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BeitragVerfasst: Di 08 Jan, 2008 2:14 am  Titel:  Lernen mit den Viren zu leben Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Lernen, mit den Viren zu leben

VON DOGAN MICHAEL ULUSOY, 07.01.08

Peter S. (Name von der Redaktion geändert) ahnte, dass mit seiner Gesundheit etwas nicht stimmte. Schon länger fühlte er sich müde und schlapp. Als der 50-jährige Kölner von seinem Arzt die Diagnose erfuhr, war das so, als ob ihm ein Boxer mit beiden Fäusten gleichzeitig brutal ins Gesicht geschlagen hätte. Peter S. war HIV- und Hepatitis-C-positiv. Das Wissen, zwei potenziell tödliche Infektionskrankheiten zu haben, zog ihm den Boden unter den Füßen weg. Woran werde ich zuerst sterben? An Aids oder an Leberkrebs? Sein Arzt machte ihm keine Hoffnung. Er habe allenfalls noch vier bis fünf Jahre zu leben. Das war 1989.
Täglich sechs Pillen

Den Schock von damals hat Peter S. überwunden. Er hat gelernt, mit den Viruserkrankungen zu leben. Die Doppelinfektion - Mediziner sprechen auch von einer Co-Infektion - ist heute gut behandelbar. Allerdings erfordert die Therapie größte Disziplin und ist mit enormen Belastungen verbunden. Täglich nimmt er sechs Pillen ein, welche die Zahl der HI-Viren im Blut senkt.

Jede Unregelmäßigkeit bei der Einnahme könne jedoch dazu führen, dass der Erreger Resistenzen gegen die Medikamente entwickelt, warnt der Aids-Experte Gerd Fätkenheuer von der Kölner Universitätsklinik. Dann müssten andere Kombinationen ausprobiert werden. Allerdings sei ein Behandlungserfolg immer schwieriger zu erzielen, je mehr Resistenzen aufträten.

Während Peter S. die HIV-Therapie gut verträgt, ist die Behandlung der chronischen Hepatitis C sehr belastend. Einmal die Woche bekommt er in der Kölner Uniklinik eine Interferon-Spritze. Dadurch fühlt er sich abgeschlagen, hat Muskelschmerzen und neigt zu Depressionen. Gerd Fätkenheuer betont, dass diese Nebenwirkungen die Regel seien. Erschwerend kommt hinzu, dass infolge der Interferonbehandlung die Helferzellen - das sind jene Zellen des Immunsystems, die das HI-Virus zerstört - stark abgesunken sind.

Allerdings betont der Kölner, dass dies in Kauf genommen werden müsse, um die Hepatitis erfolgreich zu behandeln. Peter S. ist kein Einzelfall. Laut dem Aids- und Co-Infektionsexperten Jürgen Rockstroh von der Uniklinik Bonn werde die Hepatitis C von allen Virus-Hepatitis-Varianten am häufigsten chronisch. In Europa habe bereits ein Drittel aller HIV-Positiven zusätzlich eine chronische Hepatitis C. Von den 59 000 gemeldeten HIV-Infizierten in Deutschland treffe dies bei steigender Tendenz auf 14 Prozent zu (Hepatitis B: sechs Prozent). Der Experte betont, dass Lebererkrankungen infolge von Hepatitis-Infektionen bei HIV-Infizierten heute die häufigste Todesursache seien, die nicht auf das Vollbild Aids zurückgingen.

Dieses ist erreicht, wenn das Immunsystem nicht mehr in der Lage ist, Krankheitserreger in Schach zu halten und es infolgedessen zu schweren Erkrankungen wie Lungenentzündungen oder Hauttumoren kommt. Dank verbesserter Behandlungsmethoden - das sind so genannte Kombinationstherapien, die zum Teil jedoch schwere Nebenwirkungen haben - ist es heute jedoch in vielen Fällen möglich, den Ausbruch der Krankheit auf lange Sicht hinauszuzögern. Jürgen Rockstroh erläutert, dass bedingt durch diese Entwicklung die Behandlung der chronischen Hepatitis C bei HIV-Positiven automatisch eine zunehmende Bedeutung bekomme.

Alarmierende Zahlen

Da die Hepatitis C bei Doppelinfizierten rascher voranschreite, sei für einen großen Teil dieser Patienten die medizinische Begleitung der Hepatitis C viel bedeutsamer als die der HIV-Infektion. Rockstroh nennt alarmierende Zahlen. Ohne HIV werde eine Hepatitis C in 60 Prozent der Fälle chronisch, mit HIV liege der Wert bei bis zu 80 Prozent. Laut den medizinischen Formationen der Kölner Aids-Hilfe (MED-INFO) liegt die Ursache für Doppelinfektionen mit HIV und Hepatitis C in den gleichen Übertragungswegen. Das Hepatitis-C-Virus sei bei der Übertragung über Blut - wie etwa beim Gebrauch gleicher Nadeln beim Drogenkonsum - sogar zehnmal infektiöser als HIV.

Auch beim Sniffen aus identischen Röhrchen könne man sich mit dem Hepatitis-C-Erreger infizieren, da es dabei leicht zu Schleimhautverletzungen komme. Auch der sexuelle Übertragungsweg komme immer häufiger vor. Das wird den Angaben zufolge auf die zunehmende Zahl harter sexueller Praktiken mit hohem Verletzungsrisiko zurückgeführt, was eine Infektion mit Hepatitis C begünstige. Die Übertragungswahrscheinlichkeit erhöht sich der Aids-Hilfe Köln zufolge durch begleitende sexuell übertragbare Erkrankungen sowie Haut- und Schleimhautverletzungen.

Sei Blut im Spiel, erhöhe sich das Risiko nochmals deutlich. Jürgen Rockstroh weist darauf hin, dass seit rund vier Jahren in Köln und anderen Großstädten Deutschlands eine steigende Zahl schwuler Männer gleichzeitig HIV- und Hepatitis-C-positiv seien. Rockstroh warnt zudem, dass die Hepatitis B sehr viel häufiger noch als die Hepatitis C oder HIV sexuell übertragen werde. Fachleuten zufolge ist das Hepatitis-B-Virus hundertmal infektiöser als HIV und auch deutlich robuster. Der Experte rät daher eindringlich, dass sich insbesondere Menschen mit häufig wechselnden Sexpartnern gegen B impfen lassen und beim Sex Kondome benutzen sollten.

Gegen die Hepatitis C gebe es zwar noch keinen Impfschutz, doch je früher sie diagnostiziert werde, desto effektiver könne sie behandelt werden. Eine Heilung sei immerhin in der Hälfte der Fälle möglich. Für Peter S. ist das ein großes Hoffnungszeichen. Er hat den Kampf gegen seine beiden Erkrankungen aufgenommen.

(c) www.ksta.de


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