westliche Lebensstil, bei dem wenig unter freiem Himmel stattfindet, begünstigt einen Vitamin-D-Mangel. Neugeborene bekommen routinemäßig Vitamin-D-Gaben, um einer Knochenerweichung (Rachitis) vorzubeugen. Auch gegen wird Vitamin D verabreicht.

Verfechter einer allgemeinen Vitamin-D-Zusatzversorgung sehen die große Mehrheit der Menschen in den Industriestaaten unterversorgt. Sie verweisen unter anderem auf Untersuchungen, die auch auf eine günstige Wirkung gegen verschiedene Krebsarten deuten. Das fettlösliche Vitamin D ist unter anderem in Fisch enthalten, so gelten Lachs, Thunfisch und Makrele als gute Vitamin-D-Quellen. Ungebremst sollte der Stoff jedoch nicht gegessen werden: Ein Zuviel an Vitamin D kann giftig sein. Allerdings treten diese toxischen Effekte erst bei sehr hohen Dosen auf.

http://news.doccheck.com/de/article/193444-diabetesrisiko-bei-viel-vitamin-d-halbiert/?utm_source=DC-Newsletter&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=Newsletter-DE-Heilpraktiker-2010-02-23&mailing=28841&dc_user_id=703d9448933c9d24a3bc2f2747adf9d1&cide=dce101180&t1=1266961327&t2=2fe65be8552bd57d25df706d85e21254e24d6db4


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BeitragVerfasst: Di 25 Mai, 2010 1:45 am  Titel:  Erhöhtes Todesrisiko/Diabetes mellitus/HKL-Erkrankung Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Italien: Erhöhtes Todesrisiko bei HIV durch Diabetes mellitus o. HKL-Erkrankung

Eine Untersuchung von Todesfällen in Italien im Zeitraum von 1999 bis 2005 kommt zu dem Ergebnis, daß bei HIV-Infizierten das Risiko, an Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauferkrankungen zu sterben, im Vergleich zur übrigen Bevölkerung erhöht ist (um das 6,4-fache für Diabetes, um das 2,3-fache für Herzinfarkte und um das 3-fache für chronische ischämische Herzerkrankungen.

After the introduction of highly active antiretroviral therapies (HAART), an increased incidence of insulin resistance, diabetes mellitus (DM), and cardiovascular diseases has been described. The impact of such conditions on mortality in the post-HAART era has been also assessed in various modes in the literature. In this paper, we report on the death risks for DM, myocardial infarction, and chronic ischemic heart diseases that were investigated among 9662 Italian AIDS cases diagnosed between 1999 and 2005. Death certificates reporting DM, myocardial infarction, and chronic ischemic heart diseases were reviewed to identify the underlying cause of death, and to compare the observed numbers of deaths with the expected ones from the sex- and age-matched, general population of Italy. Person-years at risk of death were computed from date of AIDS diagnosis up to date of death or to December 31, 2006. Standardized mortality ratios (SMR) and their 95% confidence intervals (CI) were computed. DM and cardiovascular diseases were the cause of death for 43 out of 3101 deceased AIDS cases (i.e., 1.4% of all deaths). In comparison with the general population, the risks of death were 6.4-fold higher for DM (95% CI:3.5-10.Cool, 2.3-fold higher for myocardial infarction (95% CI:1.4-3.7) and 3.0 for chronic ischemic heart diseases (95% CI: 1.5-5.2).

Elevated risks of death for diabetes mellitus and cardiovascular diseases in Italian AIDS cases: http://www.aidsrestherapy.com/content/7/1/11
http://forumhiv.de/viewtopic.php?f=14&t=1537


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BeitragVerfasst: Sa 11 Dez, 2010 1:59 pm  Titel:  Betimmte HIV-Medikamente begünstigen Diabetes 2 Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Bestimmte HIV-Medikamente begünstigen Diabetes 2

HIV-Medikamente begünstigen bei Patienten die Entstehung von Diabetes 2. Wie manche sogenannten Proteaseinhibitoren die Insulinresistenz steigern, haben amerikanische Mediziner im Detail entschlüsselt. Demnach blockiert der Wirkstoff [color=red]Ritonavir (Norvir), ein Proteasehemmer der ersten Generation, das Protein GLUT4. Dieses Eiweiß transportiert Glukose aus dem Blut in die Zellen. Entfällt dieser Transport, so steigt der Blutzuckerspiegel.[/color]

Bei Mäusen erhöhte Ritonavir den Glukosewert im Blut. Fehlte den Tieren aber das Protein GLUT4, beeinflusste das Mittel den Blutzuckerspiegel nicht mehr, wie die Forscher der Universität St. Louis im “Journal of Biological Chemistry” schreiben. Die Effekte des Mittels auf den Zuckerhaushalt seien anfangs noch umkehrbar gewesen, sagt Studienleiter Paul Hruz. Erst nach längerer Zeit entwickelten die Tiere Folgeschäden, wie hohe Blutfettwerte, die das Herz-Kreislaufsystem schädigen.

28.11.2010
Quelle: “Journal of Biological Chemistry”, Vol.285, S. 36395-36400

http://www.curado.de/HIV-Medikamente-17072/


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BeitragVerfasst: Fr 04 Feb, 2011 1:34 pm  Titel:  Ursachen dfür Insulinresistenz von HIV-Infizierten gefunden Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ursache für Insulinresistenz von HIV-Infizierten gefunden

Amerikanische Wissenschaftler haben jetzt einen Erklärungsansatz dafür gefunden, warum HIV-Infizierte ein erhöhtes Risiko für Diabetes und Herzerkrankungen haben. Den Forschern zu Folge könnten diese Erkrankungen eine Folge der Einnahme von Proteaseinhibitoren der ersten Generation sein. 5 % der HIV-Infizierten leiden an Diabetes, 25 % sind an einem metabolischen Syndrom erkrankt, das mit Diabetes, Herzerkrankungen und einem erhöhten Schlaganfallrisiko einhergeht.

Proteaseinhibitoren sind im Kampf gegen das HI-Virus unverzichtbar. Sie blockieren ein Enzym des HI-Virus, das die bei der Virusvermehrung entstandenen Proteine in funktionsfähige, kürzere Abschnitte aufteilt. So wird bei einer hoch aktiven antiretroviralen Kombinationstherapie die Vermehrung der HI-Viren im Zusammenspiel mit anderen Arzneistoffen erfolgreich unterbunden. Zu den Proteaseinhibitoren der ersten Generation gehört das von den Forschern untersuchte Ritonavir.

Wie das amerikanische Wissenschaftlerteam jetzt nachgewiesen hat, blockiert Ritonavir/Norvir neben dem viralen Enzym auch ein Eiweiß, das Zucker aus dem Blut in die Zellen transportiert. Dies hat zur Folge, dass der Blutzuckerspiegel ansteigt. Auf einen Anstieg des Blutzuckerspiegels reagiert die Bauchspeicheldrüse mit der Freisetzung von Insulin, das den Transport der Glukose in die Zellen reguliert. Doch genau diese Zellen können bei HIV-Infizierten durch einen Proteaseinhibitor blockiert sein. Ist der Blutzuckerspiegel auf diese Weise erhöht, können die Betroffenen an Diabetes erkranken.

Fachleute sprechen von Diabetes, wenn der Glukosegehalt im Blut über 200 mg pro Deziliter Blut liegt. Mit einer Diabeteserkrankung kann eine Insulinresistenz verbunden sein. In diesem Fall hat die Ausschüttung von Insulin nicht die übliche Senkung des Blutzuckerspiegels zur Folge. Auch das bereits erwähnte metabolische Syndrom kann eine Folgeerkrankung des Diabetes sein.

HIV-Patienten, die Proteaseinhibitoren einnehmen, sollten sich bei ihrem behandelnden Arzt über ihr persönliches Diabetesrisiko aufklären lassen und bei Bedarf ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig überprüfen lassen. Auf diese Weise kann eine Erkrankung an Diabetes rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Quelle: Reuters und Vyas A. K., Koster J. C., Tzekov A., Hruz P. W., The Journal of Biological Chemistry, 285, 36395-36400 (2010).
http://www.hiv-info.de/index.jsp?nodeid=12&CID=682


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BeitragVerfasst: Sa 04 Okt, 2014 9:22 am  Titel:  HIV, Gewicht & Herz-Kreislauf-Erkrankungen Antworten mit ZitatNach untenNach oben

HIV, Gewicht & Herz-Kreislauf-Erkrankungen

„Beugen Sie zu Beginn der ART einer Gewichtszunahme vor, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes zu senken.

Zum Start der antiretroviralen Therapie (ART) nehmen viele HIV-Positive an Gewicht zu. Eine Gewichtszunahme und ein zu hoher Body Mass Index (BMI) kann jedoch nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Daher wurde im Rahmen der - auf der Weltaids-Konferenz vorgestellten - D:A: D-Studienergebnissen untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen einer Änderung des BMI nach Einführung der ART und dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall etc.) bzw. Diabetes besteht.

Dafür wurde der BMI von HIV-Patienten vor und etwa 1 Jahr nach Einführung der ART bestimmt. Dabei wurde festgestellt, dass Patienten mit Übergewicht oder Adipositas zu Beginn der ART ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes hatten als Normalgewichtige. Außerdem ging eine Zunahme des BMI in dieser Zeit mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes - in Abhängigkeit vom BMI zu Beginn der ART - einher. …

Es ist wichtig, schon zu Beginn der ART auf sein Gewicht zu achten. Dies gilt insbesondere für HIV-Positive, die bereits zu Beginn der ART übergewichtig sind. Einer Gewichtszunahme knn am beten durch eine Kombination aus gezielter Ernährung und Ausdauerbewegung vorgebeugt werden. Mit den folgenden Tipüps können Sie Ihr Gewicht halten oder sogar ein paar Kilos loswerden:

• Trinken Sie mindestens 2 Liter Trink-, Mineralwasser und ungesüsste Kräuter- uind Früchtetees pro Tag

• Ernähren Sie sich abwechslungsreich mit täglich mindestens 3 großen Portionen Gemüse, Rohkost und Blattsalaten sowie maximal 2 Portionen Obst.

• Bevorzugen Sie echte Vollkornprodukte (Vollkornbrot-, -nudeln, -kekse, -kuchen, Naturreis).

• Achten Sie auf eine ausreichende Eiweißzufuhr. Essen Sie täglich 2-3 Portionen fettarme Milchprodukte und täglich Fisch, Fleisch, Eier oder Hülsenfrüchte im Rahmen der Hauptmahlzeit.

• Versorgen Sie den Körper ausreichend mit lebensnotwendigen Fettsäuren aus hochwertigen Pflanzenölen (z.B. Oliven- oder Rapsöl); pro Tag 2 Esslöffel. Sparen Sie bei ungünstigen, tierischen Fetten. Ersetzen Sie z.B. Wurst durch Schinken oder Bratenaufschnitt. Verwenden Sie fettreduzierte Milchprodukte mit 1,5 % Fett bzw. Käse mit maximal 15 % Fett absolut.

• Bewegen Sie sich regelmäßig! Sowohl die Bewegung im Alltag, z.B. Treppensteigen oder Radfahren zur Arbeit, als auch gezielter Sport unterstützen die Gewichtsreduktion. Nutzen Sie Ausdauersportarten (z.B. Schwimmen, Walken, Joggen) und kombinieren Sie dazu Kräftigungsübungen zum Muskelerhalt und -aufbau (z.B. Geräte-, Hantel- oder progressices Muskeltraining).

Außerdem ist es sinnvoll bereits zu Beginn der Therapie und dann in regelmäßigen Abständen eine Messung der Körperzusammensetzung (BIA-Messung) durhführen zu lassen. Auf diese Weise überprüfen Sie, ob und wie sich Ihr Körper verändert. Dadurch können Sie zum Beispiel einer Zunahme der Fettdepots frühzeitig entgegenwirken.

Brauchen Sie bei der Ernährungsumstellung Unterstützung oder nehmen Sie trotz einer Änderung der Ernährungsgewohnheiten weiter an Gewicht zu, wenden Sie sich am besten an eine produktunabhängige und anerkannte Ernährungsberatungsfachkraft.“

Quelle: chronicare News 10/2014, Birken-Apotheke, Köln


Kommentar

• Diese Empfehlungen kann ich voll unterstützen. Sie können sinnvoll sein für alle HIV-Patienten ob mit oder ohne antiretroviraler Therapie.

• Mineralwasser mit Kohlensäure belastet den Magen. Insofern ist stilles Wasser m.E. eher zu empfehlen. Bei den Früchtetees ist zu beachten, dass diese säuern und bei zu Unverträglichkeiten führen können

• Die Empfehlung mindestens 3 große Portionen Gemüse, Rohkost und Blattsalat täglich zu essen, halte ich für viele Positive, insbesondere Berufstätige, nicht praktikabel.

• Bei Vollkornprodukten ist zu beachten, dass gerade eine zu hohe Zufuhr von Kohlehydraten zu Gewichtszunahme, eine Reduzierung von Kohlehydraten automatisch zu einer moderaten Gewichtsabnahme führen kann.

• Insbesondere für Positive, die zu Übergewicht neigen oder abnehmen wollen ist die LOGI-Ernährung zu empfehlen.

„Charakteristisch für die LOGI-Methode ist nicht nur die Konzentration auf Nahrungsmittel mit niedrigem Glykämischem Index, sondern auch gleichzeitig die drastische Reduktion der Kohlenhydratzufuhr. Das Gute daran: Der Blutzuckerspiegel bleibt konstant, starke Blutzuckerschwankungen und -spitzen werden vermieden und der Insulinspiegel wird dadurch relativ niedrig gehalten. Und das bringt letztlich viele weitere gesundheitliche Vorteile mit sich, zum Beispiel werden auch die Blutfettwerte gesenkt und der Bildung von Fettdepots wirkungsvoll vorgebeugt.“

N. Worm: Glücklich schlank - Mit viel Eiweiß und dem richtigen Fett. Die LOGI-Methode in Theorie und Küche

F. Mangiamneli: Das grosse LOGI-Kochbuch - 120 raffinierte Rezepte zur Ernährungsrevolution von Dr. Nocolai Worm

• Positiv zu bemerken ist, dass erstmals in den „News“ keine Milch mehr empfohlen wird! Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass ich dies wiederholt in früheren Kommentaren kritisiert habe! Erwachsene können Milch nicht mehr adäquat verdauen, weil ihnen die Labsäfte des Säuglingsmagens fehlen. Auch Milchprodukte sollten nur in Maßen verwandt werden, da auch diese noch negative Wirkungen haben können auf die Qualität und Fließfähigkeit des Blutes, die Lymphe belasten und Ursache für Erkältungen und bronchiale Erkrankungen sein können.

Milch - Kalziumlieferant?
http://www.helferzelle.de/wil/viewtopic.php?t=1356

Ernährung bei Immunschwäche/HIV
http://www.helferzelle.de/wil/viewtopic.php?t=1355

Vollwert-Ernährung
http://www.helferzelle.de/wil/viewtopic.php?t=1015

Vegane & vegetarische Ernährung
http://www.helferzelle.de/wil/viewtopic.php?t=1863

Weitere Ernährungs-Themen
http://www.helferzelle.de/wil/viewforum.php?f=19

Pro Gesundheit
http://www.helferzelle.de/wil/viewforum.php?f=21

• Zum Thema der Pflanzenöle möchte ich ergänzen, dass man mit der Verwendung von Oliven- und Rapsöl und selbst dem zusätzlichen zweimalig wöchentlichen Essen von Fisch alleine nach meiner Erfahrung keinen guten und erst recht keinen optimalen Omega-3-Index erreichen kann. Ergänzend wäre sinnvoll noch 1-2 Esslöffel Leinöl mit 1 Esslöffel Quark zu essen.

• Besser noch bei einem Heilpraktiker einen Fettsäure-Status machen lassen. Bei den meisten Patienten liegt erfahrungsgemäß ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren vor, die nur durch die vorübergehende Einnahme hochdosierter Fischöle behoben werden kann. Anschließend kann ein optimaler Omega-3-Fettsäurestatus nur durch eine Erhaltungstherapie mit angepassten Omega-3-Fettsäuren begleitend zu gesunder Ernährung gehalten werden. Im Gegensatz zu Vitamin D ist dieses Thema leider noch nicht im Fokus der HIV-Forschung und der Ärzte incl. der HIV-Ärzte present.

Omega-3-Fettsäuren haben eine zentrale Bedeutung für:
- Herz- und Gefäßschutz, verbessern Blutfluss, Arteriosklerose, beugen Herzinfarkt und Schlaganfall, Alzheimer, Demenz, Parkinson, MS usw. vor
- für das zentrale Nervensystem, Gehirnfunktionen, Gedächtnis, Lernfähigkeit
- für den Stoffwechsel insgesamt, insbesondere Fettstoffwechsel, Cholesterin
- fürs Immunsystem
- zur Krebsabwehr
- für gesunde Augen und Sehkraft
- für chronische Entzündungen, Allergien
- für gute Stimmung, gegen Stress, Depression
- für gesunde Haut, Wundheilung


Inzwischen habe ich in der Praxis ein Diagnosegerät, mit dem bereits anhand der Parameter: Gefäßelastizität, Elastizität der Kranzgefäße (Herzgefäße) und Elastizität der zerebralen Gefäße (Gehirn) ein Mangel an Fettsäuren erkennbar ist. Auch kann mit diesem Gerät der BMI-Index gemessen werden. Ebenso können mit diesem Diagnosegerät viele andere Parameter festgestellt werden wie z.B. hinsichtlich des kardiovaskulären- und cerebrovaskulären Bereiches (Herz, Gehirn, Gefäße), Magen-Darm, Fettstoffwechsel, Immunsystem, Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, Knochenmineraldichte, Vitamine, Aminosäuren, Spurenelemente, Endokrines System (Hormone), Schwermetalle, Gifte, Blutzucker, Hirnnerven, Allergien usw., die weit über „normale“ Blutparameter hinausgehen und diese zum Teil ersparen, da das Diagnosegerät reproduzierbare Ergebnisse liefert.

Um das Gewicht zu halten, abzunehmen und generell weitmöglich gesund zu leben, ist es wichtig, ausreichend zu kauen, in ruhiger und entspannter Atmosphäre sowie zu regelmäßigen Tageszeiten zu essen, möglichst mit frisch zubereiteten Nahrungsmitteln und so weit wie möglich bzw. bezahlbar mit biologischen vollwertigen Produkten. Kein fastfood - keine Softdrinks - wenig Alkohol.

Eine solche Ernährungsweise erspart viele Unpässlichkeiten, Beschwerden und Krankheiten, erspart zudem viele Kosten sowie zahlreiche Arztbesuche und lange Wartezeiten in Arztpraxen, beschert stattdessen ein gutes Körpergefühl, einen klaren Geist, eine gute psychische Verfassung, gute Laune, hohe Vitalität und nicht zuletzt eine optimale Libido bis ins hohe Alter.


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