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BeitragVerfasst: Mo 26 Okt, 2009 10:05 pm  Titel:  CFS Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Retroviren mögliche Ursache des chronischen Erschöpfungssyndroms

Reno – Ist das chronische Erschöpfungssyndrom Folge einer Infektion mit einem Retrovirus? Eine Studie in Science (2009; doi: 10.1126/science.1179052) weist Gene eines kürzlich entdeckten Virus in Leukozyten bei zwei Drittel der Patienten nach. Nach noch nicht publizierten Studien sollen fast alle Patienten Antikörper gegen XMRV im Blut haben.

Das Xenotropic murine leukaemia virus (XMRV) wurde vor drei Jahren von Robert Silverman, einem Biologen der Cleveland Clinic Foundation in Ohio, in Prostatakrebszellen entdeckt. Es gehört zu den Gammaretroviren, die bei einigen Tierarten Leukämien und Lymphome auslösen. Benannt ist es nach dem murinen Leukämievirus (MLV), das allerdings nicht den Menschen infiziert. Andere Beispiele sind das feline Leukosevirus und das feline Sarkomvirus.

Erst vor wenigen Wochen sorgten Forscher der Universität von Utah in Salt Lake City für Aufsehen. Sie wiesen XMRV in 27 Prozent aller Prostatakarzinome, aber nur in 6 Prozent der gesunden Zellen nach (PNAS 2009; 106: 16351-16356).

Jetzt berichtet Judy Mikovits vom Whittemore Peterson Institute in Reno im US-Bundesstaat Nevada, dass zwei Drittel aller Patienten mit dem chronischen Erschöpfungssyndrom aktiv mit dem Virus infiziert sind. Die Forscher wiesen die Virusgene im Blut in den Monozyten von 68 von 101 Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom nach. In einer Kontrollgruppe waren nur 8 von 218 Probanden (3,7 Prozent) infiziert.

Die Blutzellen enthielten nicht nur die Virusgene. Die Forscher konnten auch zeigen, dass daraus XMRV-Proteine abgelesen und zu Viren zusammengebaut werden, mit denen im Labor dann andere Zellen infiziert werden konnten. Nach noch nicht publizierten Ergebnissen sollen 95 Prozent aller Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom Antikörper gegen das Virus im Blut haben gegenüber 4 Prozent der gesunden Kontrollen.

Das beweist zwar nicht, dass die Viren tatsächlich die Ursache der Erkrankung sind. Sie könnten eine Begleiterscheinung sein. Beispielsweise könnte die Erschöpfung die Patienten anfälliger gegen Virusinfektionen machen.

Tatsächlich wurden in der Vergangenheit bereits mehrere andere Viren einschließlich Herpesviren, Enteroviren und dem Epstein-Barr-Virus mit der Erkrankung in Verbindung gebracht. Der nächste Schritt in der Beweisführung könnte die erfolgreiche Übertragung in einem Tiermodell sein.

Aber selbst wenn die Viren nur ein zuverlässiger Marker für die Erkrankung sein sollten, wäre den Patienten möglicherweise geholfen. Denn das chronische Erschöpfungssyndrom ist bisher eine diagnostisch schwer fassbare Erkrankung. Die Definition fordert als Hauptsymptom eine anhaltende Erschöpfung/Erschöpfbarkeit, die nicht auf eine körperliche Anstrengung zurückgeführt werden kann und sich in Ruhe nicht bessert. Es lässt sich ein Zeitpunkt des Krankheitsbeginns benennen: Die Erschöpfung darf nicht lebenslang bestehen, und sie hat eine signifikante Reduktion der früheren Aktivitäten zur Folge.

eben diesem Hauptkriterium werden mindestens vier der folgenden Symptome oder Krankheitszeichen für eine Diagnose gefordert: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, verlängerte extreme Erschöpfung nach körperlichen oder geistigen Anstrengungen, nicht erholsamer Schlaf, Muskelschmerzen, Erkrankung mehrerer Gelenke ohne Schwellungen oder Rötungen, Kopfschmerzen, häufige Rachenentzündungen, tastbare und schmerzende zervikale oder axilläre Lymphknoten.

Das sind nicht gerade präzise Kriterien und eine Assoziation mit einer Viruserkrankung wäre sicherlich eine große Hilfe. Die Autoren selbst denken bereits über therapeutische Konsequenzen, etwa die Therapie mit antiretroviralen Substanzen nach. © rme/aerzteblatt.de

http://aerzteblatt.de/nachrichten/38447/Retroviren_moegliche_Ursache_des_chronischen_Erschoepfungssyndroms.htm




Zuletzt bearbeitet von administrator am Mi 03 Feb, 2010 11:43 am, insgesamt 6-mal bearbeitet
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BeitragVerfasst: Mo 26 Okt, 2009 10:06 pm  Titel:  Retroviren im Prostatakarzinom gefunden Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Retroviren im Prostatakarzinom gefunden

Salt Lake City – US-Forscher haben in den Zellen von humanen Prostatakarzinomen ein Retrovirus nachgewiesen, das bei Tieren krebsauslösend ist. Den Beweis für eine infektiöse Genese des Prostatakarzinoms liefert die Studie in den Proceedings of the National Academy of Sciences jedoch nicht.

Das „Xenotropic murine leukaemia virus“ oder XMRV gehört zu den Gammaretroviren, die bei vielen Tieren Leukämien und Lymphome auslösen. Beispiele sind das Murine Leukämievirus (MLV), das Feline Leukosevirus oder das Feline Sarkom Virus.

Bei Menschen wurden lange Zeit keine Gammaretroviren gefunden. Dies gelang erstmals 2006, als Forscher der Universität Los Angeles und der Cleveland Clinic ein bislang unbekanntes Virus in Prostatakrebszellen nachwiesen. Wegen der engen Verwandtschaft zu MLV tauften sie es Xenotropic murine leukaemia virus oder XMRV.

Der Nachweis von Virusmaterial allein beweist allerdings nicht eine virale Ätiologie. Der nächste Schritt bestand darin zu zeigen, dass die Viren nur im kanzerösen Prostatagewebe, nicht aber in den gesunden Zellen vorhanden sind, was jetzt der Gruppe um Ila Singh von der Universität von Utah in Salt Lake City gelungen ist.

Die Forscher untersuchten Gewebeproben von 200 Prostatakarzinomen und 100 Biopsate aus gesunden Organen. Ergebnis: 27 Prozent der Krebse, aber nur 6 Prozent der gesunden Zellen enthielten XMRV. Das Virus ist damit viereinhalbfach häufiger in den Prostatakrebszellen als im gesunden Gewebe vorhanden.

Ein weiterer Befund ergab, dass die Infektion nicht an genetische Eigenschaften gebunden ist, wie dies die frühere Studie nahegelegt hatte. Dies hätte bedeutet, dass nur ein geringer Teil der Tumoren durch das Virus ausgelöst wird. Die neue Studie macht es vorstellbar, dass die Viren von allgemeinerer Bedeutung sind.

Von den Eigenschaften anderer Gammaretroviren her ist eine Tumorinduktion vorstellbar. Der genaue Pathomechanismus bei XMRV müsste aber noch analysiert werden. Im nächsten Schritt könnte untersucht werden, ob Menschen, die mit dem Virus infiziert werden, im späteren Verlauf an einem Prostatakrebs erkranken. An die Entwicklung eines Impfstoffes wie beim Zervixkarzinom ist vorerst nicht zu denken.

Forscher schätzen, dass 20 bis 25 Prozent aller Krebserkrankungen eine virale Ätiologie haben. Zu den krebsassoziierten Viren gehören (einige Varianten der) humanen Papillomaviren (Zervixkarzinom), das Epstein-Barr-Virus (Burkitt-Lymphom) sowie das Hepatitis B- und das Hepatitis C-Virus, die, wenn auch indirekt, ein hepatozelluläres Karzinom verursachen.
© rme/aerzteblatt.de

http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=111562.


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BeitragVerfasst: Mi 18 Nov, 2009 2:50 pm  Titel:  Chronic Fatigue: Schlapp durch Viren Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Chronic Fatigue: Schlapp durch Viren

Dr. Julia Hofmann

US-Forscher fanden bei Patienten mit chronischem Fatigue-Syndrom einen gemeinsamen Nenner: 95 Prozent wiesen Antikörper gegen ein bestimmtes Retrovirus auf, zwei Drittel der Patienten waren mit dem Virus infiziert, das auch beim Prostatakarzinom eine Rolle spielt. Lösung gefunden?

Beim chronischen Fatigue-Syndrom (CFS) verhält es sich ähnlich wie bei anderen unscharf definierten Erkrankungen wie Burn-Out-Syndrom oder Fibromyalgie-Syndrom: Es fehlen objektive Krankheitskriterien wie auch eine klare Diagnostik und spezifische Therapie. Zudem überschneiden sich die Symptome der Syndrome, was zur Klärung der einzelnen Krankheitsbilder nicht unbedingt beiträgt.

An Krankheitstherorien mangelt es nicht: In der Vergangenheit wurden die Psyche, Traumata, Infektionen und Umweltfaktoren verantwortlich gemacht. Einigkeit besteht mittlerweile über Fehlregulationen des Immunsystems. Aber immer, wenn man wenig weiß, klingt multifaktorielle Krankheitsgenese nach viel.

Ist CFS eine Infektionskrankheit?

Auf eine Beteiligung des Immunsystems weist auch eine aktuelle Studie von US-Forschern um Vincent Lombardi und Judy Mikovits vom Whittemore Peterson Institute in Reno, Nevada, hin. Sie stützt die Theorie der Virusinfektion. Wie im Journal Science berichtet, konnten sie bei 68 von 101 CFS-Patienten (67 Prozent) in Monozyten des peripheren Bluts Virusgene des Retrovirus XMRV (Gammaretrovirus, Xenotropic murine leukemia virus-related virus) nachweisen (Science 2009; doi: 10.1126/science.1179052). Bei gesunden Kontrollpersonen waren nur 3,7 Prozent infiziert. Das Virus gehört zur gleichen Familie wie das AIDS-Virus und ist im Tierreich mit Lymphomen und Leukämien assoziiert. Beim Menschen ließ sich das Virus in Zellen des Prostatakarzinoms nachweisen (PNAS 2009; doi 10.1073/pnas.0906922106), der Beweis für die Assoziation des Virus mit malignen Zellen beim Menschen. Die Infektion ließ sich zudem bei besonders bösartigen Tumoren nachweisen.

Nach Veröffentlichung ihrer Arbeit fanden Lombardi und Mikovits an 300 CFS-Patienten heraus, dass 95 Prozent Antikörper gegen das Virus haben. Darüber hinaus wiesen sie im Rahmen der Studie in Zellkulturen nach, dass das Virus infektiös ist.

Epidemische CFS-Erkrankungen sind bekannt

Eine einfache Ursache-Wirkungsbeziehung können und wollen die Forscher aufgrund der neuen Erkenntnisse jedoch nicht ableiten. Sie halten es für möglich, dass weitere beisteuernde Faktoren eine Rolle spielen, wenn sich Personen mit dem Virus infizieren. Dies könnten die verschiedensten Faktoren wie auch die Müdigkeit selbst oder andere Gesundheitsstörungen sein. Nicht unwahrscheinlich, dass das Virus auch bei anderen Patienten etwa mit Fibromyalgie und nicht nur Krebspatienten zu finden ist. Zudem stehen bereits verschiedene andere Viren in Verdacht, an CFS beteiligt zu sein, u.a, das Epstein-Barr-Virus und Herpesviren.

Besonderes Interesse haben die Forscher für die Übertragung des Virus in der realen Welt, etwa innerhalb von Familien. Bekannt wurden regelrechte Ausbrüche der Erkrankung etwa in einem Symphonieorchester in North Carolina. In diesen „epidemischen Fällen“ lassen sich laut Wissenschaftlern ähnliche Infektionsraten des XMRV belegen. Bevor die genauen Mechanismen jedoch bekannt sind, sind weitere Studien an Tiermodellen notwendig.

Therapie in Sicht?

Die neuen Erkenntnisse haben durchaus auch für Patienten einen Nutzen, die nicht nur gegen die Müdigkeit kämpfen, sondern auch gegen Vorurteile. Sie erhöhen die Akzeptanz einer bislang kaum zu fassenden Erkrankung. Zudem besteht Hoffnung auf zukünftige wirksame medikamentöse Therapien. Zu prüfen etwa ist die Wirksamkeit verschiedener antiviraler Medikamente wie reverse Transkriptasehemmer. Helfen diese, wäre dies ein weiteres Indiz für die infektiöse Genese der Erkrankung.

Mittelfristig, innerhalb der nächsten sechs Monate, steht die Entwicklung eines Tests auf dem Plan, der Ärzten helfen soll, das Virus zu identifizieren. Die Diagnose anhand eines einzelnen Testergebnisses zu stellen, erscheint aber vielleicht doch etwas vermessen, bevor die Bedeutung dieser Infektion wirklich geklärt ist.

http://news.doccheck.com/de/article/183442-chronic-fatigue-schlapp-durch-viren/


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BeitragVerfasst: Do 07 Jan, 2010 2:49 am  Titel:  Retroviren doch nicht Ursache de CFS Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Retroviren doch nicht Ursache des Chronischen Müdigkeitssyndroms

London – Im September hatten US-Forscher berichtet, dass zwei Drittel aller Patienten mit dem chronischen Erschöpfungssyndrom aktiv mit Retroviren infiziert sind. Jetzt kommt das Dementi. Britische Forscher konnten in einer Studie in PLoS ONE (2009; 5: e8519) keine Retroviren nachweisen.

Die US-Publikation von Vincent Lombardi vom Whittemore Peterson Institute in Reno und Mitarbeitern (Science 2009; 326: 585-589) hatte für erhebliche Publizität gesorgt. Denn die Ursache des Chronic Fatigue Syndrome (CFS), an dem bis zu ein Prozent der Bevölkerung leiden soll (auch wenn die Angaben zur Häufigkeit stark schwanken) ist unbekannt.

Die Verzweiflung der Patienten mit myalgischer Enzephalomyelitis, so eines der Synonyme der Erkrankung, ist groß. Sie leiden sehr unter der unerklärlichen körperlichen und mentalen Schwäche. Einige Zentren in den USA sollen bereits begonnen haben, die Patienten mit Aids-Medikamenten zu behandeln.

Denn das xenotrope murine Leukämie-Virus (XMRV), das erst vor wenigen Jahren entdeckt wurde, ist als Retrovirus entfernt mit dem HI-Virus verwandt. Studien, die einen Nutzen der Medikamente belegen, gibt es indes nicht. Und jetzt scheint auch die virologische Grundlage für ihren Einsatz zu entfallen.

Die Gruppe um Myra McClure vom Imperial College London konnte in keinem von 196 britischen Patienten Virusgene im Blut nachweisen. Alle Patienten wurden an einer Spezialambulanz am King’s College in London betreut und an der Diagnose des CFS ist nach Auskunft der Forscher nicht zu zweifeln.

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/39560/Retroviren_doch_nicht_Ursache_des_Chronischen_Muedigkeitssyndroms.htm© rme/aerzteblatt.de


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BeitragVerfasst: Mi 03 Feb, 2010 11:52 am  Titel:  Zu 80 % sind Infekte die Ursache der Erschöpfung Antworten mit ZitatNach untenNach oben

"Zu 80 Prozent sind Infekte die Ursache der Erschöpfung"

Um das schiefe Bild der chronischen Eschöpfung als Hypochondrie gerade zu rücken, wird seit 1993 der 12. Mai zum Internationalen CFS-Tag (Chronic Fatigue Syndrome) ausgerufen. Professor Wolfgang Huber aus Heidelberg setzt bei CFS auf organmedizinische Diagnostik und orthomolekulare Therapie.

Ärzte Zeitung: CFS-Patienten macht das allgemeine Unverständnis oft mehr zu schaffen als die Krankheit selbst. Das ist ja alles bloß psychisch, heißt es abfällig ...

Huber: Gegen eine Psychiatrisierung des Krankheitsbilds wehre ich mich mit Händen und Füßen. Eine psychische Belastung ist es, aber man fragt sich doch sehr, was Henne und was Ei ist. Ich halte es für sachlich nicht gerechtfertigt, CFS-Patienten als Drückeberger hinzustellen, denn bei vielen messe ich hohe Virustiter oder Entzündungsparameter. Ihnen Simulantentum zu unterstellen ist Unwissenheit oder Verleugnung.

Ärzte Zeitung: Werden sie nicht deshalb oft verkannt, weil sich keine Ursache finden lässt? Die Diagnostik gleicht doch sicher der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen?

Huber: Es ist tatsächlich nicht immer einfach. Ich gehe naturwissenschaftlich und objektiv vor, zuerst nach einem standardisierten Fragebogen, den ich zum Teil selbst erarbeitet habe. Abfragepunkte sind etwa der Tagesablauf oder Schlafstörungen, Infektionen oder Exposition von Chemikalien. Dann veranlasse ich Tests auf Borrelien, Epstein-Barr-, Influenza- oder Herpes-Viren, auf TNFα, C-reaktives Protein, Serotonin und Vitamin D, bestimme Blutsenkung und großes Blutbild.

Ärzte Zeitung: Wie häufig ergibt sich ein Befund?

Huber: Bei 70 bis 80 Prozent der Patienten lässt sich eine persistierende Infektion nachweisen, offenbar haben sie ein geschwächtes Immunsystem, etwa durch Stress, das die Erreger nicht überwindet. Ist keine Ursache zu finden, kommt die zweite Stufe der Tests, etwa auf Interferon γ oder Neuronen-spezifische Enolase.

Ärzte Zeitung: Als Auslöser des CFS werden auch akute und chronische Vergiftungen diskutiert.

Huber: Nach der Fachliteratur ist das bei 0,5 bis 2,7 Prozent der CFS-Patienten der Fall. In Frage kommen Pestizide, Löse-, Holzschutz- oder Flammschutzmittel. Bei Verdacht lasse ich Schadstoffe im Blut bestimmen. Eine weitere Möglichkeit ist der Lymphozytentransformationstest zum Nachweis von Allergien gegen Chemikalien wie Benzol, Permethrin oder Schwermetalle. Auch Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten sollte man abklären.

Ärzte Zeitung: Wie behandeln Sie bei einer Infektion oder einem Schadstoffnachweis?

Huber: Ich setze auf Antioxidantien. Zuvor lasse ich den oxidativen Stress messen: durch Bluttests auf Glutathion, Vitamin C, D oder Selen. Bei positivem Befund fange ich mit einer oralen Therapie an, etwa täglich 600 mg Acetylcystein, 3 mal 300 mg Liponsäure, je 100 mg Vitamin B1 und B6, 1mg Vitamin B12. Das probiere ich zwei Monate lang, um dem Körper zu helfen, mit den Auslösern fertig zu werden. Die Batterie hat sich entleert, jetzt muss man sie wieder aufladen, so erkläre ich es meinen Patienten.

Ärzte Zeitung: Wie sind die Erfolge?

Huber: Bei etwa 60 Prozent der Patienten bessern sich die Symptome gut, bei 20 Prozent mäßig, bei 20 Prozent gar nicht. Bei CFS gibt es keine Pauschalregel und keine kurzfristigen Erfolge, denn wie eine Therapie anschlägt, hängt auch stark von den Genen ab, etwa Defekten bei Entgiftungsenzymen. Den Verlauf kann man durch Messung des oxidativen Status kontrollieren. Bessern sich die Beschwerden nicht, wechsele ich zum Beispiel zu Coemzym Q 10 oder erhöhe Vitamin D. Hilft auch das nicht, schlage ich iv-Infusionen vor. Virustatika oder Immunglobuline sind immer die Ultima ratio.

Ärzte Zeitung: Und wie ist es mit der psychischen Komponente, die zumindest bei einem Teil der CFS-Patienten diskutiert wird?

Huber: Da ich streng organmedizinisch und stark orthomolekular arbeite, brauche ich Laborparameter. Wenn ich nichts finde und entsprechende Hinweise vorliegen, schicke ich Patienten schon mal zum Verhaltenstherapeuten.

Das Chronic Fatigue Syndrome (CFS) ist eine lähmende geistige und körperliche Erschöpfung, die mit Kopf-, Hals-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen einhergeht. Es beginnt plötzlich mit grippeähnlichen Symptomen und hält länger als sechs Monate an. 80 Prozent der Patienten sind Frauen.

CFS ist eine Ausschlussdiagnose, wenn zuvor etwa auf Aids, Angststörungen, Borreliose, Depression, Diabetes, Fibromyalgie, Krebs, MS, Schlafapnoe oder Schilddrüsenerkrankungen untersucht wurde.

Als Ursache von CFS wird eine chronische Aktivierung des Immunsystems vermutet. Mögliche Gegenmaßnahmen sind: Mikronährstoffe, Mittel gegen chronische Infektionen, Vermeiden von Intoxikationen, Immunmodulation, Ernährungsumstellung, Akupunktur, Physio-, Schmerz- und Psychotherapie.

12.5.2009
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/allergien/?sid=545708

Kommentar

Das ist ein sehr gutes Interview bzw. eine gute Darstellung des Themas CFS von Dr. Huber. Er arbeitet ähnlich wie es in meiner Praxis üblich ist.

Allerdings gehört bei mir noch weitere Diagnostik dazu wie z.B. nitrosativer Streß, Neurostreß sowie weitere Laborparameter wie diverse
Entzündungsparameter, L-Carnitin, Carnosin. Stuhluntersuchung, Zytokinprofil, Imunstatus, Hormonstatus. Außerdem ist eine Energie-Diagnose entscheidend, da sich nicht alle Störungen und Therapieoptionen durch die normalen Blut- und Stuhluntersuchungen hinreichend erkennen lassen.

Lediglich Serotonin zu untersuchen und Interferon y ist nach meiner Ansicht zu wenig. Auch der Immunstatus ist entscheidend. Zudem ist es nach meiner Ansicht sinnvoll viele der genannten Parameter und Untersuchungen gleich zu Anfang zu machen, weil nur eine umfassende Therapie zu deutlichem Erfolg führen kann. Auch dürfte es in vielen Fällen sinnvoll sein bereits zu Anfang eine Kombinationstherapie mit oraler Gabe und Infusionsen einzusetzen, die in der Regel wirkungsvoller ist als alleinige orale Therapie. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang auch die Photontherapie.

Und vor allem kann man m.E. nicht erwarten, daß bereits innerhalb von 2 Monaten eine anhaltende Besserung eintritt. Die Therapie bei CFS muß langfristig angelegt sein.

Wenn hier davon die Rede ist, daß auf "Aids" untersucht werden soll, so ist damit wohl ein "HIV-Test" gemeint. Ein positiver HIV-Test ist aber noch kein Aids. Von Aids kann nur gesprochen werden, wenn eine Aids-definierende Erkrankung vorliegt. Das sollte man doch tunlichst auseinanderhalten, zumal CFS-Patienten in der Regel bereits genügend psychischen Streß haben.


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BeitragVerfasst: Di 23 Feb, 2010 12:18 am  Titel:  Erschöpfung durch neues Virus? Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Erschöpfung durch neues Virus?

Tanja Volz

Betroffene klagen über ein grippeartiges Gefühl: Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen lassen an eine nahende heftige Erkältung denken. Allerdings verschwinden diese Symptome nicht wieder.

Stuttgart - Diese Erkrankung hat mit Erschöpfung so viel zu tun wie eine Atombombe mit einem Streichholz. Es ist eine völlig absurde Beschreibung", schreibt Laura Hillenbrand, Autorin des amerikanischen Bestsellers "Seabiscuit". Die Erkrankung, die mit dem komplizierten Namen Chronic Fatigue Syndrom (CFS), chronisches Erschöpfungssyndrom, bezeichnet wird, hat nun noch einen Zusatz bekommen: Myalgic Encephalopathy (ME). Abgekürzt spricht man nun von CFS/ME und zählt sie zu den neurologischen Leiden. Mittlerweile gibt es zwar eine anerkannte Definition, doch viele Ärzte erkennen die Krankheit nicht.

Vermutlich liegt dies an der Vielzahl der Symptome. Die CFS beginnt oft schlagartig, innerhalb weniger Stunden oder Tage. Betroffene klagen über ein grippeartiges Gefühl: Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen lassen an eine nahende heftige Erkältung denken. Allerdings verschwinden diese Symptome nicht wieder. Im Gegenteil: sie werden schlimmer, und hinzu kommen eine grenzenlose Müdigkeit und oft starke Schmerzen in Muskeln, Gelenken und Gliedern in unterschiedlichen Regionen des Körpers. Belastend wird schließlich die lähmende körperliche und geistige Erschöpfung, die sich auch in Ruhephasen nicht bessert.

Hinzu kommen individuell ganz unterschiedliche und vielfältige Begleiterscheinungen wie etwa Allergien, Schwindel, Depressionen oder Magen-Darm-Beschwerden. Für Menschen mit CFS wird der Alltag zur Qual. Sie verfügen nur noch über einen winzigen Bruchteil ihrer früheren Energie. Sie sind nicht mehr in der Lage, Stress im Beruf, in der Partnerschaft oder der Familie zu bewältigen.

CFS/ME kann bis jetzt nur schwer diagnostiziert werden

Weltweit wird nach den Ursachen des CFS gesucht, Klarheit gibt es bisher nicht. Doch eine amerikanische Forschergruppe hat im Wissenschaftsmagazin "Science" einen vielversprechenden Artikel veröffentlicht: Judy Mikovits und ihr Team vom Whittemore Peterson Institute (WPI) in Reno im US-Bundesstaat Nevada glauben an einen viralen Infekt. Am WPI werden Erkrankungen des Nervensystems erforscht, auch das chronische Erschöpfungssyndrom wird dort seit langem untersucht. Die Forscher haben bei zwei Dritteln ihrer Patienten Gene eines Virus entdeckt, der in die Weißen Blutkörperchen der Betroffenen eingedrungen war.

Der Erreger, der mit dem Kürzel XMR-Virus bezeichnet wird, ist vor drei Jahren entdeckt worden. Er gehört zu den Retroviren, zu denen beispielsweise auch HIV zählt. Erst vor kurzem erregte eine amerikanische Wissenschaftlergruppe Aufsehen, als sie diese Viren in den Zellen des Prostatakarzinoms nachwies. Möglicherweise, so spekulieren nun WPI-Forscher, könnten diese Viren viele verschiedene Erkrankungen auslösen.

Die Blutzellen der CFS/ME-Patienten enthielten nicht nur die Virusgene. Die Forscher konnten auch zeigen, dass daraus die viralen Proteine erzeugt und zu neuen, überlebensfähigen Viren zusammengebaut werden. Mit diesen Viren konnten im Labor andere Zellen infiziert werden - somit wäre eine Ansteckung möglich. Dies beweist zwar nicht, dass die Viren tatsächlich die Ursache der Erkrankung sind. Sie könnten eine Begleiterscheinung der erschöpften und für Erreger anfälligen Patienten sein. Tatsächlich wurden in der Vergangenheit bereits mehrere Viren, wie beispielsweise Herpesviren oder das Epstein-Barr-Virus, mit dem chronischen Erschöpfungssyndrom in Verbindung gebracht.

Viele Patienten werden jahrelang nicht richtig behandelt

Vor einigen Tagen nun bezweifelten britische Forscher in einer Veröffentlichung im Online-Journal "Plos" die Rolle der Retroviren. Die Gruppe um Myra McClure vom Imperial College London, die das Leiden vor allem als psychologische Erkrankung sehen, konnte bei keinem ihrer Patienten das Retrovirus nachweisen. Allerdings, so kritisieren nicht nur die WPI-Wissenschaftler, seien nicht die richtigen Testverfahren verwendet worden. Zudem seien die Patienten nicht nach der gültigen Definition für diese Erkrankung ausgewählt worden. Derzeit laufen in Europa drei Studien, die das Ergebnis der amerikanischen Forscher überprüfen sollen.

"Man weiß noch sehr wenig über die weltweite Häufigkeit des Virus und noch viel weniger über das Zusammenspiel mit Erkrankungen", sagt Judy Mikovits vom WPI. Man werde dies nun weiter untersuchen. Sollte ein Virus ursächlich an der Erkrankung beteiligt sein, könnten möglicherweise antiretrovirale Medikamente Linderung verschaffen. Einige Pharmafirmen hätten daran Interesse, ist am WPI zu hören - noch gebe es allerdings keine konkreten Pläne. Das WPI, so betonen die Forscher, spricht sich derzeit nicht für den Einsatz von antiretroviralen Mitteln aus.

Aber selbst wenn die Viren nur ein zuverlässiger Indikator für die Erkrankung sein sollten, wäre den Patienten möglicherweise geholfen. Denn CFS/ME kann bis jetzt nur schwer diagnostiziert werden. Viele Patienten werden jahrelang nicht richtig behandelt - und müssen zusehen, wie ihr Leben an ihnen vorbeizieht, wie es eine Patientin treffend beschreibt.

22.02.2010

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2395564_0_5681_-medizin-erschoepfung-durch-neues-virus-.html


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BeitragVerfasst: Sa 27 Feb, 2010 1:43 am  Titel:  Verursacht Variezella Zoster-Virus CFS? Antworten mit ZitatNach untenNach oben

"Verursacht das Varizella-Zoster-Virus (in Komorbidität mit dem EBV-Virus) das Chronische Müdigkeitssyndrom?"

Does varicella-zoster virus infection of the peripheral ganglia cause Chronic Fatigue Syndrome?

Shapiro JS.

shapirjs@umich.edu

This article posits that infection of the peripheral ganglia causes at least some cases of Chronic Fatigue Syndrome (CFS), with a neurotropic herpesvirus, particularly varicella-zoster virus (VZV), as the most likely cause of the infection. Virtually all CFS symptoms could be produced by an infection of the peripheral ganglia, with infection of the autonomic ganglia causing fatigue, postural hypotension, and sleep disturbances, and infection of the sensory ganglia causing sensory symptoms such as chronic pain. Furthermore, infections of the peripheral ganglia are known to cause long-term nerve dysfunction, which would help explain the chronic course of CFS. Herpesviruses have long been suspected as the cause of CFS; this theory has recently been supported by studies showing that administering antiherpes agents causes substantial improvement in some CFS patients. VZV is known to frequently reactivate in the peripheral ganglia of previously healthy adults and cause sudden, debilitating illness, making it a likely candidate as a cause of CFS. Moreover, many of the symptoms of CFS overlap with those of herpes zoster (shingles), with the exception that painful rash is not one of the symptoms of CFS. A model is therefore proposed in which CFS is one of the many manifestations of zoster sine herpete; that is, herpes zoster without rash. Furthermore, re-exposure to VZV in the form of chickenpox has become less common in the past few decades; without such re-exposure, immunity to VZV drops, which could explain the increased incidence of CFS. Co-infection with multiple herpesviruses is a possibility, as some CFS patients show signs of infection with other herpesviruses including Epstein-Barr, Cytomegalovirus, and HHV6. These three herpesviruses can attack immune cells, and may therefore promote neurotropic herpesvirus reactivation in the ganglia. The possibility of VZV as the causal agent in CFS has previously received almost no attention; the possibility that CFS involves infection of the peripheral ganglia has likewise been largely overlooked. This suggests that the search for a viral cause of CFS has been far from exhaustive. Several antiherpes drugs are available, as is a vaccine for VZV; more research into such agents as possible treatments for CFS is urgently needed.

Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19520522

Ein besonders interessanter Satz aus dem Abstract:

Darüber hinaus ist ein Wiederkontakt mit Windpocken in letzten Jahrzehnten seltener geworden, und ohne einen solchen Wiederkontakt sinkt die Immunität gegen das VZV, was das verstärkte Auftreten von CFS erklären könnte. Dabei sind auch Koinfektionen mit multiplen Herpesviren möglich, da einige CFS-Patienten Anzeichen einer Infektion mit anderen Herpesviren zeigen, einschließlich des Epstein-Barr-Virus, des CMV-Virus und des HHV-6. Diese drei Herpesarten könnten die Immunzellen angreifen und dadurch die Reaktivierung des neurotropen Herpesvirus in den Ganglien fördern.

http://forumhiv.de/viewtopic.php?f=17&t=42&start=190

Kommentar

Genau dieser Zusammenhang zeigt sich aktuell in einer energetischen Analyse eines CFS-Patienten. Alle oben genannten Herpesviren und noch einige mehr zeigen sich als massive akute Belastungen vor allem auf der körperlichen Ebene, aber auch auf der psychischen, mentalen und energetischen Ebene bei dem CFS-Patienten. Das Vorhandensein dieser diversen Viren mit Blutanalysen zu bestätigen würde enorme Kosten verursachen.


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BeitragVerfasst: Di 06 Apr, 2010 11:21 pm  Titel:  Drei in Europa durchgeführte Studien zu XMRV Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Drei in Europa durchgeführte Studien konnten das XMRV nicht finden... woran liegt's?

In Großbritannien wurden seit der Entdeckung des Retrovirus XMRV bei einem hohen Prozentsatz von ME/CFS-Patienten zwei Studien durchgeführt, bei denen die Wissenschaftler bekanntgaben, dass sie in keiner der von ihnen untersuchten Blutproben genetisches Material (DNA) des XMRV finden konnten [(4), (1)].

Jetzt wurde noch eine dritte, niederländische Studie bekannt, in der ebenfalls bei keinem der Probanden XMRV gefunden werden konnte. Diese drei Studien werden nun von einigen als Beleg dafür gewertet, dass die Originalstudie von Lombardi/Mikovits [(2), (3)] vom Whittemore Peterson Institut (WPI) bedeutungslos sei und es doch keinen Zusammenhang zwischen dem Retrovirus XMRV und ME/CFS gäbe.

Es lohnt sich deshalb, den Hintergrund dieser drei Studien etwas genauer zu beleuchten, bevor man solche Schlüsse zieht: Eine Zusammenfassung und Erläuterung des derzeitigen Stands der Wissenschaft und der Diskussionen finden Sie hier auf der Website von Cort Johnson.

„Wir sind noch ganz am Anfang in der Erforschung des XMRV. Wenn Sie zurückdenken in das Jahr 1983 und was wir da über HIV wussten, wie ungewiss da alles war, wie lange es tatsächlich dauert, bis man der Sache wirklich auf den Grund kommt und zu einem Konsens kommt, um zu verstehen, was da wirklich vor sich geht. Wir sind immer noch in einem Vor-Konsens-Stadium mit diesem Virus, und auch wenn es unerfreulich und verwirrend ist, es ist wirklich hochinteressant.“

John Coffin bei einer Retrovirusforscher-Konferenz im Februar 2010 in San Francisco

Diese Studien wurden allesamt ohne Zusammenarbeit mit den Forschern der Science-Studie und unter Einsatz anderer Untersuchungsverfahren und Technologien durchgeführt, wie sie in der Original-Studie verwendet wurden - obwohl das Whittemore Peterson Institut allen Forschern weltweit seine Unterstützung bei der Etablierung der geeigneten Testverfahren anbietet.

Diese Testverfahren zur Entdeckung des XMRV sind extrem kompliziert und werden zur Zeit noch vom National Cancer Institute in Zusammenarbeit mit den WPI-Forschern standardisiert, so dass ein negatives Ergebnis nicht unbedingt auf ein Nicht-Vorliegen des XMRV schließen lässt. Insofern sind diese beiden UK-Studien nicht als Replikationsstudien anzusehen, denn das würde den Einsatz der gleichen Technologien erfordern. Nur die komplexen Verfahren wie sie in Science beschrieben werden, haben sich als geeignet erwiesen, das Vorliegen des XMRV tatsächlich zu bestimmen.

Möglicherweise sind die unterschiedlichen Ergebnisse dadurch zu erklären und/oder durch unterschiedliche Falldefinitionen (Fukuda-Kriterien, Kanadische Definition), die zur Auswahl der Patientenpopulationen verwendet wurden. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass andere als wissenschaftliche Interessen hier maßgebend waren, denn:

Die erste Studie (4) von Erlwein et al. fand am Londoner King’s College unter Beteiligung des Psychiaters Simon Wessely statt, der seit langem die von den Patienten bekämpfte These vertritt, „CFS“ sei psychogenen Ursprungs, aber keine „wirkliche“ Erkrankung. Er propagiert die auch in Deutschland verbreitete These, dass „CFS“ eine Folge falscher Krankheitsüberzeugungen und übermäßiger Schonung und daraus resultierender Dekonditionierung sei – und dementsprechend mit Verhaltenstherapie und körperlicher Aktivierung zu bekämpfen sei.
Das Whittemore Peterson Institut hatte zu dieser ersten Studie bereits Stellung genommen. Sie finden diese Stellungnahme hier in deutscher Sprache (weißer Textkasten unten).

Die zweite UK-Studie (1) wurde durch das Medical Research Council (MRC) durchgeführt, einer staatlichen Institution vergleichbar mit dem deutschen Robert-Koch-Institut, die viele Millionen britische Pfund in Forschungsprojekte gesteckt hat, die diese These dieser sogenannten „Wessely-School“ bestätigen sollten (z.B. PACE-Trials und NICE-Guidelines). (Das Abstract dieser Studie finden Sie hier.)

Die dritte, die niederländische Studie (5) von Kuppeveld/Bleijenberg/van der Meer et al. konnte ebenfalls in keiner ihrer Proben das XMR-Virus finden. Zwar behaupten sie, mit ihren Testmethoden das XMRV im Prinzip finden zu können, aber sowohl die Auswahl der Probanden (nach den sogenannten Oxford-Kriterien, die alle unspezifischen Erschöpfungszustände erfassen) als auch die Sammlung und Behandlung der Blutproben (von 1992) lassen Zweifel über den Willen aufkommen, Patienten mit XMRV zu finden. Auch hier handelt es sich um eine Forschergruppe, die seit vielen Jahren den Ansatz vertritt, "CFS" (oder das, was sie darunter verstehen) sei eine psychogene Erkrankung, die durch falsche Krankheitsüberzeugungen und daraus folgender Dekonditionierung aufrechterhalten wird.

Kommentar von Regina Clos:

Selbstverständlich kann man als medizinischer Laie - und möglicherweise auch als Mediziner - diese extrem spezialisierten Studien und ihre Gültigkeit nicht beurteilen - vom medizinisch-wissenschaftlichen Aspekt her. Deshalb bleibt vorerst - bevor sich die Fakten durchsetzen (und das kann, wie die jahrzehntelange Verleugnung des Heliobacter Pylori als Ursache zahlreicher Magengeschwüre und viele andere Beispiele aus der Medizingeschichte belegen, Jahrzehnte dauern...), nichts anderes übrig, als sich durch andere Informationen in diesem Dschungel zu orientieren, wer hier möglicherweise mit seiner Forschungsarbeit den Tatsachen am nächsten kommt.

Die folgenden Gedankengänge haben mir bei meiner Orientierung geholfen:

• Alle drei Wissenschaftlergruppen der oben aufgelisteten "Gegenstudien" würden möglicherweise durch eine Bestätigung des Zusammenhangs zwischen XMRV und ME/CFS in ihren Grundannahmen über die psychogene Ursache des "CFS" infrage gestellt - mit für sie unabsehbaren Folgen. Man könnte beinahe annehmen, dass sie deshalb ein großes Interesse daran haben, das XMRV nicht zu finden und für sie andere Motive als die Suche nach der Wahrheit maßgebend waren.

• Stutzig macht auch, dass sowohl die britische Psychiatergruppe um Simon Wessely, Michael Sharpe, Peter White, Trudy Chalder etc. als auch das Medical Research Council als auch die niederländische Psychiatergruppe um van der Meer, Bleijenberg, Prins etc. jahrelang abgelehnt haben, biomedizinische Forschung zu betreiben oder die Ergebnisse von ca. 4000 Fachartikeln wahrzunehmen, die eklatante biomedizinische Anomalien bei ME/CFS belegen. Woher also dieses plötzliche Interesse? Und woher diese plötzliche Kompetenz auf einem Gebiet, das so hochspezialisiert ist, dass es Jahrzehnte braucht, um hier das nötige Fachwissen zu erwerben?

• Was die Ergebnisse dieser drei Studien am meisten infrage stellt ist die Tatsache, dass alle drei nicht eine einzige positive Blutprobe finden konnten - weder bei den Patienten noch bei den Kontrollgruppen. Das weist eher darauf hin, dass ihre Testmethoden prinzipiell ungeeignet waren, das XMRV festzustellen. Denn in allen Studien, in denen XMRV gefunden wurde, in der Science-Studie, in den Replikationsstudien des National Cancer Instituts und den Prostatakrebs-Studien der Cleveland Clinic und sogar in Japan wurde durchweg auch bei den Gesunden ein Prozentsatz von 1,7-4% Infizierten festgestellt. Selbst wenn, wie sie nachzuweisen versuchen, es keinen Zusammenhang zwischen ME/CFS und XMRV gäbe, so hätten sie das Retrovirus zumindest zu einem geringen Prozentsatz bei den Gesunden finden müssen.

• Jetzt könnte man noch argumentieren, dass die US- und die japanischen Studien falsch-positive Ergebnisse liefert. Dann hätten sie aber nicht durchweg diese eklatante Differenz zwischen Gesunden (3,75%) und ME/CFS-Patienten (67% bzw. über 95%) erhalten, wobei die Rate der infizierten Gesunden von mehreren anderen Studien bestätigt wurde. Dann wäre das Verhältnis zwischen Gesunden und ME/CFS- bzw. Prostatakrebspatienten irgendwie ausgefallen, zufällig, aber nicht so unterschiedlich und nicht so durchgängig zwischen 1,7% und 4%..

• Als sozusagen laufende "Replikationsstudie" könnte man die Ergebnisse des kommerziellen Labors VIPdx betrachten. Dort lassen sich Patienten aus USA und Großbritannien etc., die vermuten, dass sie ME/CFS haben, auf XMRV untersuchen - und hier sind durchweg ca. 50% der Proben positiv. Das wird auf der o.g. Website von Cort Johnson berichtet. In diesem Labor werden exakt die Untersuchungsverfahren eingesetzt, die auch in der Original-Science-Studie verwendet werden.

Fazit: Auch wenn die drei "Gegenstudien" momentan von vielen - auch Wissenschaftlern und Patientenvertretern - als ernste Infragestellung der Science-Studie gewertet werden, würde ich dringend dazu raten, abzuwarten, was die derzeit laufenden Studien in den USA am National Cancer Institute, dem Whittemore Peterson Institute und der Cleveland Clinic und durch viele andere ausgewiesene Retrovirologen ergeben, bevor man irgendwelche Schlüsse über die angebliche Nichtverbreitung des XMRV in Europa und speziell bei europäischen ME/CFS-Patienten zieht.

Weitere Infos unter:

http://www.cfs-aktuell.de/maerz10_4.htm


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BeitragVerfasst: Mo 19 Sep, 2011 12:47 pm  Titel:  Parallelen zwischen CFS und HIV/Aids? Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Parallelen zwischen CFS und HIV/Aids?

Im Forum Symptome.ch entdeckte ich den nachfolgenden merkwürdigen Beitrag, in dem Parallelen zwischen HIV/Aids und CFS konstruiert werden.

Ich habe den Beitrag komplett übernommen um dem Leser damit die Möglichkeit zu geben meine Kommentare zu den einzelnen Passagen besser verstehen zu können.


http://www.symptome.ch/vbboard/cfids-cfs-me/76748-hat-chronic-fatigue-syndrome-chronisches-muedigkeitssyndrom-aids-tun.html

„Aber stimmt es, dass es (fast? Oder gar?) keine Homosexuellen gibt, die an CFS leiden - weil die (idR) HIV/AIDS "bekommen" - und wenn, was ist mit der "Mischform", also wenn Heteros keinen positiven HIV-Test "erhalten" aber dennoch AIDS respektive CFS bekommen - alles ein ähnliches, gar das selbe "Syndrom"?“

Kommentar

Das halte ich für ein Gerücht, daß es keine Homosexuellen mit CFS geben soll. Wie man auf die Idee kommen kann von „Aids respektive CFS“ zu sprechen ist für mich nicht nachvollziehbar. HIV-Negative mit CFS dürften wohl NIEMALS Aids entwickeln, sondern allenfalls eine Immunschwäche oder CFIDS.

1. „Was ist mit den Menschen, die zwar "positive" Viren-Tests "erhalten", aber nie an AIDS bzw CFS erkranken (weil sie eventuell keine Virostatika nehmen?!) und was mit jenen, die an AIDS respektive CFS tatsächlich leiden, aber nie einen "positiv" Viren-Test aus einem Labor erhielten?“

Kommentar

Es gibt nur wenige HIV-Postive, die ohne jedwede Therapie 18 Jahre und ganz wenige noch länger ohne HIV-Medikamente leben können. Die meisten HIV-Patienten würden auf Dauer ohne HIV-Medikamente Aids entwickeln. Aids ohne HIV-positiven Test gibt es nicht. Solche Patienten können lediglich an einer Immunschwäche oder CFIDS leiden.

2. „Mit einer 27 jährigen offiziellen/staatlichen Forschung, die - angeblich - noch immer nichts Genaues herausgefunden hat, aber die Pharma sich mit "Virostatika" für die Verlegenheits-Erklärung (andere nennen es Lüge) in dem Bereich dick und fett draufgesetzt hat?“

Kommentar

Das ist eine etwas unsachliche Behauptung. Immerhin hat man herausgefunden, daß HIV-Patienten mit antiretroviralen Medikamenten überleben und länger leben können und inzwischen nahezu eine Lebenserwartung wie andere chronisch Kranke haben.

3. „Warum werden gesunde Menschen - egal ob nun homosexuell oder heterosexuell oder wie auch immer sexuell - ab der (fehlerhaften!!!) "Diagnose" HIV-Positiv mit Virostatika systematisch (staatlich gefördert) vollgepumpt?“

Kommentar

Niemand wird systematisch vollgepumpt. Jeder HIV-Patient kann sich selbst entscheiden ob und ab wann er HIV-Medikamente nimmt. Von welcher fehlerhaften Diagnose ist hier die Rede? Ein HIV-positiver Test ist in aller Regel nicht fehlerhaft. Außerdem wird die Viruslast zusätzlich mit einer HIV-RNA-PCR nachgewiesen.

3. „Weil es etwa bei den Homosexuellen gut und recht war (aus sehr zweifelhaften Beweggründen heraus, Stichwort "Schwulen-Pest", Gottes-Strafe, etc) und nun die/eine MASSIVE Lüge vom System am inzwischen PROFITABLEN Leben erhalten werden muss?“

Kommentar

Das ist eine polemische Behauptung von einer „Lüge des Systems“ zu sprechen. Ohne antiretrovirale Medikamente würden HIV-Positive heute genau so häufig versterben wie vor der Einführung der Proteasehemmer, also vor 1995/1996).

4.Warum werden nicht anstatt dessen entsprechende Vitalstoffe (hochdosiert) verordnet, wie es einige Ärzte immer wieder postulieren, allerdings vom "System" entweder lächerlich oder mundtot gemacht, gar in der Existenz bedroht werden?

Kommentar

Mit Vitalstoffen alleine wären die Probleme bei HIV-Patienten nicht zu lösen. Mit Vitalstoffen im Rahmen einer fundierten alternativen Therapie kann allenfalls die Zeit ohne Kombimedikamente verlängert werden. Eine alternative Therapie hat aber nicht immer ausreichenden Einfluß auf die Senkung der Viruslast.

Außerdem läßt es das derzeitige Krankheitsfördernde sogenannte „Gesundheitssystem“ nicht zu, daß HIV-Patienten oder andere chronisch kranke Menschen mit Vitalstoffen behandelt werden.

5. Wieso werden in absehbarer Zeit (immun-system-unterstützende bzw kurierende, hochdosierte) Vitalstoffe anders deklariert, und für viele Menschen wohl dadurch unerschwinglich werden (für manche sind sie das bereits)?

Kommentar

Derzeit ändert sich nichts und alle Vitalstoffe sind weiter erhältlich. Natürlich sind viele Vitalstoffe für viele Menschen aus Kostengründen nicht erschwinglich.

6. Was ist mit den zig Millionen mal mehr als an HIV/AIDS-, nämlich an CFS-Leidenden - erhalten alsbald auch die eine staatliche Zwangsbeglückung von wirkungslosen (weil nur "hemmenden") "Medikamenten", wenn sich entsprechende Stellen für ein menschliches-immunssystem-schwächendes Virus "entscheiden" (wie damals bei HIV)?

Kommentar

Die Probleme bei CFS sind in aller Regel mit biologischen Mitteln und Therapien zu bessern, wenn Patienten die entsprechende Geduld und das nötige Geld aufbringen und sich einen auf diesem Gebiet kompetenten Therapeuten suchen.

7. Sind es tatsächlich Viren, die diese Krankheiten auslösen - oder sind Viren doch einfach nur Körperzellen-("Abfall")-Produkte (von eigenen menschlichen Zellen sowie von den tatsächlichen Erregern, zB Bakterien), die man samt den Erregern an andere Menschen weitergeben kann (Infizierung/Ansteckung)?

Kommentar

Was HIV angeht so ist aus meiner Sicht ziemlich sicher, daß HIV der Auslöser für eine Abwärtsentwicklung bzw. Immunschwäche ist, wenn auch in der Folge nicht der einzige Grund für die Entwicklung diverser Symptome und Beschwerden bis hin zu Aids-definierenden Krankheiten.

Auch bei HIV-Patienten spielen weitere virale, bakterielle, mykotische und parasitäre Belastungen eine Rolle, denen von der Schulmedizin wenig bis keine Beachtung geschenkt wird. In den von mir veranlaßten LTT’s ist aber bei vielen HIV-Patienten eine massive zusätzliche Belastung mit diversen Antigenen wie EBV, CMV, Chlamydien, Zoster-Virus, Candida, Yersinien usw. zu sehen.

Bei CFS-Patienten ist nach meiner Erfahrung ebenfalls in der Regel u.a. eine masssive Belastung mit den vorgenannten Erregern zu sehen, die wesentliche Ursache, wenn nicht die Hauptursache für die Entwicklung von CFS sind.

Erahrungsgemäß bessert sich der gesamte körperliche und seelisch-geistige Zustand, wenn insbesondere diese Erreger auf einen sehr geringen Wert gesenkt werden konnten.

Selbstverständlich gibt es noch weitere wichtige Faktoren wie insbesondere Belastungen durch oxidativen Streß, nitrosativen Streß, neurogenen Streß sowie diverse Vitamin- und Mineralmängel einschl. Glutathion und vor allem Coenzym Q 10 sowie Schwermetallbelastung und Darmsituation. Vor allem Q 10 hat nach meiner Erfahrung entscheidende Bedeutung, wobei normale Q 10-Präparate keine ausreichende Erhöhung bewirken können. Q 10 muß bei CFS auf einen sehr hohen Level außerhalb normaler Referenzbereiche mit einem speziellen Präparat angehoben werden. Dann kann innerhalb weniger Wochen das gesamte Thema der chronischen Müdigkeit erledigt sein. Natürlich hat auch die psychische Situation eine besondere Bedeutung an der Genesung.

8. Werden denn nicht auch "offiziell/staatlich bekannte" Erreger (manche "Viren", aber vor allem andere Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze bzw deren "Ausscheidungs- und Abbau-Produkte") von einem gesunden Immun-System - eines Wirbel/Säuge/Tieres respektive Menschen - genauso erkannt und eliminiert ("gefressen", inaktiviert) wie normaler Weise auch für "harmlos" deklarierte "Zellen-Abfall-Produkte"?

Kommentar

Wenn dem so wäre gäbe es nicht die vielen CFS-Kranken. Bei vielen CFS und CFIDS-Kranken wird die Problematik über lange Zeit, oft über Jahre verschleppt. Sie rennen von einem Therapeuten zum nächsten und wenn sie dann zu einem Therapeuten kommen, der ihnen endlich helfen könnte, haben sie kein Geld und keine ausreichende Motivation und Geduld mehr.

9. Wurde nicht schon vor einiger Zeit festgestellt, dass ein jedes menschliche (bzw wirbel/säuge/tierische) Individuum eine ebenso individuelle ("Fingerabdruck") mikroorganismische Zusammensetzung hat - wo ein Mensch auf durchschnittlich ein Kilo (!) Trockenmasse an diesen kleinen Lebewesen kommt?

Kommentar

Vermutlich sind hier Bakterien gemeint.

10. Und nicht auch, dass dieses "Mikro-System" zu unserem "Immun-System" zählt? Wenn nun dieses Systeme-System wodurch auch immer gestört wird (zB durch ein subversives Bakterium, einem Pilz oder einer Mischformen aus beidem?!), muss man dann nicht das ursprüngliche Systeme-System wieder herstellen und nicht weiter schwächen bzw schädigen?

Kommentar

Die Zusammenhänge sind in aller Regel sehr komplex. Eine selbständige Regulation des Körpers ist aus vielerlei Gründen, die zuvor bereits genannt wurden, nicht mehr möglich, weshalb es entsprechender Anstöße von außen bedarf um langfristig die Eigenregulation wieder in Gang zu setzen.

11. Und wieso werden idR sofort für an CFS-ymptome Leidenden Psychopharmaka verschrieben, ihnen durch die Bank Somatoforme Störungen unterstellt (gar Hypochondrie und/oder Simulantismus) - und bei Therapie-Weigerung einem das soziale Netz entzogen wird?

Kommentar

Das dürfte aber an den Patienten selbst liegen. Natürlich lösen Psychopharmaka in der Regel nicht die bei CFS-Patienten vorhandenen Probleme. In solchen Fällen sollte unbedingt ein Neurostreßprofil gemacht werden und/oder andere auf der psychischen Ebene regulierende homöopathische oder pflanzliche Mittel eingesetzt werden.

12. Ist das die inoffizielle "Behandlungsrichtlinie" für an AIDS, pardon CFS leidenden Menschen, welche durch den HIV-Test fallen? Denn heilen können Psychopharmaka doch nie irgendeine Krankheit, im Gegenteil, werden mitunter erst dadurch psychische Leiden ausgelöst (Suizidalität )?

Kommentar

Hhm, Was heißt denn durch den HIV-Test fallen? CFS Patienten sollten froh sein, wenn kein HIV nachweisbar ist. Jeder Patient entscheidet selbst, ob er Psyschopharmaka nimmt oder sich anderweitig bessere Hilfe sucht.

13. Sagt einer der "Entdecker" des HIV, welches von anderen Menschen aber als DER Auslöser (Verlegenheits- bwz Not-Erklärung) deklariert wurde, nicht auch "AIDS ist heilbar" - nämlich mit einer Immun-System-Therapie?

Kommentar

Das ist Nonsens, der nur von Aids-Leugnern behauptet wird, insbesondere in den Film „House of Numbers“. Luc Montagnier hat dergleichen NIE gesagt und dies in dem folgenden Text richtig gestellt:

17.3.2011
House of Numbers - "HIV-Entdecker" Montagnier sagt: AIDS ist heilbar!
http://www.helferzelle.de/wil/viewtopic.php?t=1479

Luc Montagnier hat lediglich von einer geringen Virenzahl gesprochen, die ein Körper innerhalb von wenigen Wochen eliminieren könne. Aber er hat nicht gesagt, daß Aids ohne Medikamente eliminierbar sei.

14. Warum werden von den offiziellen/staatlichen Med-Einrichtungen keine Lebend-Blut-Untersuchungen anerkannt - findet man dort gar Erreger (zB Bakterien, Pilze), die womöglich vieles Erklären würden - Stichwort "Dunkefeld-Mikrospkop"?

Kommentar

Die Dunkelfeld-Mikroskopie gehört wie viele andere diagnostischen Methoden in den Bereich der Erfahrungsmedizin. Mit der Dunkelfeld-Mirkospokopie ist zwar ein Bild vom Blut-Milieu sichtbar, was aber noch keinen Nachweis von Erregern bedeutet. Dann hat ein LTT-Antigene eine wesentliche stärkere Aussagekraft, weil man hier sieht, welcher Erreger wie stark dem Immunsystem zu schaffen macht.

15. Warum ist man sich bei all diesen Erkrankungen (HIV - CFS) unter vorgehaltener (staatlicher) Hand einig, dass sehr wohl das Immun-System es ist, welches wieder ins Lot gebracht bzw unterstützt werden muss - offiziell aber (mit Profit) dagegen gearbeitet wird (Virostatika machen kränker als man ist!)?

Kommentar

Ich kann nicht nachvollziehen, worauf sich die „vorgehaltene Hand“ bezieht. Ohne antiretrovirale Medikamente geht es bei den meisten HIV-Patienten auf Dauer nicht.

Die Probleme bei CFS sind in der Regel wesentlich anders gelagert und mit biologischer Medizin behandelbar.

16. Sind es natürlich entstandene Bakterien, Pilze bzw Mischformen daraus, die das alles auslösen und entsprechende Spuren (Viren) in den/unseren Körpern hinterlassen?

Kommentar

Wie bereits beschrieben spielen vielfältige Antigen-Belastungen eine Rolle. Das hat mit Natürlichkeit nichts mehr zu tun, sondern damit, daß der Körper damit überfordert ist aus eigener Kraft die diversen Antigene auf einem normal-niedrigen Niveau zu halten, so daß das Immunsystem nicht permanent mit diesen Belastungen überfordert ist.

17. Oder sind es ganz einfach nur "lapidare" Kreuz-Reaktionen zwischen menschlichem Genmaterial, welches für ("Imfp-") Seren-Herstellung in andere Wirbel/Säuge/Tiere verbracht und wieder retour in Menschen injiziert wurden respektive es sich dort dann so entwickelt hat bzw entstanden ist - zB Xenotropic (Fremdartiges!) murine (Mäuse!) leukemia (Weiße-Blutkörperchen-Bildungs-Überfunktion!) virus-related (Virus-verwandtes?!) virus (Virus?!) = XMRV - also alles "mensch-gemacht"?

Kommentar

Ich glaube kaum, daß man hier von lapidaren Kreuzreaktionen sprechen kann.

18. Gar sind an alledem geflissentlich verschwiegene, mensch-gemachte Erreger (Bakterien, Pilze, Mischformen) schuld, die - absichtlich oder nicht - auf die Menschheit losgelassen wurden (zB durch ABC-Übungen/Anwendungen)? Und hat man aus der Not eine Tugend gemacht - mit dem menschlich verursachten Leid auch noch Profite zu machen?

Kommentar

Auch das finde ich für polemisch und hilft in der Diskussion nicht wirklich.

19. Werde ich nun bald von Männern mit schwarzen Anzügen und Brillen in schwarzes Auto gezwungen und verschwinde auf nimmer Wiedersehen?
Wer "traut" sich - gerne auch ironische, aber bitte jedenfalls sinnvolle - Antworten auf meine Fragen hier zu formulieren? Ich möchte gerne "plausible" Antworten, von offizieller Seite bekommt man diese idR nicht... Diskussionen ob die Inhalte meiner Fragen nun möglich (wahr) sind oder nicht, lehne ich allerdings ab - zuviele Hinweise sprechen dafür...


Kommentar

Es gibt nicht DIE eine Antwort, weder von offizieller schulmedizinischer Seite noch von der Seite der Erfahrungsmedizin. Es gibt vielfältige Aspekte zu beachten, die allesamt bekannt sind. Dazu bedarf es auch keines neuen XMRV-Virus. Aber es dürfte bezüglich CFS nur wenige kompetente Therapeuten geben, die mit den notwendigen Laboruntersuchungen vertraut sind. Ebenso dürften nur wenige Therapeuten sich hinreichend auskennen mit einer ganzheitlichen biologischen Therapie und dem Einsatz spezieller Therapiemittel und Nahrungsergänzungspräparate bei CFS.




Zuletzt bearbeitet von administrator am Sa 10 Jun, 2017 11:42 am, insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragVerfasst: Sa 24 Sep, 2011 12:44 am  Titel:  XMRV - Virustheorie erneut nicht bestätigt Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Chronisches Erschöpfungssyndrom: Virustheorie erneut nicht bestätigt

San Francisco – Die Hypothese, das chronische Erschöpfungssyndrom (CFS) sei Folge einer Infektion mit Retroviren, verliert durch eine Studie in Science (2011; doi: 10.1126/science.1213841) weiter an Boden. Neun Labore konnten das Virus in Blutproben von Patienten nicht sicher nachweisen. Die Leiterin des Whittemore Peterson Institute in Reno, die die Hypothese aufgestellt hatte, hat die ursprüngliche Publikation zurückgenommen – allerdings nur teilweise. Sie hofft auf die Ergebnisse einer noch ausstehenden Studie.

Der plötzliche Beginn des CFS legt eine infektiöse Genese nahe. Doch alle Versuche, die diagnostisch schwer fassbare Erkrankung auf Infektionen mit Epstein-Barr- oder andere Viren zurückzuführen, waren gescheitert.

Da überraschte das Whittemore Peterson Institute in Reno, eine private Stiftung, die zur Erforschung der Erkrankung gegründet wurde, die Fachwelt im Oktober 2009 mit einer Publikation in Science. Die Gruppe um die Leiterin des Instituts, Judy Mikovits, berichtete, sie habe in den Leukozyten von 67 Prozent von 101 CSF-Patienten Gene des “xenotropic murine leukemia virus–related virus (XMRV) gefunden.

Beunruhigend war auch der Befund, dass 3,7 Prozent von 218 gesunden Kontrollen ebenfalls mit dem Virus infiziert seien, das als Retrovirus ein – wenn auch entfernter – Verwandter des Aids-Virus HI ist. Dies sorgte für einige Unruhe, auch in Deutschland, wo man sich Gedanken über die Sicherheit von Blutspenden machte.

Die American Association of Blood Banks (AABB) riet im Juni 2010 allen Patienten mit CFS vorsorglich von Blutspenden ab, woran der Dachverband von US-Blutbanken AABB auch heute noch festhält, obwohl es weder einen Hinweis gibt, dass Blutprodukte das Virus übertragen, noch dass es im menschlichen Blut überhaupt existiert.
Die Ergebnisse des Whittemore Peterson Institute konnten nämlich von anderen Forschergruppen nicht sicher reproduziert werden. Auch eine multizentrische Untersuchung der US-National Institutes of Health kommt jetzt zu einem negativen Ergebnis.

An der Studie beteiligten sich neun Laboratorien, die Retroviren nachweisen können, darunter auch das Whittemore Peterson Institute. Alle Labore erhielten Proben von 14 Patienten mit CFS, bei denen zuvor XMRV oder das verwandte P-MLV (polytropic murine leukemia viruses) nachgewiesen wurde. Hinzu kam eine weitere Blutprobe von einer XMRV-positiv getesteten Person, der (noch?) nicht an einer CFS erkrankt war. Weitere 15 Blutproben stammten von gesunden und XMRV-negativen Blutspendern.

Die Proben waren geblindet, die Institute wussten also nichts über den Krankheitshintergrund oder frühere Testergebnisse. Alle verwendeten jetzt die gleichen Tests: 11 Gensonden, 5 Antikörper und 3 Viruskulturen.

Aus zwei Laboren wurden positive Ergebnisse gemeldet. Es waren jene Labore, die zuvor über die Assoziation zwischen XMRV und CFS berichtet hatten. Anders als in der ursprünglichen Publikation fielen die Test aber bei Gesunden und Patienten gleich häufig positiv aus. Die positiven Blutproben wurden danach in anderen Labors erneut untersucht. Dort waren die Testergebnisse dann negativ.

Michael Busch vom Blood Systems Research Institute and University of California, San Francisco, der die Studie koordiniert hat, hält deshalb Laborkontaminationen für die wahrscheinlichste Erklärung für die falschpositiven Ergebnisse. Ein allgemeines Screening für Blutprodukte hält er nicht für erforderlich. Die Entscheidung des AABB, die CFS-Patienten von der Spende auszunehmen, ist eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Inzwischen hat Mikovits eingeräumt, dass es im Labor zu Kontaminationen gekommen ist. Sie hat die Studie, allerdings nur teilweise zurückgezogen. Gegenüber Science meinte die Forscherin, sie sei weiter überzeugt, dass bei 20 bis 30 Prozent aller Patienten Virusmaterial im Blut vorhanden ist. Als nächstes werden die Ergebnisse einer Studie der Columbia University in New York erwartet. Dort werden derzeit Blutproben von 150 Patienten mit CF und 150 Kontrollen verglichen. © rme/aerzteblatt.de

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/47460/Chronisches_Erschoepfungssyndrom_Virustheorie_erneut_nicht_bestaetigt.htm


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BeitragVerfasst: Fr 30 Dez, 2011 1:01 am  Titel:  XMRV doch kein Thema Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Chronic fatigue: XMRV doch kein Thema

von Pietro Vernazza,

Vor knapp 2 Jahren, am 23.10.09 hat das Science (s. link) eine bahnbrechende Arbeit zum Thema Chronic Fatigue publiziert. Doch heute mussten die Autoren die Arbeit korrigieren. Das Ende einer traurigen Geschichte.
Die Autoren des Whittemore Peterson Institute in der Wüste von Nevada haben sich mehr von ihrem Wurf erhofft. Man dachte, dass mit dieser Arbeit nun endlich die Ursache des rätselhaften Chronic Fatigue Syndromes (CFS) gefunden wurde. Doch schon zum Zeitpunkt der Publikation haben einige Forschergruppen an der Seriosiät der Arbeit gezweifelt.


10.10.2011

mehr unter
http://www.infekt.ch/kategorien/lehreforschung/literaturscreen/infektionenallgemein/2416-chronic-fatigue-xmrv-doch-kein-thema.html?PHPSESSID=5b42f91c2c0549e179fba88424b120e1


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