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BeitragVerfasst: Mi 01 Feb, 2006 12:33 am  Titel:  Nierenfunktionsstörungen Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Tenofir & Nierenfunktionsstörungen

In Projekt Information Nr. 4/2004

Fünf unterschiedliche Kohortenstudien zu Tenofovir (Viread) präsentiert in Bangkok, fanden heraus, daß das Risiko der Nierenschädigung bei Patienten mit normaler Nierenfunktion extrem gering ist.

In einer sechsten Studie mit empfindlicheren Meßmethoden wurde jedoch nachgewiesen, daß Tenofovir mit geringen Nierenfunktionsstörungen verbunden sein kann. Das könnte nachfolgend eine größere Nierenempfindlichkeit herbeiführen, wenn Tenfovir mit Nieren schädigenden Substanzen gleichzeitig verabreicht wird.

Dazu gehören:
- Amphotericin B (Pilzmedikament, z.B. bei Candida-Pilzerkrankung oder Kryptokokkose)
- Tetracycline (Breitband-Antibiotikum)
- Aciclovir (zur Behandlung von Herpes und Gürtelrose)
- Pentamidin (Behandlung und Prophylaxe der Pneumocystis-carinii-Pneumonie)
- NSAIDs (nichtsteroidale Antiphlogistika = entzündungshemmende Substanzen, wie z.B. auch Aspirin und Ibutropfen)

Quelle: Edwin J. Bernard, Low risk of serious kidney toxicity on tenofovir, but mild renaldysfunction cause for concers, aidsmap news, 07/14/2004




Zuletzt bearbeitet von administrator am Mi 09 Jan, 2008 1:44 am, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragVerfasst: Mi 09 Jan, 2008 1:42 am  Titel:  Wenig Nierenerkrankungen bei niedriger HI-Virenlast Antworten mit ZitatNach untenNach oben

verschoben vom 6.10.2006; 163 Aufrufe

Wenig Nierenerkrankungen bei niedriger HI-Virenlast

HIV-Patienten leiden oftmals unter Nierenerkrankungen. Doch nur etwa die Hälfte der Nierenerkrankungen von HIV-Infizierten wird durch das HI-Virus hervorgerufen.

Amerikanische Wissenschafter (Estrella et al) haben jetzt Erkenntnisse gewonnen, die es Ärzten künftig erleichtern könnten, diese Nierenerkrankungen bei HIV-Patienten genauer einzuordnen.

Den Forschern der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore zu Folge ist es möglich aufgrund der Konzentration des Erbguts des HI-Virus im Blut von Infizierten festzustellen, ob eine Nierenerkrankung durch den Erreger verursacht wurde oder nicht. Entsprechend den Studienergebnissen kann man davon ausgehen, dass das Auftreten einer durch das HI-Virus verursachten Nierenerkrankung bei einer Viruslast unter 400 pro ml Blut unwahrscheinlich ist. Diese Erkenntnis könnte betroffenen HIV-Patienten künftig aufwendigere Untersuchungen ersparen.

Die Forscher weisen darüber hinaus auf die bedeutende Rolle einer effektiven antiretroviralen Behandlung in diesem Zusammenhang hin: Gelingt es mit Hilfe antiretroviraler Medikamente die Viruslast unter 400 pro ml Blut zu halten, kann einer auf den Erreger zurückführbaren Nierenerkrankung der Betroffenen wirksam vorgebeugt werden.

Quelle: Clinical Infectious Diseases; 2006, 43: 377-380
MedAustria - Aids-News-Line vom 5. Oktober 2006


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BeitragVerfasst: Mi 09 Jan, 2008 1:49 am  Titel:  Tenofovir (Viread) und die Niere (1) Antworten mit ZitatNach untenNach oben

verschoben vom 5.2.2007; 146 Aufrufe

Tenofovir (Viread) und die Niere (1)

In Projekt Information Nr. 3/2004

Die Wirkungen von Tenofovir auf die Niere sind immer noch nicht vollständig geklärt. Eine französische Arbeitsgruppe untersuchte die Daten zweier klinischer Studien mit fast 750 Patienten sowie Fallberichte von 19 Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung unter Tenofovir. Das Ergebnis läßt sich folgendermaßen zusammenfassen:

- Nierenfunktionsstörungen sind bei HIV-Positiven häufiger als in der Allgemeinbevölkerung (bis zu einem Drittel der HIV-Patienten hat Zeichen einer Nierenfunktionsstörung)

- Die Rate von Nierenfunktionsstörungen durch Tenofovir in klinischen Studien war gering (ca. 20 Fälle bei mehr als 100.000 behandelten Patienten)

- Als begünstigende Faktoren für das Auftreten einer Nierenfunktionsstörung gelten vorbestehende Nierenerkrankungen, sowie eine gleichzeitige Einnahme von Ritonavir (Norvir) und Bestandteil von Kaletra.

Quelle: Aids 2004, 18:1074-75


Tenofovir (Viread) und die Niere (2)

Eine spanische Arbeitsgruppe beschreibt den Fall eines Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung unter Tenofovir. Dabei wird betont, daß zwar nur 5-7 % der Patienten, die Tenofovir einnehmen, eine Erhöhung des Serumkreatinins (ein Laborwert, der ein Maß für die Leistungsfähigkeit der Nieren ist) aufweisen, daß es aber durchaus Nierenschädigungen gibt, die nicht zu einer Erhöhung des Kreatinins führen.

Risikofaktoren für das Auftreten einer Nierenschädigung durch Tenofovir scheinen zu sein:

- CD4-Zellzahl unter 150/mm3
- Untergewicht
- Gleichzeitige Einnahme von Ritonavir (auch in niedriger Dosierung), da es die Plasmaspiegel von
..Tenofovir um bis zu 30 % erhöhen kann.


Der beschriebene Patient wies aber keinen dieser Risikofaktoren auf. Die Autoren fordern deshalb dazu auf, bei Patienten, die Tenofovir erhalten, regelmäßig den Urin zu untersuchen, sowie die Werte von Phosphat, Lactat und Harnsäure im Blut zu bestimmen. Bei Anzeichen für eine Nierenfunktionsstörung sollte Tenofovir abgesetzt werden.

Quelle: Aids 2004, 18:960-63


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BeitragVerfasst: Mi 09 Jan, 2008 1:58 am  Titel:  Wenn HIV an die Nieren geht Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Wenn HIV an die Nieren geht

In Projekt Information Nr. 1/2007

-Auszüge-

"Die Kenntnis der Nierenfunktion und Nierengesundheit ist für HIV-Infizierte und nicht davon betroffene Menschen gleichermaßen wichtig. Aber seit mehre als 20 Jahren ist auch bekannt, daß die HIV-Infektion für sich selbst und auch HIV-Medikamente zu Nierenproblemen führen können.

Die Nieren haben mehrere Funktionen. Abbauprodukte des Stoffwechsels und überschüssige Flüssigkeit werden aus dem Blut herausgeführt. Blut fließt durch die Nieren und wird vor der Rückkehr zum Herzen gereinigt.

Jeden Tag werden von den Nieren etwa 190 Liter Blut aufgearbeitet. Dabei läuft das Blut durch etwa 230 km sehr kleine Röhren (Tubuli) und Millionen von Minifilternsystemen, den sog. Nephronen. Ein Nephron hat eine hohlwandige schalenähnliche Struktur (Bowmann Kapsel), die ein Bündel Blutgefäße (Glomerulus) enthalten.

Substanzen, die der Körper braucht, werden zurückabsorbiert. Abbauprodukte, Verunreinigungen und überschüssige Flüssigkeiten werden als Urin über die Blase ausgeschieden. Die Nieren bilden auch Hormone, einschließlich Erythropoetin, das die Bildung von roten Blutkörperchen anregt und Renin, das den Blutdruck reguliert.

Aus verschiedenen Nierenfunktionen ergeben sich zahlreiche Verbindungen zu anderen Erkrankungen. HIV-infizierte Menschen afrikanischer Herkunft sind besonders durch spezifische Nierenerkrankungen gefährdet. Aber unabhängig von der Ethnie zeigen neuere Erkenntnisse, daß das mit abweichenden Nierenfunktionswerten verbundene Risiko für alle HIV-Infizierte zutrifft, ein größeres Risiko für Erkrankungen und Tod. Einfach gesagt, jeder mit HIV-Infektion sollte sich der Bedeutsamkeit der Nieren bewußt sein."

Test der Nierenfunktion

Die Nierenfunktion kann durch Blut- und Urintests einfach bestimmt werden wie durch die Urinanalyse bezüglich Proteinen (Albumin), im Blut durch den Kreatinin, Phosphatwert, Kreatinin-Clearance.

Das Risiko einer fortschreitenden Nierenerkrankung

"Es ist eine Tatsache, daß eine Nierenerkrankung für einen Patienten Risiken in sich bergen, die schlimmer sind als eine abnehmende Nierenfunktion und die Gefahr einer Dialyse. Bei einem HIV-infizierten Patienten kann es sich um viele Typen einer Nierenerkrankung handeln, eine Erkrankung in Verbindung mit dem HI-Virus und jene, die z.B. in Beziehung zu Bluthochdruck oder Diabetes stehen. Die HIV-assoziierte Nephropathie (HIVAN), Erkrankung oder Schädigung der Nieren) betrifft fast ausschließlich HIV-Patienten mit schwarzer Ethnie. So wurden z.B. 50 Patienten in 10 Londoner Kliniken mit HIVAN diagnostiziert, als ihr Immunzustand bereits in einem sehr schlechten Zustand war, mit einer mittleren CD4-Zellzahl von 66 Zellen/mm3 und einer mittleren Viruslast von 114.000 Kopien/ml.

Ohne antiretrovirale Behandlung schreitet die HIVAN rasch voran. Nur eine rasch einsetzende Anti-HIV-Therapie mit kompletter und dauerhafter Unterdrückung der HIV-Vermehrung kann die HIV-bedingte Nierenerkrankung stoppen. Das einzige zuverlässige Nachweisverfahren für HIVAN ist die Entnahme einer Gewebeprobe (Nierenbiopsie). Ein anderer Anlaß für eine Biopsie wäre auch dann gegeben, wenn der Grund für die Nierenerkrankung bei Patienten unklar ist und mehr als eine Ursache für die Nierenprobleme verantwortlich wäre.

Bei Menschen weißer Ethnie ist die Ursache für eine Nierenerkrankung eher in gleichzeitigen Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes zu suchen.

Niere und HAART

Die Nierenprobleme mit Indinavir /Crixivan) in den frühen Zeiten der HAART sind vielen noch in Erinnerung. Bei zu geringer Flüssigkeitsaufnahme kam es gehäuft zu Blutspuren im Urin, (Hämaturie, Ausscheidungen von roten Blutkörperchen im Harn), Nierensteinen und schmerzhaften Nierenkoliken.

Tenofovir (Viread) und die Niere

Mit der Einführung von Tenofovir (Viread) vor drei Jahren standen mögliche Nierenschädigungen wieder im Vordergrund, da Tenofovir eine chemische Verwandtschaft mit einigen die Nieren schädigenden Substanzen aufweist. Inzwischen ist Tenofovir einer der am häufigsten eingesetzten antiretroviralen Medikamente in der westlichen Welt. Von den meisten Experten wird Tenofovir als eine der schonendsten Anti-HIV-Substanzen angesehen. Und Tenofovir ist sehr häufig in Kombinationspräparaten enthalten. Truvada (Tenofovir plus Emtricitabin (Emtriva) und in Atripla in den USA bereits zugelassen (Tenofovir, Emtricitabin, Efavirenz (Sustiva)).

In den großen randomisierten Zulassungsstudien für Tenofovir zeigte sich, daß schwere Nierenprobleme selten waren, weniger als 1 %. In weiteren großen Kohortenstudien ergab sich ein etwas widersprüchliches Bild. Wurde die Nierenfunktion differenzierter mit einer Clearance-Berechnung und klinischen Symptomen überprüft, dann war der Anteil der Patienten mit mindestens milder Nierenschädigung prozentual wesentlich höher. Das höchste Risiko einer Nierenschädigung in Verbindung mit Tenofovir haben Patienten mit bereits vorbestehender Beeinträchtigung der Nierenfunktion. Es zeigte sich auch ein Trend zu erhöhtem Risiko bei Patienten über 50 Jahre.

Zusätzliche Nierenbelastung durch andere Substanzen

In einer Analyse von 27 Patientten mit schwerer Schädigung unter Tenofovir (Viread) ergab sich, daß 75 % gleichzeitig Kaletra (Lopinavir/Ritonavir (Norvir), ddI (Videx)) oder Atazanavir (Reyataz) mit und ohne Ritonavir-Boosting einnahmen. Die Plasmaspiegel von Tenofovir können durch geboostete Proteasehemmer um 30 % erhöht werden und so das Risiko der Nierenschädlichkeit steigern.

Umgekehrt kann Tenofovir die ddI-Spiegel um bis zu 50 % erhöhen. Das bedeutet möglicherweise ein erhöhtes Risiko für die Schädigung der Nieren in Verbindung mit der mitochondrialen Toxizität von ddI. Aber auch andere zusätzlich zur HAART eingenommene, die Nieren belastende Medikamente können mit Tenofovir zusammen das Risiko der Nierentoxizität zusätzlich erhöhen.

Risikominderung


Am besten erfolgt vor dem Einsatz von Tenofovir eine sorgfältige Nierenfunktions-Untersuchung. Das beinhaltet mindestens die Bestimmung von Kreatinin- und Phosphatwerten im Blut sowie Eiweiß im Urin. Einige Experten glauben, daß die Kreatinin-Clearance und die glomeruläre Filtrationsrate aussagekräftiger sind.

Gegenwärtig raten die europäischen Therapierichtlinien bei Beginn der Einnahme von Tenofovir zu einem monatlichen Kreatinin-Monitoring, danach alle drei Monate. Eine häufigere Kontrolle alle ein bis zwei Wochen wird für Patienten mit vorbestehenden Nierenproblemen und zusätzlicher Einnahme von anderen nierenbelastenden Medikationen empfohlen. Glücklicherweise kann eine leichte bis schwerere Nierenschädigung gewöhnlich mit der Beendigung der Tenofovir-Einnahme oder Dosierungsveränderungen bei den ersten Anzeichen vermieden werden. In den meisten Fällen normalisiert sich dann die Nierenfunktion inmnerhalb weniger Wochen.

Beziehung zwischen Nierenerkrankung und dem Erkrankungs- und Sterberisiko

Es ist bekannt, daß auch bei denjenigen Menschen ohne HIV-Infektion, aber mit Diabetes, Herzkrankheiten, den Älteren, und Menschen mit Bluthochdruck das Vorliegen einer Nierenkrankheit mit einem größeren Sterberisiko verbunden ist. Das betrifft nicht nur Menschen mit herabgesetzter Nierenfunktion sondern auch die mit etwas Eiweiß im Urin. Einige Studien zeigen, daß HIV-infizierte Patienten mit Eiweiß im Urin und/oder erhöhtem Kreatinin ein erhöhtes Risiko für Krankenhausaufnahme und Tod haben, nämlich 70 % höher wegen einer neuen Aids-definierenden Erkrankung und ein 50%-iger Risikoanstieg für einen Krankenhausaufenthalt.

Ohne antiretrovirale Therapie ist die Anwesenheit von Eiweiß im Urin mit einem um 31 % erhöhten Risiko für eine Aids-definierende Krankheit und einem um 35 % höheren Sterberisiko verbunden. Das letztere Ergebnis wird durch die Tatsache unterstrichen, daß ein Patient ohne Eiweiß im Urin und einer CD4-Zellzahl von 350 Zellen/mm3 ein geringeres Sterberisiko hat als ein Patient mit 500 CD4-Zellen und Proteinurie. Dieses wichtige Ergebnis wurde in der „Women’s Interagency HIV Cohort Study“ (WIHS) mit über 2.500 HIV-infizierten Frauen festgestellt.

Der Beginn der HAART kann das Risiko unter Patienten mit Nierenfunktionsstörungen beeinflussen, aber die Verbeserungen durch gemindertes Risiko sind nicht enorm. Im Verhältnis zu HIV-Patienten mit HAART und ohne Nierenprobleme haben die Patienten mit Eiweiß im Urin ein um 121 % erhöhtes Sterberisiko. Ein Patient mit erhöhtem Kreatinin hat ein um 42 % erhöhtes Risiko einer neuen Aids-definierenden Erkrankung. Einer der Mechanismen des erhöhten Risikos könnte in den weniger erfolgreichen Therapieantwort unter Menschen mit Nierenerkrankung zu suchen sein, wie eine einzelne Studie herausfand.

Was wissen wir und was ist zu tun?

Unsere Kenntnisse über HIV und in welcher Weise das Virus die Nieren betrifft sind noch relativ unvollständig. Es bedeutet noch viel Arbeit, um wirklich zu verstehen, wer für Nierenerkrankungen empfänglich ist und warum.

Gegenwärtig hat es den Anschein, daß der überwältigende Teil der Nierenerkrankung Afroamerikaner betrifft, aber daß auch schon geringe Verschlechterungen bei den Nierenfunktionswerten ein Risikofaktor für alle HIV-positiven Menschen sein könnte. Eine regelmäßige Untersuchung der Nierenfunktion ist für alle Menschen mit HIV unverzichtbar. Patienten mit HIV sollten nach der Empfehlung der Infectious Diseases Society of America (ISDA) mindestens einmal auf Nierenerkrankungen bei der Erstvorstellung überprüft werden und danach mindestens einmal jährlich. Patienten mit abnormalem Testergebnis sollten weitergehend untersucht werden und möglicherweise zu einem Nierenfacharzt (Nephrologen) überwiesen werden. Wenn Sie ihre Laborwerte erhalten und nichts über ihre Nieren hören, tut es nicht weh, zu fragen: 'Wie ist meine Nierenfunktion?'"

Quellen:

-Lynda Anne Szczech, HIV and the Kidneys; How to know when something is wrong, and why it is important, The-Body.com, September/October 2006
- Edwin J. Bernard, hiv and the Kidneys, tenofovir and the Kidneys, aidsmap.com; Issue 157, June 2006


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BeitragVerfasst: Do 17 Jan, 2008 12:41 am  Titel:  Höheres Albumin im Urin & Herz-/Nierenerkrankungen Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Höhere Albuminkonzentrationen im Urin bei HIV-Infizierten stehen in Verbindung mit Risiko von Herz- und Nierenerkrankung

In Projekt Information Nr. 3/2007

HIV-positive Patienten haben ein signifikant höheres Risiko kleine Mengen des Eiweißes Albumin in ihrem Urin aufzuweisen, was ein größeres Risiko sowohl für Herz- als auch Nierenerkrankung bedeutet. Dies berichten US-Wissenschaftler in dem Fachljournal Aids vom 11. Mai.

Die Wissenschaftler verglichen das Auftreten von Mikroalbuminurie – das Vorhandensein von kleinen Mengen Albumin im Urin – in einer Kohorte von HIV-positiven Patienten mit einer altersmäßig angepaßten HIV-negativen Kontrollgruppe. Es ergab sich eine signifikant häufigere Mikroalbuminurie bei den HIV-Positiven, besonders bei HIV-Patienten mit schwächerem Immunsystem.

Nierenerkrankungen mit Symptomen wie Eiweiß im Urin oder erhöhte Kreatininausscheidungen, sind aus der Vor-HAART-Ära wohlbekannt. In dieser Zeit ergaben Studien einen Anteil von HIV-Patienten zwischen 19 % und 34 % mit erhöhten Mengen von Albumin im Urin.

Weil auch die antiretrovirale Therapie ein höheres Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen (Herz und Blutgefäße) bedeuten kann,
wollten die Forscher herausfinden, ob das Auftreten von Mikroalbuminurie im Vergleich zu HIV-Negativen bei HIV-Positiven häufiger auftritt. Es sollte auch herausgefunden werden, welche Faktoren möglicherweise ein erhöhtes Risiko von Mikroalbuminurie bei HIV-Infizierten vorhersagen könnten. Die Studienpopulation bestand aus Patienten in der Querschnittskohortenstudie Fat Restribution and Metabolic Chance in HIV-Infection (FRAM), d.h. zu Fettverteilung und Stoffwechselveränderungen. Die Kontrollpopulation bestand aus Population-basierten Proben von nicht HIV-infizierten Weißen, Afroafrikanern, Männer und Frauen in der sog. CARDIA-Studie. Albumin- und Kreatininkonzentrationen im Urin wurden in Stichproben gemessen.

Das Verhältnis von Albumin zu Kreatinin (ACR) wurde kalkuliert und ein ACR von über 30 mg/g als Mikroalbuminurie definiert. Dazu wurde auch das kardiovaskuläre Risiko erfaßt, einschließlich Blutdruck, Insulin- und Zuckerwerte, Familienhintergrund für Herzerkrankung und das Rauchen. Bei den HIV-Infizierten wurden Daten zu CD 4-Zellzahl und HI-Viruslast mit bewertet. Mikroalbuminurie war bei 11 % der HIV-positiven Patienten vorhanden und bei 2 % der Kontrollgruppe, ein statistisch signifikanter Unterschied (p<0,001). Dieser Unterschied blieb auch bei Anpassung für herkömmliche Vorhersagewerte zu Mikroalbuminurie signifikant (p=0,0008). Signifikante Vorhersagewerte für Mikroalbuminurie bei HIV-positiven Patienten waren höheres Alter (p=0,02) und afroamerikansiche Herkunft (p=0,001). Einige Faktoren, verbunden mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko bei HIV-Infizierten waren ein höherer systolischer (oberer Wert) Blutdruck (p=0,03) und Glukose (Traubenzucker) im Urin (p=0,002). Rauchen zeigte jedoch keine signifikante Verbindung zu der Mikroalbuminurie. HIV-spezifische Faktoren standen in Verbindung mit Mikroalbuminurie, so eine CD4-Zellzahl unter 200 Zellen/mm3 (p=0,05), gegenwärtige HI-Viruslast (p=0,05) und die Behandlung mit NNRTI (p<0,05).

Die Analyse konnte zeigen, daß die HIV-Infektion ein hohes Risiko für das Auftreten von Mikroalbuminurie bedeutet, unabhängig von den Risikofaktoren für das Auftreten einer Nierenerkrankung.

Das Vorhandensein von Markern für Nieren- und kardiovaskuläre Erkrankungen bei HIV-positiven Patienten mit Mikroalbuminurie könnte auch durch den Anstieg des kardiovaskulären Risikos wegen der Stoffwechselstörung durch einige antiretrovirale Medikamente bedingt sein. Weitere Studien zur Bestimmung der Vorhersagesignifikanz von Mikroalbuminurie unter HIV-infizierten Patienten sind nach Meinung der Forscher unbedingt nowendig.

Quelle

Michael Carter, Levels of albumin in urine higher in people with HIV, association with risk iof heart and kidney di sease, aidsmap.com, 10.05.2007


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BeitragVerfasst: Di 04 Okt, 2011 3:29 pm  Titel:  Erhöhtes Risiko für Nierensteine unter Reyataz Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Erhöhtes Risiko für Nierensteine unter Atazanavir (Reyataz)

Ein Vergleich von Therapien mit Atazanavir/r (Reyataz/Norvir, 1206 Patienten) zu Efavirenz (Sustiva)/Lopinavir/r (Kaletra) bzw. Darunavir/r (Prezista/Norvir)(insgesamt 4449 Patienten) über einen Zeitraum von 45 Monaten ergab, daß die Verwendung von Atazanavir mit einer signifikant höheren Rate an Nierensteinen verbunden war.

http://forumhiv.de/viewtopic.php?f=14&t=3026


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BeitragVerfasst: Mo 23 Jan, 2012 11:17 am  Titel:  Nierenschädigung durch Tenofovir bei geringem Körpergewicht Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Nierenschädigung durch Tenofovir bei geringem Körpergewicht

Zu Tenofovir (in Viread, Truvada, Atripla) und Nierenfunktion gibt es ja schon einige Studien (siehe auch Anmerkungen). Hier nun die Ergebnisse einer japanischen Studie zum Risiko bei Patienten mit einem Gewicht unter 60 bzw. 68 kg. Nach Angaben der Forscher können Menschen mit geringem Körpergewicht anfälliger für Nierenschäden sein, da auf ein Kilo eine größere Menge Tenofovir einwirkt.

mehr unter
http://forumhiv.de/viewtopic.php?f=14&t=3747


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BeitragVerfasst: So 13 Jul, 2014 12:41 am  Titel:  HIV-Therapie: Nierenschaden vermeiden Antworten mit ZitatNach untenNach oben

HIV-Therapie: Nierenschaden vermeiden

Wer chronisch über viele Jahre Medikamente schlucken muss, will sicher sein, dass diese Medikamente nicht schaden. Ein neuer Risikoscore könnte helfen, Patienten mit höherem Risiko eines Nierenschadens durch HIV-Therapie zu erkennen.

Literatur: Scherzer R. et al. A chronic kidney disease risk score to determine tenofovir safety in a prospective cohort of HIV-positive male veterans. AIDS. 2014
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24922479

Mehr unter: Infektiologie St. Gallen vom 25. Juni 2014
http://infekt.ch/2014/06/hiv-therapie-nierenschaden-vermeiden/


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