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Anmeldungsdatum: 27.02.2005
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BeitragVerfasst: Mi 30 Jul, 2008 1:21 am  Titel:  Unerwünschte Einflüsse Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Unerwünschte Einflüsse der ART auf den Stoffwechsel

Zusammenfassung der Ergebnisse der CROI 2008 in Boston

In Projekt Information Nr. 3/2008

- Zusammenfassende Auszüge-

Das ABC-Debakel

ABC = Abacavir = Ziagen
Auch in Kivexa und Trizivir enthalten
Erhöht nach einer Analyse der D : A : D-Studie das Risiko für einen Herzinfarkt um 90 %, der Einsatz von ddI (Videx) um 49 %.

Die Kernaussage der Studie ist offenbar doch bei genauerer Betrachtung mit etwas Vorsicht einzuordnen. Die D : A : D-Studie ist zwar eine riesige (33.300 HIV-Patienten mit über 157.000 Personen/Jahren mit insgesamt 517 Herzinfarkten), prospektive Untersuchung, aber letztlich nur eine Anwendungsbeobachtung von Patienten in verschiedenen Kohorten in Europa, den USA und Australien.

Die Erhöhung des Infarktrisikos traf besonders solche Patienten, die - von ABC und ddI abgesehen – die höchsten Risiken für (Herz-Kreislauf)-Erkrankungen, also Stoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Rauchen sowie männliches Geschlecht, Alter und entsprechende Erkrankungen in der Familie aufwiesen.

ABC und ddI haben also in dieser Anwendungsbeobachtung das bereits vorbestehende Infarktrisiko weiter erhöht. Das Hauptproblem dieser Studie besteht darin, dass in der Gruppe der mit ABC und ddI behandelten Patienten der Anteil derer mit verstärkten kardiovaskulären Risikofaktoren überrepräsentiert war.

Das Rätsel SMART (Lösung?)

In SMART war bei 5.400 Patienten mit HIV-Infektion mit klinischen Endpunkten in einer randomisierten Studie geprüft worden, ob eine kontinuierliche ART oder Therapieunterbrechungen – orientiert an aktuellen CD4-Zellzahlen- für die Patienten vorteilhafter seien.

Die ersten Studienanalysen ergaben keine biologische Erklärung für das schlechtere Ergebnis in der Gruppe mit therapieunterbrechungen. Auf der CROI 2008 wurden weitere Analysen zu SMART vorgestellt, die Licht in das Dunkel bringen.

Es fand sich eine hochsignifikante Beziehung zwischen Sterblichkeit und Markern für Entzündung und Thrombose bei den Patienten mit Therapieunterbrechungen. Insbesondere Interleukin 6 (IL 6) und der Gerinnungsfaktor D-Dimer nahmen während der Therapieunterbrechung dramatisch zu und waren prädiktiv für das Risiko des Todes oder schwerwiegender Komplikationen.

In der STACCATO-Studie aus Thailand wurden Befunde zu den Entzündungsmarkern und des Zustands der GEfäßinnenwände (Endothelfunktion) bestätigt. Der Wiederbeginn der Therapie führte jedoch nicht zu einer „Normalisierung“ der Entzündungs- und endothelialen marker, also ein Hinweis, dass die Wiederaufnahme der Therapie nicht zu einer vollständigen Umkehrung der krankhaft verändertern Marker führte.

Knochenveränderungen

Osteoporose (Knochenbrüchigkeit durch Mineralsalzminderung) bei HIV und ART wird überwiegend bei Personen beobachtet mit den Risikofaktoren Alter, Rauchen, niedriges Körpergewicht, weiße Rasse und Vitamin D-Mangel.

Bei einer kontrollierten, randomisierten Studie zeigte sich nach 48 Wochen ein signifikanter Rückgang der Mineralsalzdichte, am größten jedoch in der Lendenwirbelsäule bei Regimes mit geboosteten Proteasehemmern. Allerdings nahmen an dieser Teilstudie nur 71 Patienten teil.

Insbesondere bei TDF (Viread und in Truvada) sollte die Alkalische Phosphatase regelmäßig kontrolliert werden.

Was kann man gegen die Entwicklung dieser Langzeitprobleme tun?

1. Rauchen ist Scheiße (Formulierung des Autors, der um Entschuldigung bei LeserInnen bittet)

2. Normalgewicht ist anzustreben (Verringerung eines Übergewichts senkt auch den Blutdruck, erhöhte Blutzuckerwerte und erhöhte Lipide; Normalisierung eines Untergewichts wirkt gegen Mineralsalzverlust)

3. Die Körperaktivität ist drastisch zu erhöhen (gut für Bluthochdruck, Blutzucker, Blutfette und Knochendichte)

„Im Vordergrund steht weiterhin die Wirksamkeit der antiretroviralen Therapie. Aber das Zeug muß auch vertragen werden ohne Komplikationen.

Das Problem der Langzeitnebenwirkungen ist jedoch, dass man lange von diesen nichts merkt, bis dann eine mittlere oder große Katastrophe eintritt.

Eine medikamentöse Korrektur der metabolischen Veränderungen ist wohl für alle Beteiligten der bequemste Weg. Aber wie immer ist der bequemste keineswegs auch der beste."

Quelle: Wohl DA: „Metaboloc Complication: A CROI 2008 Summary“
www.natap.org/2008/CROI/croi-129.htm

Kommentar

Wie bereits an anderer Stelle ausführlich betont, sind die Komplikationen in den Therapiepausen dadurch zu erklären, dass vorher unter ART keine komplementäre Therapie erfolgte. Gerade die kardiovaskulären Belastungen bestehen ja, egal ob jemand die Kombi nimmt oder nicht. Während der Einnahme der ART wird das Entzündungsgeschehen ganz oder teilweise durch die Medikamente kontrolliert. Werden die Medikamente abgesetzt ist dieser Schutz nicht mehr vorhanden.

Das gleiche gilt für Entzündungsparameter wie IL 6 und Osteoporose. Diese Dinge sind aber mit biologischer Medizin gut behandelbar. Allerdings muß eine solche Therapie bei gesetzlich versicherten Patienten selbst bezahlt werden. Eine medikamentöse Therapie beseitigt die Ursachen nicht, sondern verschlechtert langfristig die Situation. Zusätzliche medikamentöse Therapie kann in bestimmten Situation zwar unumgänglich sein, langfristig ist sie aber nicht die klügste Therapie.

Therapieunterbrechungen sind nur dann sinnvoll, wenn der Patient frühzeitig mit komplementärer Therapie darauf vorbereitet wird und wenn nach Absetzen der ART eine alternative Therapie stattfindet. Erfolgt dies nicht ist meist eine baldige erneute Aufnahme der ART notwendig oder es treten eben kardiovaskuläre Komplikationen auf bis hin zur Todesfolge.


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